ich steige aus mir aus | Impulswerkstatt

Dies ist ein Text zu der Impulswerkstatt von Myriade. Ziel ist es etwas Kreatives zu einem oder beiden vorgeschlagenen Bildern zu erstellen. Hier könnt ihr alles darüber lesen: *KLICK*
Die aktuellen Bilder findet ihr hier: *KLICK*

Ich konnte es auch diesmal nicht lassen und habe alle Bilder miteinandner verknüpft. Diesmal inspiriert von meinem Fernweh.

ich steige aus mir aus

ich steige aus mir aus. in bewegtes, bewegendes. auf dem weg. suche mich, dich und
.brücken über breiten flüssen. städte aus stein, stahl, plastik, glas und
holz. in kellern und gewölben, in kirchen, durch straßen, gassen, häfen laufe ich. es
rauscht. ich kann den grauen beat nicht halten und sehe mich neugierig um.
.fauna in der weite und in käfigen. ihre haut ist weich, stachelig, schuppig,
fedrig. fahre ich mit meinen augen über ihre fremdartigkeit. fühle ich mich
wie ein entdecker unbekannter welten. finde meine natur in ihrer.
.andere existenzen. ich rieche an den rosen, wate durch farben und lausche
in die gärten. welche geschichten sie erzählen, was ihre blätter ausfüllt. in
musik, kunst, brötchen holen, wandern, mittagessen, arbeiten, sitzen.
.große und kleine steine. nenne sie kultur aus jahren, jahrhunderten,
jahrtausenden. die vergangenheit ist fühlbar hart und kalt. und voller gelebter
adern. pulsierend taste ich nach den mysterien. heute ist wie damals.
ich steige aus und ein. fahre mit, lass mich treiben. fliehe aus mit zu mir.

Praliebe | abc.etüden

Dies ist ein Text zu den abc.etüden von Christiane. Ziel ist es 3 Worte in 300 Zeichen unterzubringen. Die Schreibeinladung für die Wochen 25 + 26 beinhaltet die Worte „Praline, herzhaft, wandern“, gesponsert von Allerlei Gedanken.

Ich bin nicht verrückt, ich liebe nur Pralinen. Wer übrigens wissen will, was die beste Praline der Welt ist. Sie heißt 1857 und ist von Neuhaus.

Praliebe

Langsam wandert sie von der Zungenspitze zur Wurzel, streichelt auf dem Weg den Körper des Zungenrückens. Süße, saure, salzige, bittere Areale kosten und lassen gewahr werden. Knospen erblühen im Taumel von Karamell, Honig, Walnüssen, Himbeeren, Zimt, Kardamom, Gianduja und der alles umschließenden Schokolade. Hier ein zarter sinnbetörender Moment, der fast zu süß ist, um wahr zu sein. Dort eine bittere Note, um zu erden und ein fast schon herzhaftes Finale einzuladen. Die Nerven tragen lachend die überwältigende Botschaft zu Hypothalamus und Amygdala. Der Sinnestaumel lässt sogar die Synapsen tanzen, während die Praline ihren Geschmackspfad verlässt, um auch den restlichen Körper zu wärmen.

käfig | Der Dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte schreibe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

käfig

bin mir ein käfig. gedanken
schwirren zwischen weichen
gitterstäben. auf dem bodem
liegt der kot der anderen. er
flüstert. ich auch. und. nie.
darf etwas gedacht werden?
wenn die patina des stahls
aus gesellschaft besteht. in
der ecke hängt eine kamera.
ich lächle und schreibe zellen.

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mein schiff | Der Dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte geschrieben habe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

Durch Corona und den Knirps war ich in letzter Zeit wenig in der freien Natur, am Meer oder mal „draußen“. Ich habe klassisches Fernweh und kann unseren Trip an die Ostsee in 3 Wochen kaum erwarten.

mein meer

auf weiter blauer flur wachsen weiße
schaumblumen. gezwitscher klingt
wie sirenengesänge. ich sehne. wie
der wind die grünen segel streichelt.
es knistert in den tiefen und weiten.
höre ein rufen. verlange ich mitte. sie
flüstert zu mir. die ruhe. wenn sie nie
wieder spricht? ich will meine sieben
sachen packen, mir den seemannsbeutel
über die schultern werfen. morgen legt
es ab. ich winke mit einem fernen tuch.

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Abgehoben | abc.etüden

Dies ist ein Text zu den abc.etüden von Christiane. Ziel ist es 3 Worte in 300 Zeichen unterzubringen. Die Schreibeinladung für die Wochen 23+ 24 beinhaltet die Worte „Picknickdecke, verwegen, recherchieren“, gesponsert von nellindreams

Abgehoben

Sie sitzt auf einer Picknickdecke. Rot und weiß gestreift ist sie, an einigen Stellen verblasst, an anderen vom Gras grün gefärbt. Vor ihr liegt statt einem Picknickkorb ihr Laptop, weil sie beschlossen hat, dass das „Home“ in Homeoffice jeder selbst definieren sollte. Heute recherchiert sie für einen neuen Artikel, den sie schreiben muss, über so einen Star, den sie nur vom Namen kennt. Was sie schreiben soll, liest sie in der Email, aber unter dem Artikel wird ihr Name stehen und das Wörtchen „Meinung“. Niemand sagt, dass es ihre sein muss, aber es fühlt sich so an. Am liebsten würde sie ihre wahre Meinung schreiben, dass man die Dame in Ruhe lassen soll, dass das niemanden zu interessieren hat, dass sich niemand Gedanken darüber macht, was sie dabei empfindet. Wenn sie verwegen wäre, würde sie das tun, aber das ist sie nicht. Sie nimmt die achthundert Euro für ein Volontariat, dass eine Vollzeitstelle ist, beschwert sich nicht über das wenige Geld oder die schlechte Behandlung. Eigentlich wollte sie als Journalistin durch die Welt reisen, und nun sitzt sie im Stadtpark, auf der alten Decke ihre Großmutter. Wenn es doch nur keine Decke wäre, sondern ein Teppich und dieser Teppich fliegen könnte. Der Wind lenkt sie von ihren negativen Gedanken ab, hebt die Decke leicht an. Für einen Moment sieht es so aus, als würde sie wirklich abheben, bis sie es tatsächlich tut. Sie hält ihren Laptop fest und beginnt zu schreiben..

süße momente | Der Dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte geschrieben habe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

Ich durchforste derzeit alte Gedichte und habe dabei dieses von 2010 entdeckt:

Süße Momente
Honig tropft vom Mond in die milchigen
Augen des Morgens. Langsam wischt die
Sonne das lästige Grau hinfort. Wir wickeln
Bonbons aus Morgenröte direkt in unsere
Zuckermünder. Während die Kaffeesonne
ihren destilen Platz erklimmt, zerfließt der
Tag in Tun. Hungrige Alltagsmomente
klingen und klirren in die Ruhe hinein.
Raben preisen laute Glücksgefühle.
Nur das leise Rascheln verrät noch die
Naschhaftigkeit deiner Worte und ein
süßlicher Geschmack erzählt von der
klaren Einfachheit dieses Moments.

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Stillzwang – Mama Gedanken

Da es mir in meiner Reihe „Schwangere Gedanken“ so viel Spaß gemacht hat, mich über Klischees und Erwartungen an Schwangere aufzuregen, habe ich mir überlegt fortzufahren, denn auch an Mütter gibt es eine Reihe von unsinnigen Erwartungen.
Hier findet ihr alle Texte zu dem Thema: *Klick*

So, ihr kennt das: Macht euch einen Tee, holt euch einen Keks und los geht’s.

Stillzwang

Wenn man Ratgeber liest, ist Stillen das wichtigste zum „bonding“ und der einzige Weg ein gesundes Kind zu haben. Wer nicht stillt, ist – überspitzt gesagt – eine Rabenmutter, denn in Deutschland besteht gefühlt Stillzwang.

Der Druck

Eines der ersten Dinge mit denen man als frische Mama konfrontiert wird, ist das Stillen. Bereits kurz nach der Geburt soll man „anlegen“ und ab dann ist man eine laufende Milchbar. Es gibt Bücher, Blogs, diverse YouTube-Videos und den Beruf Stillberater. Man hat das Gefühl, dass man Stillen muss, weil es so „natürlich“ (oh ja, dieses Wort von der Traumgeburt schon wieder) ist. Das vermittelt natürlich nicht jeder Ratgeber, aber anscheinend genug. Meine Hebamme und andere Mütter haben mir von dem Druck erzählt, den das auf Frauen auslöst. Einige sind so gestresst, dass sie nicht Stillen können und an sich als Frau und Mutter zweifeln.

Meine Startschwierigkeiten

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mutant | Der Dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte geschrieben habe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

Pünktlich zum Ende des Wochenbetts ist bei mir Gürtelrose ausgebrochen. Mein kompletter linken Arm ist von Blasen bedeckt und die Nerven sind gestört. Yay. Immerhin hab ich kein Fieber mehr und Gottseidank hat mein Baby Nestschutz. Ich versuche heute eure Beiträge zu lesen, muss aber mal schauen, wie es mir geht.

mutant
schmerzgekribbel
fehlfeuernde nervenbahnen
in meinem arm
rotbepustelt friste ich mein
mutantendasein

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lyrimo 21-28

Es ist wieder lyrimo = Lyric Month!! Alles Wissenswerte dazu findet ihr auf diesem Blog: https://lyrimo.wordpress.com/

Tag 21Haiku zum Lied von Deuter
übers weite land
mit bergwind und blütensturm
es weht mich hinaus

Tag 22 – Lied „POW“ von Bollmann
als sie über die haut fließt.
in poren eindringt. bahnen
schwimmt. durch meinen
ganzen körper. auf den
muskeln sitzt sie und zieht
an unsichtbaren fäden. der
fuß wippt. das herz tanzt.

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