Statt dem klassischen Inktober nehme ich wieder am Inktober 52 teil. Ich zeichne also jede Woche ein Bild zu einem vorgegebenen Thema. Alle Bilder habe ich auf DIN A5 gezeichnet und abfotografiert (und Hintergrund entfernt).
Habe im Sommer öfters Mal eine Woche ausfallen lassen, dafür habe ich mehr mit Buntstiften gemalt. Auf der Rückseite jeder Inktober-Zeichnung male ich eine mit Buntstift, um mal etwas Abwechslung zu haben. Meine Favoriten will ich die Tage auch mal scannen und dann hier zeigen, aber erstmal klassisch Inktober 52. Pflanzen sind immer mein Default, wenn ich nicht weiß, was ich zeichnen soll. Ich will aber mal wieder mutiger werden und auch Menschen oder zumindest Körperteile mit einbauen. Ich bin nur leider gar nicht gut bzw einfach ungeübt darinnen und brauche Zeit und Geduld – beides habe ich meist zu wenig, aber ich mag die Herausforderung auch, also hoffe ich, dass mein Drang zu Letzterem siegt.
Das ist kein wissenschaftlicher Text, sondern eine Gedankenkritzelei. Jeden Freitag schreibe ich über etwas, das mir auf dem Herzen liegt. Wenn ich etwas wissenschatftlicher werde, bemühe ich mich keine Falschinformationen auf den Weg zu bringen. Wenn das doch passiert, lasst einen Kommentar da. Ebenso, wenn ihr Lust zu diskutieren habt oder wenn ihr eine virtuelle Umarmung braucht. Die gibt es hier gratis.
Katzen-Anekdoten
Ich werde derzeit auf Social Media mit dem Wort „cozy“ zugeworfen und es gibt nichts Gemütlicheres auf der Welt als Katzen, also dachte ich mir, schreibe ich einfach mal ein paar Katzen-Anekdoten von meinen verrückten Fellnasen auf. Ich habe zwei Kater: Yoda und Scotty, und ja sie wurden nach Star Wars und Star Trek-Charakteren benannt. Yoda ist alt und weise – eigentlich nicht, er ist nicht unbedingt das schlauste Kätzchen auf dem Planeten – und Scotty ist jung, sehr verschmust und ein bisschen überdreht.
Morgenflauschroutine Für Scotty gibt es Frühstück nur nach dem Kraulen. Es ist egal wie spät es ist, erstmal muss das Bäuchlein durchgeflauscht werden. Am besten wird beim Essen weitergekrault. Eine unserer Katzensitterinnen hat er so weit, dass sie das auch durchzieht und ihn krault, bis er aufgegessen hat. Yoda braucht erst Essen aber dann besteht er auf Bett mit Mensch. Früher waren das mein Mann und ich, wir wurden aber vollständig durch das Kind ersetzt. Yoda frisst also und dann wird er ins Kinderzimmer gelassen, um das Kind wach zu kuscheln. Das Kind danach aus dem Bett zu bekommen, ist dann ein ganz anderes Problem …
Warum unser Bad abgeschlossen ist Viele haben ihr Katzenklo gerne im Bad, weil es leicht sauberzumachen und olfaktorisch sinnvoll ist, aber das geht bei uns nicht, da Scotty aus irgendeinem Grund gerne das Badezimmer auseinandernimmt. Seine Lieblingsbadezimmeraktivitäten sind die Klospülung auseinanderbauen, ohne dann was damit zu machen, den Badewannenstöpsel zu verschleppen, alle Badehandtücher runterzureißen oder im Mülleimer nach Wattestäbchen zu suchen und die dann zu fressen.
Apportieren Yoda hat, als er noch keine Arthrose hatte, regelmäßig Bällchen apportiert. Einen Morgen war er so bewegungsfreudig, dass er mir ein Bällchen ans Bett gebracht hat und ich habe es dann immer wieder in den Flur geworfen. Irgendwann kam er nicht wieder, also habe ich mich umgedreht und bin nochmal weggedöst. Fand er wohl nicht gut, weil ich dann kur darauf mit sehr nassem Bällchen in meinem Gesicht aufgewacht bin. Der Spur nach zu urteilen, hat er es in den Wassernapf getunkt und mir dann gebracht.
Dressur Auch wenn Scotty Kraulen wichtiger als Futter ist, bei Leckerlies ist das was anderes. Das habe ich mir zu Nutze gemacht und ihn trainiert. Er hört jetzt auf „Sitz“ und „Pfötchen“. Mittlerweile gibt er mir manchmal einfach so Pfötchen, um mich daraufhin zu weisen, dass mal wieder Leckerlies anstehen.
Überwachungsstaat Wir wollten vor der Geburt des Kindes damals die Kamera austesten und haben sie in den Flur gehängt. Außerdem dachten wir, wir können so mal schauen, was die Katzen so treiben, wenn wir nicht da sind. Das Ergebnis: Sie saßen eine halbe Stunde unter der Kamera und haben sie angestarrt. „1984“ kann nur in einer Welt ohne Katzen spielen.
Töte sie! Ich bin mal von der Arbeit heimgekommen, da habe ich aus dem Schlafzimmer ein „Töte sie! Töte sie!“ gehört. Mein Mann stand auf einem Stuhl und hielt Scotty Richtung Decke, wo eine Spinne saß. Ich bin dann einfach wieder gegangen. Tja, seltsame Katzen haben eben meist auch seltsame Besitzer.
Und hier Fotos der beiden: Scotty links in schwarz/weiß und Yoda rechts in ganz schwarz
Der Dienstag ist für mich Gedichtetag. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichtenden findet ihr am Ende.
herbstkrieg
unter braunem laub lugen sie hervor. ein zaghaftes schnaufen hört man. ein kalter windhauch. hatschi. schleppen sich langsam über die regenrutschigen pflastersteine. es riecht nach fenchel, kümmel, anis, kamille, salbei. einige zücken bereits das wick vaporub. en garde! mit gezückten taschentüchern und fieberthermometern. die vom wetter geschwächten nasen und rachen haben keine chance im herbstkrieg.
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mauer
ich trage eine mauer in meiner hand und halte einen schatten vor mein gesicht. aber. wenn ich etwas nicht sehe, wenn ich was vergesse, wenn niemand anderes den moment sieht. wenn. aber. ich die unmittelbarkeit verliere. gefühle perlen an galerien ab, dein lächeln auch. es ist etwas schräg. vorbei an der mauer und trotzdem prallt es davon ab. ein foto von dir ist eine verpasste erinnerung.
Das ist kein wissenschaftlicher Text, sondern eine Gedankenkritzelei. Jeden Freitag schreibe ich über etwas, das mir auf dem Herzen liegt. Wenn ich etwas wissenschatftlicher werde, bemühe ich mich keine Falschinformationen auf den Weg zu bringen. Wenn das doch passiert, lasst einen Kommentar da. Ebenso, wenn ihr Lust zu diskutieren habt oder wenn ihr eine virtuelle Umarmung braucht. Die gibt es hier gratis.
Stille (Gedichte-)Post
Das Beste und Schlimmste an der deutschen Sprache sind Komposita. In der Kunst sind sie eines meiner Lieblingssprachmittel. Aber im Job hasse ich sie, vor allem weil einige Menschen sehr kreativ werden und technische Sprache sollte nicht kreativ sein. Insbesondere wenn man sie hinterher in eine andere Sprache übersetzt. Gerade hatte ich so einen Fall, wo am Ende absoluter Unfug bei rum kam.
Das brachte mich auf die Idee mit Google Translate mal eine Runde Stille Post zu spielen. Ich nehme jeweils das vorangegangenen Gedicht und lasse es übersetzen (erst Englisch und dann das, was mir Translate vorschlägt bzw die letzten Sprachen, in die ich übersetzt habe), am Ende wieder ins Deutsche. Mal schauen, was bei rumkommt.
Das Ausgangs-Elfchen:
regentrommeln mein schirmkopf sammelt kalte wassertröpfchen rinnsale in meinem nacken herbstlaubzittern
Übersetzung ins Englische:
rain drums the top of my umbrella collects cold droplets of water trickles down my neck trembling autumn leaves
Übersetzung ins Spanische:
tamborileo de lluvia la parte superior de mi paraguas recoge frías gotas de agua que resbalan por mi cuello hojas de otoño que tiemblan
Übersetzung ins Französische:
tambourinement de la pluie le sommet de mon parapluie recueille des gouttes d’eau glacées qui glissent le long de mon cou feuilles d’automne qui tremblent
Übersetzung ins Norwegische:
trommingen av regn toppen av paraplyen min fanger opp iskalde vanndråper som sklir nedover nakken min skjelvende høstløv
Übersetzung ins Portugiesische:
o tamborilar da chuva o topo do meu guarda-chuva recebe gotas geladas que escorrem pelo meu pescoço folhas de outono tremulantes
Übersetzung ins Japanische:
Ame no oto kasa no teppen ga tsumetai shizuku o uketome sore ga kubisuji o tsutai ochiru hirahira to mau aki no ha
Zurück zum Deutschen:
Das Geräusch des Regens; die Spitze des Regenschirms fängt einen kalten Tropfen auf, der dann meinen Nacken hinunterrinnt – sanft flatternd ziehen die Herbstblätter vorüber.
Fazit: Gar nicht so unsinnig wie vermutet. Die größte Veränderung gab es am Anfang und dann durch Japanisch. Das Endergebnis finde ich wirklich wohlklingend.
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schon so spät?
sanft streift ein farbiger wind über die blätter der bäume. hier einen pinselstrich orange, dort braun. ein paar tupfen gelb und rot. vor lauter farbenfreude greift der wind sogar nach dem hellen lilaton, den er nur selten verwendet. ein leises raunen geht durch das gefieder der vögel. einige suchen das weite, andere plustern sich auf. schon so spät?
Dies ist ein Text zu den abc.etüden von Christiane. Ziel ist es 3 Worte in 300 Zeichen unterzubringen. DieSchreibeinladung für Septemberbeinhaltet die Worte: Wetterumschwung, abwechslungsreich, versickern.
Der letzte Regen
Nachdem der letzte Regen im Boden versickert war, dachte sich noch niemand etwas dabei. Bald würde es wieder regnen, so war es schon immer gewesen. Nach einem Monat machten sich bereits einige Sorgen, während andere noch darüber philosophierten, dass eine weltweite Dürre früher oder später stattfinden müsste. Statistik und so. Kein Grund zur Besorgnis. Nach drei Montan ohne Wetterumschwung begannen auch die Skeptiker panisch im Kreis zu laufen.
Es gab Krisenpläne und Demonstrationen gegen und für diese Pläne. Macht das Wetter wieder abwechslungsreich! Ohne Wasser kein Leben! Entwässert die Meere! Aber das Ganze demonstrieren und planen half nichts. Der Regen blieb fort. Es war warm, es war kalt und immer war es trocken.
Derweil versuchten Forschende wie manisch herauszufinden, warum es nicht mehr regnete. Sie suchten im Wasser, der Erde, im Himmel die Antwort und dann im Weltall, aber es gab keine Antwort.
Das ist doch Quatsch! Es gibt keinen Grund, warum es nicht regnete. Die Natur musste doch den Naturgesetzen folgen.
In einer anderen Dimension fragte sich jemand, warum da ein Knoten in dem Wasserschlauch war. Beinahe wäre das Planetenprojekt eingegangen. Schnell behob sier denn Fehler und schrieb die regelmäßige Überprüfung der Schläuche auf eine lange To-Do-Liste. Ans Ende. So wichtig war das Projekt auch nicht. Wenn es kaputtging, würde sier einfach nochmal von vorne beginnen.
Das ist kein wissenschaftlicher Text, sondern eine Gedankenkritzelei. Jeden Freitag schreibe ich über etwas, das mir auf dem Herzen liegt. Wenn ich etwas wissenschatftlicher werde, bemühe ich mich keine Falschinformationen auf den Weg zu bringen. Wenn das doch passiert, lasst einen Kommentar da. Ebenso, wenn ihr Lust zu diskutieren habt oder wenn ihr eine virtuelle Umarmung braucht. Die gibt es hier gratis.
Was ich im Herbst machen will
mit Blättern Tiere und Bilder basteln
einen ausgedehnten Waldspaziergang machen
mit heißem Tee und Decke auf dem Balkon sitzen und lesen
ein Blätterbad nehmen
Fledermäuse mit Kind beobachten (sobald es vor 8 Uhr dunkel wird)
Kastanientiere basteln
Äpfel auf Pflückwiese einsammeln und Apfelsaft draus machen lassen
Balkon für die Kälte umbauen, begrünen
mind. 1 Gedicht darüber schreiben, wie sehr ich den Herbst liebe
erste Mal Hallenschwimmbad mit Kind besuchen
früher aufstehen um Morgenkälte einzuatmen
neues Tattoo (Herbst ist die beste Jahreszeit dafür)
Der Dienstag ist für mich Gedichtetag. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichtenden findet ihr am Ende.
Habe alte Dias mit Bildern von meinem Onkel gefunden und dann diese Zeilen geschrieben.
windlos
weht auf einem geraden pfad daher. eine wehe, eine brise, ein kleiner wirbel aus – du streifst mir meine letzte strähne aus dem gesicht. morgen wollten wir auf wellen surfen, berge erklimmen, das all erforschen. und dann stille. nackt ist die einsamkeit, kalt, leer. windlos.
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die letzten sommermomente
die letzten sommermomente laufen wie schweißperlen meine warme sonnenhaut hinunter. ein bisschen verweile ich noch. zeichne meine sommersprossen nach, um ein bild zu erkennen. baue aus dem in den schuhen versteckten standsand eine erinnerungsburg. und sortiere die urlaubsbilder in meinem kopf so ein, dass sie in grauen momenten parat liegen. dann hole ich den ersten kürbis raus und schnitze mir ein herbstlächeln.