
Das ist kein wissenschaftlicher Text, sondern eine Gedankenkritzelei. Jeden Freitag schreibe ich über etwas, das mir auf dem Herzen liegt. Wenn ich etwas wissenschatftlicher werde, bemühe ich mich keine Falschinformationen auf den Weg zu bringen. Wenn das doch passiert, lasst einen Kommentar da. Ebenso, wenn ihr Lust zu diskutieren habt oder wenn ihr eine virtuelle Umarmung braucht. Die gibt es hier gratis.
Ordentliches Chaos
Letzte Woche war viel. Nach Ostern war meine Schwiegermama bei uns, was an sich jetzt natürlich nicht stressig ist, aber meinen Alltag schon verändert und dann hatte mein Kind Geburtstag und ja das war definitiv Stress. Mit vollem Kopf habe ich zwar mehr Gedanken für Gedankenkritzeleien, aber die sind viel zu unsortiert, um sie aufzuschreiben. Ich komme mit Chaos per se gut klar, aber ich habe gerne die Kontrolle darüber und da dachte ich, ich versuche das ganze mal zu erklären und meine Liebe für Chaos zu deklarieren.
Minimalismus gleich Ordnung gleich Langeweile
Eigentlich wäre ich eine gute Kandidatin für Minimalismus, aber den finde ich absolut unerstrebenswert. Klar ist es einfacher, Ordnung zu halten, wenn man wenig besitzt, andererseits finde ich es ziemlich kalt. Viele mögen vielleicht die Vorstellungen dieser weiß/beigen super aufgeräumten Wohnungen, aber ich finde die einfach unwohnlich. Ich will mich selbst in lohnung wiederfinden, ich will, dass man sieht, das ich da lebe bzw. meine Familie da lebt. Ein paar Krümel hier, Katzenspielzeug mitten im Raum, Bilder an den Wänden, Bücher so sortiert, dass es nicht wie in einer Buchhandlung aussieht. Genauso geht es mir auch mit dem Alltag. Ich könnte weniger Hobbies haben, manchmal finde ich das sogar erstrebenswert, aber meine Hobbies machen mich glücklich.
Chaos mit System
Da ich also nicht in einer halbleeren ungemütlichen (in meinen Augen) Wohnung leben will und meine Hobbies nicht aufgeben kann, ohne weniger glücklich zu sein, muss ich also mit Chaos leben. Ich glaube, meine Liebe für To-Do-Listen habe ich schonmal in einer früheren Gedankenkritzelei kundgetan, aber das ist nicht meine einzige Art, Ordnung in mein Leben und meinen Kopf zu bringen. Die Listen sind erstmal nur dazu da, damit ich nichts vergesse und einige dienen mir als Motivation, zB für meine sportlichen Ziele.
Neben den 7 To-Do-Listen habe ich noch eine Reihe Dateien, die Ordnung für mich schaffen, z.B. eine mit Tabelle über meine Veröffentlichungen, eine mit Gedichten, die unveröffnetlich sind, falls ich mal dienstags keine Ideen habe und eine mit Ideen für künftige Gedankenkritzeleien. Das räumt meinen Kopf schonmal ganz gut auf. Was mir auch ein gutes Gefühl gibt, ist eine aufgeräumte Wohnung. Dabei muss aber nicht alles perfekt verstaut sein, aber Dinge haben feste Orte und auch das Chaos hat feste Orte. In jedem Raum gibt es eine Kruschteecke, in der Dinge landen, die ich nicht wegräumen kann oder will. Wenn in meinem Kopf trotz allem Chaos herrscht, räume ich das auf und der Akt erdet mich. An der Arbeit regiere ich btw. mit Excel-Listen und Whiteboard das Chaos.
Ich liebe mein ordentliches Chaos
Manchmal macht es mich irre und ab und an habe ich das Gefühl, dass mein Alltag eine riesige Flutwelle ist, aber ganz ehrlich, ohne das wäre ich nicht ich selbst und ich wüsste wahrscheinlich gar nicht wohin mit meiner ganzen kreativen und auch körperlichen Energie. Manchmal lasse ich das Chaos auch eine Weile regieren, weil gerade nichts wichtiges ansteht, aber spätestens nach einer Weile nervt es mich und ich schaffe wieder Ordnung und das ist für mich ein tolles Gefühl. Vielleicht ist meine Ordnung für andere auch nur gemanagtes Chaos, aber ich liebe es.


