Der Dienstag ist für mich Gedichtetag. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichtenden findet ihr am Ende.
kritik
fühlt sich an, als hätte jemand kerosin über meine worte geschüttet. ein kleines loch im herzen, eine stickflamme im ego. ich wünschte. also hätte ich bloß. das ist besser. mhm. ja. oh. vielleicht bläst der sturm nicht die flammen fort, aber die zweifel. und dann ist es ein bisschen wie mit dem phönix und der asche. nur die asche bin ich. ein bisschen beschämt. viel mehr. freier.
Dies ist ein Text zu den abc.etüden von Christiane. Ziel ist es 3 Worte in 300 Zeichen unterzubringen. Die Schreibeinladung für Juni beinhaltet die Worte: Wolke, stur, sortieren
Ich hatte mal wieder Lust auf Slice of Life. Kein Twist, nur ein Moment im Leben zweier Personen.
Nichtstun
„Definitiv ein Traktor.“
„So ein Unfug. Das ist ein Hund mit Knochen im Maul.“
„Und einem Pflug als Schwanz, oder was?“
„Das ist kein Pflug, sondern die Nachbarskatze, die suizidgefährdet ist.“
„Was?“ Lara lachte und richtete sich auf. „Ich glaube, wir sollten nicht zu lange auf Wolken starren.“
„Aber es hilft so wunderbar dabei, die Gedanken zu sortieren“, sagte Michael und zog Lara zurück auf die Picknickdecke. Er legte seinen Kopf an ihre Schulter und atmete ihr sanft in den Nacken.
„Wir müssen aber heute noch was machen!“
„Was denn?“, murmelte Michael.
Lara zuckte mit den Schultern. „Irgendwas. Man kann ja nicht einen ganzen Tag nichts tun.“
„Warum nicht?“
„Weil man dann nicht produktiv ist.“ Lara schon Michael etwas zurück und rollte sich auf die Seite. Ihre Nasenspitzen berührten sich beinahe. Noch bevor sie seine Zunge an ihrer Nase spürte, sah sie den Schalk in seinen Augen.
„Hey“, rief sie halb aus Protest halb aus Belustigung.
„Man muss nicht immer produktiv sein. Wir sind Menschen und keine Maschinen. Außerdem kann es Produktivität nur geben, wenn man auch mal faul ist, sonst wäre Produktiv-Sein ja ein dauerhafter Zustand und man wüsste gar nicht, dass man produktiv ist. Das Wort gäbe es quasi gar nicht.“
„Das ergibt so null Sinn,“ sagte Lara.
„Sei nicht so stur. Es heißt doch ‚Ich denke, also bin ich‘ und nicht ‚Ich mache, also bin ich‘. Oh hey, schau, die Katze beißt jetzt in den Schwanz von dem Hund.“
Lara spähte zu den Wolken. „Ich glaube dem Traktor ist das Benzin ausgegangen.“
„Gut. So gefällt mir der Traktor am liebsten“, seufzte Michael und zog Lara in seine Arme.
Das ist kein wissenschaftlicher Text, sondern eine Gedankenkritzelei. Jeden Freitag schreibe ich über etwas, das mir auf dem Herzen liegt. Wenn ich etwas wissenschatftlicher werde, bemühe ich mich keine Falschinformationen auf den Weg zu bringen. Wenn das doch passiert, lasst einen Kommentar da. Ebenso, wenn ihr Lust zu diskutieren habt oder wenn ihr eine virtuelle Umarmung braucht. Die gibt es hier gratis.
Tagebuch? Journal? Gedankenkotze!
Ich habe vor ein paar Tagen angefangen in mein Notizbuch (war eigentlich so ein Ringbuch-Kalender, aber ich habe unbeschriebene Seiten rein gemacht) zu schreiben. Nicht nur To-Do-Listen, sondern einfach Gedanken. Sowas habe ich seit meinem Studium nicht mehr gemacht. Als Kind habe ich klassisch Tagebuch geschrieben (nie lange) aber im Studium habe ich begonnen reinzukritzeln, zu schreiben, Gedanken fließen zu lassen. Als es voll war, habe ich aufgehört und irgendwie habe ich jetzt damit wieder begonnen. Es war nur so eine Schnappsidee, weil mein Kopf so furchtbar voll ist (siehe letzter Beitrag) und ich irgendwie was ablassen muss. Auf jeden Fall habe ich nachgelesen, wie man das am besten angeht und festgestellt, dass ich nicht ‚man‘ bin und meinen eigenen Weg brauche.
Tagebuch vs Journal
Erster Punkt meiner Recherche war, ob es einen Unterschied zwischen Tagebuch und Journal gibt, weil auf Social Media immer von Journaling gesprochen wird und ich mir unsicher war, ob das jetzt einfach ein Tagebuch ist oder mehr. Stellt sich raus, ja, zumindest laut einigen Definitionen: ImTagebuch dokumentiert man chronologisch Ereignisse und Erlebnisse des Tages und im Journal reflektiert man und setzte sich Ziele. Ein Tagebuch erzählt, was passiert ist, ein Journal, warum man sich damit beschäftigt. Ich wollte also ein Journal schreiben, also habe ich mich da eingelesen, wie man sowas angeht.
Die Kunst des Journaling
Oi, das ist eine ganze Wissenschaft. Es gibt Morning Pages, wo man schreibt, auf was man sich am Tag fokussieren will, dann gibt es ein Dankbarkeits-Journal, in das man schreibt, für welche Dinge man am Tag dankbar war und Bullet Journaling, das ein bisschen praktischer veranlangt ist. Und natürlich gibt es noch eine Menge mehr Formen und Regeln, wie man das denn richtig macht. Nach einer ersten Recherche wollte ich meine Idee schon über Bord werfen, weil mir das fiel zu anstrengend klang. Ich will meinen Kopf erleichtern, nicht noch weiter zumüllen. Aber dann dachte ich: Fuck it, ich mache mir die Welt, wie sie mir gefällt.
Gedankenkotze
Also habe ich mir mein Ringbuchding genommen, einen Stift geschnappt und losgeschrieben. Teilweise keine ganzen Sätze, teils nur Listen, null zusammenhängend und teilweise sehr kryptisch. Ich schreibe auf, was mir gerade in den Kopf kommt. Es ist nicht vollständig, es ist nicht schön, aber es tut wirklich gut. Wie lange ich das durchziehe, weiß ich nicht. Es ist mir ehrlich gesagt auch egal. Ich mache das nicht, um sagen zu können, dass ich ein Journal habe, sondern, weil es mir helfen soll. Wenn ich weniger voll im Kopf bin, vielleicht höre ich dann auf, keine Ahnung. So oder so, das ist nur für mich, weil es mir gut tut.
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blaue küsse
manchmal bleiben deine küsse als blaue flecke zurück. rote punkte, geschwollen, enpfindlich. sanft streichele ich über das blau, das grün, das beinahe braun. denke an deine zarten lippen und schmerzvollen schwüre. momente zwischen laken. nach ein paar tagen sehe ich nur noch blasse erinnerung. dann sehne ich mich nach dir und der tiefe, die du auf und in mir hinterlässt.
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Wie reduziert man?
Ich bin jemand, der sehr viele Interessen hat und Dinge macht und wenn der Tag 100 Stunden hätte, würde ich mir auch die vollladen. Allerdings ist das auch nicht unbedingt erstrebenswert, weil mir schon jetzt öfters Mal alles über den Kopf wächst. Ich weiß, dass ich reduzieren muss, aber das fällt mir unfassbar schwer.
Meine erste Strategie: Pausieren
Also dachte ich, ich liste mal, alles, was ich so an „Projekten“ im Laufe der Woche/des Monats habe, auf und dann versuche ich ehrlich zu mir zu sein. Problem ist, dass mir so aufgefallen ist, wie unfassbar lang die Liste ist und das stresst mich noch mehr und ich will so wirklich nichts aufgeben, zumindest nicht auf den ersten Blick. Aufgeben ist aber auch ein sehr endgültiger Akt.
Ich habe bereits, als ich meinen Sohn bekommen habe, reduzieren müssen und in dem Zuge erst einmal Klaviespielen pausiert, bis er sechs Jahre alt ist. Der Gedanke, nur eine Pause zu machen, hat mich beruhigt, denn ganz will ich Klavierspielen nicht aufgeben. Bei meiner jetzigen Liste habe ich mir vorgenommen Patreon zu pausieren und ab und an Social Media Pausen einzulegen, dh. damit auch Inktober und den Wochenrückblick.
Meine zweite Strategie: Wert
Das Problem ist, nur Patreon und Mini-Pausen reichen gerade nicht, also habe ich mir vorgnommen, jedes einzelne Projekt mit Wert zu versehen und da bin ich gerade bei. Anfangs habe ich einfach nur sehr wichtig, wichtig, nicht so wichtig drangeschrieben, dann habe ich es mit Noten probiert, aber bei beiden Methoden haben sich einfach nur große Gruppen gebildet. Jetzt habe ich begonnen eine Liste zu machen, von wichtig bis weniger wichtig, denn so bin ich gezwungen, mich zu entscheiden.
Ich bin noch dabei und werde noch ein paar Mal drinnen rumschreiben, aber mein Ziel ist es am Ende, etwas mit den Sachen die unten gelandet sind zu machen. Vielleicht wirklich aufgeben, vielleicht pausieren, outsourcen oder was auch immer passt.
Meine dritte Strategie: Übersicht
Weil es so viel ist, herrscht in meinem Kopf konstant Chaos. Ich habe zwar meine To-Do-Listen, aber die sind für mich einfach ein Haufen, abgesehen davon, dass ich 7 Stück habe. Ich brauche mehr Übersicht, damit ich die Dinge in meinem Kopf ablegen kann und rausholen, wenn sie an der Reihe sind. Ich überlege mir eine kleine Tafel/Whiteboard zu holen, oder ggf einfach ein Blatt Papier zu nehmen, dass ich in mein Journal lege. Irgendwas, was alles auf einen Blick erfasst und gleichzeitig sortiert.
Alles noch nicht rund, aber ich dachte, ich lasse euch mal an meinen Plänen teilhaben, vielleicht hilft euch eine meiner Ideen oder ihr habt Lust mri eure Strategien zur Alltagsreduzierung mitzuteilen.
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suche
ich träume vom paradies. eine karte habe ich. und eine mauer. die schiebe ich vor mir her, als wäre sie ein räumschild. ich träume und dann suche ich. verstehen. das. alles. auf der karte sind nun linien. meine. kritzelig. irgendwie ich. aber die mauer ist noch da. bisschen efeu wächst. schick.
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Digital Na(t)ive
Ich bin technik-affin und mir fällt es leicht neue Software etc. zu verstehen, vor allem aber bin ich damit aufgewachsen. Ich hatte meinen ersten PC mit 10 und mein erstes Handy mit 16. Für mich ist der Umgang damit Alltag. Wenn ich dann meinem Vater (Jahrgang 1950) versuche zu erklären, wie was läuft, fällt mir auf wie groß die Kluft ist und ich habe mich gefragt, wie es wohl ist, nicht damit aufgewachsen zu sein.
Ich vs mein Vater
Wenn ich etwas bestellen will, gehe ich online, wenn ich etwas suche, wenn ich mit Leuten kommunizieren will, dann nutze ich Mail, Social Media u.s.w. Das ist für mich Alltag und dann sagt mein Vater so Dinge wie, dass er kein Passwort für seine Email-Adresse hat, hatte er noch nie. Joa. Dass das gar nicht ohne geht, weil man einen Account braucht, dass man ohne Passwort keinen Zugriff hat und das Outlook ein Programm und nicht der Server ist – wie genau erkläre ich das? Für mich ist das alles furchtbar selbstverständlich, aber meinem Vater fehlen die Grundlagen, weil er sich nie damit beschäftigt hat und so geht es vielen, die nicht damit aufgewachsen, die keine Digital Natives sind.
Digital Native
Ich kann mich gar nicht mehr so recht an meinen ersten Rechner erinnern und ob ich ihn eigenartig fand. Ich habe viel rumprobiert und dadurch irgendwann Zusammenhänge kapiert. Im Zeitalter der Foren habe ich dann einfach alles nachgelesen und meine erste Webseite gestaltet. Bei meinem Sohn wird das nochmal anders sein. Der ist 5 und versteht was Scrollen ist und das er auf Spotify Lieder hören und auf YouTube sehen kann. Er weiß, dass ich einen Spotify Acount habe und mein Mann nicht, weswegen er nur bei mir ohen Werbung hören kann. Er hat keinen Zugriff, aber er beobachtet und lernt und nun ist es normal für ihn. Für ihn wird das nochmal schwieriger zu verstehen sein, dass einige Menschen die grundlegenden Prinzipien von Computer und Internet nicht verstehen.
Die Kluft
Nur weil man Computer und Internet bedienen kann, heißt das noch nicht, dass alle gleich fit darin sind, sonst hätten Scammer keine Chancen. Nicht jeder hat eine Neigung dazu oder die Möglichkeiten, trotzdem kann ich diesen Menschen eher erklären, wie so ein Browser funktioniert oder was Accounts sind. Bei meinem Vater fehlen aber die Grundlagen und ich weiß nicht einmal, wo ich da beginnen soll. Es ist, als würden wir eine andere Sprache sprechen und ja, das ist bei Generationenunterschieden meist so, aber ich finde diese Technikkluft nochmal schwieriger, alleine schon weil ich keine Vorstellung davon habe, wie es ohne dieses Wissen ist.
Kann man die Kluft überwinden? Ich glaube tatsächlich nicht. Klar, kann ich meinem Vater ein bisschen was beibringen oder ihn in einen Computerkurs setzen, aber er wird niemals das gleiche Selbstverständnis-Gefühl haben wie ich, wenn es um Computer/Internet geht.
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der gedanke ist frei
flattert in mir. wie ein warmer atem sauste er durch mein kornfeld. ich hänge windspiele auf und freue mich über den klang. als aus dem hauch eine wahrheit werden soll, wird es windstill. ein falter. grauschwarz flattert noch in meinem augenwinkel.
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Eine Liebeserklärung ans Fahrradfahren
Ich fahre jeden Tag mit dem Fahrrad zur Arbeit, mit Zwischenstopp, weil ich das Kind in den Kindergarten bringen muss. Das tue ich nicht, um fit zu werden, sondern weil ich in der Innenstadt wohne und nur 2 km von meiner Arbeit entfernt. Bus/Bahn wäre mehr Umweg als alles andere, Auto unsinnig und so fahre ich von minus 6 bis plus 25 Grad Fahrrad, bei Regen und bei Sonnenschein und ich liebhasse es. Hier eine kleiner ggf. nicht ganz ernstgemeinte Liste:
Warum Fahrradfahren Liebe ist:
keine Parkplatzsuche, außer man wohnt neben einer Eisdiele und es gibt nur 4 Fahrradständer (immerhin im Winter kein Problem)
billiger als Auto oder Bahnfahren, wenn man gut mit Panzertape ist
es hält fit (hier ein kleiner Dank an die Kasseler Berge und die zwei fiesen Steigungen, die ich sowohl auf Hin- also auch Rückweg überwinden muss)
der mitfahrende Nachwuchs lernt schnell das Verhalten im Straßenverkehr inkl. kreativem Fluchen
man muss sich nicht aussuchen, wer ob einen Autofahrer*innen oder Fußgänger*innen mehr hassen: Alle hassen Fahrradfahrer*innen!
Expertenwissen in Outdoor-Bekleidung ist eine unumgehbare Begleiterscheinung
man lernt sein Leben nach mehreren Nahtoderfahrungen wirklich schätzen
man lernt krank Zuhause zu bleiben, weil mit dichter Nase ist Fahrradfahren die Hölle
man kennt alle Straßen mit Pflastersteinen auswendig und wie sie zu umgehen sind
nette Gespräche mit anderen auf dem Fahrrad und wie sehr man Fahrradfahren liebhasst
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im regen
treibt regen wie tränen ins gesicht. nass ist die hose, das shirt hängt, die schuhe machen geräusche, als würden frösche darin wohnen. die schminke verläuft, die haare wuscheln sich so zurecht, dass sie enten als zuhause dienen könnten. tief ein und aus. der letzte tropfen fällt von der nasenspitze. als das wetter endlich besser wird. der nächste regen kommt, mit fröschen und enten und manchmal einer prise humor.