Ich war früher ein Pick Me-Girl | Gedankenkritzelei

Das ist kein wissenschaftlicher Text, sondern eine Gedankenkritzelei. Jeden Freitag schreibe ich über etwas, das mir auf dem Herzen liegt. Wenn ich etwas wissenschatftlicher werde, bemühe ich mich keine Falschinformationen auf den Weg zu bringen. Wenn das doch passiert, lasst einen Kommentar da. Ebenso, wenn ihr Lust zu diskutieren habt oder wenn ihr eine virtuelle Umarmung braucht. Die gibt es hier gratis.

Ich war früher ein Pick Me-Girl

Ich war früher mal ein Pick-Me-Girl, allerdings gab es die Bezeichnung früher noch nicht. Sie kam erst mit Social Media auf, ebenso wie das an der Pranger-Stellen, wenn man sich so verhält. Nicht, dass das eine besonders tolle Einstellung wäre, aber statt dagegen zu hetzen, wäre es nicht spannender zu fragen, warum sich einige so verhalten und wie man helfen kann die Perspektive zu ändern?

Was ist ein Pick Me-Girl?

Laut Definition ist ein Pick Me-Girl eine weiblich gelesene Person, die sich bei Männern beliebt machen will, in dem sie andere Frauen oder Weiblichkeit abwertet. Am einfachsten kann man es wohl mit der Aussage „Ich bin nicht wie andere Mädchen/Frauen“ erklären. Man sei werde so zickig, noch kompliziert, noch Fan von Romantik, stattdessen mag man halt so Männersachen. Im Prinzip ist es ein Spiel mit Klischees, die Hollywood gerne in Filmen verarbeitet.

Warum ich eines war

Ich habe den Satz, dass ich nicht wie andere Frauen bin auch regelmäßig gedacht und leider auch ausgesprochen. Dabei wollte ich mich nicht bei Männern per se attraktiv machen, sondern mich von den Klischees abgrenzen, die meinem eigenen Geschlecht nachgesagt werden, allen voran, dass Frauen/Mädchen schwach sind. Ich wollte stark sein und wenn das hieß, Männerklischees zu erfüllen, war das okay vor mich. Es hat mir geholfen, mich besser zu fühlen, mir einen Identifikationspunkt gegeben in einer Zeit, in der ich absolut nichts mit mir selbst anzufangen wusste. Warum? Ich wollte nicht so sein wie meine Mutter und für mich war meine Mutter einer Bild der Schwäche und irgendwie auch meiner verdrehten Vorstellung von Weiblichkeit.

Warum ich keines mehr bin

Ich hätte gerne jemanden gehabt, der mir gesagt hätte, dass Blumen mögen, keine Schwäche, sondern einfach eine Präferenz ist, dass auch Männer Blumen mögen und dass es „die Frau“ mit „den Eigenschaften“ einfach nicht gibt, egal wie oft einem das Filme und Serien weiß machen wollen. Die 2000er waren, was das anging, echt schrecklich. Stattdessen habe ich mit der Zeit Frauen entdeckt, die stark sind und Blumen mögen. Ich habe Vorbilder gefunden, die mir gezeigt haben, dass das, was ich mag, nichts damit zu tun hat, ob ich mehr oder minder weiblich bin und das schon überhaupt nichts mit Schwäche zu tun hat. Stark ist es, das zu mögen, was man mag, egal was andere darüber denken.

Warum Pick-Me-Bashing nicht hilft

Pick-Me zu sein stammt sicher nicht nur bei mir aus Unsicherheit und viele merken wahrscheinlich gar nicht, dass sie dadurch Weiblichkeit als etwas Negatives darstellen. Ich wollte nie andere Mädchen/Frauen als minderwertig darstellen und trotzdem habe ich das getan. An den Pranger zu stellen ist nicht hilfreich, stattdessen sollten wir Motive hinterfragen, Vorbilder hervorheben und versuchen unsere Geschlechterrollen von Zuschreibungen wie Stärke und Schwäche loszulösen.

Ich erwische mich trotz Blumen-Tattoo manchmal noch dabei, wie ich mich gedanklich über mein Bild von Weiblichkeit stelle, aber heute weiß ich, dass es aus Unsicherheit und Angst geschieht. Ich arbeite an meiner inneren Stärke, denn die hat nichts mit meinem Geschlecht zu tun, sondern damit, ob ich zu dem stehen kann, wer und wie ich bin, was ich mag und wer ich sein möchte.

Warum ich „Erziehung“ doof finde | Gedankenkritzelei

Das ist kein wissenschaftlicher Text, sondern eine Gedankenkritzelei. Jeden Freitag schreibe ich über etwas, das mir auf dem Herzen liegt. Wenn ich etwas wissenschatftlicher werde, bemühe ich mich keine Falschinformationen auf den Weg zu bringen. Wenn das doch passiert, lasst einen Kommentar da. Ebenso, wenn ihr Lust zu diskutieren habt oder wenn ihr eine virtuelle Umarmung braucht. Die gibt es hier gratis.

Warum ich „Erziehung“ doof finde

Gerade macht mein Sohn eine eigenartige Phase durch, in der er viel Grenzen austestet und sehr schnell wütend wird. Ich reagiere sicher nicht immer richtig, aber ich bemühe mich ruhig zu bleiben. Auf jeden Fall hat mich diese etwas intensivere Phase dazu verleitet über „Erziehung“ nachzudenken“.

Das Wort Erziehung

Ich mag das Wort nicht. Vielleicht weil es inflationär benutzt wird, wenn es um „schlechtes Benehmen“ geht, außerdem klingt es nach Dressur, als könnte man als Eltern ein Handbuch nehmen und das Kind danach so formen, dass es der Gesellschaft in den Kram passt. Dasselbe gilt für die Wörter „Benehmen“ und „Manieren“. Das sind so Luftschlosswörter, die kaum jemand hinterfragt, obwohl sich dahinter ganz viel Unfug verbirgt.

Benehmen und Manieren

Gutes Benehmen und Manieren sind bis zu einem Grat sicher wichtig, damit man von der Gesellschaft akzeptiert wird, aber alles ohne Hinterfragen zu machen, ist auch Quatsch. Mir ist zum Beispiel aufgefallen, dass ich viele „Tischmanieren“ unsinnig bei Kindern finde. Warum sollte ich mein energiegeladenes Kind zwingen stillzusitzen? Solange er das Essen nicht rumträgt, darf er jederzeit aufstehen. Spielzeug ist am Tisch auch willkommen, solange das Essen dabei nicht vergessen wird. Im Restaurant ist das was anderes, aber der Unterschied ist ziemlich offensichtlich.

Was wichtig ist

Ich versuche ihm stattdessen beizubringen, dass man zu anderen nett sein sollte, damit Leute gerne Zeit mit einem verbringen. Anderen Schmerzen zuzufügen oder sich über sie lustig machen, sie auszugrenzen, all das führt dazu, dass andere einen nicht mögen. Man will ja auch selbst nicht mit Menschen Zeit verbringen, die sich so verhalten. Andere respektieren ist mir dabei soviel wichtiger, als dass mein Kind immer schön ruhig ist, nicht rumrennt oder nicht laut pupst. Gleichzeitig soll Rücksichtnahme aber auch nie bedeuten, dass man sich total verbiegt. Das finde ich weitaus schwieriger und wichtiger beizubringen, als gute Manieren.

Das Ziel und der Weg

Am Ende wird das Kind erwachsen und soll in unserer Gesellschaft klarkommen, vor allem aber soll es glücklich werden. Ich glaube nicht, dass ich die Kontrolle darüber habe und deswegen finde ich das Wort Erziehung so falsch. Mein Kind bringt bereits einen Charakter mit und er wird von vielen anderen Menschen auch geprägt. Das ist für mich etwas gruselig, aber ein Kind ist nun mal kein Roboter. Am Ende kann ich ihm nur zeigen, wie ich mich durch die Welt navigiere, wie ich sie wahrnehme. Ich erkläre, ich leite an, ich lebe vor und hoffe, dass er es schafft, sich selbst ein Leben aufzubauen, mit dem er im Großen und Ganzen zufrieden ist.

Ordentliches Chaos | Gedankenkritzelei

Das ist kein wissenschaftlicher Text, sondern eine Gedankenkritzelei. Jeden Freitag schreibe ich über etwas, das mir auf dem Herzen liegt. Wenn ich etwas wissenschatftlicher werde, bemühe ich mich keine Falschinformationen auf den Weg zu bringen. Wenn das doch passiert, lasst einen Kommentar da. Ebenso, wenn ihr Lust zu diskutieren habt oder wenn ihr eine virtuelle Umarmung braucht. Die gibt es hier gratis.

Ordentliches Chaos

Letzte Woche war viel. Nach Ostern war meine Schwiegermama bei uns, was an sich jetzt natürlich nicht stressig ist, aber meinen Alltag schon verändert und dann hatte mein Kind Geburtstag und ja das war definitiv Stress. Mit vollem Kopf habe ich zwar mehr Gedanken für Gedankenkritzeleien, aber die sind viel zu unsortiert, um sie aufzuschreiben. Ich komme mit Chaos per se gut klar, aber ich habe gerne die Kontrolle darüber und da dachte ich, ich versuche das ganze mal zu erklären und meine Liebe für Chaos zu deklarieren.

Minimalismus gleich Ordnung gleich Langeweile

Eigentlich wäre ich eine gute Kandidatin für Minimalismus, aber den finde ich absolut unerstrebenswert. Klar ist es einfacher, Ordnung zu halten, wenn man wenig besitzt, andererseits finde ich es ziemlich kalt. Viele mögen vielleicht die Vorstellungen dieser weiß/beigen super aufgeräumten Wohnungen, aber ich finde die einfach unwohnlich. Ich will mich selbst in lohnung wiederfinden, ich will, dass man sieht, das ich da lebe bzw. meine Familie da lebt. Ein paar Krümel hier, Katzenspielzeug mitten im Raum, Bilder an den Wänden, Bücher so sortiert, dass es nicht wie in einer Buchhandlung aussieht. Genauso geht es mir auch mit dem Alltag. Ich könnte weniger Hobbies haben, manchmal finde ich das sogar erstrebenswert, aber meine Hobbies machen mich glücklich.

Chaos mit System

Da ich also nicht in einer halbleeren ungemütlichen (in meinen Augen) Wohnung leben will und meine Hobbies nicht aufgeben kann, ohne weniger glücklich zu sein, muss ich also mit Chaos leben. Ich glaube, meine Liebe für To-Do-Listen habe ich schonmal in einer früheren Gedankenkritzelei kundgetan, aber das ist nicht meine einzige Art, Ordnung in mein Leben und meinen Kopf zu bringen. Die Listen sind erstmal nur dazu da, damit ich nichts vergesse und einige dienen mir als Motivation, zB für meine sportlichen Ziele.

Neben den 7 To-Do-Listen habe ich noch eine Reihe Dateien, die Ordnung für mich schaffen, z.B. eine mit Tabelle über meine Veröffentlichungen, eine mit Gedichten, die unveröffnetlich sind, falls ich mal dienstags keine Ideen habe und eine mit Ideen für künftige Gedankenkritzeleien. Das räumt meinen Kopf schonmal ganz gut auf. Was mir auch ein gutes Gefühl gibt, ist eine aufgeräumte Wohnung. Dabei muss aber nicht alles perfekt verstaut sein, aber Dinge haben feste Orte und auch das Chaos hat feste Orte. In jedem Raum gibt es eine Kruschteecke, in der Dinge landen, die ich nicht wegräumen kann oder will. Wenn in meinem Kopf trotz allem Chaos herrscht, räume ich das auf und der Akt erdet mich. An der Arbeit regiere ich btw. mit Excel-Listen und Whiteboard das Chaos.

Ich liebe mein ordentliches Chaos

Manchmal macht es mich irre und ab und an habe ich das Gefühl, dass mein Alltag eine riesige Flutwelle ist, aber ganz ehrlich, ohne das wäre ich nicht ich selbst und ich wüsste wahrscheinlich gar nicht wohin mit meiner ganzen kreativen und auch körperlichen Energie. Manchmal lasse ich das Chaos auch eine Weile regieren, weil gerade nichts wichtiges ansteht, aber spätestens nach einer Weile nervt es mich und ich schaffe wieder Ordnung und das ist für mich ein tolles Gefühl. Vielleicht ist meine Ordnung für andere auch nur gemanagtes Chaos, aber ich liebe es.

Was ich an meiner Zeit vor Kind vermisse | Gedankenkritzelei

Das ist kein wissenschaftlicher Text, sondern eine Gedankenkritzelei. Jeden Freitag schreibe ich über etwas, das mir auf dem Herzen liegt. Wenn ich etwas wissenschatftlicher werde, bemühe ich mich keine Falschinformationen auf den Weg zu bringen. Wenn das doch passiert, lasst einen Kommentar da. Ebenso, wenn ihr Lust zu diskutieren habt oder wenn ihr eine virtuelle Umarmung braucht. Die gibt es hier gratis.

Wir hatten das Wochenende eigentlich einen Gutschein für ein Hotel (hatte ich bei einer Challenge gewonnen) und da das Kind mittlerweile alleine bei Oma bleibt, wollten wir den einlösen. Ging auch bis Samstag Nachmittag gut, dann wurde mein Mann krank. Nuja, Leben halt und so. Über was es mich auf jeden Fall zum Nachdenken gebracht hat, ist Dinge, die ich vermisse seit ich ein Kind habe. Klar, ich liebe mein Kind und ich finde meinen Alltag mit Kind auch toll, aber es ist irgendwie schade, dass es so verpönt ist, darüber zu reden, dass man auch sein altes Leben vermisst.

Was ich an meiner Zeit vor Kind vermisse:

  • morgens im Bett liegen bleiben, solange man Lust hat
  • auf der Wiese liegen und lesen
  • Kranksein und im Bett oder auf Couch liegen, ohne Pflichten, ungestört
  • zu Essen, was ich will und wann, egal wie ungesund
  • einfach mal rumfluchen und jammern, wenn was beschissen läuft
  • vorm Fernseher Abendessen (ab und an)
  • meine Freizeit frei planen können
  • Metal Festivals
  • Urlaub ohne Kind, also keine Bettgehnzeiten etc.
  • mit meinem Mann Händchen halten
  • meinen Mann egal wann umarmen und küssen (ohne dass nach 3 Sekunden „Arm Arm Arm“ gebrüllt wird)
  • Theater, Konzerte, Partys
  • ausufernde Sportsessions
  • Klavierspielen (zu wenig Zeit und unten auf meine Prioritätenliste)
  • Wrestling live mitten in der Nacht schauen

Die Älterwerden-Geburtstags-Kurve | Gedankenkritzelei

Das ist kein wissenschaftlicher Text, sondern eine Gedankenkritzelei. Jeden Freitag schreibe ich über etwas, das mir auf dem Herzen liegt. Wenn ich etwas wissenschatftlicher werde, bemühe ich mich keine Falschinformationen auf den Weg zu bringen. Wenn das doch passiert, lasst einen Kommentar da. Ebenso, wenn ihr Lust zu diskutieren habt oder wenn ihr eine virtuelle Umarmung braucht. Die gibt es hier gratis.

Die Älterwerden-Geburtstags-Kurve

Ich habe mir anlässlich meines Geburtstages ein paar Gedanken zu Geburtstagen und Älterwerden gemacht und festgestellt, dass sich das bei mir über die Jahre hinweg sehr verändert hat. Einige veränderte Ansichten sind individuell, aber bei den Hauptfaktoren habe ich beobachtet, dass sie bei den meisten ebenso auftreten. Ein paar wirklich lose Gedanken dazu.

Die Kurve

Geburtstage an sich und Älterwerden verlaufen wie zwei Kurven zueinander und das ist, soweit ich es beobachtet habe, ziemlich universell.

Als Kind will man älter werden und das ist wichtig. Genauso wichtig sind aber Geburtstage, weil man da alle Aufmerksamkeit bekommt und Kuchen und Geschenke. Mein Kind wird 5 Jahre alt und redet darüber genauso oft wie über seinen Geburtstag und die Party.

Als junger Erwachsener tritt Älterwerden dann in den Hintergrund. Nach 18 oder 21 gewinnt man keine weiteren Freiheiten und Verantwortungen, warum also dem Älterwerden entgegenfiebern? Geburtstage an sich sind aber immer noch wichtig. Sie sind ein guter Grund, Party zu machen und sich was zu gönnen.

Danach verläuft die Kurve der Geburtstagsfreude etwas nach unten bis sie sich irgendwo einpendelt. Die meisten mögen den Tag, aber dass man da jetzt drauf hin fiebert, um Party machen zu können (ausgenommen runde Geburtstage) ist doch eher selten. Dafür tritt Älterwerden wieder in den Vordergrund inklusive der Implikation, dass der Körper altert und das Aussehen natürlich auch. Und einige erreichen den Punkt, wo einem beides egal ist, zumindest meinte meine Oma das mal. „Das ist nur eine Zahl und der Geburtstag ist nur ein Tag, an dem man backen muss.“

Wo ich rumkurve

Mir sind die Geburtstage an sich wirklich egal geworden und da das erst eine kürzliche Entwicklung ist, fällt sie mir besonders auf (auch hier wieder runde Geburtstage ausgenommen). Mir ist es auch furchtbar egal, wer mir gratuliert oder welches Geschenk ich bekomme. Das glaube ich, ist aber sehr individuell und sogar bei mir unterteilt. Ich möchte, dass, wenn mir jemand was schenkt, da ein Gedanke und ein Bemühen hintersteckt. Es ist eine Art um Zuneigung und Wichtigkeit zu zeigen. Ich bekomme lieber kein Geschenk, als eines, das lieblos ist.

Das Älterwerden ist mir nicht so egal. Nicht so wegen Aussehen, aber auch nur aus dem Luxus heraus, dass ich um einiges jünger aussehe, als ich bin, dank Genen und Gesichtszügen, die mit Jugend assoziiert werden. Was mich beschäftigt ist eher, dass mein Körper weniger einsteckt. Ich bin fit, aber weil ich so spät ein Kind bekommen habe, mache ich mir einige Gedanken darüber, wie mein Alter meine Beziehung zu meinem Kind sich entwickeln. Und dann beschäftigt mich noch, wie lange ich gesund und fit bin, um alles so machen zu können, wie ich es möchte.

Geburtstage und Alter sind irgendwie schwierige Themen. Manchmal wünsche ich mir wieder die Geburtstage herbei, die ein Highlight meines Jahres sind, aber dann denke ich daran, was für mich dabei ein Highlight wäre. Partys sind anstrengend und mir was gönnen, das will ich nicht nur auf einen Tag beschränken. Statt einem Geburtstag habe ich lieber viele besondere Tage, die mir zeigen, dass mich andere und ich mich selbst wichtig nehme.

Das Zeitumstellungsumstellungsproblem | Gedankenkritzelei

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Das Zeitumstellungsumstellungsproblem

Niemand will die Zeitumstellung und alle meckern. Warum zur Hölle gibt es die dann noch? Oh ja, weil es eine Handvoll Politiker nicht schafft, sich darauf zu einigen, ob wir zur Normalzeit zurückkehren oder zur Sommerzeit. Ich habe mich mal eingelesen und mir vorgenommen, euch damit ein wenig zu langweilen.

Das Grundproblem

Ich bin so genervt von der Zeitumstellung, weil, auch wenn ich damit kein Problem habe, mein Kind macht es müde und sauer und alle meckern. Vor allem, dass alle anderen meckern, macht mich mürbe. Eine Woche lange hört man mindestes einmal pro Tag jemanden sich beschweren. Wenn also einfach niemand die doofe Zeitumstellung will, warum gibt es sie noch? Der Vorschlag liegt seit nun acht Jahren im EU-Parlament rum, seit eine Kommission den Vorschlag gemacht hat, dass sich die Mitgliedsstaaten dauerhaft auf Standardzeit oder Sommerzeit einigen sollen.

Wo es hakt und was eine Lösung wäre

Einige wollen dauerhaft Sommerzeit, andere Standardzeit und einige finden den Wechsel gut (eigentlich nur Griechenland und Zypern). Partiell ist das verständlich, weil z.B. mit durchgehender Standardzeit die Sonne in z.B. Stockholm im Sommer mitten in der Nacht aufgehen würde. Andererseits hat das vor den 1970ern ja niemanden gestört. Nun ist es so, dass, statt das Problem anzugehen, die meisten Staaten schweigen und sagen, es gibt wichtigeres.

Warum nicht einfach die Zeitzone anders zuschneiden? Ich habe es schon mehrfach gelesen und bin sehr verwundert darüber, dass es im Parlament oder wenigstens in der Kommission, die wegen der Zeitumstellung beraten hat, nie Thema war. Ich verstehe, dass es viele wichtige Themen gibt, aber das wäre ein einmaliger Aufwand und dafür eine gesundheitliche und wirtschaftliche Entlastung aller Länder. 

Warum ist das so kompliziert?

Ich argumentiere natürlich aus der Sicht der Fußballmama (stehen am Spielrand und wissen alles besser, ohne selbst Teil des Spiels zu sein), aber manchmal frage ich mich, warum in der Politik vieles so furchtbar kompliziert ist. Es ist, als wären Regierungen (allgemein) Uhren mit so vielen Zahnrädern, dass einige vergessen haben, in welche Richtung sie sich drehen müssen und andere versuchen, sich in beide gleichzeitig zu drehen, weil sie vergessen haben, dass sie Zahnräder in einer Uhr sind (ja das Wortspiel in beabsichtigt) und wie es aussieht, müssen wir unsere Uhren wohl noch lange Zeit weiter zweimal im Jahr verstellen.

Quellen: Ich habe „Zeitumstellung EU Einigung“ gegoogelt. Es gibt unendlich viele Artikel dazu.

Ich mache einen Nachrichten-Urlaub | Gedankenkritzelei

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Ich mache einen Nachrichten-Urlaub

Ukraine, Iran, Naturkatastrophen – überall auf der Welt passieren schreckliche Dinge und sie dominieren die Nachrichten. Das Gute geht unter, weswegen ich auch meine guten News auf Social Media veröffentliche. Aber selbst trotz meines verschobenen Fokus, sind mir die Nachrichten gerade zu viel und ich habe beschlossen, mal einige Zeit uninformiert zu sein.

Der Zwang informiert sein zu müssen

Zum Erwachsensein gehört es dazu, über die Welt informiert zu sein. Meine Eltern haben immer die Tageszeitung gelesen und abends die Nachrichten gesehen, ebenso meine Großeltern. Und auch wenn ich verstehe, dass es wichtig ist, über Dinge, die einen selbst betreffen, informiert zu sein, damit man informierte Entscheidungen treffen kann, frage ich mich manchmal, ob man immer alles wissen muss, was in der Welt passiert. 

Zu viel

Es passiert einfach zu viel und es ist schwer abzusehen, was welche Auswirkungen auf das eigene Leben hat. Es passiert so viel, dass Mitleid ein wirklich abstraktes Gefühl wird. Wie kann man auch das Leid so vieler Menschen überhaupt erfassen, ohne daran zu zerbrechen? Unser Gehirn macht das ganz gut und schafft Distanz, aber nicht dauerhaft und bei vielen sickert trotzdem etwas durch. Ich bin sehr empathisch und wenn ich mitbekommen, dass Kinder leiden, habe ich oft das Gefühl, aus meiner Haut zu fahren. Ich kann das Gefühl schlecht beschreiben, aber der Anteil dabei, den ich am schlimmsten finde, ist die Hilflosigkeit. Ich kann erst mal nichts verändern und das überfordert mich manchmal.

Was ich nicht weiß…

Mitgefühl ist wichtig. Zu wissen, dass es meiner Familie hier im Verhältnis gut geht, ist wichtig, zu helfen, wenn nötig. All das fordert, dass man sich informiert, nur darf man sich dabei selbst nicht vergessen. Ich glaube, trotz aller Erwartungen, die man ans Erwachsensein hat, manchmal ist es nötig, ein paar Sorgen abzuschütteln, ein Stück weit wieder Kind zu sein, die Nachrichten zu ignorieren und sich auf den Tag, der vor einem liegt, zu konzentrieren.

Gerade ist mir das Leid auf der Welt zu viel und ich habe beschlossen aktiv Urlaub von den Nachrichten zu machen. Einiges wird trotzdem durchsickern, alleine schon, wenn ich nach guten News suche, aber die große Masse, die will ich eine Weile meiden. Ich brauche einen Nachrichten-Urlaub, ein wenig „in den Tag leben“, ein bisschen mehr Sorglosigkeit.

Eine hutfarbene Kurzgeschichte | Gedankenkritzelei

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Ich schreibe eigentlich für jede Runde der abc.etüden (Grüße an Christiane, falls sie das hier liest :)) eine Kurzgeschichte. Habe ich im Februar auch und dann habe ich sie vergessen zu posten. XD Sprechen wir von verpeilt. Da ich die Geschichte aber mag und mir gerade auch nichts anderes auf dem Herzen liegt, gibt es zu Gedankenkritzelei halt mal eine Geschichte von mir.

Hutfarben

Behutsam nähte er einen lilafarbenen Faden in das graue glänzende Innenfutter des Hutes ein. Dort wo der lilafarbene Faden verlief, schien das Grau ein wenig fröhlicher zu werden. Nur ein paar Zentimeter, kaum sichtbar und doch da. Von außen war der Hut schwarz, schlicht und unauffällig, wie seine künftige Trägerin. Er stellte sich vor, wie sie ihn trug, wie Tränen ihre Wangen hinunterfielen, während des letzten Grußes, und wie sie, wenn sie abends den Hut abnahm, ein kleines Leuchten in sich selbst vernahm. Lila. Für die Hoffnung, dass auch wieder hellere Tage kamen. Eigentlich war die Farbe egal, es ging um das Gefühl, dass er ihr mitgab. Lila vor Hoffnung war gängig, auch wenn die Bedeutung von den frühen Frauenbewegungen abgekupfert worden war.

Die Glocke klingelte und er nahm den Hut in die Hand. Die Tochter war überpünktlich. Als sie den Hut entgegennahm, rang sie sich ein Lächeln ab. Ein ’schön‘ formte sich auf ihren Lippen und verließ sie wieder ungesagt.

„Was ist der Unterschied zwischen einem Putzmacher und einem Hutmacher?“, fragte sie.

„Die Referenz zu Alice im Wunderland“, sagte er.

Sie lachte, kurz aber ehrlich.

„Sie können auch Hutmacher sagen. Ich bin da nicht so spitzfindig.“ Er machte einen Schritt zur Tür, weil er spürte, dass sie gehen aber nicht unhöflich sein wollte. „Grüße an ihre Mutter. Der nächste Hut wird einer mit vielen Farben. Rot oder Orange vielleicht.“

Sie nickte dankbar und ging durch die Tür, die er ihr nun offenhielt.

„Auf Wiedersehen“, hauchte sie im Vorbeigehen.

Er schloss hinter ihr ab. Heute würden keine Kunden mehr kommen und er brauchte die Ruhe, um herauszufinden, welche Farben er für den nächsten Hut verwenden sollte. Rebellisch war die Trägerin und der Hut sollte Glück bringen. Vielleicht wie ein Kleeblatt, überlegte er, und kramte nach dem grünen Filz.

Frühlings-Soundtrack | Gedankenkritzelei

Das ist kein wissenschaftlicher Text, sondern eine Gedankenkritzelei. Jeden Freitag schreibe ich über etwas, das mir auf dem Herzen liegt. Wenn ich etwas wissenschatftlicher werde, bemühe ich mich keine Falschinformationen auf den Weg zu bringen. Wenn das doch passiert, lasst einen Kommentar da. Ebenso, wenn ihr Lust zu diskutieren habt oder wenn ihr eine virtuelle Umarmung braucht. Die gibt es hier gratis.

Frühlings-Soundtrack

Da ich gerade keine inspirierenden, philosophischen, persönlichen Themen auf der Zunge habe, dachte ich, inspiriert von dem Konzertbesuch letztes Wochenende, poste ich mal meinen Frühlingssoundtrack. Ich mache das super gerne, also zu bestimmten Anlässen Soundtracks (meist so 10 Songs) zu erstellen mit Songs, die für mich den Anlass repräsentieren oder Erinnerungen dazu wachrufen. Für die Jahreszeiten mache ich das auf jeden Fall immer und für mich ist der Frühling so der sanfteste Monat, also ballere ich euch nicht nur mit Black und Death Metal zu, so wie im Winter. Hier also mein Frühlings-Soundtrack:

Mogli – Earth
Dio – Holy Diver
Sonata Arctica – Tallulah
Soap&Skin – Me and the Devil
Gojira – L’enfant sauvage
Graveyard – Hisingen Blues
Parkway Drive – Wild Eyes
Free Flow Flava – Raijin
Manegarm – Es snara av guld
Patti Smith – Because the Night
The Halo Effect – Gateways

SPOTIFY:

Es ist ein tolles Gefühl, anderen zu helfen | Gedankenkritzelei

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Es ist ein tolles Gefühl, anderen zu helfen

Es ist ein tolles Gefühl, wenn man jemanden an der Kasse vorlässt, weil der*diejenige wenige und man selbst viele Teile hat oder das Gefühlt bekommt, die Person hat es eilig. Das Danke und das Lächeln, die entspannten Schultern, wenn der Zeitdruck kleiner wird, machen jede Minute wett, die man länger an der Kasse wartet.

Es ist ein tolles Gefühl, für jemanden aufzustehen, der in Bus oder Bahn Schwierigkeiten hat, stabil zu stehen. Das Danke und das Lächeln, die Erleichterung im Gesicht, machen jeden angespannten Muskel wett.

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