Der Dienstag ist für mich Gedichtetag. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichtenden findet ihr am Ende.
Kurz Administratives: Wir haben nun jemand Neues an Bord. Willkommen Großstadtpoetin! Und ich habe die Liste etwas aufgeräumt. Wenn ihr rausgeflogen seid, dann weil der Link nicht mehr stimmte. Bitte kurz in die Komentare schreiben, dann ergänze ich sofort.
zeitreise
nun brummt die zeitreisemaschine. wer braucht schon forschung, technik, fortschritt, wenn er so tun kann, als ob. lass uns die rüschröcke raffen, die schürzen straff ziehen. lass uns omas bügeleisen ausgraben, die wäsche im fluss waschen, den herd mit echtem feuer in die küchen holen. scheiß auf die zukunft! wir leben einfach in der vergangenheit.
Das ist kein wissenschaftlicher Text, sondern eine Gedankenkritzelei. Jeden Freitag schreibe ich über etwas, das mir auf dem Herzen liegt. Wenn ich etwas wissenschatftlicher werde, bemühe ich mich keine Falschinformationen auf den Weg zu bringen. Wenn das doch passiert, lasst einen Kommentar da. Ebenso, wenn ihr Lust zu diskutieren habt oder wenn ihr eine virtuelle Umarmung braucht. Die gibt es hier gratis.
KI lügt
Bei meinen Recherchen für meine guten News aber auch für Texte auf meinem Blog nutze ich Suchmaschinen und stoße so automatisch auf Informationen, die von einer KI erstellt wurden. Ich versuche das zu vermeiden (was btw. gar nicht so leicht ist, weil viele nicht kennzeichnen) und zwar aus einem Grund: KI lügt
Wie funktioniert KI?
KI-Systeme sind sehr komplex und ich verstehe, dass nicht jeder versteht, was das bedeutet, außerdem helfen Hollywood-Filme dabei, sich das Ganze anders vorzustellen, als es ist. KI ist nicht menschlich, ist kein Gehirn, keine echte Intelligenz, sondern das sind Techniken, die erstellt wurden. KI versteht nicht, wie wir es tun, sondern liest Daten, die sie gefüttert bekommt, erkennt und reproduziert statistische Muster und erledigt Aufgaben „menschen-ähnlich“.
KI „macht Fehler“
Am Anfang stehen die Daten, die sie gefüttert bekommt und wenn die falsch sind, dann ist auch das, was die KI auswirft, falsch. Dazu kommt die Natur von KI. Sie produziert kein Fachwissen, sondern Muster, die statistisch plausibel sind, nicht aber zwangsläufig richtig. Das ist per se auch nicht dramatisch, aber mittlerweile vertrauen wir KI blind. Ist auch nicht schwer, denn KI-Modelle präsentieren sich als unfehlbar. So viele Fragen den KI-Chatbot Grok, ob die Aussage von jemandem stimmt, aber niemand fragt, ob Grok vielleicht falsch liegt. Davon abgesehen, dass Ersteller von KI auch Einfluss auf die KI haben und diese ggf. mit eigener politischer Agenda füttern können (ja, es ist Absicht, dass ich das direkt nach meinem Grok-Beispiel schreibe).
Wie man die Lügen aufdeckt
KI ist eine Quelle – EINE. Man sollte sich nie nur auf eine Quelle verlassen. Ich lese daher immer mehrere Artikel, die sich am besten nicht im Kreis referenzieren. Das andere ist, dass wir dringend eine strengere Auszeichnungspflicht für KI brauchen. Auch bei KI Fakten recherchieren, ist Zuhilfenahme von KI und das läuft mir sehr häufig über den Weg und wahrscheinlich noch viel öfters, als es mir auffällt.
Wenn wir KI uns schon menschlich vorstellen, dann auch mit allen menschlichen Fehlern. Menschen manipulieren und lügen – KI imitiert Menschen – KI manipuliert und lügt (sehr vereinfacht, eigentlich rechnet sie nur falsch). Das heißt nicht, dass KI per se schlecht ist, aber wir sollten KI als Werkzeug benutzen, nicht als Gott ansehen.
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windige elfchen
windzerzaust meine seele flattert im wind die gedanken gut durchlüftet sturmverliebt
*
atemlos verengte brust durch ein sturmhoch in meine gerümpfte nase lungenvoll
*
blättertanz noch sanft rüttelt der wind an den zweigen vergangener sommererinnerungen
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Kinderfragen
Da ich gerade keinen Kopf für kontroverse oder generell anstrengende Themen/Sachen habe, hier etwas zum Schmunzeln. Ein paar Fragen, die mein Sohn (5…der ist schon 5, krass oder?) mir in letzter Zeit gestellt hat, inkl. meiner Recherche dazu. Die meisten hat er mir übrigens um 7 Uhr direkt nach dem Aufstehen gestellt…
Welche Geräusche machen Faultiere?
Kommt ein bisschen drauf an. Die meisten sind leise und klingen wie Seufzer, aber sie können auch klar rufen, dann klingen sie beinahe wie spielende Kinder.
Warum heißt es Urknall, wenn es da noch keine Menschen gab, die den hören konnten?
War tatsächlich als Spott gemeint, weil ein Astrophysiker (Fred Hoyle), die Theorie unsinnig fand und das in einer BBC Radiosendung als „Big Bang“ bezeichnet hat. Da der Name so lustig ist, wurde er dann einfach übernommen, außerdem war der ursprüngliche Name auch einfach etwas zu sperrig: „expandierende Universum aus einer Ursprünglichen Singularität“.
Wie viele Pokemon gibt es?
1025
Kann man Dinosaurier wiederbeleben?
Nein, er kennt nicht Jurassic Park und nein, es geht nicht. Es gibt schlichtweg keine DNA, da sie über die Zeit leider schon verfallen ist und auch keine Eizellen, die bräuchte man zum Klonen auch.
Warum sagt vom Vorgestern aber Übermorgen?
Er hat mal eine Weile Übergestern gesagt, was nicht passt, aber per se ist die Frage gut. Warum nicht Nachmorgen oder Untergestern? Eine richtige Antwort gibt es nicht. Sprachentwicklung ist einfach nicht immer logisch.
Warum heißt das Kurzarm-Hemd und nicht T-Hemd?
(Die Frage war länger und komplizierter formuliert und ich habe bestimmt 5 Minuten gebraucht zu verstehen, was er von mir will). Per se würde auch T-Hemd Sinn machen. T-Shirt kann ja auch Kurzarm-Shirt genannt werden. Das ganze Shirt vs Hemd-Ding ist gar nicht so leicht, weil Shirt ja Hemd heißt. Am Ende wieder einfach unlogische Sprachentwicklung. Das Shirt wurde aus dem Englischen übernommen, wahrscheinlich, weil es von der US Navy kommt und durch u.a. James Dean populär wurde.
Haben Wikinger und Ritter gegeneinander gekämpft? Wer hat gewonnen?
Tatsächlich gab es aufeinandertreffen, aber wenige, da die Hochzeit der Wikinger so ca. 800 bis 1050 n.Chr. und es die „klassischen“ Ritter mit Rüstung erst im späten Mittealter so richtig gab. Gewonnen hätten wahrscheinlich die Ritter wegen ihrer Rüstung, aber chancenlos wären Wikinger nicht gewesen. Mit ihren Äxten wären sie sogar durch die Rüstung gekommen.
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die treppe
schicht um schichte stapele ich alle kleidung, die ich einmal besessen habe und die ich noch besitzen werde, aufeinander. eine hose, die nur ein paar monate modern war. ein paar schuhe, die zwar schick, aber nicht zum laufen gedacht waren. das grüne shirt, das nur für diesen einen anlass gekauft wurde. wenige sachen haben löcher, wenige sehen verbraucht aus. kaum eines wurde geflickt, ausgebessert, umfunktioniert. schicht um schicht stapele ich viskose, polyester, baumwolle, wachs, gore tech, kunstleder, echtes leder, das als kunstleder verkauft wurde. stapele faden auf faden und faser auf faser bis mein monument endlich steht und ich auf weichen treppenstufen bis zum mond hinaufsteige.
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Ho(rror)chzeit
Nicht sicher, ob der Titel so grammatikalisch funktioniert, aber ich finde ihn witzig. Auf jeden Fall wollte ich, nachdem ich letzten Freitag auf einer Hochzeit war, mal über Hochzeiten schreiben. Über meine eigene, die keine Feier war, habe ich hier auch schonmal geschrieben. (KLICK), aber so allgemein habe ich da noch nie drüber geredet und ich will mal so richtig ablästern…ok, nicht ganz, trotzdem.
Ich mag Hochzeiten nicht sonderlich
Ich war noch nicht auf übermäßig vielen Hochzeiten und auf denen ich war, die waren nuja bis unterhaltsam. Die am Freitag zum Beispiel war nur Standesamt, Essen und bisschen Spazieren, nicht spannend, aber ich habe mich für das Paar gefreut und daher war die Feier ein Erfolg. Es war alles entspannt und niemand hat sich verstellt. Die beiden nuja-Hochzeiten wirkten auf mich hingegen gezwungen, aber wenn am Ende das Paar glücklich ist, werde ich nicht sagen, dass die Hochzeit scheiße war. Geht eben auch dabei nicht um mich. Trotzdem mag ich Hochzeiten generell nicht bzw. das, was daraus aus unserer Gesellschaft gemacht wird: Konsum.
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auf sanften pfötchen
auf sanften pfötchen schnurrt sich eine befellte nase in meine federleichten träume. schmiegt sich an. eine katzenfeder kitzelt. kaum spürbarer atem streift meine haut. autsch. zuviel kralle, zu wenig stoff dazwischen. kichern, leises maunzen. ein perfekter morgen.
Mit diesem Gedicht möchte ich auf einen kleinen Tierschutzverein aufmerksam machen, die gerade struggeln, weil sie zu viele streunende Katzen und zu wenig Hilfe und Geld haben. Wenn ihr überlegt ein Kätzchen zu adoptieren oder vielleicht ein bisschen Geld übrig habt, schaut bei Divis Kleine Farm & Freunde vorbei.
Dies ist ein Text zu den abc.etüden von Christiane. Diesmal mit dem Etüdensommerpausenintermezzo. Ziel ist es mindestens 7 aus 12 Wörtern (siehe Bild) in einem Text unterzubringen und es muss diesmal ein Tier eine Rolle spielen.
Die Idee für die Sommeretüde kam mir recht schnell, auch wenn es dann am Ende doch ein Akt war, die Wörter so einzubauen, dass es nicht erzwungen wirkt. Acht habe ich dann am Ende aber doch untergebracht. Jetzt muss nur noch eine Idee für die Adventüde her.
Eine verrückte Reise
„Lass uns verreisen“, sagte Jana.
Juan sah von seinem Buch auf. „Wohin und viel wichtiger: Mit welchem Geld? Filis Tierarztrechnung hat uns ziemlich das Genick gebrochen.“
Jana sah zu ihrem Hund, der schuldbewusst schauend das Zimmer verließ. „Ich habe noch kaum etwas von der Welt gesehen.“
Juan zog eine Augenbraue auch, dann grinste er schelmisch. „Schau auf Instagram. Da siehst du genug von der Welt.“
„Da kriege ich nur FOMO.“
„Was ist FOMO?“, fragte Juan.
„Fear of missing out. Quasi Futterneid auf Urlaube bezogen, in meinem Fall. Egal, vergiss es. Ich weiß, wir haben gesagt, wir gammeln mal eine Woche einfach nur rum, aber ich langweile mich jetzt schon und es ist erst Tag zwei.“
„Weil du nicht mehr weißt, wie man entspannt. Vergiss den Alltag und lehn dich zurück. Die Arbeit und der ganze Stress sind schneller wieder da, als du glaubst,“ sagte Juan nun ernster.
Theatralisch warf Jana die Arme nach oben, wusste aber nicht, was sie darauf erwidern sollte. Frustriert verließ sie das Wohnzimmer und ließ sich im Schlafzimmer auf ihr Bett fallen, wo sich Fili bereits breit machte. Hier, wo sie jede Nacht Träume hatte, kam ihr vielleicht eine kreative Idee, wie sie Juan überreden konnte, ihr letztes Geld zusammenzukratzen, um doch noch zu verreisen.
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idyllisch
die blätter der bäume rauschen im wind, ein kleines bächlein plätschert und ein paar vögel singen fröhliche lieder. man könnte meinen, dass, wenn man in diese idylle etwas schlimmes hineinbrüllt, dass es dann genauso schlimm herausbrüllt. doch die blätter rauschen, das bächlein plätschert. nur die vögel sind kurz still. man könnte meinen, dass so ein brüllen folgen hat, bis der wald so tut, als hätte ihn nie etwas gestört und die vögel ihre lieder beenden.
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Urlaubsabenteuer
Nach meiner Packliste dachte ich schreibe auch, was ich so mit dem Koffer erlebt habe. Hier also einige Abenteuer, die wir im Urlaub so erlebt haben:
Schneckendorf in Sandkastenoberteil gebaut, inkl. Blumenstrauß für potentielle Bienenfreunde
Piratentheaterstück in strömendem Regen angesehen
im Auto im Wald übernachtet und abendliches Vorlesen in Hängematte verlagert
Schwein mit Bürste gekrault
Regen ausgenutzt, um mit Schmalspurbahn zu fahren
Eis zum Mittag gegessen
Hafenrundfahrt gemacht und so getan, als würden wir das Schiff lenken
Autofahrlangeweile genutzt, um die verrückteste Playliste aller Zeiten zu erstellen
von Ziegen schubsen und ablecken lassen
Kind alleine mit neu gewonnener Freundin losziehen lassen
Krabben, Garnelen und kleine Fische eingesammelt und wieder frei gelassen
Hundefreundin gefunden
einen fliegenden selbstbewässerten Garten mit Lego gebaut