Der Wind weht | Impulswerkstatt

Zettel und Federhalter. Über dem Federhalter steht Impulswerkstatt

Dies ist ein Text zu der Impulswerkstatt von Myriade. Ziel ist es etwas Kreatives zu vorgeschlagenen Bildern oder zu einer Schreibaufgabe zu erstellen. Hier könnt ihr alles darüber lesen: *KLICK*
Die aktuellen Bilder und Schreibaufgaben zur aktuellen Impulswerkstatt findet ihr hier: *KLICK*

Ich habe diesmal die erste Schreibaufgabe genommen und sie auf alle vier Bilder angwendet. Ist irgendwie so entstanden, weil es gepasst hat.

Der Wind weht

Der Wind weht über eine Brücke. Er fährt einem Mann unters Hemd, einer Frau in die kurze Hose, einem Jungen ins Haar. Der lacht. Der Mann und die Frau bemerken ihn kaum. Selbst als er stärker wird, haben sie keine Zeit für ihn. Wenigstens die Oberleitungen reagieren mit einem Knistern. Sie kitzeln und er lacht, wie der Junge.

Der Wind weht durch eine Galerie. Bilder kann er nicht bewegen, aber die Farbe auf der Oberfläche streicheln. Er reibt sich an blauen Pigmenten, grünen Roten, an Dingen, die keine eindeutige Gestalt haben und Gestalten, die wie Dinge aussehen. Zum Schluss bringt er die Flyer neben dem Eingang zum Rascheln. Zu laut. Der Aufseher sperrt ihn aus.

Der Wind weht über das tosende Meer. Er und das Wasser stacheln sich gegenseitig an. Es schunkelt und schaukelt. Ob die Fische etwas mitbekommen, fragt er sich. Er kitzelt einen, der am Haken über dem Wasser hängt, doch er bleibt stumm. Frustriert klaut der Wind einem Angler den Hut, dann saust er wieder aufs Meer hinaus.

Der Wind weht in das sanfte Abendrot. Er schickt Wolken Richtung Sonne, damit sie den Himmel anmalen. Einige wollen die Sonne verdecken, doch er hindert sie daran. Dann lässt der Wind die Blätter rascheln, damit der Abend noch stimmungsvoller wird. Ein Pärchen bleibt stehen. Sie lobt die warme Abendbrise, er bewundert die Zeichnung der Wolken.

Der Wind weht in die Nacht. Für ihn ist jeder Tag ein Erfolg, aber erst mit einem Lachen und einem Lächeln wird er vollkommen.