Ihre Form | Writing Friday

writing-friday-2020

Dies ist ein Text zu der Aktion „Writing Friday“ von Elizzy. Jeden Freitag wird zu einem der vorgegebenen Themen veröffentlicht. Die aktuellen Themen und eine Liste aller Teilnehmer findet ihr auf Elizzy’s Seite.

Thema: Versuche “Er war verliebt” in einer Szene zu beschreiben, ohne die Wörter “Liebe” oder “verliebt” zu gebrauchen.

Sie war die reinste Schönheit. Er konnte nicht anders, als sie anzusehen. Sein Blick klebte wie Leim an ihrer perfekten Form. Diese Rundungen machten ihn schwindelig. Bis in die Spitzen fuhr er ihren perfekten Körper nach. So hatte er noch nie empfunden. Ein kurzer Windhauch trieb ihren Duft in seine Nase. Er atmete tief ein, hatte das Gefühl ihre Essenz in sich aufzunehmen. Süßlich. So wie eine solche Schönheit riechen sollte. Keine Chemie, reinste Natur. Und erst ihre Farbe. Wundervolle Töne färbten ihre Haut, malten Bilder, die nicht jeder lesen konnte. Er verlor sich in den Gelbtönen. Schmetterlinge, die er normalerweise über Wiesen jagte, flatterten durch seinen Magen, ließen seine Glieder beben. Er tänzelte auf der Stelle. Langsam wurde sie entblättert. Ihr Kleid löste sich, flatterte hernieder. Darunter wurde ihre helle Haut sichtbar. Zart und reif. Das Schlagen hinter ihm störte ihn nicht. Es wurde immer schneller und lauter, bis auch sie es bemerkte. Weiterlesen „Ihre Form | Writing Friday“

schwarz auf weiß | Der Dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte schreibe, habe ich den Dienstag zum Gedichte-Tag erklärt und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt.
Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben.
Mit von der Partie sind bisher
Stachelbeermond
Mutigerleben
Wortgeflumselkritzelkrams
Werner Kastens
Findevogel
Wortverzauberte
Ein Blog von einem Freund
Lyrikfeder
Nachtwandlerin

Ich war letzten Jahr gestresst von meinen Hobbies und habe beschlossen dieses Jahr alles etwas ruhiger angehen zu lassen, dh insbesondere habe ich Klavierspielen erst einmal ruhen lassen. Vorhin habe ich ein Stück gehört, dass ich gerne probieren würde und mich einfach hingesetzt und gespielt. Hier also ein sehr spontanes Gedicht.

schwarz auf weiß

meine finger schweben im vier viertel
achtel hunderstel takt. im allegro über
weiße stege und schwarze linien, zeilen.
seiten, nummern. deine gefühle sind a
tempo. so wie klare worte, die meine
eigenen sind. ich will lauter werden als
ff und leiser als pp. deine augen tanzen
hinter mir. ich sehe den ton. dolce. das
kalte metal brennt unter meinen füßen.
bronzen. yolante. ich suche nach dem
einen wahren klang. bis beim letzten ton
die schwarzen balken meine glieder ruhen
lassen. ich klinge in deinem lied stunden
nach. in die stille hinein. ein atmen.

buchheimat | Writing Friday

writing-friday-2020

Dies ist ein Text zu der Aktion „Writing Friday“ von Elizzy. Jeden Freitag wird zu einem der vorgegebenen Themen veröffentlicht. Die aktuellen Themen und eine Liste aller Teilnehmer findet ihr auf Elizzy’s Seite.

Da ich keine Lust auf einen Essay hatte, habe ich das Thema lyrisch umgesetzt.

Thema: Was macht für dich ein gutes Buch aus?

buchheimat

mein denken wandert durch fremde
leben. sucht in weiten unbekannten
wortmeeren nach ideen, impulsen,
spannung. nach dem einen anderen
sinn. hier. ein wortbaum greift nach
meinen haaren. und ich fliehe durch
landschaftszeilen, durch stadtseiten
manchmal renne ich und weiß nicht
wohin. in deiner fußnote finde ich
tiefe. in deinem starren weltenband
eine heimat.

Der magische Garten | abc.etüden

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Dies ist ein Text zu den abc.Etüden von Christiane. Diesen Monat gibt es eine Extraetüde, d.h. man muss 5 Worte in 500 Wörter unterbringen. Aus folgenden 6 Wörtern kann gewählt werden: „Sonnenuntergang“, „warm“, „fliegen“, „Forsythien“, „lächerlich“ und „erfrieren“.

Der magische Garten

Magarete schlich sich in den großen Garten der Nachbarin. Sie wusste, dass es verboten war, aber sie konnte ihre Neugier nicht im Zaum halten. Ihre Großmutter hatte sie noch gewarnt: Die Nachbarin sei eine Hexe. Doch Margarete besaß genug kindliche Neugier für zehn Kinder, also kletterte sie heimlich über den Holzzaun. Mit ihrer Strumpfhose blieb sie dabei an einem Spahn hängen, doch das störte sie nicht. In Strumpfhosen gehörten Löcher, sonst sah man gar nicht, dass sie benutzt wurden.

Magarete staunte nicht schlecht, als sie mit einem Plumps im hohen Gras landete. Von Drinnen sah der Garten noch größer aus. Zwischen all den Bäumen und Sträuchern fühlte sie sich lächerlich klein. Sie ging ein paar Schritte und hatte das Gefühl immer kleiner zu werden. Die Gänseblümchen waren mittlerweile kniehoch und die Forsythien ragten ihr über den Kopf. Als Magarete schließlich in der Mitte des Gartens ankam, konnte sie nur noch mit den Fingerspitzen die Blüten von den Tulpen berühren. War sie geschrumpft oder war hier alles so riesig? Weiterlesen „Der magische Garten | abc.etüden“

katzenelfchen | Der Dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte schreibe, habe ich den Dienstag zum Gedichte-Tag erklärt und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt.
Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben.
Mit von der Partie sind bisher
Stachelbeermond
Mutigerleben
Wortgeflumselkritzelkrams
Werner Kastens
Findevogel
Wortverzauberte
Ein Blog von einem Freund
Lyrikfeder

Diesmal fiel mir einfach absolut nichts ein. Mein Leben spielt sich gerade Zuhause ab und über das dumme Virus wollte ich nicht schreiben, also habe ich über das geschrieben, was ich gerade am meisten sehe: meine Katzen. Hier also zwei Katzenelfchen.
Ps.: Ja, ich bin bekloppt. Nein, dafür gibt es keine Heilung.

Scotty
hundertsternefell
funkelt launenhaft
springen durch deckensphären
eine planetennase leuchtet pink
universumswind

Yoda
beobachtungsaugen
starren kuschelvoll
aus schwarzen höhlen
dein wärmebrummen an mir
bettdeckenschwebend Weiterlesen „katzenelfchen | Der Dienstag dichtet“

Mia geht | Writing Friday

writing-friday-2020

Dies ist ein Text zu der Aktion „Writing Friday“ von Elizzy. Jeden Freitag wird zu einem der vorgegebenen Themen veröffentlicht. Die aktuellen Themen und eine Liste aller Teilnehmer findet ihr auf Elizzy’s Seite.

Achtung traurig. Ich habe keine Ahnung, woher die Geschichte kam. Eigentlich wollte ich etwas anderes schreiben, aber dann musste ich an jemanden denken, den ich kannte…nuja und so ist der Text entstanden.

Thema: Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz “Mia wollte jetzt noch nicht gehen aber…” beginnt.

Mia wollte jetzt noch nicht gehen, aber ihre Kräfte ließen langsam nach. Sie sah zu ihrer Rechten einen riesigen Blumenstrauß. Den hatte ihr Marcel mitgebracht. Gerbera. Sie hasste Gerbera, aber das konnte Marcel nicht wissen. Sie hatte ihm vieles von sich erzählt, aber nicht alles. Ein müdes Lächeln erschien auf ihrem Gesicht. Vor zwei Jahren hatten sie angefangen sich zu verabreden und kurze Zeit darauf, war sie bereits diagnostiziert worden. Sie nannten es Diagnose, aber es war schon damals ein Todesurteil gewesen. Trotzdem war er geblieben. Weiterlesen „Mia geht | Writing Friday“

eine komische zeit | Der Dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte schreibe, habe ich den Dienstag zum Gedichte-Tag erklärt und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt.
Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben.
Mit von der Partie sind bisher
Stachelbeermond
Mutigerleben
Wortgeflumselkritzelkrams
Werner Kastens
Findevogel
Wortverzauberte
Ein Blog von einem Freund


eine komische zeit

sanft züngelt die wärmende Kälte meine
beine hinauf. umkreist die leberflecke
auf der wade, streift die tattoowierung
entlang. bis zu den knien. ich schüttele
sie fort. es ist nicht so weit. später. hinter
meinen kniescheiben sprießen samen.
durchbrechen meine winterhaut. blut
fließt wie frische bäche in meine zellen.
eine weide verschüttelt ihr haupt. es
bleiben frische gräser an meinen füßen
kleben. der kies klingt wie totengesang.
vogelzwitschern. schmetterlingsflattern.
wurzeltreiben. ich warte und zucke mit
den schultern. eine komische zeit.

Gespräche mit Rüdiger – Wert| abc.etüden

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Dies ist ein Text zu den abc.etüden von Christiane. Ziel ist es 3 Worte in 300 Zeichen unterzubringen. Die Schreibeinladung für die Wochen 12+13 beinhaltet die Worte „Sonnenuntergang“, „warm“ und „fliegen“, gesponsert von Elke H. Speidel.

Noch kann ich raus, aber das Damokles-Schwert schwebt schon irgendwie über uns. Ich bin trotzdem optimistisch und habe das genutzt in einer Etüde zu verwursten.

Gespräche mit Rüdiger – Der Wert von Dingen

„Sei froh, dass du raus kannst.“

„Da solltest du eher froh sein. Wenn du mich einsperren würdest, würde ich es wie Hektor machen.“

„Hektor? Die Katze von der Nachbarin, die ihr immer ins Bett kackt.“

Rüdiger kniff die Augen zusammen, dann ließ er sich elegant auf den kühlen Boden fließen. Ich seufzte und zweifelte keine Sekunde daran, dass er das tun würde. Freigänger ließen sich nicht einsperren.

„Mal schauen, wie das ankommt, wenn ich der Bundeskanzlerin ins Bett kacke….Ich bin jedenfalls neidisch.“

„Na immerhin erfrierst du nicht. Nächste Woche soll es kalt werden.“

„Ich kann mich wärmer anziehen, aber das Spaziergehen werde ich vermissen. Die ersten Blumen zu sehen – Maiglöckchen, Krokusse, Forsythien…Da merkt man erst, was man sonst nicht zu schätzen weiß.“ Weiterlesen „Gespräche mit Rüdiger – Wert| abc.etüden“

Frühlingserleben | Writing Friday

Thema: Beschreibe einer blinden Person den Frühlingsanfang.

Frühlingserleben

Ich höre am Morgen weckendes Vogelzwitschern, Bienensummen, Kinderlachen, Flügelschlagen, aufgeregte Hundenasen, Libellensurren, Wurzelstrecken, das letzte Salzknacken, Stilebrechen, raschelnde Röcke und flatternde Kleider.

Ich rieche Krokusse und Osterglocken, nasse warme Erde, Bärlauch, das erste frischgemähte Gras, frischgeöffnete Eisdielen, Osterfeuer, die ersten Grillenden, neuer Schnittlauch und geöffnete Jacken.

Ich fühle wärmende Sonne, weiche Blütenblätter, Katzenhaare und Hundehaare auf allen Kleidungsstücken, gewärmte Baumrinde, weichwerdendes Gras und sanfter warmer Wind im Gesicht.

Ich schmecke Himbeer- und Pistazieneis mit einer Note Zitrone, Rhabarberlimonade, Radieschen,  Kerbel, Spargel mit Soße und Schinken, Liebstöckel, Schnittlauch, Salbeitee ohne Kranksein, die erste Zitronenlimonade, Schokoosterhasen und Waffeleier.

mit dir | Der Dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte schreibe, habe ich den Dienstag zum Gedichte-Tag erklärt und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt.
Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben.
Mit von der Partie sind bisher
Stachelbeermond
Mutigerleben
Wortgeflumselkritzelkrams
Werner Kastens
Findevogel
Wortverzauberte
Ein Blog von einem Freund

Nicht für jemanden sondern für jeden Einzelnen geschrieben.

mit dir

damit wir alle zusammen sitzen bei
wasser, brot und ewigkeit. uns fehlt
regen, der in freiheitsrinnen rieselt.
wie das wetter hinter hotelzimmern,
exklusiven verkostungscentern und
dem goldspa eines ideellen traums.
ich reiche dir meine hand. wenn wir
gehen, sind unsere träune eins. ich
schenke dir worte. wenn wir liegen,
sind unsere gedanken auf weißen
meeren. ich schwimme im stillstand.
mit dir.