Das Zeitumstellungsumstellungsproblem | Gedankenkritzelei

Das ist kein wissenschaftlicher Text, sondern eine Gedankenkritzelei. Jeden Freitag schreibe ich über etwas, das mir auf dem Herzen liegt. Wenn ich etwas wissenschatftlicher werde, bemühe ich mich keine Falschinformationen auf den Weg zu bringen. Wenn das doch passiert, lasst einen Kommentar da. Ebenso, wenn ihr Lust zu diskutieren habt oder wenn ihr eine virtuelle Umarmung braucht. Die gibt es hier gratis.

Das Zeitumstellungsumstellungsproblem

Niemand will die Zeitumstellung und alle meckern. Warum zur Hölle gibt es die dann noch? Oh ja, weil es eine Handvoll Politiker nicht schafft, sich darauf zu einigen, ob wir zur Normalzeit zurückkehren oder zur Sommerzeit. Ich habe mich mal eingelesen und mir vorgenommen, euch damit ein wenig zu langweilen.

Das Grundproblem

Ich bin so genervt von der Zeitumstellung, weil, auch wenn ich damit kein Problem habe, mein Kind macht es müde und sauer und alle meckern. Vor allem, dass alle anderen meckern, macht mich mürbe. Eine Woche lange hört man mindestes einmal pro Tag jemanden sich beschweren. Wenn also einfach niemand die doofe Zeitumstellung will, warum gibt es sie noch? Der Vorschlag liegt seit nun acht Jahren im EU-Parlament rum, seit eine Kommission den Vorschlag gemacht hat, dass sich die Mitgliedsstaaten dauerhaft auf Standardzeit oder Sommerzeit einigen sollen.

Wo es hakt und was eine Lösung wäre

Einige wollen dauerhaft Sommerzeit, andere Standardzeit und einige finden den Wechsel gut (eigentlich nur Griechenland und Zypern). Partiell ist das verständlich, weil z.B. mit durchgehender Standardzeit die Sonne in z.B. Stockholm im Sommer mitten in der Nacht aufgehen würde. Andererseits hat das vor den 1970ern ja niemanden gestört. Nun ist es so, dass, statt das Problem anzugehen, die meisten Staaten schweigen und sagen, es gibt wichtigeres.

Warum nicht einfach die Zeitzone anders zuschneiden? Ich habe es schon mehrfach gelesen und bin sehr verwundert darüber, dass es im Parlament oder wenigstens in der Kommission, die wegen der Zeitumstellung beraten hat, nie Thema war. Ich verstehe, dass es viele wichtige Themen gibt, aber das wäre ein einmaliger Aufwand und dafür eine gesundheitliche und wirtschaftliche Entlastung aller Länder. 

Warum ist das so kompliziert?

Ich argumentiere natürlich aus der Sicht der Fußballmama (stehen am Spielrand und wissen alles besser, ohne selbst Teil des Spiels zu sein), aber manchmal frage ich mich, warum in der Politik vieles so furchtbar kompliziert ist. Es ist, als wären Regierungen (allgemein) Uhren mit so vielen Zahnrädern, dass einige vergessen haben, in welche Richtung sie sich drehen müssen und andere versuchen, sich in beide gleichzeitig zu drehen, weil sie vergessen haben, dass sie Zahnräder in einer Uhr sind (ja das Wortspiel in beabsichtigt) und wie es aussieht, müssen wir unsere Uhren wohl noch lange Zeit weiter zweimal im Jahr verstellen.

Quellen: Ich habe „Zeitumstellung EU Einigung“ gegoogelt. Es gibt unendlich viele Artikel dazu.

verloren | Der Dienstag dichtet


Der Dienstag ist für mich Gedichtetag. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichtenden findet ihr am Ende.

Meine Mutter hat aus Wut die beiden Kisten mit all den Erinnerungsstücken, wie Zeugnisse, Bilder, aus meiner Kindheit weggeworfen. Ich weiß nicht, ob das als Gedicht durchgeht, aber irgendwas ist es und es ist mir danach es heute zu schreiben.

verloren

die worte von frau jehle aus der ersten klasse
meine gedanken zu romeo und julia vom dorfe
meine hand und mein fuß in gips
wie weit ich 1994 springen konnte
die gesichter aus dem ersten kindergarten
das holzbrett mit den samen im kreis
gehäkeltes, geknotetes und genadeltes
bilder aus wörtern
die geschichte über peter den geist
meine eine 4 in latein und jede 1 in mathe
wie schlecht ich im turnen war
wie gut ich im faustball war
alle monate künstlerisch interpretiert
gepresste stunden auf wiesen und im wald
schritte, stolpersteine, hoffnungen, leidenschaften
freude, tränen, liebe, verlust, unschuld, wut
zwei kisten
gefüllt, erfüllt

verloren

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Ich mache einen Nachrichten-Urlaub | Gedankenkritzelei

Das ist kein wissenschaftlicher Text, sondern eine Gedankenkritzelei. Jeden Freitag schreibe ich über etwas, das mir auf dem Herzen liegt. Wenn ich etwas wissenschatftlicher werde, bemühe ich mich keine Falschinformationen auf den Weg zu bringen. Wenn das doch passiert, lasst einen Kommentar da. Ebenso, wenn ihr Lust zu diskutieren habt oder wenn ihr eine virtuelle Umarmung braucht. Die gibt es hier gratis.

Ich mache einen Nachrichten-Urlaub

Ukraine, Iran, Naturkatastrophen – überall auf der Welt passieren schreckliche Dinge und sie dominieren die Nachrichten. Das Gute geht unter, weswegen ich auch meine guten News auf Social Media veröffentliche. Aber selbst trotz meines verschobenen Fokus, sind mir die Nachrichten gerade zu viel und ich habe beschlossen, mal einige Zeit uninformiert zu sein.

Der Zwang informiert sein zu müssen

Zum Erwachsensein gehört es dazu, über die Welt informiert zu sein. Meine Eltern haben immer die Tageszeitung gelesen und abends die Nachrichten gesehen, ebenso meine Großeltern. Und auch wenn ich verstehe, dass es wichtig ist, über Dinge, die einen selbst betreffen, informiert zu sein, damit man informierte Entscheidungen treffen kann, frage ich mich manchmal, ob man immer alles wissen muss, was in der Welt passiert. 

Zu viel

Es passiert einfach zu viel und es ist schwer abzusehen, was welche Auswirkungen auf das eigene Leben hat. Es passiert so viel, dass Mitleid ein wirklich abstraktes Gefühl wird. Wie kann man auch das Leid so vieler Menschen überhaupt erfassen, ohne daran zu zerbrechen? Unser Gehirn macht das ganz gut und schafft Distanz, aber nicht dauerhaft und bei vielen sickert trotzdem etwas durch. Ich bin sehr empathisch und wenn ich mitbekommen, dass Kinder leiden, habe ich oft das Gefühl, aus meiner Haut zu fahren. Ich kann das Gefühl schlecht beschreiben, aber der Anteil dabei, den ich am schlimmsten finde, ist die Hilflosigkeit. Ich kann erst mal nichts verändern und das überfordert mich manchmal.

Was ich nicht weiß…

Mitgefühl ist wichtig. Zu wissen, dass es meiner Familie hier im Verhältnis gut geht, ist wichtig, zu helfen, wenn nötig. All das fordert, dass man sich informiert, nur darf man sich dabei selbst nicht vergessen. Ich glaube, trotz aller Erwartungen, die man ans Erwachsensein hat, manchmal ist es nötig, ein paar Sorgen abzuschütteln, ein Stück weit wieder Kind zu sein, die Nachrichten zu ignorieren und sich auf den Tag, der vor einem liegt, zu konzentrieren.

Gerade ist mir das Leid auf der Welt zu viel und ich habe beschlossen aktiv Urlaub von den Nachrichten zu machen. Einiges wird trotzdem durchsickern, alleine schon, wenn ich nach guten News suche, aber die große Masse, die will ich eine Weile meiden. Ich brauche einen Nachrichten-Urlaub, ein wenig „in den Tag leben“, ein bisschen mehr Sorglosigkeit.

ist | Der Dienstag dichtet


Der Dienstag ist für mich Gedichtetag. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichtenden findet ihr am Ende.

ist

tritt aus einem schatten heraus. nicht
um licht zu sehen, sondern um licht
zu verdrängen. wie ein eisbrecher.
mit der geduld einer mutter.
langsam.
aus dem schatten, aber nicht ins
licht.
in der erinnerung ist die wut immer
dunkel, eisig. in dem moment ist sie
geduldig, nährend, brennend. sie
ist und alles andere nicht.

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Eine hutfarbene Kurzgeschichte | Gedankenkritzelei

Das ist kein wissenschaftlicher Text, sondern eine Gedankenkritzelei. Jeden Freitag schreibe ich über etwas, das mir auf dem Herzen liegt. Wenn ich etwas wissenschatftlicher werde, bemühe ich mich keine Falschinformationen auf den Weg zu bringen. Wenn das doch passiert, lasst einen Kommentar da. Ebenso, wenn ihr Lust zu diskutieren habt oder wenn ihr eine virtuelle Umarmung braucht. Die gibt es hier gratis.

Ich schreibe eigentlich für jede Runde der abc.etüden (Grüße an Christiane, falls sie das hier liest :)) eine Kurzgeschichte. Habe ich im Februar auch und dann habe ich sie vergessen zu posten. XD Sprechen wir von verpeilt. Da ich die Geschichte aber mag und mir gerade auch nichts anderes auf dem Herzen liegt, gibt es zu Gedankenkritzelei halt mal eine Geschichte von mir.

Hutfarben

Behutsam nähte er einen lilafarbenen Faden in das graue glänzende Innenfutter des Hutes ein. Dort wo der lilafarbene Faden verlief, schien das Grau ein wenig fröhlicher zu werden. Nur ein paar Zentimeter, kaum sichtbar und doch da. Von außen war der Hut schwarz, schlicht und unauffällig, wie seine künftige Trägerin. Er stellte sich vor, wie sie ihn trug, wie Tränen ihre Wangen hinunterfielen, während des letzten Grußes, und wie sie, wenn sie abends den Hut abnahm, ein kleines Leuchten in sich selbst vernahm. Lila. Für die Hoffnung, dass auch wieder hellere Tage kamen. Eigentlich war die Farbe egal, es ging um das Gefühl, dass er ihr mitgab. Lila vor Hoffnung war gängig, auch wenn die Bedeutung von den frühen Frauenbewegungen abgekupfert worden war.

Die Glocke klingelte und er nahm den Hut in die Hand. Die Tochter war überpünktlich. Als sie den Hut entgegennahm, rang sie sich ein Lächeln ab. Ein ’schön‘ formte sich auf ihren Lippen und verließ sie wieder ungesagt.

„Was ist der Unterschied zwischen einem Putzmacher und einem Hutmacher?“, fragte sie.

„Die Referenz zu Alice im Wunderland“, sagte er.

Sie lachte, kurz aber ehrlich.

„Sie können auch Hutmacher sagen. Ich bin da nicht so spitzfindig.“ Er machte einen Schritt zur Tür, weil er spürte, dass sie gehen aber nicht unhöflich sein wollte. „Grüße an ihre Mutter. Der nächste Hut wird einer mit vielen Farben. Rot oder Orange vielleicht.“

Sie nickte dankbar und ging durch die Tür, die er ihr nun offenhielt.

„Auf Wiedersehen“, hauchte sie im Vorbeigehen.

Er schloss hinter ihr ab. Heute würden keine Kunden mehr kommen und er brauchte die Ruhe, um herauszufinden, welche Farben er für den nächsten Hut verwenden sollte. Rebellisch war die Trägerin und der Hut sollte Glück bringen. Vielleicht wie ein Kleeblatt, überlegte er, und kramte nach dem grünen Filz.

das schneeglöckchen | Der Dienstag dichtet


Der Dienstag ist für mich Gedichtetag. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichtenden findet ihr am Ende.

das schneeglöckchen

etwas alleine steht es da auf
dem tisch. seine füße sind nass
und das weiße köpfchen gebeugt.
leise erzählt es von knospen,
käfern, bienen, hellen abenden
und sanften winden.
ein versprechen.
er ist hier.

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Frühlings-Soundtrack | Gedankenkritzelei

Das ist kein wissenschaftlicher Text, sondern eine Gedankenkritzelei. Jeden Freitag schreibe ich über etwas, das mir auf dem Herzen liegt. Wenn ich etwas wissenschatftlicher werde, bemühe ich mich keine Falschinformationen auf den Weg zu bringen. Wenn das doch passiert, lasst einen Kommentar da. Ebenso, wenn ihr Lust zu diskutieren habt oder wenn ihr eine virtuelle Umarmung braucht. Die gibt es hier gratis.

Frühlings-Soundtrack

Da ich gerade keine inspirierenden, philosophischen, persönlichen Themen auf der Zunge habe, dachte ich, inspiriert von dem Konzertbesuch letztes Wochenende, poste ich mal meinen Frühlingssoundtrack. Ich mache das super gerne, also zu bestimmten Anlässen Soundtracks (meist so 10 Songs) zu erstellen mit Songs, die für mich den Anlass repräsentieren oder Erinnerungen dazu wachrufen. Für die Jahreszeiten mache ich das auf jeden Fall immer und für mich ist der Frühling so der sanfteste Monat, also ballere ich euch nicht nur mit Black und Death Metal zu, so wie im Winter. Hier also mein Frühlings-Soundtrack:

Mogli – Earth
Dio – Holy Diver
Sonata Arctica – Tallulah
Soap&Skin – Me and the Devil
Gojira – L’enfant sauvage
Graveyard – Hisingen Blues
Parkway Drive – Wild Eyes
Free Flow Flava – Raijin
Manegarm – Es snara av guld
Patti Smith – Because the Night
The Halo Effect – Gateways

SPOTIFY:

am hals | Der Dienstag dichtet


Der Dienstag ist für mich Gedichtetag. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichtenden findet ihr am Ende.

am hals
um den hals schmeichelt. sanft ist es, streichelnd,
schick. kleine fäden, ein muster. blümchen, ein
schleifchen. stoff, ein bisschen metal hinten.
verschließt. kitzelt manchmal, wenn es sich bewegt.
gibt halt.
als würden sich hände um meinen hals schließen.
als würden sie zudrücken.
du brauchst nicht atmen.
nichts machen.
nichts.
du bist.

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Es ist ein tolles Gefühl, anderen zu helfen | Gedankenkritzelei

Das ist kein wissenschaftlicher Text, sondern eine Gedankenkritzelei. Jeden Freitag schreibe ich über etwas, das mir auf dem Herzen liegt. Wenn ich etwas wissenschatftlicher werde, bemühe ich mich keine Falschinformationen auf den Weg zu bringen. Wenn das doch passiert, lasst einen Kommentar da. Ebenso, wenn ihr Lust zu diskutieren habt oder wenn ihr eine virtuelle Umarmung braucht. Die gibt es hier gratis.

Es ist ein tolles Gefühl, anderen zu helfen

Es ist ein tolles Gefühl, wenn man jemanden an der Kasse vorlässt, weil der*diejenige wenige und man selbst viele Teile hat oder das Gefühlt bekommt, die Person hat es eilig. Das Danke und das Lächeln, die entspannten Schultern, wenn der Zeitdruck kleiner wird, machen jede Minute wett, die man länger an der Kasse wartet.

Es ist ein tolles Gefühl, für jemanden aufzustehen, der in Bus oder Bahn Schwierigkeiten hat, stabil zu stehen. Das Danke und das Lächeln, die Erleichterung im Gesicht, machen jeden angespannten Muskel wett.

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der versteckte winter | Der Dienstag dichtet


Der Dienstag ist für mich Gedichtetag. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichtenden findet ihr am Ende.

der versteckte winter

während der ersten frühlingsstürme betrinken
wir uns gierig an sonnensichtungen, nehmen
eine nase schneeglöckchen und knabbern an
den ersten grünen knospen der bäume. noch
einmal an der osterglocke lecken, dann ist
sonnenzeit. hierzulande. woanders kauert
winterwetter zwischen engen häuserfluchten.
pustet dort jemand in eine schneewehe, spürt
man hier ein leichtes tief, wie es sich mit eisiger
kälte auf die frühlingshaften gedanken legt

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