Es ist ein tolles Gefühl, anderen zu helfen | Gedankenkritzelei

Das ist kein wissenschaftlicher Text, sondern eine Gedankenkritzelei. Jeden Freitag schreibe ich über etwas, das mir auf dem Herzen liegt. Wenn ich etwas wissenschatftlicher werde, bemühe ich mich keine Falschinformationen auf den Weg zu bringen. Wenn das doch passiert, lasst einen Kommentar da. Ebenso, wenn ihr Lust zu diskutieren habt oder wenn ihr eine virtuelle Umarmung braucht. Die gibt es hier gratis.

Es ist ein tolles Gefühl, anderen zu helfen

Es ist ein tolles Gefühl, wenn man jemanden an der Kasse vorlässt, weil der*diejenige wenige und man selbst viele Teile hat oder das Gefühlt bekommt, die Person hat es eilig. Das Danke und das Lächeln, die entspannten Schultern, wenn der Zeitdruck kleiner wird, machen jede Minute wett, die man länger an der Kasse wartet.

Es ist ein tolles Gefühl, für jemanden aufzustehen, der in Bus oder Bahn Schwierigkeiten hat, stabil zu stehen. Das Danke und das Lächeln, die Erleichterung im Gesicht, machen jeden angespannten Muskel wett.

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der versteckte winter | Der Dienstag dichtet


Der Dienstag ist für mich Gedichtetag. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichtenden findet ihr am Ende.

der versteckte winter

während der ersten frühlingsstürme betrinken
wir uns gierig an sonnensichtungen, nehmen
eine nase schneeglöckchen und knabbern an
den ersten grünen knospen der bäume. noch
einmal an der osterglocke lecken, dann ist
sonnenzeit. hierzulande. woanders kauert
winterwetter zwischen engen häuserfluchten.
pustet dort jemand in eine schneewehe, spürt
man hier ein leichtes tief, wie es sich mit eisiger
kälte auf die frühlingshaften gedanken legt

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Homöopathie ist nicht harmlos | Gedankenkritzelei

Das ist kein wissenschaftlicher Text, sondern eine Gedankenkritzelei. Jeden Freitag schreibe ich über etwas, das mir auf dem Herzen liegt. Wenn ich etwas wissenschatftlicher werde, bemühe ich mich keine Falschinformationen auf den Weg zu bringen. Wenn das doch passiert, lasst einen Kommentar da. Ebenso, wenn ihr Lust zu diskutieren habt oder wenn ihr eine virtuelle Umarmung braucht. Die gibt es hier gratis.

Homöopathie ist nicht harmlos

Homöopathie erhält mittlerweile mehr Gegenwind als früher, aber derzeit habe ich das Gefühl, dass es die Übereinkunft gibt, dass es ja zumindest nicht schadet, aber das sehe ich anders. Homöopathie richtet Schaden an und ich finde, es wird zu wenig darüber gesprochen.

Kosten

Fangen wir bei dem kleineren Schaden an. Homöopathie ist verdammt überteuert. Nicht nur die Besuche bei den Praktizierenden (129 bis 280 Euro pro Sitzung), sondern auch die Mittelchen. Dafür, dass sie, wenn schon keine Wirkung festgestellt werden kann (darüber streite ich nicht, siehe unten Quellen), eine Placebo-Wirkung haben, dafür sind sie einfach zu teuer.

10 Euro für Zucker ist zu viel!

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Krankheitselfchen No 4 | Der Dienstag dichtet


Der Dienstag ist für mich Gedichtetag. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichtenden findet ihr am Ende.

Gibt doch nichts besseres als über nervige Erkältungen zu dichten.

Krankheitselfchen No 4

taschentuchberg
gestapeltes geschnäuze
ein leichter druck
dann ein großes hatschi
taschentuchmeer

stirnhöhlenbohrungen
sanftes pochen
die schläfen zittern
eine kreissäge zieht bahnen
prostaglandinensturm

besserfühltee
heilende kräutermischung
die eierlegende wollmilchsau
in form eines heißgetränkes
pfützenwasser

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Frühlings Bucket List | Gedankenkritzelei

Das ist kein wissenschaftlicher Text, sondern eine Gedankenkritzelei. Jeden Freitag schreibe ich über etwas, das mir auf dem Herzen liegt. Wenn ich etwas wissenschatftlicher werde, bemühe ich mich keine Falschinformationen auf den Weg zu bringen. Wenn das doch passiert, lasst einen Kommentar da. Ebenso, wenn ihr Lust zu diskutieren habt oder wenn ihr eine virtuelle Umarmung braucht. Die gibt es hier gratis.

Frühlings Bucket List

Ich bin zum dritten Mal in drei Monaten krank, was sicher auch daran liegt, dass ich mich zwischenzeitlich halbkrank zur Arbeit geschleppt habe, aber zum großen Teil auch einfach am Winter. Ich mag Winter per se ganz gerne, aber mit Kind ist er leider von Krankheiten geprägt. Zum Glück ist bald Frühling und ich sehne ihn mir so sehr herbei, dass ich schonmal eine Liste an Dingen gemacht, die ich machen will:

Frühlings Bucket List

  • Tomaten anzüchten und hinter der Sonne hinterhertragen
  • Balkon mit noch mehr Pflanzen bevölkern
  • das erste Eis auf der Parkbank genießen
  • Erdbeeren pflücken und ganz viele dabei naschen
  • Kresse heranziehen und auf Butterbrot essen
  • Straßenkreidensaison eröffnen
  • Insektenhotel bauen
  • Fenster putzen und Blumen darauf malen
  • Balkonpicknick statt Wohnzimmerpicknick
  • Wintersachen auf den Dachboden räumen
  • Herbarium mit Kind beginnen
  • Frühlingserde riechen

der letzte moment des tages | Der Dienstag dichtet


Der Dienstag ist für mich Gedichtetag. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichtenden findet ihr am Ende.

der letzte moment des tages

wie eine decke liegt sie auf mir.
schwer, warm. umarmt meine
gedanken, probleme. alles was
strudelt und brodelt. lässt alle
geräusche verstummen.
irgendwann setzt er sich neben
mich. große substanzlose hände
führen mich und ich gehe mit.

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Heilende Wut | Gedankenkritzelei

Das ist kein wissenschaftlicher Text, sondern eine Gedankenkritzelei. Jeden Freitag schreibe ich über etwas, das mir auf dem Herzen liegt. Wenn ich etwas wissenschatftlicher werde, bemühe ich mich keine Falschinformationen auf den Weg zu bringen. Wenn das doch passiert, lasst einen Kommentar da. Ebenso, wenn ihr Lust zu diskutieren habt oder wenn ihr eine virtuelle Umarmung braucht. Die gibt es hier gratis.

Heilende Wut

Ich habe schon zwei Texte zu meiner Mutter geschrieben und lange überlegt, ob ich weiter über sie schreiben soll. Die ersten beiden Texte habe ich geschrieben, weil ich es aus dem Kopf haben wollte und schreiben mir hilft und ich wollte anderen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben, meine Perspektive mitteilen. Ich glaube mir hätte es geholfen, wenn ich gewusst hätte, dass andere ähnliches erlebt haben. Dieser Text wird das wohl nicht tun, aber der Gedanke alles aufzuschreiben, lebt in meinen Gedanken schon eine Weile mietfrei, also, alleine um es aus meinem Kopf zu bekommen, ein Update zu der komplexen Beziehung zu meiner Mutter.

Hier findet ihr Texte eins und zwei.

Meine Mutter hat meinen Vater mittlerweile verlassen und ist mit dem Mann ihrer Freundin durchgebrannt. Finanziell ist mein Vater nun schlechter dran, weil sie nie gearbeitet hat (ging mit Alkoholismus nicht) aber emotional geht es ihm und mir besser. Meine Mutter hatte bereits vorher deklariert, dass sie kein Kind und kein Enkelkind hat, nachdem ich meinem Vater einen Brief gezeigt habe, in dem sie mich gegen ihn aufbringen wollte und mich außerdem in eine unmögliche Situation gebracht hat, weil sie mir von ihrer Affäre erzählt hat. Verlassen hat sie ihn dann trotzdem recht plötzlich, während mein Vater auf der Geburtstagsparty von meinem Sohn war.

Seitdem bin ich die ganze Gefühlspalette einmal hoch- und runtergegangen. Was dafür verlorengegangen ist, sind meine Schuldgefühle, darüber, dass ich ihr nicht mehr geholfen habe. Die Wut hat sie verdrängt und es tut verdammt gut wütend zu sein.

Ich bin zum einen wütend über die Ungerechtigkeit. Meine Mutter sieht sich als Opfer. Mein Vater und ich sind die Bösen und sie hat nichts falsch gemacht. Das nagt an mir. Am liebsten würde ich ihr ins Gesicht brüllen, wie sehr sie uns verletzt hat, aber andererseits, das habe ich bereits und sie hat es nicht verstanden. Sie legt sich alles so zurecht, um sich selbst zu schützen. Das können meine Worte nicht ändern.

Und dann ist da die Wut, die keinen Anker hat, die einfach nur wütend sein will und sich mit der Trauer darüber vermischt, dass meine Mutter Alkoholikerin ist, dass sie mir so vieles angetan hat und dass sie jetzt keine Oma für meinen Sohn ist. Es ist keine rationale Wut, aber eine, die unfassbar guttut. Ich lasse nun Erinnerungen zu, die ich verdrängt habe, viele scheußliche Moment, über die ich lange nicht nachdenken wollte und auch wenn es weh tut, es ist eine Erleichterung sie nicht mehr zu begraben.

Das einzige, was mir fehlt, ist ein Ausgleich. Ich hätte gerne einen Anker, etwas, dass mir zeigt, dass nicht immer alle beschissen war, leider ist das gar nicht so leicht. Ich wollte es über Objekte versuchen, aber meine Mutter hat aus Wut alle meine Kindheitssachen (Schulhefte, Zeichnungen, Kindergartenmappe etc.) vernichtet und die meisten Fotos mitgenommen. Ich versuche nun über die wenigen Dinge, die mir verbleiben eine Balance zu schaffen, aber so ganz gelingt mir das noch nicht. Noch lässt der Wutsturm nicht nach. Vielleicht muss er auch eine Weile toben, bevor ich die Balance finde, aber unterdrücken werde ich ihn nicht mehr.

Früher hatte ich immer Angst vor meiner Wut, jetzt beginne ich zu verstehen, dass sie Teil von mir ist, dass ich sie brauche und dass nach jedem Sturm wieder neu aufgebaut werden kann. Ich kann meine Kindheit nicht ändern, aber ich kann meinem Sohn eine tolle Kindheit bescheren, nicht nur für ihn, sondern auch für mich.

rosa | Der Dienstag dichtet


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rosa

als hinge ein rosa schleifchen direkt an meiner
gebärmutter. mit glitzer, ponys, rom coms und
modeblogs. als wäre in meiner hand ein messer, das
verzweifelt versucht, das schleifchen zu durchtrennen,
weil ein unsichtbarer draht sie führt. weil der draht
in meinem kopf ist. weil er ihgitt sagt und schwäche
haucht

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Guilty Pleasure ohne Guilt | Gedankenkritzelei

Das ist kein wissenschaftlicher Text, sondern eine Gedankenkritzelei. Jeden Freitag schreibe ich über etwas, das mir auf dem Herzen liegt. Wenn ich etwas wissenschatftlicher werde, bemühe ich mich keine Falschinformationen auf den Weg zu bringen. Wenn das doch passiert, lasst einen Kommentar da. Ebenso, wenn ihr Lust zu diskutieren habt oder wenn ihr eine virtuelle Umarmung braucht. Die gibt es hier gratis.

Guilty Pleasure ohne Guilt

Immernoch Stress, immernoch ist mein Hirn ein wenig out of order, aber ich habe zumindest wieder ein paar Ruhepunkte und dachte ich schreibe darüber. Sofort fiel mir das Wort Guilty Pleasure ein und dann habe ich angefangen diesen kleinen Rant über die Bezeichnung zu schreiben.

Warum ich „Guilty Pleasure“ nicht mag

Übersetzt heißt das etwa „schuldiges Vergnügen“. Vergnügen ist klar, aber woher kommt eigentlich diese Schuld? Laut diverser Definitionen, schämt man sich für dieses Vergnügen, weil es gesellschaftlich nicht als anspruchsvoll oder erstrebenswert angesehen wird. Klassischstes Guilty Pleasure ist Trash TV. Wenn man sich allerdings ansieht, wie viele sowas schauen, verstehe ich das „guilty“ noch weniger. Die Gesellschaft schaut das ja anscheinend.

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plötzlich winter | Der Dienstag dichtet


Der Dienstag ist für mich Gedichtetag. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichtenden findet ihr am Ende.

Ich habe einfach mal meine Erlebnisse vom Tag in ein Gedicht gepresst. Sehr unstrukturiert und null überarbeitet. 😉

plötzlich winter

und dann ist es plötzlich winter im winter und
die klimawandelverwöhnte sippe muss zu fuß
gehen. autos fahren rückwärts, die fahrräder
kriegen schneeschuhe an. turnschuhbestückte
anzugträger schlittern zum dönermann und
der supermarktverkäufer wringt alle fünf
minuten die fußmatte aus. gegen die kälte wird
sich mit jammern und motzen gewehrt. früher
war das einfacher, da war der winter nicht so
plötzlich.

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