Fiebriges Elfchen | Der Dienstag dichtet

Da ich ohne Druck kaum Gedichte schreibe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

Weil wir zwei Neue in der Runde haben (Willkommen Suses Buchtraum und Wortman!), habe ich die Liste mal aussortiert, damit man besser die findet, die noch teilnehmen. Hab jetzt alle gelöscht, die ein paar Monate nichts geschrieben haben. Dh nicht, dass diejenigen „raus“ sind. Jeder ist immer willkommen. Einfach kurz Kommentar schreiben bzw ich adde automatisch wenn jm. wieder aktiv ist.

Zum Glück habe ich das gemacht, bevor mein Kind mich schon wieder mit einem Killer-Krippen-Virus infiziert hat. Hier also alle Kreativität, die ich sammeln konnte in ein Elfchen gebannt. Bin wieder im Bett. Lese eure Gedichte Morgen.

Fiebriges Elfchen

fieberrumgeträume
unruhige füße
und heiße wangen
liegen an meinem körper
schlafbrummkreisel

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Zuviel | abc.etüden

Dies ist ein Text zu den abc.etüden von Christiane. Ziel ist es 3 Worte in 300 Zeichen unterzubringen. Die Schreibeinladung für die Wochen 36 + 37 beinhaltet die Worte „Brechreiz, anschmiegsam, buchstabieren“, gesponsert von Ludwig Zeidler

Ich habe einen sehr guten Kurzfilm über Gaslighting gesehen und kam so auf das Thema.

Zuviel

„Soll ich dir das etwa buchstabieren?“ schrie er.

Sie zuckte nicht einmal mehr zusammen. Die Frage stellte er immer, wenn sie etwas Dummes getan hatte. Seine Art sie zu erniedrigen, das wusste sie. Meistens. Manchmal glaubte sie ihm. Ihr wurde etwas schwindelig, trotzdem holte sie den Staubsauger und entfernte die Krümel, die nur er unter seinem Schreibtisch sah. Als sie sich bückte, um zu kontrollieren, ob nun alles sauber war, wurde ihr übel, aber sie ignorierte das Gefühl.

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bald | Der Dienstag dichtet

Da ich ohne Druck kaum Gedichte schreibe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

bald

und plötzlich schlage ich die augen
auf wie einen herbststurm. meine
wimpern strahlen rot, braun, orange.
wehen im kühlen wind. während nebel
durch meine pupillen zieht, sehe ich
gewitter nahen. kleine, große, laute,
leise, in betten, banken und öfen. ein
bisschen frost läuft als träne getarnt in
meinen mundwinkel und flüstert. bald.

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andernorts | Kritzelnews

Es ist endlich soweit: Mein Buch erscheint am 21.09.!!!

Ich bin super happy, wie es aussieht und hoffe es gefällt den Lesenden dann auch so gut. 😇

Wie und wo man das Buch kaufen kann etc., schreibe ich dann am 21ten. Wird auch Sticker und Postkarten geben, aber da will ich noch Fotos machen. Irgendwie geht dann jetzt doch alles so schnell, dass ich nicht hinterherkomme. 😅

Verkopftes Elfchen | Der Dienstag dichtet

Da ich ohne Druck kaum Gedichte schreibe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

Das Kind hat Kindergartenseuche mitgebracht, ist aber wieder fit. Ich nicht so. Außerdem ist viel los.

Verkopftes Elfchen

kopfgebrummle
tiktoktik toktiktok
zermartert und gemartert
stolpert es im hinterstübchen
paracetamolhoffnung

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und die ganze welt ist berauscht | Der Dienstag dichtet

Da ich ohne Druck kaum Gedichte schreibe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

und die ganze welt ist berauscht

und die ganze welt ist berauscht. nicht von
ihrer schönheit, von verstand, kühnen ideen
und gedanken. fröhlich tanzen die destilate
im takt der kohlesäurebläschen. feiern mit den ethanolen. auf keinen fall unterkriegen lassen. singen sollen sie. ein bisschen spaß muss sein. im beat der angezählten jahre lacht sogar das
cytotoxin. selbstverantwortung, fordern die
unruhigen geister. hilfe, flüstern ihre kinder.

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Sonnenurlaub | Writing Friday

Dies ist ein Text zu der Aktion „Writing Friday“ von Elizzy. Jeden Freitag wird zu einem der vorgegebenen Themen veröffentlicht. Die aktuellen Themen und eine Liste aller Teilnehmer findet ihr auf Elizzy’s Seite.

Thema: Die Sonne ist weg. Wie sieht das Leben auf der Erde nun aus?

Sonnenurlaub

Alles umwebende Kälte. Eiskristalle reihen sich an Eiskristalle. Die Luft ist so klar, dass jeder der hindurchsieht erfriert. Ich sitze hier unten und sehe dem Wachsen des Eises zu. Schicht um Schicht dringt es in die Erde ein. Jeden Tag kommt es ein paar Zentimeter näher und wir fliehen tiefer und tiefer in die Erde hinein, bis wir ihren Kern erreichen oder uns die Luft zum Atmen ausgeht. Es ist beklemmend und hoffnungslos und trotzdem ist da dieser eine Funke: Was wenn sie wieder aufgeht?

Als die Sonne das letzte Mal unterging, habe ich das nur bemerkt, weil ich das Licht anschalten musste. Ich ging ins Bett, in der Erwartung, dass die Sonne wieder aufgeht und ich im Sonnenschein zur Arbeit gehe. Dreißig Grad waren angesagt und ich habe gedanklich aufgestöhnt, da ich die Hitze nicht gut vertrage. Als mein Wecker um acht Uhr klingelte, wachte ich frierend auf. Es war stockduster und ich irritiert. In den Nachrichten sagten sie, dass die Sonne verschwunden war. Man sah sie von keinem Punkt der Erde aus. Das Chaos setzte in den nächsten Stunden ein. Und nun sind wir hier, unter der Erde. Eine Handvoll Menschen, die nach Wärme und Licht suchen.

Niemand weiß, was passiert ist. Vielleicht hatte uns die Sonne einfach satt. Vielleicht brauchte sie einen Ortswechsel und hat Pflichtvergessen eine Reise in eine andere Galaxie gewagt. Ich weiß nicht wie das Weltall funktioniert, aber ich hoffe, dass sie irgendwo anders eine Welt gefunden hat, die es Spaß macht zu bescheinen, mit Menschen, die ihre Wärme zu schätzen wissen.

verschmiert | Der Dienstag dichtet

Da ich ohne Druck kaum Gedichte schreibe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

verschmiert

am ende glänzt die unehrliche haut in
goldenem schimmer. du schießt dein
makeup point blank. deine wimpern
spitz wie pfeile. dein mund riecht
verbrannt durch das feuerrot. plastik,
alu, acryl. ich rutsche auf deiner glatten oberfläche aus. hinter einem schleier
weht an kühlen tagen eine feine nuance
wahrheit. verschmiert.

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