Areca | Writing Friday

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Dies ist ein Text zu der Aktion „Writing Friday“ von Elizzy. Jeden Freitag wird zu einem der vorgegebenen Themen veröffentlicht. Die aktuellen Themen und eine Liste aller Teilnehmer findet ihr auf Elizzy’s Seite.

Heute mal wieder etwas mit Twist. Damit ich nicht spoilere, steht das Thema, dass ich bearbeitet habe, am Ende der Geschichte.

Areca

Es war nachts und ich atmete tief ein. Der Vollmond ließ den kleinen Hinterhof in eigenartigem Licht erstrahlen. Die Büsche raschelten im sanften Wind und ließen ihre Schatten wie Puppen tanzen. Mir schauerte es ein wenig und ich fror, als ich mich langsam aufrichtete.

Ich lag in einem großen Haufen Erde neben dem Kompost. Es roch nach faulenden Bananen und Moos. Vorsichtig versuchte ich mich zu bewegen, aber ich steckte etwas in dem Boden fest. Gottseidank hatte es die Nacht geregnet und der Boden war locker, sodass ich mit einem kurzen Ruck, alles von mir befreien konnte. Freiheit. Ich streckte meine Arme aus und ließ sie von dem Wind umspielen. So lebendig hatte ich mich schon lange nicht mehr gefühlt. Um genau zu sein, war ich es auch lange nicht gewesen.

Ich erinnerte mich nur wenig an die traurigen Gesichter, als man mich hierherbrachte, erinnere mich wie schwach ich mich fühlte. Dann endet meine Erinnerung und beginnt mit der heutigen Nacht. Ich fühlte mich eigenartig stark, als könnte ich Bäume ausreißen. Vorsichtig hob ich meinen Torso, meine Arme hinterließen dabei Spuren in dem Dreck.Weiterlesen »

Die Masken | Telling Pictures meets Horror

Horrorstories

Dies ist ein Text zu der Aktion „Telling Pictures“ von Caymon. Ziel ist es bis zum 31.06. eine Geschichte zu einem der vorgegebenen Bilder zu schreiben. Ich habe mich entschieden eine Horrorgeschichte aus der Aufgabe zu machen und zu folgendem Bild geschrieben *klick*. Viel Spaß beim Gruseln. 😉

Die Masken

Martina zog den nächsten Papierfetzen durch den Kleister, dann nahm sie den getränkten Schnipsel und klebte ihn auf die Form. Langsam und gekonnt glättete sie die Oberfläche. Noch ein bis zwei Papierfetzen auf die Wange, dann hatte die Maske ihre richtige Form. Zum Abschluss pinselte sie vorsichtig etwas Kleister über alle Enden, dann war auch diese Maske fertig.

Die sechzigste. Was hatte sie sich nur bei diesem Kunstprojekt gedacht? Hätte sie nicht wie ihre Atelierkollegin einfach etwas aus Kunststoff formen können? Nein, es mussten wieder diese Masken sein, die sich durch ihren künstlerischen Werdegang zog, wie sie die Papierschnipsel durch den Kleister.

Martina erschrak als sie ein leises Lachen hinter sich hörte und drehte sich schnell um, doch dort war nichts. Sie atmeten tief durch. Anscheinend war sie überarbeitet und dreht langsam durch.  Kein Wunder, es war 2 Uhr nachts und sie arbeitete bereits seit dreizehn Stunden. Die Masken, die sie eben gefertigt hatte, würden die letzten sein. Sie musste sie noch bemalen, dann hatte sie genug, um ihre Installationen anzufertigen. Aber nun musste sie sie erst einmal trocknen lassen.Weiterlesen »

„Nachts im Park“ | abc.etüden 17+18

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*Dies ist ein Text zu den abc.Etüden von Christiane. Ziel ist es 3 Worte in 300 Zeichen unterzubringen. Die Schreibeinladung für die Wochen 17.18 beinhaltet die Worte „Kartoffel“, „anzüglich“ und „bevormunden“, gesponsort von Agnes Podczeck .*

Mal wieder eine kleine Horrorgeschichte, die allerdings nicht so super gruselig ist. Nach der Idee, wie ich eine Kartoffel unterbringe, hat der Text ein Eigenleben entwickelt und ist irgendwie in die Richtung gedriftet.
Wer nach dem Lesen wissen möchte, was es mit der Kartoffel auf sich hat: https://de.wikipedia.org/wiki/Kartoffelbefehl (siehe Grabstein).

Nachts im Park

Luise stolperte über eine Kartoffel. Ihre Angst wich einen Moment der Überraschung. Was zur Hölle machte eine Kartoffel mitten auf dem Weg?

Tap tap, tap tap.

Sie hatte keine Zeit Nachforschungen anzustellen, dieser seltsame Typ war noch hinter ihr. Ursprünglich wollte sie mit ihrem Freund romantisch durch Park Sanssouci zu spazieren, doch das hatte sich nach einem fiesen Streit erledigt. Da sie sich nicht durch die Umstände bevormunden lassen wollte, hatte sie beschlossen, trotzdem durch den Park zu laufen. Wenigstens ein paar hübsche Bilder würden das in Mondlicht getauchte Schloss und die wundervollen Gärten ergeben.Weiterlesen »

„Die etwas andere Liste“| Writing Friday KW 17

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* Dies ist ein Text zu der Aktion „Writing Friday“ von Elizzy. Jeden Freitag wird zu einem der vorgegebenen Themen veröffentlicht. Die Liste aller Teilnehmer findet ihr auf Elizzy’s Seite. *

Thema: Erstelle eine Pro und Contra Liste: “Wieso man mit Lesen beginnen sollte”, für jemanden, der nicht gerne liest

Es gab schon so viele gute Listen zu dem Thema, da dachte ich, ich überziehe das mal ein bisschen. Daher, hier…

Die etwas andere Pro- und Contra-Liste

Pro

  • Mit schweren Büchern hat man immer eine Waffe gegen Einbrecher im Haus
  • Man hockt mehr drinnen und blass ist diese Jahr wieder en Vogue
  • Abenteuer zu „erlesen“ ist ungefährlicher, als sie zu erleben
  • Mit MP3-Player im Ohr und Buch in der Hand quatscht einen niemand an – vielleicht kann man so auch Kontrolleure umgehen
  • Die bunten Einbände helfen dabei mehr Farbe in die Wohnung zu bekommen
  • Wenn man genug Krimis liest, weiß man wie man Leichen entsorgen muss
  • Wenn man genug Liebesgeschichten liest, weiß man, wie man es NICHT machen sollte

Contra

  • Man sieht intellektuell aus und es ist besser unter- als überschätzt zu werden
  • Lesen bildet und man weiß allgemein, dass sich dumm glücklicher lebt und in gewissen horizontalen Situationen einen besseren Ruf genießt
  • Es kurbelt die Fantasie an und dann muss man sich mit sich beschäftigen statt dem Smartphone
  • Weniger Zeit fürs Smartphone

„800 Meter“ | Horror Stories

Horrorstories

Ich hatte mir vorgenommen, mehr im Bereich Horror zu schreiben, nachdem ich eine kleine Horrorgeschichte für den Writing Friday geschrieben habe. Das hier ist die zweite Geschichte, die ich verfasst habe. Ich bin nicht ganz zufrieden, weil sie sehr klassisch gerworden ist, aber bevor sie noch länger auf meiner Festplatte versauert, poste ich sie.

Ach ja, es ist nicht unbedingt schlau, eine Horrorgeschichte über den eigenen Arbeitsweg zu schreiben. Nach der ersten Version musste ich jeden Morgen TKKG hören, um mich abzulenken.

800 Meter

Ich laufe jeden Morgen zur Arbeit. Bei Sonne, Wind, Regen, Schnee. Wenn morgens noch Dunkelheit herrscht oder die Sonne schon aufgegangen ist. Das Laufen hilft mir meine Arbeit an der Arbeit zu lassen und mein Zuhause eben Zuhause. Ich laufe mich frei, auf 2,5 Kilometern.

Es ist gerade Winter und der kürzeste Tag im Jahr nähert sich immer schneller. Wenn ich um 6 Uhr das Haus verlassen, ist es dunkel, wenn ich später als gewöhnlich heimgehe auch. Bisher hat mir das wenig ausgemacht. Ich laufe ausschließlich an Straßen entlang, die stark bis mittel befahren sind. Erst links bei mir raus über eine kleine Promenade, dann eine stark befahrene Straße mit mehreren Ampeln hoch und dann gerade aus in die weiterführende Straße, die von vielen Autos befahren wird, die den gleichen Arbeitsweg haben wie ich. Nur der kleine Tunnel, kurz vor dem Parkplatz meiner Firma ist etwas unheimlich. Etwas Erschreckendes ist mir dort aber noch nie passiert.
Dafür aber in der Straße vor dem Tunnel, die ich für gut 800 Meter entlanglaufe. Sie führt serpentinenartig den Berg hinab und über eine kleine Brücke. Es gibt keine Alternative, die nicht einen massiven Umweg darstellen würde. Selbst der Bus fährt hier lang.Weiterlesen »

„Verfolgt“ | abc.etüden 6+7

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Dies ist ein Text zu den abc.Etüden von Christiane. Ziel ist es 3 Worte in 300 Zeichen unterzubringen. Die Schreibeinladung für die Wochen 06.07 beinhaltet die Worte „Winterreifen“, „eifersüchtig“ und „stolpern“.

Ich habe mir vorgenommen mich ein wenig im Genre Horror auszutoben. Irgendwie haben die Wörter ganz gut dazu gepasst.
Falls übrigens jm. ein besserer Titel einfällt, gerne her damit, mir fiel partout nichts ein.

 

Verfolgt

Anka war außer Atem. Schweiß rann ihren Rücken hinunter und durchweichte ihr Viskoseshirt. Sie kauerte sich vor einen Holzschuppen, zwischen einen Stapel Winterreifen und eine Schubkarre. Nicht das beste Versteck, doch sie traute sich noch nicht zu dem angrenzenden Wald zu rennen. Dafür brauchte sie mehr Kraft.

Es roch nach Heu und Benzin. Nach und nach kämpfte sich der Mond durch die dicke Wolkendecke.Weiterlesen »