ich bin meer | Der Dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte schreibe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

Wie der Titel sagt, bin ich (am) Meer. Bin nur das allernötigste Online und lese eure Dienstagsgedichte dann Donnerstag nach.

ich bin meer

weicher sand kriecht meine beine
hinauf. mit fingerspitzengefühl
kitzelt er meine knie. ich lausche
dem sandförmchenschlagen, dem
windgekicher. atme gesalzene
freiheit. wann sollte ich wo? wer
wann gleich? wenn das wasser
zurückkommt, sind wir nicht mehr
hier, aber der abdruck unseres
momentes bleibt. ich bin meer.

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es drückt das wetter | Der Dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte schreibe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

es drückt das wetter

es drückt das wetter. ein zucken geht
über den himmel und die wolken fallen
zu boden. manchmal, sagst du, sehe
ich donner und rieche sonnenschein.
ich kann dir deinen frosch nicht nehmen,
aber seine grüne farbe in den wind
halten. ach, weißt du. ich werde einfach
auf hagelkörnern surfen und gefrorenen
boden zum grillen nutzen. wenn sich
unsere wetterfronten kreuzen, gebe ich
dir meine hand. vielleicht nimmst du
sie. vielleicht hälst du sie einen moment.

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käfig | Der Dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte schreibe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

käfig

ein leises knistern geht durch das
holz. sie haben den gartenzaun
wie einen käfig angestrichen. es
gibt vier ecken und eine wasserschale
in der die vögel in freiheit baden.
nach kleinstadtleben riecht es und
dunklen geheimnissen. manchmal
mischt sich eine note lüge dazu. ich
bin schon vor einer weile gegangen.
den käfig habe ich als foto gerahmt
in meiner küche stehen.

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feminin | Der Dienstag dichtet

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Es wollte mir mal wieder jemand sagen, was ich als Frau zu mögen und zu machen habe. Statt zu explodieren, habe ich das Gedicht geschrieben.

feminin

wie ein im wind abknickender stengel. ein
schlecht befestigtes partyzelt im sturm. der
regen prasselt auf neue blätter. sanftgrün
sind sie und weich. die ecken von den blüten
sind rund. zart. verbrennen in der sonne
am mittag. wenn sie nicht schon von einem
vorbeigehenden wanderer abgerissen wurden.
ich nehme meine papierene form. und falte
mich einhundert mal. trotzdem siehst du nur
meinen faserigen ursprung und versuchst
mich mit tränenwasser zu gießen. weißt du?
du kannst mich mal. sage ich und werde das
glas zu deinem stein. versuch es doch.

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orkane | Der Dienstag dichtet

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orkane

deine gedanken kreisen wie tausende
orkane. hohe wellen schlagen an dein
synapsenschiff. während die mannschaft
noch das wasser abschöpft, putzt du das
deck. die segel müssen gebügelt werden.

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der tiger | Der Dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte schreibe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

Gerade läuft bei meinen kreativen Projekten alles in eine Sackgasse, was wiederum meine Kreativität hemmt. Mache ich also das Einzige, was mir einfällt und verwurste den Frust kreativ.

ein tiger

vor den stählernen vorhang. mein
zahnloser tiger streift durch die
gitterstäbe. das rohe fleisch von
gestern ist heute schon abgehangen.
hat morgen schimmel angesetzt. in
meinem kopf leben spinnweben.
während es in leeren gängen brüllt.
faucht es in stillen ecken. selbst wenn
der tiger scheißt, stinkt es nicht.

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rotziges elfchen | Der Dienstag dichtet

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Nachdem Baby 3 Tage über 39 Grad Fieber hatte, dachte es, es sei ne super Idee auch die Eltern anzustecken. Hier alles was heute an Kreativität in mir steckt:

rotziges elfchen

törööö
erschallt liebliches
jammern, schnaufen, stöhnen
das letzte taschentuch fällt
rotnasenkonzert

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taschenklingeln | Der Dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte schreibe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

Ich bin seit Gestern entsetzt. Erst fallen Beschränkungen, dann Masken, jetzt die Quarantäne. Das Morden hat begonnen. Ich bin so desillusioniert gerade…

taschenklingeln

bei jeden schritt klingelt es. in ihren
taschen liegen gold, silber, wertvolles
papier, ein paar diamanten und der
rest ihres verstandes. ein paar fusseln
halten das taschengemisch zusammen.
wie war das noch, als wir damals echte
menschen waren? als wie wussten, wie
es in langen weißen gängen aussieht?
während sich zu dem taschenklingeln
das leise geräusch von zertretenen
gehirnen und herzen mischt. war da
was? denken sie noch. dann streifen
sie ihre blutigen schuhe an der seidenen
füßmatte ab. das ist ja echt ekelhaft.

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aprilwetter | Der Dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte schreibe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

aprilwetter

durch frühlingsstürme im feucht
fröhlichen aprilwetter. wir betrinken
uns an sonnensichtungen. nehmen
eine nase schneeglöckchen. noch
einmal an der osterglocke lecken.
dann ist sommerzeit. zumindest
hier. woanders liegt winterwetter
zwischen häuserfluchten versteckt.
man spürt wie zeitweise ein newstief
flockenhaft auf gedanken liegt.

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windwärts | Der Dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte schreibe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

Hab wieder zu viel über Krieg nachgedacht.

windwärts

und ihre haare hängen im sturm.
windwärts kann man den regen
riechen. im sturm hinauf das
frühlingshafte gewitter. die zeit
wird bald verdreht, nur nicht weit
genug, um was zu ändern. ich will
ihnen sonnenschein reichen, aber
um die jahreszeiten steht es schlecht.

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