ich bin dann mal weg | Der Dienstag dichtet

Der Dienstag ist für mich Gedichtetag. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichtenden findet ihr am Ende.

ich bin dann mal weg

ich bin dann mal weg. adieu. tschaui,
tschüss. sanfter reisewind weht durch
meine haare und ein strohballen über
den smartphonescreen. können mich
alle mal, vor allem der alltag. ciao. salut.
dag. rattern unterm hintern und weniger
rattern im kopf. bye bye. peace out.

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bilder und worte | Der Dienstag dichtet

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bilder und worte

ein polaroid meiner vergangenheit. ich
lege ein fotopapierfoto daneben. mein
handy mit tausend schnappschüssen.
ein bild sagt mehr als tausend worte.
tausend bilder sagen mehr als mein kopf
erfassen kann. von allen seiten, unten,
oben, nah, fern, anderes licht. alle gleich,
alle anders.
vorbei.
ein wort sagt mehr als tausend bilder.

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ich spüre | Der Dienstag dichtet

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ich spüre

wenn töne auf meinem trommelfell
tanzen. wenn bässe meine cochlea
in schwingung bringen. meine füße
werden durch die flimmerhärchen
geleitet. wippen, kreisen, zittern,
surren. die frequenz schiebt steine
über erdigen untergrund.
ich spüre.

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sonnenbrille mit scheuklappen | Der Dienstag dichtet

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sonnenbrille mit scheuklappen

kein stoff auf dem oberschenkel, nur
erbsen und matratzen darunter. blau
flecken prinzessin. ein kühler wind
weht um die nase, wischt flimmernde
luft aus augenwinkeln. jetzt sieht man sie
lauern. zwischen dem dreck unter den
fingernägeln. wie ein wildes tier. zähne,
krallen, ein grollen, reißen, ein leichtes
zittern. außerhalb wird es laut. nach mir
und so. sonnenbrille mit scheuklappen,
nagellack und der neuste sommerhit.

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es brennt | Der Dienstag dichtet


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es brennt

lava auf den bildschirmen. sanft
wehen feuerstürme über graues
gras. die luft flackert als du mir
einen strohhalm reichst. ein wenig
zittert meine hand. ein wenig flattert
mein durchgeschwitztes herz.
im takt der steigenden farben.
seufzen. ich wünschte es wäre
wieder mehr weniger.

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schwarze farbe | Der Dienstag dichtet


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schwarze farbe

in den haaren ziept die schwarze farbe. zu
weich sind sie geworden. nicht stark genug,
um die ohren zu verdecken.
weißt du.
in den haaren reißt die schwarze farbe. verdeckt
die gedanken. nicht gehört. nicht gesehen. nicht
gesprochen. nicht gedacht.
in den haaren.
die schwarze farbe. manchmal rot.

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kritik | Der Dienstag dichtet


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kritik

fühlt sich an, als hätte jemand kerosin über
meine worte geschüttet. ein kleines loch im
herzen, eine stichflamme im ego. ich wünschte.
also hätte ich bloß. das ist besser. mhm. ja. oh.
vielleicht bläst der sturm nicht die flammen fort,
aber die zweifel. und dann ist es ein bisschen wie
mit dem phönix und der asche. nur die asche bin
ich. ein bisschen beschämt. viel mehr. freier.

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blaue küsse | Der Dienstag dichtet


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blaue küsse

manchmal bleiben deine küsse als blaue
flecke zurück. rote punkte, geschwollen,
enpfindlich. sanft streichele ich über das
blau, das grün, das beinahe braun. denke
an deine zarten lippen und schmerzvollen
schwüre. momente zwischen laken.
nach ein paar tagen sehe ich nur noch
blasse erinnerung. dann sehne ich mich
nach dir und der tiefe, die du auf und in
mir hinterlässt.

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suche | Der Dienstag dichtet


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suche

ich träume vom paradies. eine
karte habe ich. und eine mauer.
die schiebe ich vor mir her, als
wäre sie ein räumschild.
ich träume
und dann suche ich. verstehen.
das. alles. auf der karte sind nun
linien. meine. kritzelig. irgendwie
ich. aber die mauer ist noch da.
bisschen efeu wächst. schick.

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der gedanke ist frei | Der Dienstag dichtet


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der gedanke ist frei

flattert in mir. wie ein warmer atem sauste er
durch mein kornfeld. ich hänge windspiele
auf und freue mich über den klang. als aus
dem hauch eine wahrheit werden soll, wird
es windstill. ein falter. grauschwarz flattert
noch in meinem augenwinkel.

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