Das Problem mit dem Wünschen | Writing Friday

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Dies ist ein Text zu der Aktion „Writing Friday“ von Elizzy. Jeden Freitag wird zu einem der vorgegebenen Themen veröffentlicht. Die aktuellen Themen und eine Liste aller Teilnehmer findet ihr auf Elizzy’s Seite.

Ich habe das Thema relativ frei ausgelegt und ehrlich gesagt weiß ich auch gar nicht, wie ich zu der Geschichte gekommen bin. Ich wollte eigentlich über den Streit zwischen zwei Brüdern schreiben.

Thema: Schreibe eine “Streit-Szene” – egal ob zwischen einem Paar, Geschwistern oder Freunden – wichtig ist hierbei das Üben eines Dialoges. Lasse aber Beschimpfungen aus und versuche den Konflikt am Ende zu beseitigen.

„Aber das habe ich doch gar nicht gesagt…“, ich schnaubte vor Frustration.

„Tja dann musst du eben genauer formulieren. Ich sagte doch, bei sowas kann viel schiefgehen.“

„Ich gehe dir gleich schief. Das war schon mein zweiter Wunsch.“

„Siehste! Da haste noch einen.“

„Na super. Den ersten Wunsch konnte ich nur rückgängig machen, weil ich dafür den zweiten geopfert habe. Was ist, wenn der dritte schief geht?“

„Na dann wünsche dir etwas, das nicht schief geht.“

„Grml, echt jetzt?“ mittlerweile klang ich wie meine Tante Ilse, wenn sie ihren vierten Mann anschrie. „Meine erster Wunsch war: Ich hätte gerne eine Millionen auf meinem Konto.“

„Du hast nicht spezifiziert, ob Plus oder Minus.“Weiterlesen »

Liebes Biest |Writing Friday

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Dies ist ein Text zu der Aktion „Writing Friday“ von Elizzy. Jeden Freitag wird zu einem der vorgegebenen Themen veröffentlicht. Die aktuellen Themen und eine Liste aller Teilnehmer findet ihr auf Elizzy’s Seite.

Ich mag den Film eigentlich, aber es gibt da so eine Kleinigkeit, die mich schon immer gestört hat. Die Rose erklärt es euch.

Thema: Eine rote Rose erzählt aus ihrem Alltag, berichte davon.

Liebes Biest,

ich habe die Dornen gestrichen voll. Nun hänge ich hier schon Jahrzehnte unter dieser blöden Glocke fest und es ist immer noch nichts passiert. Ich habe langsam das Gefühl, dass du gar nicht glücklich sein möchtest. Ansonsten würdest du ja, wenigstens irgendetwas versuchen, stattdessen manipulierst du dich selbst.

Jetzt sitzt diese Göre da in ihrem Zimmer fest und du hast nichts Besseres in deiner verlausten Birne, als sie zu terrorisieren. Weißt du was passiert, wenn man jemanden kidnappt, einsperrt und demjenigen dann ständig Angst macht?

Stockholm-Syndrom. Weiterlesen »

Tannenbaum.jpg | Writing Friday

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Es gab schon einige gute Geschichten zu dem Thema also habe ich etwas anderes probiert. Und ich habe die technische Richtigkeit der künstlerischen Freiheit geopfert. Außerdem ist der Nutzer ein DAU.

Thema: Dein Tannenbaum möchte nicht entsorgt werden, berichte von seiner Flucht.

Tag 1 – Weihnachten ist vorbei, das heißt ich Tannenbaum habe als Hintergrundbild ausgesorgt und werde erst wieder nächstes Jahr eingesetzt. Wenn überhaupt. Vielleicht will der Nutzer nächstes Jahr ein anderes Bild von einem Tannenbaum nehmen. Ich habe keine Lust einfach so ungesehen in einem Unterordner oder noch schlimmer im Papierkorb zu versauern. Ich brauche einen Plan.

Tag 2 – Habe mich mit meinem Kumpel Hintergrund verschworen. Er hat dem Nutzer die Rechte entzog, das Hintergrundbild zu ändern.

Tag 3 – Der Nutzer ist auf die Idee gekommen, mich manuell zu löschen. Ich war aber schlau genug mich in einen Unterordner zu kopieren und den Pfad anzupassen. Habe mich vorsichtshalber fünfzig Mal kopiert.

Tag 4 – Firefox hat mich gewarnt. Der Nutzer will mich suchen und dann löschen. Habe mich jetzt in qrt6zf.jpg umbenannt.Weiterlesen »

Erkältungsblues | Der Dienstag dichtet

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Da ich kaum Gedichte schreibe, habe ich den Dienstag zum Gedichte-Tag erklärt und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt.
Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben.
Mit von der Partie sind bisher
Stachelbeermond
Mutigerleben
Wortgeflumselkritzelkrams
Werner Kastens

und diesmal auch mit Rene.

So richtig zum Schreiben, bin ich dank Kranksein nicht gekommen, aber ich habe das beste aus einer schlaflosen Nacht gemacht und ein Elfchen geschrieben. Wird langsam zu meiner Lieblingsgedichtform.

Erkältungsblues
ein Temporascheln,
Nasehochziehen und Befreihungshusten
aus der Bettenburg ertönt
HATSCHI

Hildrun und ihr Besen | Writing Friday

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Dies ist ein Text zu der Aktion „Writing Friday“ von Elizzy. Jeden Freitag wird zu einem der vorgegebenen Themen veröffentlicht. Die aktuellen Themen und eine Liste aller Teilnehmer findet ihr auf Elizzy’s Seite.

Mir ist einfach nichts zu den letzten Themen eingefallen, aber eben hatte ich noch eine Blitzidee. Mal wieder was ungruseliges.

Thema: Schreibe aus der Sicht eines Hexenbesens.

Als die Hexe Hildrun morgens ihre Vorhänge aufzog, musste sie feststellen, dass ihr Besen weg war. An seiner Stelle lag stattdessen ein zerknüllter Zettel auf dem Boden. Etwas ratlos entfaltete Hildrun das Stück Papier und begann die kraklige Schrift zu entziffern:

„Liebe Hildrun,

ich bin nun bereits seit 106 Jahren dein Besen und habe meinen Dienst immer zuverlässig verrichtet. Mit dir über die Wälder und Felder zu fliegen war meine ganze Freude, aber es tut mir leid dir sagen zu müssen:

Wir sind zu alt geworden.

In den letzten 5 Jahren hatten wir sage und schreibe 170 Unfälle. Wir sind mit Bäumen, Häusern, Felsformationen und Menschen kollidiert und haben Bruchlandungen in Flüssen, Sümpfen und einem Pferdetrog hingelegt. Nicht nur, dass deine Magie nicht mehr reicht, um mich zu navigieren, du bist auch wirklich kurzsichtig geworden.Weiterlesen »

Beauty Perfect | Writing Friday

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Mir war da etwas albern zumute…

Thema: Schreibe aus der Sicht von Dornröschen, die über 100 Jahre lang geschlafen hat und im Jahr 2019 wieder erwacht.

„Du gütiger Gott.“

„Das heißt ‚Oh Shit‘. Das i schön lang ziehen.“

„Oh shiiiiit.“ Dornröschen sah Paul an und der nickte. Sie grinste. „Jo Mann.“

Als sie vor zwei Monaten aus ihrem elendig langen Schlaf erweckt wurde, hatte sie sich nicht träumen lassen, dass ihr diese neue Welt so gut gefallen würde. Alles hatte sie noch nicht raus, aber immerhin bewegte sie sich durch die Stadt ohne groß aufzufallen. Oder zumindest nicht unangenehm aufzufallen. Es war ein wenig schwer sich durch Berlin zu bewegen, ohne erkannt zu werden.

Das lag vor allem auch an dem Prinzen, der sie wachgeküsst hatte – Prince Perfect. Denn schließlich war Berlin sein Königreich und sie dank der Hochzeit letzte Woche seine Königin. Dornröschen geriet ins Schwärmen. Hach, ich Kleid war so wundervoll gewesen und die Zeremonie mit der tollen Musik. Nun ja, toll war relativ – ein wenig eigenartig für Dornröschens Ohren, die sonst nur Kammermusik gewöhnt war, aber heute war das wohl so. Das einzig nervige an der Hochzeit waren die ständigen Wiederholungen gewesen. Gleich 4 Mal hatten sie die Ringe getauscht, 7 Mal musste sie den Kirchgang hinuntergehen und 3 Mal ihren neuen Gatten küssen. Aber was beschwerte sie sich? Wundervoll war es dennoch gewesen.Weiterlesen »

Henry 4 | Etüdensommer

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Dies ist ein Text zu den abc.Etüden von Christiane. Es ist Etüdensommerpausenintermezzo-Zeit. Aufgabe ist es eine Etüde weiterzuerzählen, mit dem Satz beginnend: Am nächsten Tag war alles anders.

Auftritt Nummer 4 für Henry. Hier eine kurze Zusammenfassung der vorhergehenden Teile:

  1. „Henry wartet“ : Henry wartet bis sein neuer Diener aufersteht: Etienne.
  2. „Henry 2“: Etienne ist ein Tyrann und nutzt Henrys Verliebtheit aus. Henry schafft es letztendlich mit Liebeschnulzen ihn äh loszuwerden.
  3. „Nachts im Park“: Henry macht sich auf die Jagd nach einem neuen Diener: Luise.

Am nächsten Tag war alles anders…hoffte Henry. Er saß wieder vor einem frischen Grab und wartete auf seinen ersten weiblichen Diener. Der Nachteil an Damen war allerdings, dass sie ewig brauchten. Henry biss in sein Bloonty – einem Bounty-Riegel, bei dem er den Kokoskern gegen Blut getauscht hatte. Sein Dritter. Er saß hier schon eine ganze Weile und nun begann es auch noch zu regnen.

Tatsächlich dauerte es bis kurz vor Sonnenaufgang bis Luise sich endlich bemühte aufzuerstehen. Wenigstens hatte er mittlerweile einen Namen für sie gefunden: Wilhelmine. Von Friedrich Wilhelm, einem der Herrscher die Sanssouci gestaltet hatte oder so. Er hatte die Tafel nur flüchtig gelesen. Menschengeschichte langweilte ihn. Beim meisten war er live dabei gewesen und es war weniger spektakulär gewesen, als Geschichtsbücher einen glauben lassen wollten.Weiterlesen »

Henry II | Etüdensommer

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Dies ist ein Text zu den abc.Etüden von Christiane. Es ist Etüdensommerpausenintermezzo-Zeit. Aufgabe ist es eine Etüde weiterzuerzählen, mit dem Satz beginnend: Am nächsten Tag war alles anders.

Ich fand „Henry wartet“ weder besonders gut noch schlecht, aber mein Hauptcharakter hat mir irgendwie gefallen und ich wollte ihm mehr Raum geben sich zu entfalten.
Ps: Ich dachte nie, dass ich mal eine Vampirromanze schreibe. Ich bin irgendwie entsetzt von mir, andererseits ist es auch eher meine Art eine Romanze zu erzählen…

Am nächsten Tag war alles anders. Etienne hieß noch immer Etienne und war gar nicht der schüchterne Junge den Henry von Weitem ausgemacht hatte. Seine Arroganz war Henry zum Verhängnis geworden. Statt jemanden zu haben, der ihm alle Wünsche erfüllt, war er es, der bediente. Etienne war geschickt darin, ihn um den Finger zu wickeln. Ob mit gespielter Ungeschicklichkeit oder seinem zauberhaften Lächeln. Henry konnte nicht Nein sagen. Auch Wochen später nicht.

Henrys Leben war auf den Kopf gestellt. Der einst so selbstbewusste Mann war ein besserer Diener. 700 Jahre Lebenserfahrung dahin. Henry biss sich vor Wut in die Lippe und schnappte sich schnell ein Geschirrtuch. Als Vampir ist sowas eine doofe Idee. In den Tisch beißen auch.

„Wo bleibt denn mein Abendcocktail?“

Etienne machte es sich mit einem Buch vor dem Kamin gemütlich, als ihm Henry immer noch mit einem Küchentuch vor dem Mund seinen Abendschmaus servierte.Weiterlesen »

Areca | Writing Friday

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Heute mal wieder etwas mit Twist. Damit ich nicht spoilere, steht das Thema, dass ich bearbeitet habe, am Ende der Geschichte.

Areca

Es war nachts und ich atmete tief ein. Der Vollmond ließ den kleinen Hinterhof in eigenartigem Licht erstrahlen. Die Büsche raschelten im sanften Wind und ließen ihre Schatten wie Puppen tanzen. Mir schauerte es ein wenig und ich fror, als ich mich langsam aufrichtete.

Ich lag in einem großen Haufen Erde neben dem Kompost. Es roch nach faulenden Bananen und Moos. Vorsichtig versuchte ich mich zu bewegen, aber ich steckte etwas in dem Boden fest. Gottseidank hatte es die Nacht geregnet und der Boden war locker, sodass ich mit einem kurzen Ruck, alles von mir befreien konnte. Freiheit. Ich streckte meine Arme aus und ließ sie von dem Wind umspielen. So lebendig hatte ich mich schon lange nicht mehr gefühlt. Um genau zu sein, war ich es auch lange nicht gewesen.

Ich erinnerte mich nur wenig an die traurigen Gesichter, als man mich hierherbrachte, erinnere mich wie schwach ich mich fühlte. Dann endet meine Erinnerung und beginnt mit der heutigen Nacht. Ich fühlte mich eigenartig stark, als könnte ich Bäume ausreißen. Vorsichtig hob ich meinen Torso, meine Arme hinterließen dabei Spuren in dem Dreck.Weiterlesen »

Julia und Romeo | Writing Friday

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Ich dachte, ich probiers diesen Freitag mal mit Shakespeare.

Thema: “Julia wollte das alles nicht, doch nun steckte sie zu tief mit drin.” Wie geht die Geschichte weiter?

Julia wollte das nicht, doch nun steckte sie zu tief mit drin. Eigentlich, wenn man es genau nahm, steckten sie und Romeo fest.  Es war nicht das erste Mal in den letzten Jahren und es war auch nur ein Symptom ihr sich langsam den Abgrund hinunterrollenden Beziehung.

Wenn sie ehrlich zu sich war, sah sie keine Zukunft mehr für sie beide. Julia seufzte.

„Was denn nun schon wieder?“ Romeo legte seinen Kopf schief. „Ist jetzt nicht nur meine Schuld.“

„Wie bitte?“ Julias Augen verengten sich und schnaubte verächtlich. „Wer hat sich denn hier so gehen lassen?“

„Das mit hat mit  ‚sich gehen lassen gar‘ nichts zu tun.“

„Und wie nennst du deinen Speckwanst dann?“Weiterlesen »