zeitrumgestrudele | Der Dienstag dichtet

Da ich ohne Druck kaum Gedichte schreibe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

Sind gerade bei der Eingewöhnung in der Krippe. Zum einen habe ich keine Zeit deswegen und zum anderen frage ich mich, wo die letzten 16 Monate hin sind.

zeitrumgestrudele
zwischen minutensekunden
und jahrtagen. ich
eile durch die vergänglichkeit
wohingenau

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Baby-Zeichensprache | Mama-Gedanken

Da es mir in meiner Reihe „Schwangere Gedanken“ so viel Spaß gemacht hat, mich über Klischees und Erwartungen an Schwangere aufzuregen, habe ich mir überlegt fortzufahren, denn auch an Mütter gibt es eine Reihe von unsinnigen Erwartungen.
Hier findet ihr alle Texte zu dem Thema: *Klick*

So, ihr kennt das: Macht euch einen Tee, holt euch einen Keks und los geht’s.

Da Kinder erst so mit ein bis anderthalb Jahren anfangen zu reden und es mitunter noch einige Zeit dauert, bis man sie auch versteht, dachte ich mir ich probiere Baby-Zeichensprache aus. Es gibt einige Zeichen, sechs fand ich sinnvoll und habe mit Little J‘s sechsmonatigem Erdenbestehen angefangen, sie ihm vorzumachen. Hat es geklappt? Ja, aber irgendwie anders als gedacht.

Wie Baby-Zeichensprache funktioniert

Erstmal ist Babyzeichensprache einfach Gebärdensprache. Die ist aber nicht ganz einheitlich in jedem Land und daher können die Zeichen je nach Quelle unterschiedlich aussehen. Ich habe die amerikanischen Zeichen gewählt, einfach, weil ich da eine gute Grafik zu gefunden habe. Die Theorie lautet, dass wenn man bei der Aktion und dem Wort für die Aktion diese Gebärde macht, dass das Kind diese Gebärde auch irgendwann nachmacht.

Das Problem dabei

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Wenn ich groß bin | Writing Friday

Dies ist ein Text zu der Aktion „Writing Friday“ von Elizzy. Jeden Freitag wird zu einem der vorgegebenen Themen veröffentlicht. Die aktuellen Themen und eine Liste aller Teilnehmer findet ihr auf Elizzy’s Seite.

Hatte mal Lust auf ein kleines sprachliches Experiment. 🙂

Thema: Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz „Wenn ich groß bin, werde ich… “ beginnt.

Wenn ich groß bin

„Wenn ich groß bin, werde ich glücklich“, sagte er, als er vier Jahre alt war.

„Wenn ich groß bin, werde ich Feuerwehrmann“, sagte er mit fünf Jahren, nachdem das Nachbarshaus gebrannt hatte.

„Wenn ich groß bin, werde ich Tierarzt“, beschloss er mit acht Jahren, als er das erste Mal mit in der Tierklinik war.

„Wenn ich groß bin, werde ich Astronaut“, sagte er schluchzend, nachdem ein halbes Jahr später sein Hund eingeschläfert werden musste.

„Wenn ich groß bin, werde ich Lehrer“, sagte er mit zehn, als er auf der Riesenrutsche feststellte, dass er Höhenangst hatte.

„Wenn ich groß bin, werde ich auf keinen Fall Lehrer“, sagte er als die Pubertät einsetzte.

„Wenn ich groß bin, werde ich auf keinen Fall wie meine Eltern“, schrie er als er sich mitten in der Pubertät befand.

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schweigen im wald | Der Dienstag dichtet

Da ich ohne Druck kaum Gedichte schreibe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

schweigen im wald

wie das schweigen im walde. unsere
vöglein zwitschern nur in einsamen
räumen. die baumkronen gesenkt
wanken wir durch türen hinaus. und
die blättern fallen. jeden moment ein
einzelnes. … macht es, wenn es auf
den boden trifft. im walde schweigt
es. in unseren verbohrten rinden auch.

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kleine füße | Der Dienstag dichtet

Da ich ohne Druck kaum Gedichte schreibe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

kleine füße

kleine füße. einer. wackeln. hände
greifen. halten. kleine füße. zwei.
und ein lächeln. da. kleine füße.
drei. sind groß. laufen bis ans ende
des raums und darüber hinaus. kleine
füße laufen leise durch mein herz.

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nach endlos | Writing Friday

Dies ist ein Text zu der Aktion „Writing Friday“ von Elizzy. Jeden Freitag wird zu einem der vorgegebenen Themen veröffentlicht. Die aktuellen Themen und eine Liste aller Teilnehmer findet ihr auf Elizzy’s Seite.

Thema: Bist du eher ein Strand- oder Stadttyp? Erzähle von deinem perfekten Sommerurlaub.

nach endlos

zwischen häuserschluchten treibt mich der
wind nordwärts, bläst mich hinaus auf wilde
wogen. ich will mich im sand verbuddeln,
mit muscheln freundschaften schließen. will
wasser zwischen meinen zehen spüren. wie
die sonne meine haut küsst, ohne sie zu
verbrennen. mein haare wehen im wind,
mein herz weht hinterher. vielleicht will
ich mich einfach treiben lassen. von grau
nach blau. von eng nach weit nach endlos.

 

ein haus | Der Dienstag dichtet

Da ich ohne Druck kaum Gedichte schreibe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

ein haus

ein dach hat es. eine tür, ein
fenster. wände, einen boden.
schön sieht es nicht aus, aber
wie ein heim, weil dein lachen
darin wohnt.

Haus aus Pappe. Kleinkind sitzt lächelnd drinnen.
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brennen | Der Dienstag dichtet

Da ich ohne Druck kaum Gedichte schreibe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

brennen

ich brenne. du brennst. doch brennen
wir wirklich? fragen sie. während ihnen
der schweiß die augen aushöhlt. das
hirn in strömen fließt. sogar die kühle
melone verdampft. gestern ist die letzte
vernunft flussabwärts getrieben. heute
folgte der erhitzte verstand.

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Der Sinn vom Urlaub | abc.etüden

Dies ist ein Text zu den abc.etüden von Christiane. Diesmal mit dem Etüdensommerpausenintermezzo. Ziel ist es mindestens 7 aus 12 Wörtern (siehe Bild) in einem Text unterzubringen und es muss der Satz „Eigentlich ist es schade, wie wenig wir einander kennen.“ vorkommen.

Der Sinn vom Urlaub

Dunja hasste es in aller Herrgottsfrühe aufzustehen, aber ihr Flug würde in vier Stunden gehen und sie mussten noch Frühstücken, zum Flughafen fahren und dieses ganze nervige Eincheck-Prozedere durchlaufen. Dunja hasste auch das Fliegen, aber auf Teneriffa kam man schlecht mit dem Auto. Sie rüttelte Juri wach, der sie müde anblinzelnde und dann gleich lächelte. „Urlaub“, sagte er und sprang auf.

„Nach dem Flug“, erwiderte Dunja und stellte sich vor, wie sie nach dem Einchecken ins Hotel, an den Strand schlenderten und sich in die Wellen stürzten. Dunja war eine klassische Wasserratte, während Juri lieber im Schatten blieb und las. Manchmal fragte sie sich, warum sie überhaupt gemeinsam in den Urlaub fuhren.

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