„Das Buch – Prolog“ | Writing Friday KW16

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* Dies ist ein Text zu der Aktion „Writing Friday“ von Elizzy. Jeden Freitag wird zu einem der vorgegebenen Themen veröffentlicht. Die Liste aller Teilnehmer findet ihr auf Elizzy’s Seite. *

Wie gewünscht habe ich das Buch aus der Luis-Geschichte nochmal aufgegriffen. Ihr könnte die Geschichte HIER nachlesen, ansonsten hier eine kleine Zusammenfassung:

Luis beginnt in ein mysteriöses Buch zu schreiben. Wann immer er aufhört, passiert etwas Schlimmes. Kurz bevor ihm alle Ideen ausgehen, kommt ein Freund vorbei und gibt ihm den Tipp einfach nur ein Wort pro Seite zu schreiben. Das funktioniert tatsächlich und die Seiten des Buches werden wieder weiß. Luis Freund vergräbt das Buch im Garten.

Hier ist ein Prolog zum Thema:
Schreibe das Ende einer Geschichte, dabei lautet der letzte Satz: „Doch damit war es noch lange nicht beendet.“

Verzauberte Bücher gab es viele auf der Welt. Die meisten Menschen bekamen nie eines in die Hände und die, die eines in die Hände bekamen, überlebten das nicht oder schworen sich nie davon zu erzählen. Nur Magier konnten verzauberte Bücher gefahrenlos einsetzen – vorausgesetzt sie hatten in der Schule aufgepasst.Weiterlesen »

„Von der Wand“ | AnthoAlice – Beobachtungen

Schimmel

*Dies ist ein Beitrag zu der Blogparade „AnthoAlice“ von Alice. Zum Thema Beobachtungen kann man allen möglichen kreativen outlet bis zum 15.04. beitragen.*

Ich habe mich für ein Gedicht entschieden. Da ich das Thema Beobachtungen schon immer faszinierend fand und auch dazu geforscht habe, wollte ich meine Sache besonders gut machen. Habe jetzt ganze 23 Tage an dem Gedicht gesessen. Iregndwann habe ich es nur verschlimmbessert, deshalb hier die dritte Version.

 

Von der Wand

Über Jahre hinweg
war er groß wie
eine Faust geworden

Genährt von nasser
Aussprache und
eifrigem Tun

Er hatte Mitleid
mit den gestressten
Alltagsgebundenen

Sie verschwendeten Zeit
um Gefühle woanders
zu kaufen

Er selbst wuchs und
beobachte, lernte,
streckte seine Fühler aus

Wenn er groß
war, würde er von
der Wand herabsteigen

Er würde Gefühle an
Momente verschwenden und
Zeit kaufen

„Wir müssen reden“ | Writing Friday KW15

* Dies ist ein Text zu der Aktion „Writing Friday“ von Elizzy. Jeden Freitag wird zu einem der vorgegebenen Themen veröffentlicht. Die Liste aller Teilnehmer findet ihr auf Elizzy’s Seite. *

Ich hatte mal wieder Lust etwas Nicht-Lebendes zu Wort kommen zu lassen. Das mit dem Namen ist nicht ernst gemeint,aber ich brauchte einen Einstieg. Der Rest beinhalter zumindest Halbwahrheiten. 😉

Thema: Schreibe über die Gefühle deines Blogs.

Als ich heute Morgen meine WordPress-App öffnete, teilte sie mir mit, dass ich um 04:32 einen Text veröffentlicht hatte. Da ich um 04:32 schlief und zu schlafwandeln nicht neige, war ich verwirrt. Der Titel des Textes lautete „Wir müssen reden“.

Ich rief den Text auf. Als Oberthema war Frust gewählt und getaggt war er mit #blogshabenauchgefühle und #dasgehtsonicht. Der Text las sich wie folgt:

Hallo Katha,

erstmal zum Namen: ist ja schön, dass du betonst, dass du Katharina genannt werden möchtest und so unterschreibst, aber aufgefallen, dass das kaum jemand macht, ist dir nicht, oder? Könnte am Blogtitel liegen. Ich will dir da aber nichts zu Offensichtliches erzählen.

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Und es gibt Wichtigeres zu klären. Hier eine kleine Aufzählung aller Missstände:

  1. Der Header war nur als Übergangsheader geplant. Du wolltest den in deiner eigenen Handschrift, am besten mit kleineren Doodles, neu erstellen. Jetzt sieht mein Kopf seit einem Jahr nichtssagend aus. Super! Danke! Tolle Werbung!
  2. Diese Gehashtagge hast du voll nicht drauf. Davon abgesehen, dass du einige Hashtags groß und andere klein schreibst, hast du auch Hashtags, die du nicht zusammengeschrieben hast. So funktioniert das nicht. Das geht ordentlicher.
  3. Titel…sind nicht so deine Stärke, ich weiß, aber „Das Buch“ und „Mandala 2“? Da ist ein Reiseblog mit den Überschriften „Tolles Italien“ und „Warmes Spanien“ kreativer. Mehr Einfallsreichtum bitte. Du hast den Scheiß geschrieben, dann denk dir gefälligst auch eine gute Überschrift aus.
  4. Korrekturlesen ist nicht so deins, was? Hatte ich nicht gelesen, dass du als Korrekturleserin gearbeitet hast? Gab nicht so viel Stundenlohn, wenn ich mir das hier alles so durchlese.
  5. Zum Schluss ein paar Kleinigkeiten: Artikelheader sollten etwa die gleiche Größe haben, diese komischen Kunstposts auch, Überschriften sollten aus max. 6 Wörtern bestehen. Außerdem wolltest du mehr Horrorgeschichten und Gedichte schreiben. Ach und Füllwörter, ne?

Ich bitte um schnelle Beseitigung der Mängel.

Gezeichnet, dein Blog.

Nicht minder verwirrt schloss ich den Beitrag. Sollte ich ihn löschen? Was, wenn der Blog dann noch Fieseres schrieb oder, noch schlimmer, sich löschte? Vielleicht sollte ich guten Willen zeigen und ein paar der Punkte angehen. Bei den meisten Punkten hatte er irgendwie ein wenig Recht…

Zumindest konnte ich etwas Produktives daraus machen und ihn beim Writing Friday posten. Da gibt‘s zufälligerweise ein passendes Thema diesen Monat.

„Henry wartet“ | abc.etüden 14+13

*Dies ist ein Text zu den abc.Etüden von Christiane. Ziel ist es 3 Worte in 300 Zeichen unterzubringen. Die Schreibeinladung für die Wochen 14.15 beinhaltet die Worte „Tulpenzwiebel“, „kurzweilig“ und „auferstehen“.*

Wenn schon das Wort auferstehen vorkommt, muss ich ja was aus dem Bereich Horror schreiben. Ist allerdings eher humorvoll als gruselig geworden.

Henry wartet

Henry saß seit drei Stunden vor Etienne Schnabels Grab und wartete. Davon abgesehen, dass der Name fürchterlich klang, war Etienne der perfekte Kandidat für den offenen Posten. Jung, drahtig, bisschen dumm mit einem furchtbar langweiligen Leben.

Nur Pünktlichkeit war wohl nicht sein Ding. Immerhin war das Buch, das Henry gerade las kurzweilig. Es handelte von einem Teenagermädchen, das sich in einen Vampir verliebte. Wünschenswert. Wenn sie noch Teenager waren, konnte man sie gut heranziehen und später wandeln. Das hatte er die letzten Jahrhunderte mehrfach getan, und die meiste Zeit hatten sich seine Bediensteten als passabel erwiesen.
Etienne war eine Notfalleinstellung, weil sein vorheriger Bediensteter vorgestern einer nicht richtig angebrachten Gardinenstange zum Opfer gefallen war.

Gerade wollte er weiterlesen, da bewegte sich die Erde und Henry sah, wie sich Finger durch die obere Schicht Erde gruben. Kurz darauf folgte ein schmutziges Gesicht, das panisch nach Luft schnappte und eine Tulpenzwiebel ausspuckte. Die Erde vom Nachbargrab war wohl vor kurzem besäht worden. Ups.

Nach und nach grub Etienne sich frei und legte sich dann keuchend neben das Grab.

„Willkommen in der Welt der Nacht oder so. Ich habe dich gemacht, das heißt du bist mein Bediensteter. Hey, dafür kannst du ewig leben, vorausgesetzt du machst keine Dummheiten oder verärgerst mich.“

Etienne sah ihn weiterhin panisch an. Hach. Henry erinnerte sich nostalgisch, wie er damals auferstanden. Er hatte sich befreit und so beschissen gefühlt.

Henry reichte dem Neuen einen Wodka-Blut-Cocktail. „Prost! Wird besser. Jetzt brauchst du erst einmal einen gescheiten Namen. Wie wäre es mit Ludwig oder Franz? Hab gehört altdeutsche Namen sind voll im Trend.“

„Das Buch“ | Writing Friday KW 14

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* Dies ist ein Text zu der Aktion „Writing Friday“ von Elizzy. Jeden Freitag wird zu einem der vorgegebenen Themen veröffentlicht. Die Liste aller Teilnehmer findet ihr auf Elizzy’s Seite. *

Ich hatte einfach mal richtig Bock eine Nonsens-Geschichte zu schreiben. Sie ist nicht allzu abgedreht, aber so wirklich normal auch nicht.

Schreibe eine Geschichte die mit dem Satz “Luis konnte nicht aufhören und musste wieder…” beginnt.

Luis konnte nicht aufhören und musste wieder schreiben. Wenn er unterbrach, geschah Fürchterliches. Erst erstickte der Nachbarshund an einem Knochensplitter, am übernächsten Tag fiel seine Mutter die Treppe hinunter und drei Tage später brannte das Haus gegenüber mitsamt seiner Bewohner ab. Seit gestern stand ein Meteorit am Himmel und raste auf die Erde zu. Das war seine Schuld.

Woher er das wusste? An Tagen, an denen er in dieses vermaledeite Buch schrieb, passierte nichts. Und dann war da die Inschrift des Buches, die er geflissentlich ignorierte, als er zu schreiben begann. In äußerst geschwurbelter Sprache sagte sie, dass man, wenn man begann Geschichten in das Buch zu schreiben, man kontinuierlich weiterschreiben musste. Bis es voll war. Sonst würden schlimme Dinge passieren.Weiterlesen »

„Allein/einsam“ | Extraetüden

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*Dies ist ein Text zu den abc.Etüden von Christiane. Diesen Monat gibt es eine Extraetüde, d.h. man muss 5 Worte in 500 Wörter unterbringen. Aus folgenden 6 Wörtern kann gewählt werden: „Nieselregen“, „weich“, „irren“, „beißen“, „verdorben“ und „Café“.*

Ich habe Gestern einen Text über Einsamkeit gelesen, das hat mich inspiriert. Eigentlich sollte es eine Geschichte werden, aber ich konnte mich nicht für einen Protagonisten entscheiden. Jetzt gibt es acht Positionen.

Der schmale Grat zwischen allein und einsam

Vor, zurück, vor, zurück, vor und hops. Sie landet im weichen Gras und rollt sich zur Seite. Die Schaukel schwingt noch eine Weile nach. Vor, zurück, vor, zurück. Ruhe.

Der Kaffee dreht sich im Kreis und zieht langsam den Michschaum hinter sich her. Sein Löffel berührt den Tassenrand. Kling. Das Café ist voll. Er beginnt zu lesen.

Sein Zimmer ist gefüllt mit allem, was er liebt. Ein Film flimmert im TV. Er bemüht sich seinen Atem zu beruhigen. Aus und ein und aus und ein und aus. Er sitzt hier, die Anderen sind draußen.

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„Tag 389“ | Writing Friday KW 13

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* Dies ist ein Text zu der Aktion „Writing Friday“ von Elizzy. Jeden Freitag wird zu einem der vorgegebenen Themen veröffentlicht. Die Liste aller Teilnehmer findet ihr auf Elizzy’s Seite. *

Thema: Du bist ein Papagei in einem Käfig. Berichte was du den ganzen Tag über so tust und siehst.

Moin moin !
(Das habe ich von einem komischen Tourist aufgeschnappt – heißt Guten Morgen am Meer)

Heute ist Dienstag, das heißt mein Haftraum wird gereinigt. Zum Glück. Mein neuer Zimmergenosse kackt alles voll. Ist ja schön und gut, dass sein Gefieder so grün und rot leuchtet, aber wie das hinterletzte Huhn muss man sich trotzdem nicht benehmen.

7:01 Sonnenaufgang heißt Frühstückszeit. Das muss man den Wärtern lassen. An Essen sparen sie nicht. Es gibt alles frisch: Früchte, Samen, Blätter, Rinde, Wurzeln – ohne dass ich mich anstrengen muss. Gut, manchmal muss ich einen Mithäftling verscheuchen, aber ich habe Heim- und meist Größenvorteil. Plus, ich bin – ohne mich selbst zu loben – ein besonders gewitztes Exemplar.

8:30 Putzkolonne kommt. Heute mein Lieblingsputzer. Er ist schön ordentlich und nervt nicht rum. Rein, putzen, raus. Keine Kontaktaufnahme oder irgendein Hutziku. Ja, ich bin niedlich, muss aber nicht immer darauf hingewiesen werden.Weiterlesen »

„Der Tanz“ | abc.etüden 12+13

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*Dies ist ein Text zu den abc.Etüden von Christiane. Ziel ist es 3 Worte in 300 Zeichen unterzubringen. Die Schreibeinladung für die Wochen 12.13 beinhaltet die Worte „Café“, „verdorben“ und „beißen“.*

Zuerst habe ich kein Thema gefunden und dann bin ich bin irgendwie über das Lesen eines Artikels über die Café-Concerts bei diesem Text gelandet.

Der Tanz

Wenn wir an Tanz denken, denken wir in Adjektiven. Tanz ist klassisch beim Walzer im Tanzsaal, traditionell beim Butoh im Tempel, verdorben beim Cancan in den Café-Concerts, spirituell beim Regentanz ums Feuer, betörend beim Bauchtanz in der Disko, ausgelassen beim Samba im Karneval in Rio.

Als der Tanz geboren wurde, wollte er aber nur ein Adjektiv sein: frei.

Frei von Vorschriften, frei von Zielen, Mustern oder Zuweisungen. Er wollte eine Bewegung sein, die nicht eine bestimmte Aufgabe erfüllt, eine Bewegung um ihrer Bewegung willen.Weiterlesen »

Zum ersten Mal: Lesung

Ich habe noch nie eine Lesung besucht. Irgendwie ist es immer an etwas gescheiter – meist Zeit und Interesse. Gestern veranstalteten Freunde von mir eine Lesung von Bela B’s mit seinem Debütroman Scharnow und da dachte ich mir: Es wird Zeit.

Ich weiß nicht wie Lesungen für gewöhnlich ablaufen, normal war diese wahrscheinlich nicht, aber das würde man von Bela B nicht erwarten. Bela B selbst war so nahbar und unterhaltsam wie erhofft. Auch wenn es am Anfang eine Barriere zwischen ihm und dem Publikum gab, riss er sie spätestens mit den Gläsern „Mische“ – vier Gläser mit 45% gutem Korn mit 55% Fanta, die er durchs Publikum reichen ließ – ein.

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