Der Dienstag ist für mich Gedichtetag. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichtenden findet ihr am Ende.
windige elfchen
windzerzaust meine seele flattert im wind die gedanken gut durchlüftet sturmverliebt
*
atemlos verengte brust durch ein sturmhoch in meine gerümpfte nase lungenvoll
*
blättertanz noch sanft rüttelt der wind an den zweigen vergangener sommererinnerungen
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die treppe
schicht um schichte stapele ich alle kleidung, die ich einmal besessen habe und die ich noch besitzen werde, aufeinander. eine hose, die nur ein paar monate modern war. ein paar schuhe, die zwar schick, aber nicht zum laufen gedacht waren. das grüne shirt, das nur für diesen einen anlass gekauft wurde. wenige sachen haben löcher, wenige sehen verbraucht aus. kaum eines wurde geflickt, ausgebessert, umfunktioniert. schicht um schicht stapele ich viskose, polyester, baumwolle, wachs, gore tech, kunstleder, echtes leder, das als kunstleder verkauft wurde. stapele faden auf faden und faser auf faser bis mein monument endlich steht und ich auf weichen treppenstufen bis zum mond hinaufsteige.
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auf sanften pfötchen
auf sanften pfötchen schnurrt sich eine befellte nase in meine federleichten träume. schmiegt sich an. eine katzenfeder kitzelt. kaum spürbarer atem streift meine haut. autsch. zuviel kralle, zu wenig stoff dazwischen. kichern, leises maunzen. ein perfekter morgen.
Mit diesem Gedicht möchte ich auf einen kleinen Tierschutzverein aufmerksam machen, die gerade struggeln, weil sie zu viele streunende Katzen und zu wenig Hilfe und Geld haben. Wenn ihr überlegt ein Kätzchen zu adoptieren oder vielleicht ein bisschen Geld übrig habt, schaut bei Divis Kleine Farm & Freunde vorbei.
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idyllisch
die blätter der bäume rauschen im wind, ein kleines bächlein plätschert und ein paar vögel singen fröhliche lieder. man könnte meinen, dass, wenn man in diese idylle etwas schlimmes hineinbrüllt, dass es dann genauso schlimm herausbrüllt. doch die blätter rauschen, das bächlein plätschert. nur die vögel sind kurz still. man könnte meinen, dass so ein brüllen folgen hat, bis der wald so tut, als hätte ihn nie etwas gestört und die vögel ihre lieder beenden.
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Bin wieder zurück aus dem Urlaub.
voll leer
dann weht durch meine leeren räume ein wind. ausgemistet, ballast abgeworfen, abstand gewonnen. frei geräumt. leer. und dann nehme ich alles und werfe es hinein. weil leere manchmal schwerer zu ertragen ist, als das zuviel und zu voll. und dann wünsche ich mir die leere herbei. weil es schwer ist zu denken, wenn alles laut und voll ist.
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Ein Gedicht aus dem Urlaub. Freitag bin ich wieder da und hole eure Gedichte nach
millimetergroße erinnerungen
klebt an meinen füßen, händen, oberschenkeln, pobacken, am handtuch, der kleidung, in den schuhen, der tasche. sandkörnchen. sogar in der haarbürste finde ich sie. und dann zuhause im koffer und im wäschekorb nach dem waschen. millimetergroße erinnerungen an schöne meermomente.
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ich bin dann mal weg
ich bin dann mal weg. adieu. tschaui, tschüss. sanfter reisewind weht durch meine haare und ein strohballen über den smartphonescreen. können mich alle mal, vor allem der alltag. ciao. salut. dag. rattern unterm hintern und weniger rattern im kopf. bye bye. peace out.
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bilder und worte
ein polaroid meiner vergangenheit. ich lege ein fotopapierfoto daneben. mein handy mit tausend schnappschüssen. ein bild sagt mehr als tausend worte. tausend bilder sagen mehr als mein kopf erfassen kann. von allen seiten, unten, oben, nah, fern, anderes licht. alle gleich, alle anders. vorbei. ein wort sagt mehr als tausend bilder.
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ich spüre
wenn töne auf meinem trommelfell tanzen. wenn bässe meine cochlea in schwingung bringen. meine füße werden durch die flimmerhärchen geleitet. wippen, kreisen, zittern, surren. die frequenz schiebt steine über erdigen untergrund. ich spüre.
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sonnenbrille mit scheuklappen
kein stoff auf dem oberschenkel, nur erbsen und matratzen darunter. blau flecken prinzessin. ein kühler wind weht um die nase, wischt flimmernde luft aus augenwinkeln. jetzt sieht man sie lauern. zwischen dem dreck unter den fingernägeln. wie ein wildes tier. zähne, krallen, ein grollen, reißen, ein leichtes zittern. außerhalb wird es laut. nach mir und so. sonnenbrille mit scheuklappen, nagellack und der neuste sommerhit.