2 striche | Der Dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte schreibe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

Habe es erfolgreich geschafft mich mit Corona zu infizieren. Ist wohl ander Arbeit passiert, weil ich sonst nirgendwo war und sich dort die Fälle stapeln. Mir geht’s ok. Das schlimmste war die Angst, dass mein Baby das nicht gut wegsteckt. Er ist bisher aber zum Glück topfit. Und dann ist da die Angst jemand angesteckt zu haben, der nicht geimpft ist bzw es nicht gut wegsteckt. Ich finde den Gedanken ganz furchtbar jemanden infiziert zu haben.

2 striche

zwischen zwei roten strichen. ich bin
gefangen. streife mit meinen händen
an papierkanten entlang. gegen vier
graue wände. lasse meine gedanken
mit kristallinen tropfen an türschwellen
entlanglaufen. im takt des betonmischers
schließen wir alle lücken. doch was,
wenn meine zelle dich einsperrt? was,
wenn mein atmezug dein letzter ist?

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matschgrautage | Der Dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte schreibe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

Mich nervt der Januar gerade ein wenig. 😉

matschgrautage
plätschern dahin
meine tagträume schweifen
und ich versinke in
ergrünungsfantasien

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Der Abschied | abc.etüden

Dies ist ein Text zu den abc.etüden von Christiane. Ziel ist es 3 Worte in 300 Zeichen unterzubringen. Die Schreibeinladung für die Wochen 1 + 2 beinhaltet die Worte „Hoffnungsschimmer, unverzeihlich, nähen“, gesponsert von Ludwig Zeidler.

Der Abschied

Die Sonne genoss noch einmal jeden Moment und näherte sich langsam dem Horizont. Ihr Licht prallte auf kleine Partikel und färbte sie ein. Gold, Orange, Rot. Dort, wo sie auf Wolken traf, hinterließ sie einen lilafarbenen Glanz und ließ so die gasförmige Masse, wie Zuckerwatte erscheinen. Nur zwischen den Wolken sah man noch etwas von dem ursprüngliche Blau, das noch einen Augenblick an den Tag erinnern durfte. Minute um Minute vergingen, während die Sonne mit ihren Strahlen, nach und nach den Himmel anpinselte, bis sie schließlich alles eingefärbt hatte und sich dem Meer widmete. Zunächst färbte sie die erhabenen Wellen orange ein, um sich im Anschluss den sanften Wellen zu widmen. In leuchtendem Rot stachen sie aus den Erhabenen hervor. In der Mitte des Meeres, wie ein Hoffnungsschimmer, malte sich die Sonne selbst. Wie einen glitzernden Stoff legte sie die Farbe auf das Meer und nähte diesen schließlich an den Himmel.

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3 Wünsche | Writing Friday

Dies ist ein Text zu der Aktion „Writing Friday“ von Elizzy. Jeden Freitag wird zu einem der vorgegebenen Themen veröffentlicht. Die aktuellen Themen und eine Liste aller Teilnehmer findet ihr auf Elizzy’s Seite.

Thema: Was nimmst du aus dem letzten Jahr für dich mit?

Ich habe eine Writing Friday Aufgabe mitgenommen. Ich wollte sie am Ende des Jahres posten und habe es dann schlichtweg vergessen. 😉

3 Wünsche

1. [kreativität]
knistern soll sie auf der haut. impulse
senden, ideen schnellstarten. die
synapsen sollen surren und schönheit
auf weiße oberflächen zaubern.

2. [lachen]
es soll zähne zeigen. blitzen, blinken.
anstecken wie ein virus. statt krank
macht es gesund. wenn der zauber
vorbei ist, sollen falten bleiben.

3. [liebe]
voll soll sie sein. ohne kompromisse.
sie soll alles ergründen, umgarnen und
umarmen. sie soll von mir zu dir, zu
mir, zu anderen fliegen. ausfüllend

nix | Der Dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte schreibe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

Wenn mir bis 20 Uhr nix einfällt, schreibe ich halt über das nix. So.

nix

nix. leer. alle. leere, gähnende. durch
meinen kopf kugeln sich staubballen.
die salontür schwingt und niemand
tritt ein. die gläser sind leer. der rum
schon ausgetrunken. auf dem klavier
spielt der wind tonlose musik. die
hure aus der ersten etage ist ins kloster
ausgewandert. der revolverheld hat
angst bekommen und das weite
gesucht. nix los hier. nunja, morgen
wieder. in der hinterletzten ecke des
obersten stübchens glitzert es.

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Inktober 52 – 41 bis 51

Statt dem klassischen Inktober nehme ich dieses Jahr am Inktober 52 teil. Ich zeichne also jede Woche ein Bild zu einem vorgegebenen Thema (Themen stehen im Titel).

Ich habe es tatsächlich gescchafft. Jede Woche ein Bild! Nur im Oktober habe ich etwas hinterhergehinkt, aber schnell aufgeholt. War gar nicht so einfach mit Baby und allem, aber ich bin froh, dass ich es durchgezogen habe. Morgen gibt es dann Bild 52, weil es sich so schön als Silvester-Gruß eignet.

stiller | Der Dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte schreibe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

stiller

das glöckchen hat sich wieder
ausgeklingelt. die verwandschaft
abgenadelt. und wir tanzen zu
der ruhe im kreis. atmen.zwischen
den zeiten parkt die stille stiller
als in stille nacht. ohne knallen
bleibt sie vielleicht dieses jahr.

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Weihnachtslichter

Diese Geschichte ist Teil des Adventskalenders von Buchperlenblog. *Link*
Und da heute Heiligabend ist, wünsche ich euch schöne Feiertage, wie auch immer sie bei euch aussehen. Ich hoffe, ihr seid nicht alleine, und wenn doch ist bestimmt jemand in Gedanken bei euch.

Gerda riss die Folie von dem Fertiggericht ab. Weil Heiligabend war, gab es Gans mit Rotkohl und Klößen. Das Fleisch sah ganz gut aus, der Rotkohl leider weniger und die Klöße waren zu einem Klumpen verschmolzen. Was erwartete sie, von einem Aldi-Fertiggericht? Immerhin war es billig gewesen. Mit ihrer mickrigen Rente musste sie jeden Cent drehen.

Sie betrachtete, wie sich der Teller in der Mikrowelle drehte. In fünf Minuten würde das Festessen warm sein und in sieben Minuten begann die Weihnachtsgala im Fernsehen. Gerda seufzte und sah ins Wohnzimmer auf den zweiten Sessel, in dem ihr Mann bis vor vier Monaten gesessen hatte. Noch letztes Jahr waren sie wie immer erst gemeinsam zu dem Weihnachtsumzug gegangen, dann in die Kirche, hatten im Anschluss gemeinsam die Klöße und den Rotkohl zubereitet, die Gans aus dem Ofen genommen und gemeinsam die Weihnachtsgala gesehen. Karl regte sich so wundervoll über die Frisuren der Herren auf. „Diese Schnösel“, sagte er, „sehen aus, als wüssten sie nicht, wie man einen Kamm benutzt.“ Gerda musste bei dem Gedanken lachen. Dann stiegen ihr Tränen in die Augen.

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rhinitis | Der Dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte schreibe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

Nach müd kommt blöd. Nach krank anscheinend albern.

rhinitis

mein rüssel hat einen knoten. ich
bin wie die sphinx in ägypten ohne
sand. als fan van gogh wollte ich
mir ein ohr abschneiden und habe
zu mittig angesetzt. punkt. punkt.
strich. und fertig ist die verstopfte
nase. advent advent die rotze rennt.

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