Die Burg | Writing Friday

Dies ist ein Text zu der Aktion „Writing Friday“ von Elizzy. Jeden Freitag wird zu einem der vorgegebenen Themen veröffentlicht. Die aktuellen Themen und eine Liste aller Teilnehmer findet ihr auf Elizzy’s Seite.

Thema: Sommerferien – Moritz muss zu Hause bleiben. Doch davon lässt er sich die Laune nicht verderben, zusammen mit seinen Freunden bauen sie (…eigene Idee…) – erzähle uns was sie bauen und wie sie den Sommer damit / darin verbringen.

Die Burg

Moritz saß im Sandkasten hinterm Haus. Eigentlich fühlte er sich zu alt für Im-Sand-Spielen, aber etwas Besseres fiel ihm nicht ein. Fast alle seine Freunde waren in den Urlaub gefahren, nur seine Familie nicht, weil seine kleine Schwester gerade erst geboren worden war. Moritz fühlte sich ungeliebt. Nicht nur, dass sie nicht in den Urlaub fuhren, seine Eltern hatten auch so weniger Zeit für ihn. Frustriert warf er etwas Sand umher. Er konnte vielleicht so tun, als wäre er am Meer und eine Sandburg bauen.

Moritz begann mit dem Hauptbau. Sorgfältig formte er einen Quader und hob daraus einen kleineren Quader aus, sodass die Burg einen Innenhof hatte, wie die, die er und seine Eltern letzten Sommer besucht hatten. Anschließend drückte kleine Ausbuchtungen in die Wände. Dann baute er darauf Türmchen, einen Graben und fügte immer mehr Details hinzu. Sogar Pflanzen gab es in und um die Burg. Erst als es Abendbrot gab, hörte Moritz auf. Als er schließlich ins Bett musste, nahm er das Buch über das Burgleben mit, das sein Vater sich bei ihrem Besuch gekauft hatten. Er las bis ihm die Augen zufielen und stellte sich dabei vor, selbst in der Burg zu leben. Nahtlos ging die Vorstellung in einen Traum über bis Moritz nachts schweißgebadet aufwachte.

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trocken | Der Dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte schreibe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

trocken

trocken ist sie, meine abgestorbene
haut. ich sammle sie vom boden.
wie ein puzzle baue ich ein zweites
ich. nähe mit haaren. kreuzknoten.
das davor läuft mir nun nach. alte
lebenspläne sind eintattowiert. die
farbe läuft über steingewordene
zehennägel und gezogene zähne.
am ende des tages sollte ich das
vergangene verbrennen. und doch.
kann man sein früher umkreisen?

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Friedrich | Etüdensommerpausenintermezzo

Dies ist ein Text zu den abc.etüden von Christiane. Diesmal mit dem Etüdensommerpausenintermezzo. Ziel ist es mindestens 7 aus 12 Wörtern (siehe Bild) in einem Text unterzubringen und es muss an einem echten Gewässer spielen.

Friedrich

Friedrich war achtzehn Jahre alt, als er das erste Mal ans Meer reiste. Seine Eltern hatten nicht viel Sinn für weite Reisen und so hatte „in den Urlaub fahren“ für ihn immer geheißen, den Bauernhof seines Onkels in Sommerloch zu besuchen. Immerhin lag dieser in Rheinland-Pfalz und nicht in Hessen, wo er wohnte. So konnte er, wenn man es nicht zu genau nahm und er das „Bundes“ verschluckte, immerhin behaupten, in den Ferien ein anderes Land besucht zu haben. Das minderte jedoch nicht seinen Neid den Klassenkameraden gegenüber. Wenn Thorsten erzählte, wie er am Fjelleruper Strand Muscheln gesammelt hatte oder Sonja, die am Similaungletscher Ötzi besucht hatte, stellte er sich vor, auch solche Reisen zu unternehmen, sobald er alt genug dazu war und das nötige Kleingeld hatte.

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uns steht | Der Dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte schreibe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

uns steht

uns steht die luft bis zum hals. der wind bläst in gedankenkreisen. auf luv und lee. mann über bord. der rote ring wurde wegrationalisiert. dort hängt eine feder.

uns steht das feuer bis zur nase. wir schmeißen plastik in die flammen. nasenklammern sind im angebot. aus technopolymer oder fructose.

uns steht die erde bis zu den augen. öl fließt aus den kanälen. tropft auf dinoförmige taschentücher.
jemand niest holz.

uns steht das wasser
gut. in den leben. meistens im weg.

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Sommerrezept | Writing Friday

Dies ist ein Text zu der Aktion „Writing Friday“ von Elizzy. Jeden Freitag wird zu einem der vorgegebenen Themen veröffentlicht. Die aktuellen Themen und eine Liste aller Teilnehmer findet ihr auf Elizzy’s Seite.

Thema: Ein Sommer-Rezept: Ein lauer Sommerabend, du nimmst dir die Zeit draußen etwas zu essen. Verrate uns dein liebstes Sommer Menü – evtl. mit Rezept – und Kochanleitung.

Sommerrezept

Zutaten:

  • die Nase kitzelnde Sonne
  • Blumenduftwind
  • schmelzendes Zimteis
  • kalte Sommernachtslimonade
  • Sand zwischen den Zehen oder Gras, mind. bis zu den Knöcheln
  • Kinder- und Erwachsenenlachen
  • glitzernde Schweißperlen
  • Sommergewittergeruch
  • Zirpende Draußenabende
  • Gemüseanbau- oder Blumenwiesenverteilfreuden
  • Urlaubsgrüße (gesendete und empfangene)

Zubereitung:

  1. Alle Zutaten nach Bedarf mischen.
  2. Genießen.

zwischen reisen | Der Dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte schreibe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

zwischen reisen

zwischen reisen. ich surfe auf dem
alltagsglitsch. jongliere in plastik
gehülltem brauen und gelben. im
takt der 90er trommel oder der
40er trägt mich der tagesbeat. ein
wenig platsch rechts und links. die
flecken der erinnerung fließen in
richtung weidenkorb. es duftet.
süßlich, herb, manchmal riecht
es nach arbeit. wir leben zwischen
couchmomenten, spielwiesen und
bettenburgen. eigentlich ist das
zwischen reisen auch eine reise.

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Der After-Baby-Body-Unfug | Mama Gedanken

Da es mir in meiner Reihe „Schwangere Gedanken“ so viel Spaß gemacht hat, mich über Klischees und Erwartungen an Schwangere aufzuregen, habe ich mir überlegt fortzufahren, denn auch an Mütter gibt es eine Reihe von unsinnigen Erwartungen.
Hier findet ihr alle Texte zu dem Thema: *Klick*

So, ihr kennt das: Macht euch einen Tee, holt euch einen Keks und los geht’s.

Der After-Baby-Body-Unfug

Wenn man endlich genug Babybauchbilder gemacht hat und das kleine Wesen auf der Welt ist, ist eines der Hauptthemen (im Internet) der After-Baby-Body und der ist grundsätzlich falsch, wie es scheint. Zuviel Dehnungsstreifen, zu viel Haut, die Kilos purzeln nicht schnell genug oder noch schlimmer, man sieht danach genauso aus wie vorher…

Die Angst vor Veränderung

Während der Schwangerschaft verändern die Hormone und das wachsende Baby den weiblichen Körper und das ist wirklich beängstigend. Ich habe in einem anderen Text: HIER schonmal darüber geschrieben. Ich habe mir nichts anderes gewünscht, als dass ich genauso nach der Geburt aussehe, wie vor der Schwangerschaft – keine Dehnungsstreifen, lose Haut oder Krampfadern. Dafür habe ich viel getan, meine Gene anscheinend auch, weil mein Wunsch in Erfüllung gegangen ist. Außer einer sehr schwachen Linea Negra sieht man nichts mehr von der Schwangerschaft. Bereits 6 Tage nach der Geburt hatte ich mein Ausgangsgewicht und da mein Bauch nicht groß war, fällt die lose Haut auch nur mir auf. Ich könnte happy sein, aber da ist ein Problem: Ich habe das Gefühl, das niemandem sagen zu dürfen.

Verdrehtes Bodyshaming

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gesalzene luft | Der Dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte schreibe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

Ich war mit den Füßen in der Ostsee. 💕

gesalzene luft

gesalzene luft. meine haut atmet.
in den wind hinein. meine haare
verfangen sich. in muscheln. es
rauscht. neben mir sehe ich kleine
fußabdrücke. mit fingern geformt.
eine sandburg aus freiheit. die
algen fesseln mich. meinen blick.
ich male meine erinnerung auf
klippen, damit sie mich nicht
vergessen. bis ich zurückkomme.

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Das Baby und ich | Mama Gedanken

Da es mir in meiner Reihe „Schwangere Gedanken“ so viel Spaß gemacht hat, mich über Klischees und Erwartungen an Schwangere aufzuregen, habe ich mir überlegt fortzufahren, denn auch an Mütter gibt es eine Reihe von unsinnigen Erwartungen.
Hier findet ihr alle Texte zu dem Thema: *Klick*

So, ihr kennt das: Macht euch einen Tee, holt euch einen Keks und los geht’s.

Das Baby und ich

Während der Schwangerschaft hatte ich ein eigenartiges Verhältnis zu dem Embryo/Fötus in mir. Ich habe das Leben gespürt, aber irgendwie blieb es immer abstrakt und ich habe mich gefragt, wann der Moment ist, wann ich ihn liebe. Hier könnt ihr meine Gedanken dazu lesen: *Klick*

Was einem Instagram erzählt

Also wenn man Instagram und Social Media glaubt, empfinden alle Eltern direkt unglaubliches Glück in der Schwangerschaft und allesumfassende Liebe nach der Geburt. Andererseits schreien und kacken Kinder einen auch nicht an, wenn man Social Media glauben darf. Das Leben mit Baby wird als perfekt dargestellt, zwischen Kuscheleinheiten, dem perfekten Stillvorgang und neuen Babyklamotten, die nie vollgekotzt sind. Anscheinend schlafen Instagram-Eltern auch genug.

Die Geburt von Little J

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durch augen | Der Dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte schreibe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

durch augen

weil ihr mauern höher sind als
ihre augen. die pupille geweitet.
ist vor der hornhaut stopp. die
linse verschließt sich vor farben
und formen. stiehlt der linse ihren
regenbogen. binokular. wenn ihre
kurzsicht weitsichtig wäre. wenn
sie doch nur räume sehen würden.
statt nur weiße bilder an wänden.

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