Handicap | Der Dienstag dichtet

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Da ich kaum mehr Gedichte schreibe, habe ich den Dienstag zum Gedichte-Tag erklärt und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt.
Mit von der Partie ist Stachelbeermond. Schaut doch bei ihr vorbei.
Wer sich uns anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben.

EDIT: Judith ist nun auch dabei. Ihr schönes Gedicht findet ihr hier.

Mein Gedicht diese Woche ist wieder ein Satz, diesmal eine Spur abstrakter. Eigentlich kann es für viele Themen stehen. Erst dachte ich über Politik nach,d ann Gesellschaft im allgemeinen. Es ist also mehr ein Gefühl als eine klare Aussage.

Handicap

Während Unbekannte auf
den Straßen über Abgötter
und Parallelwelten reden

spielt ein Pantomime
Flöte und ein Unsehender
tanzt dazu kreuzüber
im Zweisatz

Cyanotypie| Der Dienstag dichtet

Da ich kaum mehr Gedichte schreibe, habe ich den Dienstag zum Gedichte-Tag erklärt und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt.
Mit von der Partie ist Stachelbeermond. Schaut doch bei ihr vorbei.
Wer sich uns anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben.

Mein Gedicht diese Woche ist eher ein Satz und eine Spielerei.

 

Cyanotypie

Als sie in der Reifezeit noch
nicht wusste, wer
sie war, nahm sie das erstbeste
Idol und legte es in diese
eisensalzene Lösung

nur um dann festzustellen, dass
sie negativ blieb

Der Dienstag dichtet

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Mir ist aufgefallen, dass ich die letzten Monate kaum Gedichte geschrieben habe. Nicht, dass ich keine Ideen hätte, aber ich nehme mir einfach keine Zeit dafür. Deswegen schaffe ich mir einen Ansporn und will ab jetzt jeden Dienstag ein Gedicht veröffentlichen. Ich richte mich nicht nach Themen, sondern dem, was mir gerade auf dem Herzen liegt.

Ich hatte auch die Idee eine Aktion daraus zu machen. Wenn jemand Lust hat mitzumachen, schreibt einfach in die Kommentare. Je nachdem ob und wieviel mitmachen wollen, würde ich mir dann ein Konzept überlegen.

Los geht’s! Dieses Gedichte habe ich vor einer ganzen Weile begonnen, aber nie fertig gestellt. Es ist ein Thema, das mir sehr am Herzen liegt.

 

Mata-Mata

In klaftertiefem Blau
schwebt sie langsam und
bedacht mit salzig
schäumenden Wogen

Die jahrhundertealten
Platten knirschen und
knarzen über dem
synthetisch vollen Magen

Wenn ihre Füße wieder
Grund berühren
ist sie verhungert

„Von der Wand“ | AnthoAlice – Beobachtungen

Schimmel

*Dies ist ein Beitrag zu der Blogparade „AnthoAlice“ von Alice. Zum Thema Beobachtungen kann man allen möglichen kreativen outlet bis zum 15.04. beitragen.*

Ich habe mich für ein Gedicht entschieden. Da ich das Thema Beobachtungen schon immer faszinierend fand und auch dazu geforscht habe, wollte ich meine Sache besonders gut machen. Habe jetzt ganze 23 Tage an dem Gedicht gesessen. Iregndwann habe ich es nur verschlimmbessert, deshalb hier die dritte Version.

 

Von der Wand

Über Jahre hinweg
war er groß wie
eine Faust geworden

Genährt von nasser
Aussprache und
eifrigem Tun

Er hatte Mitleid
mit den gestressten
Alltagsgebundenen

Sie verschwendeten Zeit
um Gefühle woanders
zu kaufen

Er selbst wuchs und
beobachte, lernte,
streckte seine Fühler aus

Wenn er groß
war, würde er von
der Wand herabsteigen

Er würde Gefühle an
Momente verschwenden und
Zeit kaufen

„Keine Vorsätze“ | Writing Friday – KW1

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* Dies ist ein Text zu der Aktion „Writing Friday“ von Elizzy. Jeden Freitag wird zu einem der vorgegeben Themen veröffentlicht. Die Liste aller Teilnehmer findet ihr auf Elizzy’s Seite.*

Neues Jahr, neuer Monat, neue Writing Friday Themen. Whoop! Ich habs mal wieder mit einem Reim-dich-oder-ich-fress-dich-Gedicht probiert.

Thema: Erzähle von einem Vorsatz für 2019. Wieso willst du dieses Ziel erreichen? Wie sieht dein Plan aus?

Mein Vorsatz für 2019 ist es keine Vorsätze mehr zu machen. Warum?
Deshalb:

Wir möchten, können, wollen
verlieben uns ins sollen
und glauben, meinen, sagen
ohne wirklich was zu wagen

Ich sage, ich will besser sein
und überlege mir ganz fein:
Ich will es anders machen,
aus dem doofen Trott erwachen

Ich setz mein Ziel auf Morgen
Bis dahin ohne Sorgen
kann ich das Alte tun
mich in mir selbst ausruhn

Und wenn ich es nicht schaffe
zück ich nicht gleich die Waffe
Es folgt ein neuer Vorsatz,
der findet schon nen Platz

Wir möchten, können, wollen,
verlieben uns ins sollen
und glauben, meinen, sagen
ohne wirklich was zu wagen

Also bin ich einfach ich
akzeptiere mich für mich
lerne, lache, lebe, wage
und warte nicht auf besondere Tage

„Ein Weihnachtsgedicht“

Wiehnachtsgedicht.jpg

Ich habe die Inspiration zu meinem Text „Einer ist kein Paar“ wieder gefunden. Habe ich vor Ewigkeiten geschrieben. Ist eventuell nicht das positivste Weihnachtsgedicht aller Zeiten, aber auch nicht 100% ernst gemeint.

Zur Weihnachtszeit wirkt die
Einsamkeit viel klarer, viel
kälter.

Die Tage werden
kürzer und die Straßen
immer leerer.

Nur die farbigen Bäume, unter
denen Menschen ihren Besitz
bunkern, leuchten in
die Dunkelheit.

Sogar die Schuhe scheinen
vermehrt zu vereinsamen.

Vor allem in der
Weihnachtsanfangszeit
liegen sie einzeln vor
den bekranzten Türen.

„Polity“ zum *I love to write day*

ds

Endlich mal ein unsinnger Feiertag mit dem ich etwas anfangen kann: der *I love to write day*. Hier mal mein 5 Minuten-Erguss, nachdem ich davon erfahren und festgestellt habe, dass ich eigentlich keine Zeit habe etwas zu schreiben.
Ps.: Ich sollte vorm Schreiben keine Zeitung lesen.

Staatliche Türen schwingen
unentschlossen in dem
zerbrochenem System.
Eine Ruine fiel ins
Schloss, als ich das
Moosparkett verließ,
zerfiel die bröckelnde
Fassade ihres politischen
Efeus, während ihre
Nuance noch flüsterte.

 

EDIT: So natürlich heißt es „I love to write day“ nicht „I love writing day“. 😉

Berechnend

matheIch habe mal wieder in meinem „Geschriebenes“-Ordner gekramt und ein altes Gedicht entdeckt. Es ist ungefähr 10 Jahre alt. Ich habe bei Vielen vergessen, dass ich es verfasst habe.

Berechnend

Wenn ich einen
Strich ziehe, wenn
ich uns subtrahiere,
zähle, kalkuliere, sind
wir doch keine
Summe mehr.

Es ist als
würden unsere
Vektoren in
andere Richtungen
zeigen, unsere
Variablen keinen
Namen finden.

Und doch gehöre
ich zu dir, wie
das x zum
y und hoffe
darauf, dass
unsere parallelen
Geraden windschief
sind und unsere
Binome sich
wieder verformeln.