
Da ich kaum Gedichte schreibe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.
hinter milchigem glas
wie hinter milchigem glas. ich blicke auf
zeitfarbene trümmer. der sand im innenhof
ist januargrau. das gras wächst in seidigem
zartblau. wie hinter zerbrochenem glas. und
wänden aus papier. ich sehe dich nicht. aber
die anderen dich. in deinem arm wiegst du
die hoffnung in papiertaschentücher gewickelt.
singst ein wiegelied für freiheit, verstand und
vernunft. wenn du ihre fressen mit schnullern
stopfen könntest, würdest du es tun. denke
ich und entgleite auf einem berg aus kissen.
das fenster bricht und die scherben fallen nach
innen. eines tages werde ich sie zum schlafen
bringen müssen, scheinst du zu sagen. im
innenhof fließt ein frühlingsfarbener orkan die
letzen minuten hinfort. hinter stumpfes glas.










