idyllisch | Der Dienstag dichtet

Der Dienstag ist für mich Gedichtetag. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichtenden findet ihr am Ende.

idyllisch

die blätter der bäume rauschen im wind, ein
kleines bächlein plätschert und ein paar vögel
singen fröhliche lieder. man könnte meinen,
dass, wenn man in diese idylle etwas schlimmes
hineinbrüllt, dass es dann genauso schlimm
herausbrüllt. doch die blätter rauschen, das
bächlein plätschert. nur die vögel sind kurz still.
man könnte meinen, dass so ein brüllen folgen
hat, bis der wald so tut, als hätte ihn nie etwas
gestört und die vögel ihre lieder beenden.

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Urlaubsabenteuer | Gedankenkritzelei

Das ist kein wissenschaftlicher Text, sondern eine Gedankenkritzelei. Jeden Freitag schreibe ich über etwas, das mir auf dem Herzen liegt. Wenn ich etwas wissenschatftlicher werde, bemühe ich mich keine Falschinformationen auf den Weg zu bringen. Wenn das doch passiert, lasst einen Kommentar da. Ebenso, wenn ihr Lust zu diskutieren habt oder wenn ihr eine virtuelle Umarmung braucht. Die gibt es hier gratis.

Urlaubsabenteuer

Nach meiner Packliste dachte ich schreibe auch, was ich so mit dem Koffer erlebt habe. Hier also einige Abenteuer, die wir im Urlaub so erlebt haben:

  • Schneckendorf in Sandkastenoberteil gebaut, inkl. Blumenstrauß für potentielle Bienenfreunde
  • Piratentheaterstück in strömendem Regen angesehen
  • im Auto im Wald übernachtet und abendliches Vorlesen in Hängematte verlagert
  • Schwein mit Bürste gekrault
  • Regen ausgenutzt, um mit Schmalspurbahn zu fahren
  • Eis zum Mittag gegessen
  • Hafenrundfahrt gemacht und so getan, als würden wir das Schiff lenken
  • Autofahrlangeweile genutzt, um die verrückteste Playliste aller Zeiten zu erstellen
  • von Ziegen schubsen und ablecken lassen
  • Kind alleine mit neu gewonnener Freundin losziehen lassen
  • Krabben, Garnelen und kleine Fische eingesammelt und wieder frei gelassen
  • Hundefreundin gefunden
  • einen fliegenden selbstbewässerten Garten mit Lego gebaut

voll leer | Der Dienstag dichtet

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Bin wieder zurück aus dem Urlaub.

voll leer

dann weht durch meine leeren
räume ein wind. ausgemistet, ballast
abgeworfen, abstand gewonnen.
frei geräumt.
leer.
und dann nehme ich alles und
werfe es hinein. weil leere
manchmal schwerer zu ertragen
ist, als das zuviel und zu voll.
und dann wünsche ich mir die
leere herbei. weil es schwer ist
zu denken, wenn alles laut und
voll ist.

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millimetergroße erinnerungen | Der Dienstag dichtet

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Ein Gedicht aus dem Urlaub. Freitag bin ich wieder da und hole eure Gedichte nach

millimetergroße erinnerungen

klebt an meinen füßen, händen,
oberschenkeln, pobacken, am
handtuch, der kleidung, in den
schuhen, der tasche.
sandkörnchen.
sogar in der haarbürste finde ich
sie. und dann zuhause im koffer
und im wäschekorb nach dem
waschen.
millimetergroße erinnerungen an
schöne meermomente.

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ich bin dann mal weg | Der Dienstag dichtet

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ich bin dann mal weg

ich bin dann mal weg. adieu. tschaui,
tschüss. sanfter reisewind weht durch
meine haare und ein strohballen über
den smartphonescreen. können mich
alle mal, vor allem der alltag. ciao. salut.
dag. rattern unterm hintern und weniger
rattern im kopf. bye bye. peace out.

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Ich fahre in den Urlaub und nehme mit … | Gedankenkritzelei

Das ist kein wissenschaftlicher Text, sondern eine Gedankenkritzelei. Jeden Freitag schreibe ich über etwas, das mir auf dem Herzen liegt. Wenn ich etwas wissenschatftlicher werde, bemühe ich mich keine Falschinformationen auf den Weg zu bringen. Wenn das doch passiert, lasst einen Kommentar da. Ebenso, wenn ihr Lust zu diskutieren habt oder wenn ihr eine virtuelle Umarmung braucht. Die gibt es hier gratis.

Ich fahre in den Urlaub und nehme mit …

Nächste Woche fahren wir in den Urlaub, Ostsee, erst Camping (in unserem Transit) auf Rügen und dann ab zur Familie nähe Wismar. Im Prinzip das, was wir auch letztes Mal gemacht haben, ein bisschen Abenteuer gemischt mit Ruhe und Vertrautem. Mit 5 Jahre altem Kind ist das perfekt. Und wie jedes Jahr heißt das – Packen. Da aber meine Packliste viel zu klinisch ist und mich überhaupt nicht für den Urlaub inspiriert, dachte ich, ich schreibe nochmal eine etwas andere Packliste, eine die mir Lust darauf macht, loszufahren und Abenteuer zu erleben.

Ich fahre in den Urlaub und nehme mit …

  • eine Spürnase für Abenteuer
  • extra Gelassenheit, falls etwas schiefläuft
  • Musik im Kopf, falls wir statt Sonne durch den Regen tanzen müssen
  • Strandspazierausdauer
  • Nicht-Perfektionismus
  • Neugierde für Neues, Ungewohntes, Albernes
  • extra Raum für Meeresluft in meinen Lungen
  • entleerte Geschmacks- und Geruchsnerven für neue Erfahrungen
  • eine Sorgenabhaltesperre
  • Platz zwischen meinen Zehen für Sand
  • Alltagsvergessenheit
  • genügend Lockerheit auf dem Kopf für Wind in den Haaren
  • „Handy in die Hand nehm“-Schwäche
  • Raum in meinem Kopf für unfotografierbare Erinnerungen

bilder und worte | Der Dienstag dichtet

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bilder und worte

ein polaroid meiner vergangenheit. ich
lege ein fotopapierfoto daneben. mein
handy mit tausend schnappschüssen.
ein bild sagt mehr als tausend worte.
tausend bilder sagen mehr als mein kopf
erfassen kann. von allen seiten, unten,
oben, nah, fern, anderes licht. alle gleich,
alle anders.
vorbei.
ein wort sagt mehr als tausend bilder.

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Metal-Festival oder wie man Urlaub von der Zivilisation macht | Gedankenkritzelei

Das ist kein wissenschaftlicher Text, sondern eine Gedankenkritzelei. Jeden Freitag schreibe ich über etwas, das mir auf dem Herzen liegt. Wenn ich etwas wissenschatftlicher werde, bemühe ich mich keine Falschinformationen auf den Weg zu bringen. Wenn das doch passiert, lasst einen Kommentar da. Ebenso, wenn ihr Lust zu diskutieren habt oder wenn ihr eine virtuelle Umarmung braucht. Die gibt es hier gratis.

Ich war nach 6 Jahren endlich mal wieder auf einem Metal-Festival und holy shit habe ich das vermisst. Vor ca. 8 Jahren habe ich über meine Erfahrungen auf Festivals einen Text für ein Straßenmagazin geschrieben und dann auch hier auf meinem Blog veröffentlicht. Da ich ihn noch immer sehr mag, dachte ich, ich bereite ihn nochmal auf und poste ihn.

Metal-Festival oder wie man Urlaub von der Zivilisation macht

Der tägliche Umgang mit unseren Mitmenschen ist geprägt von gewissen Umgangsformen. Damit meine ich nicht „Bitte“ und „Danke“ zu sagen, sondern ein gepflegtes Äußeres, Bier erst nach dem Feierabend und das Verbergen von körpereigenen Gasen in Gesellschaft. Auf Metal-Festivals kann man das alles gepflegt über Bord werfen.

Tag 1

Der erste Tag eines Festivals zählt kaum als Zivilisationsurlaub. Die meisten sind noch sauber, einige tragen Make-up, einige sind rasiert. Das erste Bier gibt es erst nach dem Aufbau, oft begleitet von einem ersten harmlosen Bekleidungsverlust. Abends finden die ersten Konzerte statt, doch im Zentrum der Aufmerksamkeit steht das Ankommen und Kennenlernen der Zeltnachbarn. Diese werden im Laufe des Festivals zu den besten Freunden oder, wenn sie eine schlechte Musikanlage oder einen schlechten Geschmack haben, zu den ärgsten Feinden. Außerdem gewöhnt man sich langsam wieder daran, wie laut so ein Rülps klingen kann.

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ich spüre | Der Dienstag dichtet

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ich spüre

wenn töne auf meinem trommelfell
tanzen. wenn bässe meine cochlea
in schwingung bringen. meine füße
werden durch die flimmerhärchen
geleitet. wippen, kreisen, zittern,
surren. die frequenz schiebt steine
über erdigen untergrund.
ich spüre.

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sonnenbrille mit scheuklappen | Der Dienstag dichtet

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sonnenbrille mit scheuklappen

kein stoff auf dem oberschenkel, nur
erbsen und matratzen darunter. blau
flecken prinzessin. ein kühler wind
weht um die nase, wischt flimmernde
luft aus augenwinkeln. jetzt sieht man sie
lauern. zwischen dem dreck unter den
fingernägeln. wie ein wildes tier. zähne,
krallen, ein grollen, reißen, ein leichtes
zittern. außerhalb wird es laut. nach mir
und so. sonnenbrille mit scheuklappen,
nagellack und der neuste sommerhit.

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