Trix | Writing Friday

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Dies ist ein Text zu der Aktion „Writing Friday“ von Elizzy. Jeden Freitag wird zu einem der vorgegebenen Themen veröffentlicht. Die aktuellen Themen und eine Liste aller Teilnehmer findet ihr auf Elizzy’s Seite.

Dass ich Katzen mag, ist jetzt irgendwie kein Geheimnis, daher habe diese Aufgabe genutzt um meinen Blick auf Katzen zu zeigen. Trix steht für alle Katzen, die mich jemals besessen haben.

Thema: Berichte von Trix, einer dreibeinigen roten Katze mit einem verblüffenden Talent.

Trix

Ihr rotes Fell glänzt im Sonnenlicht. Durch den Schatten der Bäume sieht es so aus, als hätte es ein Eigenleben. Ihr Bäuchlein hebt und senkt sich beim Ein- und Ausatmen und verstärkt diesen Effekt. Ein Meer aus weichem Fell. Ich will mit meinem Gesicht eintauchen, traue mich aber nicht sie zu wecken. Ihre Augen sind fest geschlossen und ihr kleines Näschen, das sonst keck pink leuchtet, ist blassrosa. Sie sieht friedlich aus und ich frage mich, was sie träumt. Vielleicht stellt sie sich vor, wie ein Leben mit vier Beinen wäre, aber wahrscheinlich ist es zu menschlich gedacht. Ich habe sie gefunden, da hatte sie bereits nur drei Beine. Vielleicht vermisst sie das eine nicht einmal. Wahrscheinlich verhält sich das auch mit dem Draußensein so. Katzen leben im Moment. Weiterlesen „Trix | Writing Friday“

in den himmel hören | Der Dienstag dichtet

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Da ich kaum Gedichte schreibe, habe ich den Dienstag zum Gedichte-Tag erklärt und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt.
Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben.
Mit von der Partie sind bisher

Stachelbeermond
Mutigerleben
Wortgeflumselkritzelkrams
Werner Kastens
Findevogel
Wortverzauberte
Ein Blog von einem Freund
Lyrikfeder
Nachtwandlerin
Lindas x Stories
La parole a été donnée à l’homme
Gedankenweberei

und Myna Kaltschnee.

Da das Thema Abtreibung die Tage mal wieder hochgeschwemmt wurde, verarbeite ich meine Gedanken in einem Gedicht. Dabei beziehe ich keine Meinung, weil ich keine feste Meinung zu Abtreibung an sich habe. Ich glaube nicht mal, dass man pauschal Urteilen sollte, aber ich finde man sollte bei dem Thema endlich mal zuhören.

in den himmel hören

im bytefarbenen stimmenwind treibt
eine stumme wolke. regengrau, blass,
gewitterlos. ich möchte sie mit einem
lasso vom himmel holen und baue ein
wolkenfangnetz. stundenlang suche ich
im blutleeren erkalteten raum. wenn
ich sie gefangen habe, lege ich sie in die
auslage meiner eisdiele. auf dem schild
steht, was niemand hören will. gelten
lässt. in geschwungener schrift wird sie
vom weiten blau erzählen, von großen
gewitterwolken, von vögeln, flugzeugen
stürmen und flauten. von höhen und
tiefen. zu meinem wolkeneis biete ich
verständnisstreusel an und eine große
portion empathie. manchmal muss man
in den himmel hören, um zu verstehen.

Portrait Projekt Part I | Bildhaftes

Ich hasse Fotos von mir, deswegen habe ich mich gezwungen, mich ein paar Wochen mit der Kamera auseinanderzusetzen. War nicht immer einfach, aber ein paar kreative Fotos sind dabei rumgekommen. Tatsächlich hat es mir sogar Spaß gemacht rumzuexperimentieren. Influencer werde ich trotzdem niemals. 😉
Keins ist nachbearbeitet oder irgendwie beschnitten. Ich finde die Vorstellung gruselig, Bilder von mir selbst zu bearbeiten.
Das ist Teil 1. Den zweiten Teil gibt es nächste Woche.

andernorts – Erster Versuch einer Projektbeschreibung

anderenorts

Ich habe bereits vor einer Weile angekündigt, dass ich gerne ein Kurzgeschichtenband/Artbook herausbringen möchte.

Mittlerweile war ich fleißig, habe Kurzgeschichten gesammelt, teils neu geschrieben, überarbeitet und mir Grafiken passend dazu überlegt. Einige Grafiken übernehme ich aus meinem Sketchbook, erweitere und verbessere sie allerdings. Andere Grafiken entstehen neu. Das ist tatsächlich das zeitaufwändigste an meinem Projekt. Pro Grafik sitz ich zwischen 8 und 10 Stunden.

Was ist mein Konzept? Weiterlesen „andernorts – Erster Versuch einer Projektbeschreibung“

Emma | Writing Friday

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Dies ist ein Text zu der Aktion „Writing Friday“ von Elizzy. Jeden Freitag wird zu einem der vorgegebenen Themen veröffentlicht. Die aktuellen Themen und eine Liste aller Teilnehmer findet ihr auf Elizzy’s Seite.

Mir fiel partout nichts zu dem Thema ein, also gibt es eine etwas melodramatische Kürzestgeschichte.

Thema: Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz „Emma war verblüfft über die Weiten des Meeres. Sie hätte nie gedacht…“

Emma war verblüfft über die Weiten des Meeres. Sie hätte nie gedacht, dass sie hier enden würde. Begonnen hatte alles am Strand. Gerade spielte ihre Freundin Luise mit ihr, als eine riesige Welle herankam und sie mit sich riss. Luise wurde von ihrem Vater gerettet, aber Emma trieb aufs Meer hinaus. Sie hörte noch lange Zeit Luises Rufe und ihr Weinen.

Das war vor einer gefühlten Ewigkeit gewesen. Mittlerweile sah sie kein Land mehr, in keine Richtung. Sie vermisste schon jetzt die Berge und Wälder, und den Strand. Wohin sie wohl getrieben wurde? Vielleicht zu diesem mysteriösen Bermuda-Dreieck? Weiterlesen „Emma | Writing Friday“

dann kann ich es nicht festhalten | Der Dienstag dichtet

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Da ich kaum Gedichte schreibe, habe ich den Dienstag zum Gedichte-Tag erklärt und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt.
Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben.
Mit von der Partie sind bisher

Stachelbeermond
Mutigerleben
Wortgeflumselkritzelkrams
Werner Kastens
Findevogel
Wortverzauberte
Ein Blog von einem Freund
Lyrikfeder
Nachtwandlerin
Lindas x Stories
La parole a été donnée à l’homme
Gedankenweberei

Kennt ihr das, wenn ihr ein wichtiges Geheimnis hütet?

dann kann ich es nicht festhalten

dann kann ich es nicht festhalten. in mir
tobt ein sturm aus worten. sie tänzeln
über meinen magen, drehen pirouetten
in meinen darmwindungen. ein walzer
im zwergfell. ein chanson im eierstock,
rechts. der links dient als ruhestätte. ein
durchatmen, bevor es weitergeht. ein
und aus und ein und aus. sätze formen
sich in gefangenschaft, planen eine
rebellion. ausbruch. schreien sie. nein!
sage ich. vielleicht doch. ich ziehe die
luft ein, will die worte im Kern ersticken.
ich strauchle beim warum. falle. lasse
los. dann kann ich das wort eben nicht
festhalten. aber ich kann es bedichten.

Frauphabet | Etüdensommerpausenintermezzo II.2

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Dies ist ein Text zu den abc.etüden von Christiane. Noch einmal mit dem Etüdensommerpausenintermezzo, diesmal Part II. Ziel ist es, aus einem Oberthema ein eigenes kreatives Textalphabet zu erschaffen.

Da mir das Autophabet soviel Spaß gemacht hat, habe ich ein weiteres Thema gesucht, in dem ich mich auskennen sollte: Frauen.
Dabei habe ich sobald ich etwas zu einem Buchstaben gefunden habe, den Text nur noch stilistisch angepasst – sprich das sind mehr ungefilterte Gedanken, als ein genau überlegter Text. Ich wollte ungefiltert schreiben, wodurch der Text viel über mich preisgibt und natürlich auch Unfug enthalten kann.
Tatsächlich habe ich jetzt eine Woche an dem Text gesessen. An der Stelle vielen Dank an die J-Wortspender. Mir viel partout nichts ein zu dem Buchstaben. Ich habe aus der vorgeschlagenen Liste, dann den ersten Begriff genommen, zu dem mir etwas direkt einfiel.

Frauphabet

Abtreibung, die – bestes Thema auf jeder Gartenparty. Jeder hat was dazu sagen, zuhören tut keiner, schon gar nicht Betroffenen.

Brüste, die – vorne wohl das hervorstechendste menschliche Körperteil – bei den meisten Frauen und einigen Männern. Männer müssen ihre Brüste allerdings nicht verstecken, das bleibt Frauen vorbehalten.

Care-Arbeit – nimmt jeder mindestens zweimal im Leben in Anspruch. Machen will es aber kaum einer, bezahlen auch nicht. Daher gibt es eine ganze Reihe Menschen, die sich von einem guten Gefühl und Klatschen ernähren. Weiterlesen „Frauphabet | Etüdensommerpausenintermezzo II.2“

Die Maske | Writing Friday

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Dies ist ein Text zu der Aktion „Writing Friday“ von Elizzy. Jeden Freitag wird zu einem der vorgegebenen Themen veröffentlicht. Die aktuellen Themen und eine Liste aller Teilnehmer findet ihr auf Elizzy’s Seite.

Ich wollte nachdem ich einen sehr guten Artikel gelesen habe, eigentlich eine Momentaufnahme aus einem Altersheim schreiben und die Arbeitsverhältnisse von Pflegern kritisieren…und dann ist da irgendwie was ganz anderes draus geworden.

Thema: Schreibe eine Geschichte und flechte folgende Worte ein: Maske, Habseligkeiten, müde, absichtlich, Widerling

Luisa gähnte herzhaft. Sie fühlte sich vollkommen ausgelaugt, als hätte ihr jemand ihre gesamte Lebensenergie gestohlen. Heute war ein Feiertag und die warfen immer alles durcheinander, denn an Feiertagen erinnerten sich die Leute, dass sie Eltern oder Großeltern hatten, die alleine in einem Heim saßen. Es war schön für die alten Menschen, wenn sie Besuch kamen, aber für die Pfleger war der plötzliche Andrang purer Stress. Vor allem dann, wenn die Besucher absichtlich Regeln brachen. Ein besonders unangenehmer Mann hatte sie heute sogar angeschrien, als sie ihn auf die Regeln hingewiesen hatte. Er hatte sich geweigert eine Maske aufzuziehen. Er meinte, dass es sei Unsinn, denn den Virus gäbe es nicht. Am liebsten hätte sie ihn beschimpft, einen Idioten genannt, aber sie war ruhig geblieben und hatte ihn gebeten, sich zu fügen oder zu gehen. Er war gegangen, aber nicht ohne mit Konsequenzen zu drohen. Ihr Chef war wenig begeistern von dem Vorfall, da der Herr wohl ein hohes Tier war. Luisa hatte auch in diesem Gespräch ihre Wut hinuntergeschluckt und versprochen sich das nächste Mal noch diplomatischer zu verhalten. Auch die anzüglichen Bemerkungen ihres Chefs hatte sie übergegangen und sich nur „Widerling“ gedacht, statt es auszusprechen. Weiterlesen „Die Maske | Writing Friday“

und die uhr zeigt zehn nach zehn | Der Dienstag dichtet

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Da ich kaum Gedichte schreibe, habe ich den Dienstag zum Gedichte-Tag erklärt und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt.
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Mutigerleben
Wortgeflumselkritzelkrams
Werner Kastens
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Gedankenweberei

Ich bin nicht sonderlich gut im Warten, vor allem wenn es um etwas mir wichtiges geht. Das Gedicht ist vielleicht etwas überdramatisch, aber ich hasse es wirklich zu warten. 😉

und die uhr zeigt zehn nach zehn

und die uhr zeigt zehn nach zehn. ich
bin unwissend. im ungewissen. meine
zehen wühlen im minutensand, meine
ballen pressen stundengras platt. und
meine gedanken streifen über große
zeitenmeere. die möwe über mir lacht.
worauf ich warte? ich frage sie. ich will,
dass mir flügel wachsen, federn meinen
körper schmücken. will mich erheben
können über zeiträume und raumzeiten.
die wellen plätschern. und ich warte auf
das boot. zwei münzen habe ich dabei,
ein leben und keine geduld. es soll früher
sein, oder später, aber nicht jetzt. die
uhr zeigt fünfzehn nach zehn. es tickt.

 

Hier | Writing Friday

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Dies ist ein Text zu der Aktion „Writing Friday“ von Elizzy. Jeden Freitag wird zu einem der vorgegebenen Themen veröffentlicht. Die aktuellen Themen und eine Liste aller Teilnehmer findet ihr auf Elizzy’s Seite.

Thema: Sommerferien in der Heimat – erzähle von deinem Lieblingssommerplatz in der Heimat.

Hier
Ich sehe über Häuser hinweg auf die Stadt. Eine Straße schlängelt sich neben der nächsten. Haus an Haus und in der Ferne Wald. Eines Tages werde ich dort wohnen, aber derzeit bin ich hier. Das Katzennetz wirft durch das Sonnenlicht ein Netzmuster auf meine Oberschenkel, als wolle es sie kartieren. Ich setze mich gerade hin. Der Stuhl knarzt. Eine seiner Schrauben ist lose und hat sich in das braune Holz gefressen. Lange wird er nicht mehr halten, aber noch tut er seinen Dienst. Ohne eine Auflage sitze ich auf ihm. Ich spüre die Streben, den kleinen Hügel in der Lackierung links außen, das Ende der Sitzfläche.

Weiterlesen „Hier | Writing Friday“