Tick | Der Dienstag dichtet

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Da ich kaum Gedichte schreibe, habe ich den Dienstag zum Gedichte-Tag erklärt und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt.
Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben.
Mit von der Partie sind bisher
Stachelbeermond
Mutigerleben
Wortgeflumselkritzelkram
Schaut doch auch bei ihnen vorbei!

 

Tick

Es ist fünf vor Mitternacht. Ich liege
im stählernen Bett. Ohnmacht macht
sich breit. Ohne Macht. Macht Komma
ohne. Nur in Uhren können Sekunden
an Minuten hängen bleiben. Alle anderen
rechnen in Jahrzehnten. Tick tick. Nie
tock und doch greife ich nicht zu dem
Zeiger und werfe ihn in deine Augen.

Ich bin wie du.

Unsere Rädchen knirschen leise. Die
Federn springen aus dem Stahlrahmen.
Das Bett hält. Hier. Dort. Wo sie Betten
aus Glas bauen, hört man es klirren. Ich
und du. Es gibt so viel zu sagen, soviel
Stahl zu schmelzen. Ich stehe auf und
repariere die Uhr. Vielleicht wollen die
anderen die wahre Zeit lesen. Tick

Tock.

Danach davor | Der Dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte schreibe, habe ich den Dienstag zum
Gedichte-Tag erklärt und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über
etwas, das mich gerade bewegt.
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Stachelbeermond
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Kennt ihr dieses Gefühl, wenn man aus dem Urlaub kommt und gleich wieder zurück möchte? Oder wenn man jährlich eine Veranstaltung besucht? Ich hab versucht dieses Gefühl in ein Gedicht zu fassen.

 

Danach davor

Ein sanfter Wind weht durch meinen
Kopf. Treibt Staubballen durch die
Räume meines herzförmigen Saloons.
Ein Piano spielt Kontra, ein Bass die
Violine dazu. Wehmut macht sich
breit, ein Gefühl von Vermissen von
freudigem Erwarten. Danach ist davor
und dazwischen liegt die Sehnsucht.
Schöne Erlebnisse werden zu schönen
Erinnerungen. Bis zum nächsten Mal.

Sie | Der Dienstag dichtet

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Da ich kaum Gedichte schreibe, habe ich den Dienstag zum
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Heute von mir mal etwas Politisches, aus aktuellem Anlass.

 

Sie

Sie hören nicht. Sie sehen nicht. Sie
glauben. An unbeschriebenen Wänden
regiert ihre Angst wie Schatten. Ein
wütendes Huschen. Laut marschiert ihr
Zorn wie Zinnsoladten über schwingende
Brücken. Im gleichen Takt. Achtung.
Vorsicht. Warnung. Halt! Ruft ihre Angst
und baut alte Mauern wieder auf. Nein.
Will ich rufen. Doch sie hören nicht. Wartet.
Will ich in ihren Wind zeichnen, doch sie
sehen nicht. Der Boden bebt. Pochen. Sie
sind wir. Ein Teil davon und ich will nicht
fliehen.

Mein Leib im Grünen | Der Dienstag dichtet

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Mein Leib im Grünen

Meine Blätter werden langsam rot, gelb,
braun. Mein Leib im Grünen. Wartet,
erwartet, verwartet. Die Zeit läuft vor
bei an um mir mein mich ich. Ich. Meine
Zielfahnen stecken wie bunte Gefühle
im Leben. Ich habe diesen einen Zettel
verlegt, im Sandkasten vergessen. Wie
feinste Körnchen. Ich drehe die Spieluhr
herum. Es rieselt. Nur hinauf. Die Kinder
spielen Burgbauen. Ich setze mich.

Daneben.

Die Lebenden gehen weiter, vorbei  am
Sandkasten. Die Burg ist zu hoch und Poes
Herz klopft gegen die Zeiger. Ich verweile.

Tick. Tock. Wann fällt der Schorf ab?

Abschiedsleben | Der Dienstag dichtet

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Abschiedsleben

Auf hellblauen Feldern steht sie in
einem Meer voller Gesichter. Ihre
Schiffe kennen nicht bekannt, nur
endlos. Weit und ungewisd. Sie trägt
ein Auf Wiedersehen als Abzeichen auf
der Mütze. Das war ehrlicher als ein
Bis Bald und netter als ein Nimmermehr.
Ihr rückblickendes Taschentuch weht
im salzigen Abschiedswinken. Den Anker
musste sie schon gestern abgeben.

Ein leeres Haus | Der Dienstag dichtet

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Dieses Gedichte hatte ich eigentlich letzte Woche geschrieben, war dann aber nicht zufrieden, weil es schon sehr abstrakt ist. Bin immer noch nicht zufrieden, aber wann ist man das schon?

 

Ein leeres Haus

Kleine unabwendbare Funken folgen ihr
durch die Nacht. Die Schnecke rennt
davon. Der Magen grummelt, der Kopf
ist schwer. Fühler so groß wie Apfelsinen. Sie
stolpert über graue Bordsteine. Ring.
Ein bunter Vogel fährt vorbei, singt,
trällert, lebt. Sie zieht den Kopf ein, ganz
klein, ganz ein. In ihrem kleinen Haus

ist es leer

und voll zugleich. Sie sehnt sich nach
Einsamkeit, aber der Hall des eigenen
Kopfes ist zu laut.

Tief unten | Der Dienstag dichtet

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Heute ein kurzes Gedicht, an dem ich länger geschrieben habe, als an den letzten drei zuvor.

Tief unten

Bei der teuersten Tiefbohrung
des Jahrhunderts verschliss
er den letzten ehrlichen
Diamanten

nur um dann
in das Loch seine
steinernen Lippen zu werfen, die
mit dem Erdkern kollidierend
eufonisch Scheiße brüllten

Wieder hier | Der Dienstag dichtet

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Das ist wieder etwas Persönliches und eine Fortsetzung zu letzter Woche. Ich glaube, ich könnte es gar nicht außerhalb eines Gedichtes formulieren.

Wieder hier

Wir haben keine Punchline nur einen
wabernden Nebel, der Grau in
Grau unsere Kanten definiert. Mein
Fleisch hat vor Jahren den
Wald verlassen. Nur. Mein Atem heult
wenn er nadelige Profile sieht. Oder
getupftes Weiß auf braunem Untergrund.

Heute bin ich zurückgekehrt.

Ich habe rote Tünche mitgenommen, um
alles nachzumalen. Eckige Bäume, runde
Steine, gewundene Pfade. Ich will in
die Höhlen rufen und wispere doch
nur zaghaft in die Winde: Ich bin

wieder hier.

Unnahbar| Der Dienstag dichtet

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Dieser Dienstag ist etwas mehr persönlich als sonst.

Unnahbar

Als er nach Tagen keimend
seinen Kopf aus dem
Pflaster steckte, fühlte er
sich baumgroß und frei

Scheitern und Hybris ließen
ihn wachsen und verhärten
bis er sein Abbild in den
Fenstern der Geschäfte sah

Aus der Amaryllis wurde
eine Statue, bronzen
kalt, erhaben über
jede urteilende Nemesis

Manchmal steht ein
kleines Mädchen mit dem
Herz in der Hand vor seinem
Sockel und bewundert ihn

Der Drache | Der Dienstag dichtet

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Inspiriert vom Amazon Prime Day.

Der Drache

Erhaben sitzt er auf
seinem Berg aus Hab und
Gut, aus Gier und
Eitelkeiten

Sein Atem rasselt und
Wind lässt seine grünen
schimmernden Schuppen
klangvoll singen

Wenn sie ihn in hundert
Jahren finden, sind seine
Schuppen grau

und
sein Gold glitzert in
der Abendsonne