lyrimo 21 – 27

Es ist wieder lyrimo = Lyric Month!! Alles Wissenswerte dazu findet ihr auf diesem Blog: https://lyrimo.wordpress.com/

Tag 21 – Erasure Gesicht zu Goethes Mignon
im dunkeln vom blauen verweht.
glänzt, schimmert. goldorangenes
blühen. in höhlen wohnt der
drache. dahin lass uns ziehen.

Tag 22 – abwesende Anwesenheit
oder in der ferne. manchmal ist
meine nähe naher. als der abstand
zwischen zwei gedanken. meine
momente sind immer bei dir.

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Der Schatzmeister | abc.etüden

Dies ist ein Text zu den abc.etüden von Christiane. Ziel ist es 3 Worte in 300 Zeichen unterzubringen. Die Schreibeinladung für die Wochen 46+ 47 beinhaltet die Worte „Museum, biografisch, erinnern“, gesponsert von Erinnerungswerkstatt.

Ich habe gerade einen Podcast über den Fall Nicholas Leeson/Barings Bank gehört und fühlte mich inspiriert, etwas in der Art zu schreiben.

Der Schatzmeister

Er schritt den Gang hinab und zählte die Gemälde an der rechten Wand. Nicht, dass das nötig wäre, sollte eines abgenommen werden, ginge sofort der Alarm los, aber Günther vertrieb sich so die Zeit. Es war zwei Uhr, bis sechs musste er noch arbeiten, dann übernahmen die Kollegen im Technikraum die echte Überwachung. Er war der „Finger weg“- und „Rucksäcke bitte abnehmen“-Typ. Das klang negativ, aber eigentlich mochte Günther seinen Job im Museum. Kein Vergleich zu früher, als er noch als Aktienhändler tätig gewesen war.

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zwischen zwei wimpernschlägen | Der Dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte schreibe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

zwischen zwei wimpernschlägen

zwischen zwei wimpernschlägen
verweilt dein atemzug. ich gehe
über brücken, durch wälder, tore
in tunneln. auf der anderen seite
wippe ich mit den füßen und warte
auf momente. zwischen zwei
wimpernschlägen wartet meine
sehnsucht.

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lyrimo 14 – 20

Es ist wieder lyrimo = Lyric Month!! Alles Wissenswerte dazu findet ihr auf diesem Blog: https://lyrimo.wordpress.com/

Tag 14 – ein bisschen haushalt
weg. die sorgen mit einem wisch.
du trägst den abfall der letzten
woche ins nachbarhaus. jetzt
wohnt dort tüte, banenenschale
und joghurtbecher. das weiß nur
niemand außer dir.

Tag 15 – bezaubern, bestechen, bezwinge
in den blassgrauen augen der wut
liegt eine rohe schönheit. bezaubernd,
betechend, bezwingend. wenn sie zu
boden fallen, tropft nur ihre seele
leise hinterher und ruft. halt.

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Papa, der Held und Mama, die natürliche Hausfrau | Mama-Gedanken

Da es mir in meiner Reihe „Schwangere Gedanken“ so viel Spaß gemacht hat, mich über Klischees und Erwartungen an Schwangere aufzuregen, habe ich mir überlegt fortzufahren, denn auch an Mütter gibt es eine Reihe von unsinnigen Erwartungen.
Hier findet ihr alle Texte zu dem Thema: *Klick*

So, ihr kennt das: Macht euch einen Tee, holt euch einen Keks und los geht’s.

Mein Freund und ich teilen uns die Elternzeit 50/50, weil es unsere Jobs erlauben, aber auch, weil es uns wichtig ist, dass jeder von uns unser Kind aufwachsen sehen kann. Ich empfinde das als normal, aber von anderen hören wir immer wieder Lob, vor allem für den aufopferungsvollen Papa.

Elternzeit = Mamazeit

Es heißt zwar Elternzeit, aber in überwiegender Mehrheit sind es die Mütter, die diese Zeit in Anspruch nehmen. Das ist natürlich wegen dem Stillen einfacher, aber leider ist es auch oft so, dass Frauen weniger als Männer verdienen. Da Elterngeld nun mal reduziertes Gehalt bedeutet, mit dem man einen Menschen (mit eklatantem Windelverbrauch und genauso oft wechselndem Kleiderschrank wie ein Supermodel) mehr versorgen muss, bleibt oft die Frau Zuhause. Das wird irgendwie als selbstverständlich angesehen. Ist ja auch schön, so mit Baby Zuhause. Dabei wird übersehen, dass ein Baby ein 24/7-Job ist und im ersten Jahr meist anstrengender als der eigentliche Beruf.

Papazeit

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stunden überholen minuten | Der Dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte schreibe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

Heute endet meine Elternzeit und mien Freund übernimmt. Irgendwie war ich Gestern doch noch schwanger, oder? Wo ist die Zeit hin?

stunden überholen minuten
stunden überholen minuten. im
sekundentakt schlägt mein herz
langsamer und meine synapsen
stolpern über die uhrzeiger. heute
war gestern. ist morgen. ich habe
im kalender nachgelesen, was ich
keine zeit zu erleben hatte. und
der sturm weht die seiten fort.

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wenn das kissen | Der Dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte schreibe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

Ich habe versucht ein Gefühl einzufangen.

wenn das kissen

wenn das kissen nicht mehr aus
zement ist. ich boxe in weiche
kiesel. zerbeiße mich in weich
gewordenem brot. doch. die
wellen schlagen hoch. ich koche
unter der erde. wenn ich wieder
auftauche, ist die welt ein noch.
lasse ich mich in federn fallen.
koste den geruch von süßer
marmelade und wiege meine
vernunft.

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lyrimo 1 – 6

Es ist wieder lyrimo = Lyric Month!! Alles Wissenswerte dazu findet ihr auf diesem Blog: https://lyrimo.wordpress.com/

Tag 1 – alles und nichts
ich will die welt umarmen. für mich
alleine. will laute ruhe und leises
getöse. gesellig soll sie sein. meine
einsamkeit. lass uns gemeinsam
alleine sitzen. nur heute, ok?

Tag 2 – Prädikat besonders wertvoll
besonders, herausragend. besser hätte
es nicht umgesetzt werden können. hier
schaut hin. nicht dort. hier. schreit die
bewertung und flüstert leise zensur.

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Der kitzlige Kürbis | abc.etüden

Dies ist ein Text zu den abc.etüden von Christiane. Ziel ist es 3 Worte in 300 Zeichen unterzubringen. Die Schreibeinladung für die Wochen 44 + 45 beinhaltet die Worte „Kürbis, kitzlig, krakeln“, gesponsert von wortverdreher.

Der kitzelige Kürbis

Peter saß in der U-Bahn und krakelte wie immer in seinem Skizzenbuch herum. Es war Halloween, also zeichnete er einen Kürbis mit abscheulicher Fratze. Die Schale des Kürbisses malte er in größtem Detail. Sowohl bei privaten Zeichnungen, als auch im Beruf war er sehr genau. An der Arbeit malte er allerdings langweilige Schaltpläne. Er nannte es „totes Zeichnen“. Seine Kritzeleien waren lebendig für ihn.

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