Der Herbst | Writing Friday

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Dies ist ein Text zu der Aktion „Writing Friday“ von Elizzy. Jeden Freitag wird zu einem der vorgegebenen Themen veröffentlicht. Die aktuellen Themen und eine Liste aller Teilnehmer findet ihr auf Elizzy’s Seite.

Ich war mal wieder experimentierfreudig. Ganz rund finde ich den Text nicht, aber zu Tode überarbeiten wollte ich ihn auch nicht.

Thema: Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter mit ein: Laub, kühl, gesund, Beeren, Vorfreude

Der Herbst
Zwischen Äpfeln, Beeren, heruntergefallenem Laub und Haselnüssen ist er Zuhause. Tagsüber lässt er die letzten Früchte des Sommers reifen, schüttelt die Faulen und Gärenden ab. Oftmals holt er seinen Farbtopf und beginnt die Blätter zu bemalen. Seine Lieblingsfarbe ist Orange, aber auch Rot und Braun befinden sich in seinem Repertoire. Selbst das grüne Gras bedeckt er mit den bemalten Blättern. Wenn sein Tagwerk vollbracht ist, leuchten seine Wangen gesund in einem Apfelrot.
Nachts schläft er und sein kalter Bruder sendet die ersten kühlen Winde. Erst wenn seine sonnige Schwester die letzte Wärme herüberhaucht, erwacht er und beginnt von Neuem. Wenn ihre Kraft nicht mehr ausreicht, wacht er nicht mehr auf und träumt vom nächsten Jahr. Von Blätterhaufen, Kinderlachen und Kürbissen. Er liebt seine Aufgaben so sehr, dass er vor lauter Vorfreude ab und an im April erwacht und seine blühende Schwester ärgert. Doch diese frühen Monate sind nicht sein Zuhause. Es ist zu grün und duftet zu sehr. Nein, seine Heimat liegt viel später im Jahr, hinter Sonnenbädern und Schwimmbadbesuchen, wenn sich verregnete und sonnige Tage abwechseln, wenn die Natur sich zurückzieht, um im nächsten Jahr mit neuer Kraft zu erwachen.

Die Kälte | abc.etüden

Dies ist ein Text zu den abc.etüden von Christiane. Ziel ist es 3 Worte in 300 Zeichen unterzubringen. Die Schreibeinladung für die Wochen 37+38 beinhaltet die Worte „Idee“, „engelhaft“ und „vergraben“, gesponsert von Ludwig Zeidler.

Ok, etwas überdramatisch, aber mir war so danach.

Die Kälte

Anoki vergrub sich in einem Berg aus Decken. Ihr war kalt und das bereits seit Wochen. Nicht weil sie krank oder es draußen kalt war, sondern weil sie die Kälter ihrer Mitmenschen nicht mehr abschütteln konnte. Anfangs hatte sie noch mit engelhafter Geduld versucht, den Menschen Empathie beizubringen, aber immer wieder lief sie vor Mauern. Anoki hatte keine Kraft mehr sich zu wehren und so hielt die Kälte auch in ihr Inneres Einzug. Die Ärzte hatten keine Idee, wie es zu dieser enormen Senkung ihrer Körpertemperatur kam oder wie sie es aufhalten konnten. Noch Montag waren es 31 Grad gewesen. Heute war Freitag und Anokis Fieberthermometer zeigte 22 Grad an. Sie hatte die Heizungen auf Stufe vier gedreht, bei 30 Grad Außentemperatur. Nun lag sie hier, unter vierzehn Decken. Eine Wärmflasche lag auf ihren Füßen, eine am Bauch und eine in ihrem Rücken.

Anoki schlief das Wochenende und als sie den Montag erwachte, maß das Themrometer nur noch 11 Grad. Hoffnungsvoll hörte sie in die Welt, aber sie hörte nur die Eiskristalle klirren und die kalte Luft rauschen. Anoki füllte ihre Wärmflaschen auf, drehte die Heizungen eine Stufe weiter hoch und kuschelte sich in hren Berg aus Decken. Ein letztes Mal atmete sie tief ein, dann verließ sie die letzte Wärme und sie begann zu schmelzen. Zurück blieb ein Haufen feuchter Decken und ein letzter Hauch menschlicher Wärme.

in anderen gärten | Der Dienstag dichtet

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Da ich kaum Gedichte schreibe, habe ich den Dienstag zum Gedichte-Tag erklärt und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt.
Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben.
Mit von der Partie sind bisher

Stachelbeermond
Mutigerleben
Wortgeflumselkritzelkrams
Werner Kastens
Findevogel
Wortverzauberte
Ein Blog von einem Freund
Lyrikfeder
Nachtwandlerin
Lindas x Stories
La parole a été donnée à l’homme
Gedankenweberei
Myna Kaltschnee
Wortverdreher
Lebensbetrunken

Wenn ich nur an Moria denke, wird mir schlecht und wenn ich dazu noch Kommentare von gewissen Leuten oder Politikern lese, überlege ich alles, was Medien oder soziale Medien ist, ab jetzt zu meiden. Das hilft nur auch nicht, deswegen ein Gedicht:

in anderen gärten

wenn ich ihren hass rieche. ihre feigen
worte atmen höre. ich will mich auf
meine zehenspitzen stellen und in
andere gärten sehen. statt lilien sehe
ich elendsblüten. büsche aus armut.
kranken, toten, trauer, verzweiflung.
meine hände greifen ins leere und so
drehe ich mich um. vertrocknet riecht
die erde. das wasser verbrannt. neben
disteln aus neid, angst, missgunst steht
ein baum mit fehlendem mitgefühl und
ignoranz.
welche mauern reißt man leichter ein.
die aus synapsen oder die aus stein?

Der Herbsttee | Writing Friday

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Dies ist ein Text zu der Aktion „Writing Friday“ von Elizzy. Jeden Freitag wird zu einem der vorgegebenen Themen veröffentlicht. Die aktuellen Themen und eine Liste aller Teilnehmer findet ihr auf Elizzy’s Seite.

Thema: Eine Kräuterhexe mixt einen besonderen Tee, für wen ist dieser und welche magische Wirkung hat er? Verpacke das Ganze in eine kleine Geschichte.

Der Herbsttee

Karpo, die Hexe des Herbstes, lächelte. In elf Tagen war es wieder soweit: Herbstanfang. Langsam musste sie mit den Vorbereitungen beginnen. Ein neues Rezept musste her. Elegant zückte sie ihre Krähenfeder und tunkte sie in die schwarze Tinte. Sie hielt einige Momente inne und atmete durch, dann begann sie zu schreiben:

  • Getrocknete Äpfel als Symbol für die Erntezeit
  • Hagebutten zum Ausgleichen der Süße
  • Eine Prise Pfeffer, damit einem warm wird
  • Herbstlaub, rot, gelb, viel orange, ein bisschen braun als Zeichen der Vergänglichkeit
  • Kürbisse für das Halloween-Gefühl
  • Kamille gegen das Süßigkeitenbauchweh
  • Eine Prise alter klarer Wind der schon vom Winter erzählt
  • Zu frühe Dominosteine zum Abrunden
  • Die letzten Tomaten und
  • Spätblüher, um vom vergangenen Sommer zu erzählen

Karpo unterbrach ihre Liste. Etwas fehlte. „Sag mal Ostara, was sagte ich im Frühjahr darf ich auf keinen Fall vergessen?“

Ostara grinste. „Schwesterchen, seit wann mache ich denn deinen Job?“ Dann gab sie ihr einen Samen in die Hand.

„Seitdem ich dir im Frühjahr immer Kaffee einschenke, weil du da immer so müde bist. Vielleicht sollte ich Herbstschläfrigkeit erfinden, so als Ausgleich.“ Sie zwinkerte ihrer Schwestern zu, dann fuhr sie fort:

  • Ostaras Samen als Erinnerung daran, dass alles was stirbt, irgendwann zu neuem Leben erwacht.

Karpo nickte zufrieden. Das würde der beste Herbsttee sein, den sie je zusammengezaubert hatte. Nachdem dieses Jahr schon so voller Hindernisse war, würde ihnen sicher ein wundervoller Herbst bevorstehn.

kopfkugelstoßen | Der Dienstag dichtet

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Da ich kaum Gedichte schreibe, habe ich den Dienstag zum Gedichte-Tag erklärt und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt.
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Mit von der Partie sind bisher

Stachelbeermond
Mutigerleben
Wortgeflumselkritzelkrams
Werner Kastens
Findevogel
Wortverzauberte
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Lyrikfeder
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und
Myna Kaltschnee
Wortverdreher
Lebensbetrunken

Ich hab eine Stirnhöhlenentzündung, hier also mal wieder ein Krankheitselfchen.

kopfkugelstoßen

universumsschmerz
ping pong
in meinem gedankenweltall
spielen die planetaren synapsen
kopfkugelstoßen

dieser eine baum | Writing Friday

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Dies ist ein Text zu der Aktion „Writing Friday“ von Elizzy. Jeden Freitag wird zu einem der vorgegebenen Themen veröffentlicht. Die aktuellen Themen und eine Liste aller Teilnehmer findet ihr auf Elizzy’s Seite.

Ich habe die Aufgabe etwas freier interpretiert und den uralten Baum als Sinnbild für die gesamte Erde genommen.

Thema: Der uralte Baum im Park soll gefällt werden, wie verhinderst du das?

dieser eine baum

ich werde meine seele, mein glück,
zukunft, mein herz und heim an diesen
einen baum binden. mein darm wird
als  strick dienen. unverdaut sieht man
meine ganze leidenschaft durch die
wände hindurchschimmern. meinen
willen halten die nieren fest. mark und
bein wachen über die wurzeln. ich will
mein leben opfern, mich alleine in den
sturm stellen. erzählt meine stimme in
in form eines plakats. dieser eine baum,
auf dem wir alle leben wird gefällt. ich
sitze hier auf der couch und werfe meine
organe hinterher. als wäre schon winter.

Harz-Haikus | Der Dienstag dichtet

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Da ich kaum Gedichte schreibe, habe ich den Dienstag zum Gedichte-Tag erklärt und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt.
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Mit von der Partie sind bisher

Stachelbeermond
Mutigerleben
Wortgeflumselkritzelkrams
Werner Kastens
Findevogel
Wortverzauberte
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Lindas x Stories
La parole a été donnée à l’homme
Gedankenweberei
und
Myna Kaltschnee
Wortverdreher
Lebensbetrunken

Ich bin wieder da und diesmal wirklich erholt. Der Harz ist immer wieder toll. Wir haben direkt am Brocken gecampt und sind u.a. schön wandern gegangen. Dabei habe ich viel über das Naturschutzgebiet erfahren, was diese beiden Haikus inspirierte.
Hier Infos zur Waldentwicklung: *klick*

 

Harz-Haikus

I.
käfer kreisen im
künstlichem un-urwald
die bäume fallen

II.
die natur atmet
auf den gräbern der toten
wächst die waldseele

 

Kurzurlaub im Harz 29. – 31.08.

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Ich probier das mir dem Erholen nochmal. Nachdem die letzten Male mehr Arbeit als Urlaub waren, weihen wir dieses Wochenende unser neues Autochen ein. Haben jetzt einen Ford Transit, und auch wenn ich den VW Bulli vermisse, der Transit ist größer und wir haben eine „Profi“-Campingausstattung. Bin dann also mal 3 Tage im Wald – lesen, wandern und Cowboyspielen (Pullman City ist um die Ecke 😉 ).

Trix | Writing Friday

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Dies ist ein Text zu der Aktion „Writing Friday“ von Elizzy. Jeden Freitag wird zu einem der vorgegebenen Themen veröffentlicht. Die aktuellen Themen und eine Liste aller Teilnehmer findet ihr auf Elizzy’s Seite.

Dass ich Katzen mag, ist jetzt irgendwie kein Geheimnis, daher habe diese Aufgabe genutzt um meinen Blick auf Katzen zu zeigen. Trix steht für alle Katzen, die mich jemals besessen haben.

Thema: Berichte von Trix, einer dreibeinigen roten Katze mit einem verblüffenden Talent.

Trix

Ihr rotes Fell glänzt im Sonnenlicht. Durch den Schatten der Bäume sieht es so aus, als hätte es ein Eigenleben. Ihr Bäuchlein hebt und senkt sich beim Ein- und Ausatmen und verstärkt diesen Effekt. Ein Meer aus weichem Fell. Ich will mit meinem Gesicht eintauchen, traue mich aber nicht sie zu wecken. Ihre Augen sind fest geschlossen und ihr kleines Näschen, das sonst keck pink leuchtet, ist blassrosa. Sie sieht friedlich aus und ich frage mich, was sie träumt. Vielleicht stellt sie sich vor, wie ein Leben mit vier Beinen wäre, aber wahrscheinlich ist es zu menschlich gedacht. Ich habe sie gefunden, da hatte sie bereits nur drei Beine. Vielleicht vermisst sie das eine nicht einmal. Wahrscheinlich verhält sich das auch mit dem Draußensein so. Katzen leben im Moment. Weiterlesen „Trix | Writing Friday“