Der Dienstag ist für mich Gedichtetag. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichtenden findet ihr am Ende.
blaue küsse
manchmal bleiben deine küsse als blaue flecke zurück. rote punkte, geschwollen, enpfindlich. sanft streichele ich über das blau, das grün, das beinahe braun. denke an deine zarten lippen und schmerzvollen schwüre. momente zwischen laken. nach ein paar tagen sehe ich nur noch blasse erinnerung. dann sehne ich mich nach dir und der tiefe, die du auf und in mir hinterlässt.
Das ist kein wissenschaftlicher Text, sondern eine Gedankenkritzelei. Jeden Freitag schreibe ich über etwas, das mir auf dem Herzen liegt. Wenn ich etwas wissenschatftlicher werde, bemühe ich mich keine Falschinformationen auf den Weg zu bringen. Wenn das doch passiert, lasst einen Kommentar da. Ebenso, wenn ihr Lust zu diskutieren habt oder wenn ihr eine virtuelle Umarmung braucht. Die gibt es hier gratis.
Wie reduziert man?
Ich bin jemand, der sehr viele Interessen hat und Dinge macht und wenn der Tag 100 Stunden hätte, würde ich mir auch die vollladen. Allerdings ist das auch nicht unbedingt erstrebenswert, weil mir schon jetzt öfters Mal alles über den Kopf wächst. Ich weiß, dass ich reduzieren muss, aber das fällt mir unfassbar schwer.
Meine erste Strategie: Pausieren
Also dachte ich, ich liste mal, alles, was ich so an „Projekten“ im Laufe der Woche/des Monats habe, auf und dann versuche ich ehrlich zu mir zu sein. Problem ist, dass mir so aufgefallen ist, wie unfassbar lang die Liste ist und das stresst mich noch mehr und ich will so wirklich nichts aufgeben, zumindest nicht auf den ersten Blick. Aufgeben ist aber auch ein sehr endgültiger Akt.
Ich habe bereits, als ich meinen Sohn bekommen habe, reduzieren müssen und in dem Zuge erst einmal Klaviespielen pausiert, bis er sechs Jahre alt ist. Der Gedanke, nur eine Pause zu machen, hat mich beruhigt, denn ganz will ich Klavierspielen nicht aufgeben. Bei meiner jetzigen Liste habe ich mir vorgenommen Patreon zu pausieren und ab und an Social Media Pausen einzulegen, dh. damit auch Inktober und den Wochenrückblick.
Meine zweite Strategie: Wert
Das Problem ist, nur Patreon und Mini-Pausen reichen gerade nicht, also habe ich mir vorgnommen, jedes einzelne Projekt mit Wert zu versehen und da bin ich gerade bei. Anfangs habe ich einfach nur sehr wichtig, wichtig, nicht so wichtig drangeschrieben, dann habe ich es mit Noten probiert, aber bei beiden Methoden haben sich einfach nur große Gruppen gebildet. Jetzt habe ich begonnen eine Liste zu machen, von wichtig bis weniger wichtig, denn so bin ich gezwungen, mich zu entscheiden.
Ich bin noch dabei und werde noch ein paar Mal drinnen rumschreiben, aber mein Ziel ist es am Ende, etwas mit den Sachen die unten gelandet sind zu machen. Vielleicht wirklich aufgeben, vielleicht pausieren, outsourcen oder was auch immer passt.
Meine dritte Strategie: Übersicht
Weil es so viel ist, herrscht in meinem Kopf konstant Chaos. Ich habe zwar meine To-Do-Listen, aber die sind für mich einfach ein Haufen, abgesehen davon, dass ich 7 Stück habe. Ich brauche mehr Übersicht, damit ich die Dinge in meinem Kopf ablegen kann und rausholen, wenn sie an der Reihe sind. Ich überlege mir eine kleine Tafel/Whiteboard zu holen, oder ggf einfach ein Blatt Papier zu nehmen, dass ich in mein Journal lege. Irgendwas, was alles auf einen Blick erfasst und gleichzeitig sortiert.
Alles noch nicht rund, aber ich dachte, ich lasse euch mal an meinen Plänen teilhaben, vielleicht hilft euch eine meiner Ideen oder ihr habt Lust mri eure Strategien zur Alltagsreduzierung mitzuteilen.
Der Dienstag ist für mich Gedichtetag. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichtenden findet ihr am Ende.
suche
ich träume vom paradies. eine karte habe ich. und eine mauer. die schiebe ich vor mir her, als wäre sie ein räumschild. ich träume und dann suche ich. verstehen. das. alles. auf der karte sind nun linien. meine. kritzelig. irgendwie ich. aber die mauer ist noch da. bisschen efeu wächst. schick.
Das ist kein wissenschaftlicher Text, sondern eine Gedankenkritzelei. Jeden Freitag schreibe ich über etwas, das mir auf dem Herzen liegt. Wenn ich etwas wissenschatftlicher werde, bemühe ich mich keine Falschinformationen auf den Weg zu bringen. Wenn das doch passiert, lasst einen Kommentar da. Ebenso, wenn ihr Lust zu diskutieren habt oder wenn ihr eine virtuelle Umarmung braucht. Die gibt es hier gratis.
Digital Na(t)ive
Ich bin technik-affin und mir fällt es leicht neue Software etc. zu verstehen, vor allem aber bin ich damit aufgewachsen. Ich hatte meinen ersten PC mit 10 und mein erstes Handy mit 16. Für mich ist der Umgang damit Alltag. Wenn ich dann meinem Vater (Jahrgang 1950) versuche zu erklären, wie was läuft, fällt mir auf wie groß die Kluft ist und ich habe mich gefragt, wie es wohl ist, nicht damit aufgewachsen zu sein.
Ich vs mein Vater
Wenn ich etwas bestellen will, gehe ich online, wenn ich etwas suche, wenn ich mit Leuten kommunizieren will, dann nutze ich Mail, Social Media u.s.w. Das ist für mich Alltag und dann sagt mein Vater so Dinge wie, dass er kein Passwort für seine Email-Adresse hat, hatte er noch nie. Joa. Dass das gar nicht ohne geht, weil man einen Account braucht, dass man ohne Passwort keinen Zugriff hat und das Outlook ein Programm und nicht der Server ist – wie genau erkläre ich das? Für mich ist das alles furchtbar selbstverständlich, aber meinem Vater fehlen die Grundlagen, weil er sich nie damit beschäftigt hat und so geht es vielen, die nicht damit aufgewachsen, die keine Digital Natives sind.
Digital Native
Ich kann mich gar nicht mehr so recht an meinen ersten Rechner erinnern und ob ich ihn eigenartig fand. Ich habe viel rumprobiert und dadurch irgendwann Zusammenhänge kapiert. Im Zeitalter der Foren habe ich dann einfach alles nachgelesen und meine erste Webseite gestaltet. Bei meinem Sohn wird das nochmal anders sein. Der ist 5 und versteht was Scrollen ist und das er auf Spotify Lieder hören und auf YouTube sehen kann. Er weiß, dass ich einen Spotify Acount habe und mein Mann nicht, weswegen er nur bei mir ohen Werbung hören kann. Er hat keinen Zugriff, aber er beobachtet und lernt und nun ist es normal für ihn. Für ihn wird das nochmal schwieriger zu verstehen sein, dass einige Menschen die grundlegenden Prinzipien von Computer und Internet nicht verstehen.
Die Kluft
Nur weil man Computer und Internet bedienen kann, heißt das noch nicht, dass alle gleich fit darin sind, sonst hätten Scammer keine Chancen. Nicht jeder hat eine Neigung dazu oder die Möglichkeiten, trotzdem kann ich diesen Menschen eher erklären, wie so ein Browser funktioniert oder was Accounts sind. Bei meinem Vater fehlen aber die Grundlagen und ich weiß nicht einmal, wo ich da beginnen soll. Es ist, als würden wir eine andere Sprache sprechen und ja, das ist bei Generationenunterschieden meist so, aber ich finde diese Technikkluft nochmal schwieriger, alleine schon weil ich keine Vorstellung davon habe, wie es ohne dieses Wissen ist.
Kann man die Kluft überwinden? Ich glaube tatsächlich nicht. Klar, kann ich meinem Vater ein bisschen was beibringen oder ihn in einen Computerkurs setzen, aber er wird niemals das gleiche Selbstverständnis-Gefühl haben wie ich, wenn es um Computer/Internet geht.
Der Dienstag ist für mich Gedichtetag. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichtenden findet ihr am Ende.
der gedanke ist frei
flattert in mir. wie ein warmer atem sauste er durch mein kornfeld. ich hänge windspiele auf und freue mich über den klang. als aus dem hauch eine wahrheit werden soll, wird es windstill. ein falter. grauschwarz flattert noch in meinem augenwinkel.
Das ist kein wissenschaftlicher Text, sondern eine Gedankenkritzelei. Jeden Freitag schreibe ich über etwas, das mir auf dem Herzen liegt. Wenn ich etwas wissenschatftlicher werde, bemühe ich mich keine Falschinformationen auf den Weg zu bringen. Wenn das doch passiert, lasst einen Kommentar da. Ebenso, wenn ihr Lust zu diskutieren habt oder wenn ihr eine virtuelle Umarmung braucht. Die gibt es hier gratis.
Eine Liebeserklärung ans Fahrradfahren
Ich fahre jeden Tag mit dem Fahrrad zur Arbeit, mit Zwischenstopp, weil ich das Kind in den Kindergarten bringen muss. Das tue ich nicht, um fit zu werden, sondern weil ich in der Innenstadt wohne und nur 2 km von meiner Arbeit entfernt. Bus/Bahn wäre mehr Umweg als alles andere, Auto unsinnig und so fahre ich von minus 6 bis plus 25 Grad Fahrrad, bei Regen und bei Sonnenschein und ich liebhasse es. Hier eine kleiner ggf. nicht ganz ernstgemeinte Liste:
Warum Fahrradfahren Liebe ist:
keine Parkplatzsuche, außer man wohnt neben einer Eisdiele und es gibt nur 4 Fahrradständer (immerhin im Winter kein Problem)
billiger als Auto oder Bahnfahren, wenn man gut mit Panzertape ist
es hält fit (hier ein kleiner Dank an die Kasseler Berge und die zwei fiesen Steigungen, die ich sowohl auf Hin- also auch Rückweg überwinden muss)
der mitfahrende Nachwuchs lernt schnell das Verhalten im Straßenverkehr inkl. kreativem Fluchen
man muss sich nicht aussuchen, wer ob einen Autofahrer*innen oder Fußgänger*innen mehr hassen: Alle hassen Fahrradfahrer*innen!
Expertenwissen in Outdoor-Bekleidung ist eine unumgehbare Begleiterscheinung
man lernt sein Leben nach mehreren Nahtoderfahrungen wirklich schätzen
man lernt krank Zuhause zu bleiben, weil mit dichter Nase ist Fahrradfahren die Hölle
man kennt alle Straßen mit Pflastersteinen auswendig und wie sie zu umgehen sind
nette Gespräche mit anderen auf dem Fahrrad und wie sehr man Fahrradfahren liebhasst
Der Dienstag ist für mich Gedichtetag. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichtenden findet ihr am Ende.
im regen
treibt regen wie tränen ins gesicht. nass ist die hose, das shirt hängt, die schuhe machen geräusche, als würden frösche darin wohnen. die schminke verläuft, die haare wuscheln sich so zurecht, dass sie enten als zuhause dienen könnten. tief ein und aus. der letzte tropfen fällt von der nasenspitze. als das wetter endlich besser wird. der nächste regen kommt, mit fröschen und enten und manchmal einer prise humor.
Das ist kein wissenschaftlicher Text, sondern eine Gedankenkritzelei. Jeden Freitag schreibe ich über etwas, das mir auf dem Herzen liegt. Wenn ich etwas wissenschatftlicher werde, bemühe ich mich keine Falschinformationen auf den Weg zu bringen. Wenn das doch passiert, lasst einen Kommentar da. Ebenso, wenn ihr Lust zu diskutieren habt oder wenn ihr eine virtuelle Umarmung braucht. Die gibt es hier gratis.
Ich war früher ein Pick Me-Girl
Ich war früher mal ein Pick-Me-Girl, allerdings gab es die Bezeichnung früher noch nicht. Sie kam erst mit Social Media auf, ebenso wie das an der Pranger-Stellen, wenn man sich so verhält. Nicht, dass das eine besonders tolle Einstellung wäre, aber statt dagegen zu hetzen, wäre es nicht spannender zu fragen, warum sich einige so verhalten und wie man helfen kann die Perspektive zu ändern?
Was ist ein Pick Me-Girl?
Laut Definition ist ein Pick Me-Girl eine weiblich gelesene Person, die sich bei Männern beliebt machen will, in dem sie andere Frauen oder Weiblichkeit abwertet. Am einfachsten kann man es wohl mit der Aussage „Ich bin nicht wie andere Mädchen/Frauen“ erklären. Man sei werde so zickig, noch kompliziert, noch Fan von Romantik, stattdessen mag man halt so Männersachen. Im Prinzip ist es ein Spiel mit Klischees, die Hollywood gerne in Filmen verarbeitet.
Warum ich eines war
Ich habe den Satz, dass ich nicht wie andere Frauen bin auch regelmäßig gedacht und leider auch ausgesprochen. Dabei wollte ich mich nicht bei Männern per se attraktiv machen, sondern mich von den Klischees abgrenzen, die meinem eigenen Geschlecht nachgesagt werden, allen voran, dass Frauen/Mädchen schwach sind. Ich wollte stark sein und wenn das hieß, Männerklischees zu erfüllen, war das okay vor mich. Es hat mir geholfen, mich besser zu fühlen, mir einen Identifikationspunkt gegeben in einer Zeit, in der ich absolut nichts mit mir selbst anzufangen wusste. Warum? Ich wollte nicht so sein wie meine Mutter und für mich war meine Mutter einer Bild der Schwäche und irgendwie auch meiner verdrehten Vorstellung von Weiblichkeit.
Warum ich keines mehr bin
Ich hätte gerne jemanden gehabt, der mir gesagt hätte, dass Blumen mögen, keine Schwäche, sondern einfach eine Präferenz ist, dass auch Männer Blumen mögen und dass es „die Frau“ mit „den Eigenschaften“ einfach nicht gibt, egal wie oft einem das Filme und Serien weiß machen wollen. Die 2000er waren, was das anging, echt schrecklich. Stattdessen habe ich mit der Zeit Frauen entdeckt, die stark sind und Blumen mögen. Ich habe Vorbilder gefunden, die mir gezeigt haben, dass das, was ich mag, nichts damit zu tun hat, ob ich mehr oder minder weiblich bin und das schon überhaupt nichts mit Schwäche zu tun hat. Stark ist es, das zu mögen, was man mag, egal was andere darüber denken.
Warum Pick-Me-Bashing nicht hilft
Pick-Me zu sein stammt sicher nicht nur bei mir aus Unsicherheit und viele merken wahrscheinlich gar nicht, dass sie dadurch Weiblichkeit als etwas Negatives darstellen. Ich wollte nie andere Mädchen/Frauen als minderwertig darstellen und trotzdem habe ich das getan. An den Pranger zu stellen ist nicht hilfreich, stattdessen sollten wir Motive hinterfragen, Vorbilder hervorheben und versuchen unsere Geschlechterrollen von Zuschreibungen wie Stärke und Schwäche loszulösen.
Ich erwische mich trotz Blumen-Tattoo manchmal noch dabei, wie ich mich gedanklich über mein Bild von Weiblichkeit stelle, aber heute weiß ich, dass es aus Unsicherheit und Angst geschieht. Ich arbeite an meiner inneren Stärke, denn die hat nichts mit meinem Geschlecht zu tun, sondern damit, ob ich zu dem stehen kann, wer und wie ich bin, was ich mag und wer ich sein möchte.
Der Dienstag ist für mich Gedichtetag. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichtenden findet ihr am Ende.
umgeblättert
das kalenderblatt flattert im zimmereigenen wind. vier tage zu spät wurde es umgeschlagen, vier tage eine falsche zeit, vier tage ein falsches gefühl. der name hat wirkung. weihnachten ist im winter, außer in australien. ich habe einen namen, außer für einen, da heiße ich mama. jahrelang habe ich schorns-teinfeger gesagt, als würde man teine auf dem schorns fegen, auch wenn der mittlerweile eh nur noch abliest. das alte kalenderblatt liegt jetzt hinten. versteckt sich, irgendwie verschämt verbirgt es seine gefühle. jetzt ist was anderes dran. man fühlt sich leichter, bis es wieder zeit wird umzublättern und sich neu zu finden
Statt dem klassischen Inktober nehme ich wieder am Inktober 52 teil. Ich zeichne also jede Woche ein Bild zu einem vorgegebenen Thema. Alle Bilder habe ich auf DIN A5 gezeichnet und abfotografiert (und Hintergrund entfernt).
Da mein Jahresstart etws chaotisch war, habe ich tatsächlich ein paar Mal meine wöchentliche Zeichnung ausfallen lassen. Finde ich aber gar nciht schlimm sondern gut, weil ich sonst nicht so besonders gut darin bin, auf mich achtzugeben und lieber durchballere bis nichts mehr geht. Meine Kreativität hatte trotzdem ihr Hochs und Tiefs, so finde ich die Erdbeere mit den Erbeerenstreuseln echt schlecht umgesetzt, ebenso die Fleisch äh Chipsessende-Pflanze, dafür ist mir das Meeresparfum und die Zimtschnecke gut gelungen. Ich hoffe, ich schaffe es den Rest des Jahres wieder regelmäßiger zu zeichnen, auch mein Bunt-Projekt, das ich nur für mich mache.