Lieblingsetüde | abc.etüden

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Dies ist ein Text zu den abc.Etüden von Christiane. Diesen Monat gibt es eine kleines Special und zwar rebloggen wir unsere Lieblingsetüde(n).

So eine wirkliche Lieblingsetüde habe ich nicht. Ich mag einige Texte mehr als andere aus unterschiedlichen Gründen. Also habe ich mich für eine Etüde entschieden, die ziemlich aus der Reihe springt und habe ein paar Auszüge nochmal neu „inszeniert“.

Die vollständige Etüde findet ihr hier: „Allein/einsam“ | Extraetüden.

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Sternschnuppenwunsch | abc.etüden 28+29

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Dies ist ein Text zu den abc.etüden von Christiane. Ziel ist es 3 Worte in 300 Zeichen unterzubringen. Die Schreibeinladung für die Wochen 28+29 beinhaltet die Worte „Füße“, „harmonisch“ und „wünschen“, gesponsort von kopfundgestalt.

Ich muss bei Füßen immer ans Tanzen denken.

Der Sternschnuppenwunsch

Magda wünschte sich tanzen zu können, wie die Frauen aus alten Filmen. Sie flogen so leicht und grazil übers Parkett. Aber Magda wusste, dass sie das niemals können würde. Sie war 185cm groß und grazil wie das erstbeste Nilpferd in Afrika. Außerdem war sie viel zu schüchtern.

An einem Samstag, sie war auf dem Weg in die Disko, sah sie eine Sternschnuppe am Himmel und wünscht sich, wenigstens für eine Nacht tanzen zu können. Magda wurde schwarz vor Augen. Plötzlich fühlte sie sich so leicht und beschwingt. Gleich probierte sie einige Tanzschritte aus und wirklich, es ging, es fühlte sich richtig an.

Diese Nacht würde sie nicht am Rand stehen.Weiterlesen »

Operation Froschkönig | Extraetüden

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Dies ist ein Text zu den abc.Etüden von Christiane. Diesen Monat gibt es eine Extraetüde, d.h. man muss 5 Worte in 500 Wörter unterbringen. Aus folgenden 6 Wörtern kann gewählt werden: „Froschkönig“, „trüb“, „helfen“, „Abweichung“, „unabwendbar“ und „verengen“.

Ich bin mir nicht einmal sicher, wie diese Geschichte zustande gekommen ist. Ich hatte keinen Hunger in der Mittagspause und keine Lust zu lesen…

 

Operation Froschkönig

„Der Froschkönig ist am Brunnen.“

PJ konnte von seinem Posten den Ballsaal und die angrenzenden Räume überwachen. Gleichzeitig war er versteckt genug, um nicht entdeckt zu werden. Er beobachtete seine Kollegen. Eine kleine Abweichung und ihr Plan wäre nicht mehr umsetzbar.

„Der Prinz rollt die Kugel.“

„Die Märchenprinzessin fängt die Kugel.“

Zu dem Mann im Sakko, den PJ seit zwei Stunden beobachtete, gesellte sich eine aufreizend gekleidete Frau – die Märchenprinzessin, MJ genannt. Offensichtlich verwickelte MJ den Mann im Sakko in ein Gespräch, als ein Kellner den Raum betrat – der Prinz, JD genannt. Er stolperte und leerte ein Glas Sekt über den Mann im Sakko.

MJ tat zunächst erschrocken, dann begann sie dem Mann zu helfen sein Sakko auszuziehen. JD eilte derweil davon, um Tücher zu holen, wie er behauptete und schließlich verschwand MJ, um selbst Tücher zu holen, da Kellnern nicht zu trauen war.Weiterlesen »

Das falsche Königreich | abc.etüden 25+26

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Dies ist ein Text zu den abc.etüden von Christiane. Ziel ist es 3 Worte in 300 Zeichen unterzubringen. Die Schreibeinladung für die Wochen 25+26 beinhaltet die Worte „Froschkönig“, „trüb“ und „helfen“, gesponsort von viola-et-cetera.

Eigentlich wollte ich kein Märchen schreiben, aber dann überkam es mich doch. 😉

Das falsche Königreich

Der Froschkönig war überrascht, als er einen dicken Schmatzer auf sein Froschmaul bekam. Er schüttelte sich und im nächsten Moment landete er hart auf dem Boden. Als er an sich hinunter sah, erschrak er. Was war denn das? Lange weiße dürre Beine? Wo waren seine schönen Froschschenkel hin?

„Ein Prinz!“ schrie die Prinzessin.

„Quak!“ schrie der Froschkönig und schlug sich die Hände vor den Mund, als er eine fremde Stimme aus seinem Maul sprechen hörte.

Ungelenk stand er auf und wollte in seinen Brunnen zurück, doch er war zu groß. Frustriert schaute er nach unten und erspähte sein Spiegelbild im trüben Wasser. Wie Schuppen fiel es ihm von den Augen oder besser gesagt wie Froschhaut. Er war einmal ein Prinz gewesen, ein arroganter Egoist, den eine Zauberin in einen Frosch verwandelt hatte.Weiterlesen »

Animalisch | abc.etüden 23+24

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Dies ist ein Text zu den abc.etüden von Christiane. Ziel ist es 3 Worte in 300 Zeichen unterzubringen. Die Schreibeinladung für die Wochen 23+24 beinhaltet die Worte „Abweichung“, „unabwendbar“ und „verengen“, gesponsort von Werner Kastens.

Ich bin kein MMA-Fan, aber manchmal sehe ich es ganz gerne. Einige Kämpfe schockieren mich. Das hier ist die Verarbeitung von einem, den ich besonders heftig fand.

Animalisch

Der Gong ertönte, dann herrschte gebannte Stille. Die Augen seines Gegners verengten sich und er ging in Bereitschaft. Er selbst ließ sich noch Zeit. Damit zeigte er seinem Gegner, dass er ihn nicht ernst nahm. Bewusst langsam hob er die Arme, spannte seine Muskeln an. Sein Sieg war unabwendbar.

Sie tänzelten umeinander, ohne dass einer in den ersten zehn Sekunden angriff. Eine Ewigkeit im Oktagon. Er hatte Zeit. Sein Gegner funkelte kurz mit den Augen, gleich würde er links zuschlagen, wie er es immer tat.Weiterlesen »

Sein einfachster Fall | abc.etüden 20+21

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Dies ist ein Text zu den abc.Etüden von Christiane. Ziel ist es 3 Worte in 300 Zeichen unterzubringen. Die Schreibeinladung für die Wochen 21+22 beinhaltet die Worte „Malkasten“, „gleitend“ und „torpedieren“, gesponsort von Team dergl.

Ich wollte mal einen Krimi schreiben, da ich das aber noch nie gemacht habe und die 300 Wörtergrenze für das Vorhaben zu mutig war, kam irgendwie ein vollkommen skurriler Text raus. Ich mag ihn irgendwie trotzdem, auch wenn er recht abgehakt und antiklimaktisch ist.

Sein einfachster Fall

„Mit einem Pinsel? Wollen sie mich verarschen?“

„Nein, Herr Kommissar. Der Malkasten lag noch daneben.“ Der Praktikant schwitzte.

„War nicht die Todesursache, sieht aber spektakulär aus, wie der so in seinem Schädel steckt.“

Hinter Kommissar Wagner trat die Gerichtsmedizinerin. „Da hat wohl einer den Batman-Film zu oft gesehen. Gestorben ist er vermutlich durch das gewaltvolle Einflößen von Pinselreiniger. Das Loch für den Pinsel hat der Mörder wohl mit etwas Spitzem vorgebohrt und dann den Pinsel reingesteckt. Ich hoffe, nachdem unser Opfer tot war. Näheres dann nach meiner Untersuchung.“Weiterlesen »

Vergangenheitsaugen | abc.etüden 19+20

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Dies ist ein Text zu den abc.Etüden von Christiane. Ziel ist es 3 Worte in 300 Zeichen unterzubringen. Die Schreibeinladung für die Wochen 19+20 beinhaltet die Worte „Katzenauge“, „kurios“ und „balancieren“, gesponsort von mir.

Ich habe kürzlich für einen Artikel zum Thema Karrierewechsel recherchiert. Viele Wechsel haben sich einfach so ergeben, andere mussten erst ihre Perspektive wechseln. Ich glaube es würde vielen Menschen gut tun, ihr heutiges Leben aus Vergangenheitsaugen zu betrachten. Das hat mich zu diesem kleinen Text inspiriert.

Vergangenheitsaugen

Der Arzt sagte Karl, er hätte Burn-Out, aber Karl glaubte nicht daran. Die Symptome fand er kurios nicht beunruhigend. Er war erst 29 Jahre alt und sein Leben lief gut. Ihm war einfach etwas schwindelig und die Luft fühlte sich manchmal schwerer. Also arbeitet er bis er gar keine Luft mehr bekam.

Als er zum zweiten Mal von der Arbeit mit dem Krankenwagen abgeholt wurde, bat ihn sein Chef sich um seine Gesundheit zu kümmern. Karl nahm sich den Urlaub, den er seit zwei Jahren gesammelt hatte und beschloss seine Eltern endlich zu besuchen.Weiterlesen »

Katzenaugen bringen Glück | abc.etüden 19+20

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Dies ist ein Text zu den abc.Etüden von Christiane. Ziel ist es 3 Worte in 300 Zeichen unterzubringen. Die Schreibeinladung für die Wochen 19+20 beinhaltet die Worte „Katzenauge“, „kurios“ und „balancieren“, gesponsort von mir.

Für die eigenen Wörter was schreiben ist kompliziert, vor allem weil ich beim Ausdenken nicht daran gedacht habe, wie ich die selbst verwerten könnte, sondern nur Wörter gesucht haben, die viele Assoziationen zulassen.

Katzenaugen bringen Glück

Die Straße schwankte und Jan hielt sich an der Häuserwand fest. Er war nach einer Partynacht auf dem Weg zurück ins Hotel, als er in einen Hinterhof voller Katzen stolperte. In der Mitte stand eine kuriose Frau, gekleidet als wolle sie auf einen Ball gehen. Ihre strahlendweißen Haare standen im Kontrast zu ihrer dunklen Haut. Grüne Augen blitzen in ihrem Gesicht. Ein mädchenhaftes Lächeln umspielte ihre Lippen.

Einige Katzen schlichen um die Frau herum, einige stromerten in den Schatten. Eine kleine weiße Katze balancierte auf ihrer Schulter. Ein paar schwarze spielten mit dem roten Umhang, den sie über ihr ausladendes dunkelgrünes Kleid trug.Weiterlesen »

„Nachts im Park“ | abc.etüden 17+18

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*Dies ist ein Text zu den abc.Etüden von Christiane. Ziel ist es 3 Worte in 300 Zeichen unterzubringen. Die Schreibeinladung für die Wochen 17.18 beinhaltet die Worte „Kartoffel“, „anzüglich“ und „bevormunden“, gesponsort von Agnes Podczeck .*

Mal wieder eine kleine Horrorgeschichte, die allerdings nicht so super gruselig ist. Nach der Idee, wie ich eine Kartoffel unterbringe, hat der Text ein Eigenleben entwickelt und ist irgendwie in die Richtung gedriftet.
Wer nach dem Lesen wissen möchte, was es mit der Kartoffel auf sich hat: https://de.wikipedia.org/wiki/Kartoffelbefehl (siehe Grabstein).

Nachts im Park

Luise stolperte über eine Kartoffel. Ihre Angst wich einen Moment der Überraschung. Was zur Hölle machte eine Kartoffel mitten auf dem Weg?

Tap tap, tap tap.

Sie hatte keine Zeit Nachforschungen anzustellen, dieser seltsame Typ war noch hinter ihr. Ursprünglich wollte sie mit ihrem Freund romantisch durch Park Sanssouci zu spazieren, doch das hatte sich nach einem fiesen Streit erledigt. Da sie sich nicht durch die Umstände bevormunden lassen wollte, hatte sie beschlossen, trotzdem durch den Park zu laufen. Wenigstens ein paar hübsche Bilder würden das in Mondlicht getauchte Schloss und die wundervollen Gärten ergeben.Weiterlesen »

„Henry wartet“ | abc.etüden 14+13

*Dies ist ein Text zu den abc.Etüden von Christiane. Ziel ist es 3 Worte in 300 Zeichen unterzubringen. Die Schreibeinladung für die Wochen 14.15 beinhaltet die Worte „Tulpenzwiebel“, „kurzweilig“ und „auferstehen“.*

Wenn schon das Wort auferstehen vorkommt, muss ich ja was aus dem Bereich Horror schreiben. Ist allerdings eher humorvoll als gruselig geworden.

Henry wartet

Henry saß seit drei Stunden vor Etienne Schnabels Grab und wartete. Davon abgesehen, dass der Name fürchterlich klang, war Etienne der perfekte Kandidat für den offenen Posten. Jung, drahtig, bisschen dumm mit einem furchtbar langweiligen Leben.

Nur Pünktlichkeit war wohl nicht sein Ding. Immerhin war das Buch, das Henry gerade las kurzweilig. Es handelte von einem Teenagermädchen, das sich in einen Vampir verliebte. Wünschenswert. Wenn sie noch Teenager waren, konnte man sie gut heranziehen und später wandeln. Das hatte er die letzten Jahrhunderte mehrfach getan, und die meiste Zeit hatten sich seine Bediensteten als passabel erwiesen.
Etienne war eine Notfalleinstellung, weil sein vorheriger Bediensteter vorgestern einer nicht richtig angebrachten Gardinenstange zum Opfer gefallen war.

Gerade wollte er weiterlesen, da bewegte sich die Erde und Henry sah, wie sich Finger durch die obere Schicht Erde gruben. Kurz darauf folgte ein schmutziges Gesicht, das panisch nach Luft schnappte und eine Tulpenzwiebel ausspuckte. Die Erde vom Nachbargrab war wohl vor kurzem besäht worden. Ups.

Nach und nach grub Etienne sich frei und legte sich dann keuchend neben das Grab.

„Willkommen in der Welt der Nacht oder so. Ich habe dich gemacht, das heißt du bist mein Bediensteter. Hey, dafür kannst du ewig leben, vorausgesetzt du machst keine Dummheiten oder verärgerst mich.“

Etienne sah ihn weiterhin panisch an. Hach. Henry erinnerte sich nostalgisch, wie er damals auferstanden. Er hatte sich befreit und so beschissen gefühlt.

Henry reichte dem Neuen einen Wodka-Blut-Cocktail. „Prost! Wird besser. Jetzt brauchst du erst einmal einen gescheiten Namen. Wie wäre es mit Ludwig oder Franz? Hab gehört altdeutsche Namen sind voll im Trend.“