Gespräche mit Rüdiger – Tierethik | abc.etüden

Dies ist ein Text zu den abc.etüden von Christiane. Ziel ist es 3 Worte in 300 Zeichen unterzubringen. Die Schreibeinladung für die Wochen 47 + 48 beinhaltet die Worte „Quelle, griesgrämig, stöbern.“, gesponsert von Café Weltenall.

Rüdiger beendet das Jahr der „normalen“ Etüden. Freut sich noch jemand wie bolle auf die Adventüden?

Gespräche mit Rüdiger – Tierethik

Rüdiger läuft an seinem Napf vorbei und setzt sich griesgrämig dreinschauend auf den Esstisch. Ich weiß, dass er weiß, dass er das nicht soll. Also gehe ich davon aus, dass es was Ernstes ist.

„Was ist passiert?“, frage ich besorgt.

Rüdiger schnaubt. „Menschen sind der Quell allen Übels.“

„Und warum das?“

„Singer hatte Recht. Ihr seid verdammt Speziezisten! Und bevor du fragst, was das ist: Ihr habt eine Haltung der Vorgenommenheit zugunsten der Interessen der Mitglieder eurer Spezies gegenüber denen von anderen.“

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als es noch ging | Der Dienstag dichtet

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Da ich kaum Gedichte schreibe, habe ich den Dienstag zum Gedichte-Tag erklärt und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt.
Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben.
Mit von der Partie sind bisher

Stachelbeermond
Mutigerleben
Wortgeflumselkritzelkrams
Werner Kastens
Findevogel
Wortverzauberte
Berlin Autor
Lyrikfeder
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Lindas x Stories
La parole a été donnée à l’homme
Gedankenweberei
Myna Kaltschnee
Wortverdreher
Lebensbetrunken
Vienna BliaBlaBlub

als es noch ging

als es noch ging. als ein niemand mehr
wert war, als ein jemand. damals,
früher. als. ist heute. deine gefühle
reiten auf einer zeitmaschine. denken
synapsenbahnen entlang. voraus und
zurück. stolperst du über deine eigenen
windungen. heute reist du in dasselbe
als, wie gestern und heute ist es anders.
du fragst dich. wie sie gefühlt haben. sie
selbst können es nicht erfassen. nur die
dunklen buchstaben auf der haut singen
ein lied davon. als es noch ging.

Lyrimo Tag 15 bis 21

Ich nehme dieses Jahr am lyrimo = Lyric Month teil. alles Wissenswerte dazu findet ihr auf diesem Blog: https://lyrimo.wordpress.com/

Tag 15 – Phraseologismus
in der kraft liegt die ruhe. sagst
du. und ich erwidere. ohje, da
ist hoffnung und schmalz
verloren, denn schließlich
müssen wir alle am selben
boot ziehen. zum glück
brauchen wir keine arche.

Tag 16 – Medientransfer
wenn wir ausgedient haben, hängen
wir einfach so rum. oll, unbrauchbar,
nutzlos. da um da zu sein. wenn wir
ausgedient haben, chillen wir einfach
so rum. vielleicht können wir ja etwas
festhalten. anderes olles zum beispiel.

Tag 17 – Dienstag/Akristichon
dicht dichter
ich schreibe
ein gedicht. zeile
nach zeile, wort,
silbe, fragmente. punkt.
trennstrich, komma. ende,
aus. das
gedicht ist leer.

Tag 18 – Radwege
ritter der poolnudel, erhebt
euch! schwingt den langen
gummispeer und räumt die
radwege frei. auf die rösser
ihr mannen. wir werden sie
und ihre blechhöllen richten.

Tag 19 -Triolett
meine herbstkruste
hart und aus stein
so fest und robuste
meine herbstkruste
was ich nicht wusste
lässt niemand rein
meine herbstkruste
hart und aus stein

Tag 20 – Einsilbig
es ist da. schwarz, kalt. still
und leis. es lebt. ein und aus
und ein und. was fragst du
dich. frag ich mich. der hass.
ruft das tor und schluckt all
das, was noch gut ist. es
schmatzt. laut. das buch
schreibt über alt das neu.

Tag 21 – Pantun
ich träume, meine seele fliegt mit
von kirschblüten in rot und in weiß
von gärten, von bergen, ein schritt
auf weite felder aus wind und aus reis

im norden die kälte, im süden ist heiß
auf berge, zwischen stränden lauf ich
halte mit dem shinkansen an jedem gleis
zwei wochentickets für mich und für dich

für eine reise, nur wir zwei, du und ich
ein abenteuer, eine erfahrung, ein ritt
wir erleben, sind ausgelassen, fröhlich
ich träume, meine seele fliegt mit

Über Abtreibung oder Komische Gedanken in der Schwangerschaft | Writing Friday

writing-friday-2020

Dies ist ein Text zu der Aktion „Writing Friday“ von Elizzy. Jeden Freitag wird zu einem der vorgegebenen Themen veröffentlicht. Die aktuellen Themen und eine Liste aller Teilnehmer findet ihr auf Elizzy’s Seite.

Triggerwarnung: Wie der Titel schon sagt, schreibe ich über Abtreibung.

Thema: Schreibe eine Geschichte und flechte darin die folgenden Wörter mit ein: Salbei, Aufmerksamkeit, etwas daneben, Hormone, ein Versuch

Über Abtreibung oder Komische Gedanken in der Schwangerschaft

Setzt euch hin und trinkt einen Tee, zum Beispiel Kamille, Salbei oder irgendwas Beruhigendes. Es gibt Teesorten, die „Innere Ruhe“ oder „Harmonie“ heißen, allerdings habe ich keine Ahnung, ob die helfen. Am besten ihr holt euch auch einen Keks und legt ihn vor euch.

Bereit? Gut!

Dies ist ein Versuch ein komplexes Thema aufzugreifen, ohne in eine Diskussion einzusteigen. Wenn man es also genau nimmt, ist das nur meine Meinung, die auf persönlichem Empfinden fußt – daher auch die flapsige Art des Textes. Es soll niemand auf die Idee kommen, dass es sich hier um einen Artikel, eine wissenschaftliche Abhandlung oder, noch schlimmer, einen politisch motivierter Text handelt.

Wer sich bei dem Thema schnell auf die Füße getreten fühlt, sollte hier aufhören zu lesen, den Tee weitertrinken und dazu ein gutes Buch lesen. Hab gehört Goethe hilft bei sowas. Nun aber zum Thema Abtreibung, dem Partythema Nummer 1.

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dass | Der Dienstag dichtet

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Da ich kaum Gedichte schreibe, habe ich den Dienstag zum Gedichte-Tag erklärt und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt.
Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben.
Mit von der Partie sind bisher

Stachelbeermond
Mutigerleben
Wortgeflumselkritzelkrams
Werner Kastens
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Wortverzauberte
Berlin Autor
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La parole a été donnée à l’homme
Gedankenweberei
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Vienna BliaBlaBlub

Ich bin kürzlich über einen Text über den idealen Staat gestolpert. Das Gedicht ist ein Gedankenschnipsel dazu.

dass

dass nichts zwischen die wolken fällt,
was in den himmel gehört. dass alles
auf der erde haften bleibt, was unter
den teppich gekehrt werden soll.

dass nichts zwischen den zeilen
verschwindet, was bedeutend ist.
dass alles gewusst wird, was nicht
geglaubt und gemeint werden sollte.

dass nichts von wenigen besessen
wird, was allen gehört, dass alles in
allen händen liegt und wenn es nur
die hände vom gegenüber sind.

Lyrimo Tag 8 bis 14

Ich nehme dieses Jahr am lyrimo = Lyric Month teil. alles Wissenswerte dazu findet ihr auf diesem Blog: https://lyrimo.wordpress.com/

Tag 8 – Hotel
in den klappen wohnen die
tagesgäste. die zaungäste für
die wochen und monate in
den herzkammern. nur die
gäste auf lebzeit kommen und
gehen, wie sie wollen. auch
ohne zimmer sind sie zuhause.

Tag 9 – DiesDas
idee, samen, das
versprechen einer blume. eines
baumes, wald, wiese, erde, leben.
wir sähen heute gedankengut, das
in wenigen jahren über die
straßen rennt. es ruft. ich sehe
samen und rieche blüten.

Tag 10 – Zettelkasten
eine kanne mut. will über unsagbares reden. reif ist die zeit. will ich sagen. toribu. sag ich. habgobe. ich will dir blumen geben und es sind nur saure beeren. garibi. ich gebe auf. vielleicht morgen. wahrscheinlich nie. ich trinke mut. mit nachsicht.

Tag 11 – „Hinter dem Festner wartet…“
rollladenlider verschlossen. meine
geheimnisse hütet ein dünnes
häutchen. adern und gargoyles.
feine haare wie stacheldraht. ich
blinzle. hinter dem fenster wartet
ein ich. und das du spiegelt sich.

Tag 12 – Lied von Reinhard Mey
du stiftest brand. worte löschen
keine fuer. namen erschaffen
keine häuser. unruhiger schlaf
und brennendes abendrot. ein
käuzchen singt arschloch.

Tag 13 – Zwischen Menschen
zwischenmensch. du surfst an
meinem leben vorbei. vielleicht
streift dein kometenmoment
einmal meinen. dein allwissen
könnte meine meere ebben. dein
horizont meinen überfluten.

Tag 14 – 280 Zeichen/Twitter
worte wie flügelschläge. dein atem weht über eine verspiegelte fläche. das nirvana geöffnet. ein weißes feld aus zahlen und namen. wind und silben. und blauen eiskristallen.
du sprichst worte wie speere. keiner verfehlt die leere. keiner fliegt am nichts vorbei. es bricht anonym.

Das Nachtlicht | abc.etüden

Dies ist ein Text zu den abc.etüden von Christiane. Ziel ist es 3 Worte in 300 Zeichen unterzubringen. Die Schreibeinladung für die Wochen 45 + 46 beinhaltet die Worte „Nachtlicht“, „liebllich“ und „teilen“, gesponsert von Gedankenflut.

Das Nachtlicht

Die Bank am Rande des Parks war unbequem, aber das kümmerte ihn nicht. Besser als auf der Couch zu sitzen und sich Vorwürfe anzuhören. Er sippte an dem lieblichen Wein, ließ ihn in seinem Mund kreisen und schluckte ihn dann herunter. Das hatte er bei einer Weinprobe gelernt. Er war sich nicht sicher, was es brachte, aber er fühlte sich dadurch kultureller.

Er sah zu dem Fenster ihrer Wohnung hoch. In jedem bis auf einem Zimmer brannte das Licht. Was sie wohl gerade machte? Seine Sachen packen? Ihre?

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An mein Zukunfts-Ich | Writing Friday

writing-friday-2020

Dies ist ein Text zu der Aktion „Writing Friday“ von Elizzy. Jeden Freitag wird zu einem der vorgegebenen Themen veröffentlicht. Die aktuellen Themen und eine Liste aller Teilnehmer findet ihr auf Elizzy’s Seite.

Thema: Schreibe einen Brief an dein Ich in 10 Jahren.

Hallo Zukunfts-Ich,

erst das wichtigste: Gibt es in zehn Jahren schon Zeitreisen, wenn ja erscheine

JETZT.

Schade, hätte ja sein können. Dann reden wir mal Tacheles:

Erstens. Ich will dir nochmal ins Gedächtnis rufen, dass du eine coole Mutter werden wolltest. Dein Sohn ist jetzt 9 Jahre alt und da ist noch Potential die verstaue Erziehung geradezurücken. Scherz! Du hast dir vorgenommen, ihm zu helfen selbstständig zu werden, aber gleichzeitig ihm immer wieder zu bestätigen, dass du für ihn da bist. Das traue ich dir sogar zu. Was ich aber befürchte: Du versucht zu sehr die Fehler deiner Eltern nicht zu wiederholen. Scheiß Idee. Zum einen bringt der Vergleich mit anderen, ob negativ oder positiv, nie etwas und zum anderen geht sowas immer nach hinten los. Also hör auf mit dem Mist!

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ohne grenzen | Der Dienstag dichtet

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Da ich kaum Gedichte schreibe, habe ich den Dienstag zum Gedichte-Tag erklärt und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt.
Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben.
Mit von der Partie sind bisher

Stachelbeermond
Mutigerleben
Wortgeflumselkritzelkrams
Werner Kastens
Findevogel
Wortverzauberte
Berlin Autor
Lyrikfeder
Nachtwandlerin
Lindas x Stories
La parole a été donnée à l’homme
Gedankenweberei
Myna Kaltschnee
Wortverdreher
Lebensbetrunken
und
Vienna BliaBlaBlub

ohne grenzen
und ich träume davon, grenzenlos. nur das
wasser trennt uns. wir bauen ein schiff zur
verständigung und leben alle unter einem
dach. ich du er sie he him her she it them
sind ein wir. sagst du. denn du fällst das
beschriebene holz für die planken, streichst
den kahn bunt und schwarz. doch die segel
folgen nur dem wind, reißen im sturm, der
von zu viel atem stammt. wir sind eins. sind
zusammen, weil die arche unter unseren
füßen deinen  wellen folgt. die wogen die
regeln machen. nur in uns leben grenzen,
die nach außen sichtbar sind. ein schiff ist
ein schiff ist ein schiff. wir teilen es in bug,
rumpf, unten, oben, kajüten, kombüse. wir
sind uns nicht eins, sind verschrankt ohne
schranken. nur begrenzt grenzenlos frei.

Lyrimo Tag 1 bis 7

Ich nehme dieses Jahr am lyrimo = Lyric Month teil. alles Wissenswerte dazu findet ihr auf diesem Blog: https://lyrimo.wordpress.com/

Tag 1: November
ein bunter strom fließt ins dunkle
meer.freude verschwindet in
haufen.
haufen verschwinden im
lachen. das plätschern der kälte
lädt zum nachdenen ein. bunt.
strom.

Tag 2: Elfchen
marshmallowwolken
wie schafherden
treibt der herbstwind
himmelswatte vor sich her
fensterchillmomente

Tag 3: Märchen und Sagen
gestern glauben morgen wissen. wir
ziehen spinnfäden durch geschichten.
aschenputtel webt rapunzels tränen. ich
kenne heimdalls namen. und eine virus zerstört
den olymp. heute

Tag 4: Einen Gegenstand zum Leben erwecken
wie ein fleischiges herz. in meiner
hand schlagen schaltkreise im
rhythmus. ungezählte leben
gefangen hinterm touchscreen. free
me. ruft das herzblut. follow me.
ruft die social aorta. nun liegt es da
und pulsiert. noch ein blick.

Tag 5: Es ist Frost angesagt…
es ist frost angesagt. sagte er
eisüberzogen als ihm bereits die
knie zusammenfroren.
das klirren. ein zu spät.
das krachen. die zerbrochene erde.

Tag 6 – Meditationsgedicht
ein und aus und ein und…aus ein aus und einauseinau…
shit. die gedanken flattern. das omm
nervt. ungeduld fließt vom
gehirn in die beine. ich.
trinke tee und streichle die katze.
innere ruhe hat keinen atem. nur
hier und auch jetzt.

Tag 7 – Rondell
eine wand baut sich auf
meine sprache wie spachtel
meine stimme ein stein
eine wand baut sich auf
faktendatenzahlen
empathielogik
eine wand baut sich auf
der vorderzahn fehlt