2 striche | Der Dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte schreibe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

Habe es erfolgreich geschafft mich mit Corona zu infizieren. Ist wohl ander Arbeit passiert, weil ich sonst nirgendwo war und sich dort die Fälle stapeln. Mir geht’s ok. Das schlimmste war die Angst, dass mein Baby das nicht gut wegsteckt. Er ist bisher aber zum Glück topfit. Und dann ist da die Angst jemand angesteckt zu haben, der nicht geimpft ist bzw es nicht gut wegsteckt. Ich finde den Gedanken ganz furchtbar jemanden infiziert zu haben.

2 striche

zwischen zwei roten strichen. ich bin
gefangen. streife mit meinen händen
an papierkanten entlang. gegen vier
graue wände. lasse meine gedanken
mit kristallinen tropfen an türschwellen
entlanglaufen. im takt des betonmischers
schließen wir alle lücken. doch was,
wenn meine zelle dich einsperrt? was,
wenn mein atmezug dein letzter ist?

Weiterlesen „2 striche | Der Dienstag dichtet“

matschgrautage | Der Dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte schreibe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

Mich nervt der Januar gerade ein wenig. 😉

matschgrautage
plätschern dahin
meine tagträume schweifen
und ich versinke in
ergrünungsfantasien

Weiterlesen „matschgrautage | Der Dienstag dichtet“

3 Wünsche | Writing Friday

Dies ist ein Text zu der Aktion „Writing Friday“ von Elizzy. Jeden Freitag wird zu einem der vorgegebenen Themen veröffentlicht. Die aktuellen Themen und eine Liste aller Teilnehmer findet ihr auf Elizzy’s Seite.

Thema: Was nimmst du aus dem letzten Jahr für dich mit?

Ich habe eine Writing Friday Aufgabe mitgenommen. Ich wollte sie am Ende des Jahres posten und habe es dann schlichtweg vergessen. 😉

3 Wünsche

1. [kreativität]
knistern soll sie auf der haut. impulse
senden, ideen schnellstarten. die
synapsen sollen surren und schönheit
auf weiße oberflächen zaubern.

2. [lachen]
es soll zähne zeigen. blitzen, blinken.
anstecken wie ein virus. statt krank
macht es gesund. wenn der zauber
vorbei ist, sollen falten bleiben.

3. [liebe]
voll soll sie sein. ohne kompromisse.
sie soll alles ergründen, umgarnen und
umarmen. sie soll von mir zu dir, zu
mir, zu anderen fliegen. ausfüllend

nix | Der Dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte schreibe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

Wenn mir bis 20 Uhr nix einfällt, schreibe ich halt über das nix. So.

nix

nix. leer. alle. leere, gähnende. durch
meinen kopf kugeln sich staubballen.
die salontür schwingt und niemand
tritt ein. die gläser sind leer. der rum
schon ausgetrunken. auf dem klavier
spielt der wind tonlose musik. die
hure aus der ersten etage ist ins kloster
ausgewandert. der revolverheld hat
angst bekommen und das weite
gesucht. nix los hier. nunja, morgen
wieder. in der hinterletzten ecke des
obersten stübchens glitzert es.

Weiterlesen „nix | Der Dienstag dichtet“

stiller | Der Dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte schreibe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

stiller

das glöckchen hat sich wieder
ausgeklingelt. die verwandschaft
abgenadelt. und wir tanzen zu
der ruhe im kreis. atmen.zwischen
den zeiten parkt die stille stiller
als in stille nacht. ohne knallen
bleibt sie vielleicht dieses jahr.

Weiterlesen „stiller | Der Dienstag dichtet“

rhinitis | Der Dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte schreibe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

Nach müd kommt blöd. Nach krank anscheinend albern.

rhinitis

mein rüssel hat einen knoten. ich
bin wie die sphinx in ägypten ohne
sand. als fan van gogh wollte ich
mir ein ohr abschneiden und habe
zu mittig angesetzt. punkt. punkt.
strich. und fertig ist die verstopfte
nase. advent advent die rotze rennt.

Weiterlesen „rhinitis | Der Dienstag dichtet“

schnee | Writing Friday

Dies ist ein Text zu der Aktion „Writing Friday“ von Elizzy. Jeden Freitag wird zu einem der vorgegebenen Themen veröffentlicht. Die aktuellen Themen und eine Liste aller Teilnehmer findet ihr auf Elizzy’s Seite.

Thema: Beschreibe Schnee ohne die Wörter: weiß, nass und kalt.

kristalline strukturen. kleine ecken
und kanten. leichtfüßig fliegst du
durch die lüfte. umkreist meinen
kopf bis du auf meiner nase landest.
ich spüre dich, deibe form verlieren.
schmelzen. auf mir verliert sich
deine leichtigkeit. in der schwere
meines lebens. mein atem ist deine
todeszone, meine füße brechen dir
die glieder. und doch fliegst du tag
ein. tag aus so leicht umher. ich hoffe
wenigstens ein paar jahre noch.

es ist nicht deine angst | Der Dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte schreibe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

Ich habe einen Artikel in der Zeit gelesen, in der Gesundheitspersonal zum Zustand in den Intensivstationen befragt wurde. War dein ein bisschen sauer und habe das in Zeile fließen lassen.

es ist nicht deine angst

es ist nicht deine angst, die mich abfuckt.
sondern dein hass. der über weiße gänge
kriecht. blut besudelt ist dein roter zorn,
schwarz umrandet dein gewissen. ich
will dich schütteln, wie man kleine babys
nicht schütteln soll. will mit einer feder
und trockner tinte deine gehirnwindungen
überschreiben. der vorhang fällt. nicht nur
für dich. für andere. es ist nicht deine angst,
die mir angst macht, sondern die vehemenz
mit der du deine ohren tonlos machst.

Weiterlesen „es ist nicht deine angst | Der Dienstag dichtet“

unter der bettdecke | Der Dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte schreibe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

Ich habe durch die hormonellen Schwankungen durchs Stillen ab und an Schlafstörungen. Gestern war wieder so eine doofe Nacht.

unter der bettdecke
unter der bettdecke schlägt mein
herz. im takt mit meinem atem. ich
zähle mit. bis drei. schweife ab. mein
herz tanzt auf synaptischen bahnen.
meine drehungen geben den takt dazu.
dunkel ist sie. die zeit schleicht und
stolpert. prallt am wecker ab. ich höre.
draußen gibt es viel zu erleben. tik tok.
und die minuten versinken zwischen
federn. während mein kopf auf ihrer
oberfläche treibt. rechts. links. licht an.

Weiterlesen „unter der bettdecke | Der Dienstag dichtet“

lyrimo 28 – 30

Es ist wieder lyrimo = Lyric Month!! Alles Wissenswerte dazu findet ihr auf diesem Blog: https://lyrimo.wordpress.com/

Tag 28 – Theremin
unsichtbar tönt es. schreit in
ungesehene räume. während
gefühle im takt singen. tanzt
der verstand.

Tag 29 – et cetera
und so weiter, wenn sie nicht
gestorben sind, et cetera, und
viele viele mehr, fortsetzung
folgt. immer weiter. kein ende
in sicht. das haben wir nun davon.

Tag 30 – MinimalistenMarathon
1 2 3 4 schritte, weiten, ich
laufe. um die uhr. renne im
kreis. durch das wir. 1 2 3 4
reduziere auf das ich.