Der Geburtstag | abc.etüden

Dies ist ein Text zu den abc.etüden von Christiane. Ziel ist es 3 Worte in 300 Zeichen unterzubringen. Die Schreibeinladung für die Wochen 14 + 15 beinhaltet die Worte „Sonnenhut, haltlos, massieren“, gesponsert vom Etüdenerfinder Ludwig Zeidler und Christiane selbst.

Spontane Eingebung dank Schlaflosigkeit.

Der Geburtstag

Heute hatte sein Großvater Geburtstag und die Sonne schien. Leider half das nicht bei seinen Kopfschmerzen. Vorsichtig massierte er seine Schläfen. Wie hatte sie nur jeden Tag diesen Sonnenhut tragen können? Bereits nach wenigen Minuten fühlte sich sein Kopf wie in einer Schraubzwinge an, dabei hatte er ihn nur locker aufgesetzt. Vielleicht lag es auch and er Perücke, die er trug.

„Schau mal, der Mann läuft in Frauenklamotten rum“, hörte er ein kleines Mädchen sagen und dann ein „Pst“ von der Mutter.

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warten | Der Dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte geschrieben habe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

warten

warten. auf den frühling, sommer,
besseres wetter, dass die eisbahn
wieder öffnet, auf godot. heute
tanzen wir mit den füßen auf der
unsichtbaren ziellinie und warten
auf den startschuss. jetzt ist heute
ist vergangenheit. ich warte in den
tag hinein. und atme zukunft aus.

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reise | Writing Friday

Dies ist ein Text zu der Aktion „Writing Friday“ von Elizzy. Jeden Freitag wird zu einem der vorgegebenen Themen veröffentlicht. Die aktuellen Themen und eine Liste aller Teilnehmer findet ihr auf Elizzy’s Seite.

Thema: Wenn du jetzt sofort auswandern könntest, wohin würde es dich ziehen? Wie würde dein Leben dort aussehen? Wärst du glücklicher?

Texte fallen mir gerade schwer, dafür Gedichte umso leichter. Hier also ein Gedicht, das die Frage etwas anders interpretiert.

reise

farben, nuancen, wissen, ideen, träume,
vorstellungen. ich packe meinen koffer.
bis der reißverschluss zerspringt. heute
geht er nur schwer auf und zu. in seinen
scharfen zähnen verkeilen sich fakten,
haken sich realitäten. ratsch. macht die
realität und ich tauche ein. manchmal
ist es nur ein schritt, eine einladung.
ein wunsch entfernt. manchmal ein
flug über niemandsmeeren tiefen. eine
große reise ohne weg. ich mache mich
auf ins mich. ich. meiner fantasie. sehe
auf der kehrseite nach. würde ich meinen
pass umschreiben, meine adresse ändern.
wären meine fantasien nur luftsprünge
und meinen gedanken ungedacht.

zusammen | Der Dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte geschrieben habe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

In 15 Tagen ist es laut berrechnetem Geburtstermin soweit. Es fühlt sich für mich aber so an, als wäre der Kleine ungeduldig. Mal sehen. Ich habe daher für die nächsten Wochen Posts vorprogrammiert, mit alten Gedichten. Wenn so eine online kommt, wisst ihr also wie der Hase läuft. 😉

zusammen

warum zittern die häuser, frage
ich mich. warum fallen die äste,
beben die bäume. der flusslauf
ändert seine richtung. auf meiner
insel ist es ruhig. ein paar wellen
wogen an meinen strand. eine
muschel verwirrt sich im rinnsal.
wir sind ein morgen, ich bin ein
jetzt. manchmal hebt sich der
schleier und ich sehe in deine
augen. heute hören wir satie
gemeinsam. morgen hören wir
die gymnopedien zusammen.

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Eigenartige Bräuche rund um die Geburt | Schwangere Gedanken

Hier findet ihr die vorangegangenen Teile: Schwangere Gedanken

Setzt euch hin und trinkt einen Tee, z.B. mit dem Namen die „Innere Ruhe“ oder „Harmonie“. Allerdings habe ich keine Ahnung, ob die helfen. Am besten ihr holt euch auch einen Keks oder ein Osterei und legt ihn/es vor euch.

Bereit? Gut!

Eigenartige Bräuche rund um die Geburt

Auf meiner Reise durch das dicht bevölkerte Land YouTube bin ich, wie ich *hier* berichte auf einige Kuriositäten gestoßen, vor allem aber auf das Thema Bräuche. Was macht man üblicherweise, wenn man schwanger ist bzw. dann wenn das Kind da ist? Einen Brauch kennen die meisten und dieser ist auf YouTube interessanterweise kaum zu finden:

Pullerschnaps

Nachdem die Frau nun die Geburt überlebt hat und auf neuen Hormonwellen surft, darf der Mann sich betrinken. Gibt übrigens noch viele andere Namen dafür, z.B. Babybier, Pullerbier, Kindpinkeln, Kindpissen, Pissparty, Kindsbrunzen, Pinkelparty, Füßle baden, Pullerparty, Wieslfest, Rumpelschnaps. WTF! Meinen Recherchen zufolge (ja, ich war auf Wikipedia) entstand der brauch aus der Idee, dass der Umtrunk nachd er Geburt, dem Baby als Symbol beim Pipimachen hilft…ok. Daraus hat sich der heutige Brauch entwickelt, in dem anscheinend meist Väter Kurze trinken und aufs Baby anstoßen. Regional gibt es Unterschiede, ich beschreibe hier nur das nordhessische Modell. Ich finde es ein bisschen befremdlich ehrlich gesagt. Tatsächlich war ich aber mal auf so einer Feier. War eher ein kurzer Besuch an einem idyllischen Nachmittag mit Futtern und ohne Schnaps für mich, weil ich gefahren bin. Ist aber eben eine typisch deutsche Tradition, die ich jetzt weniger auf YouTube gefunden habe.

Dafür hier eine Kuriosität, die vor allem für jede Menge Fail-Videos sorgt:

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Für Karl | Der Dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte geschrieben habe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

Für Karl (2 Haiku)

an grauen tagen
ziehen wolken langsam durch
das traurigkeitstief

doch

in grünen inseln
finden wir erste zeichen
von hoffnungsblumen

https://karlswortbilder.wordpress.com/

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Ein fast perfekter Abend | Writing Friday

Dies ist ein Text zu der Aktion „Writing Friday“ von Elizzy. Jeden Freitag wird zu einem der vorgegebenen Themen veröffentlicht. Die aktuellen Themen und eine Liste aller Teilnehmer findet ihr auf Elizzy’s Seite.

Mir ist echt bis eben nichts eingefallen, aber letztendlich bei den Worten konnte ich nicht anders. Wer Probleme mit Gewalt hat, sollte besser nicht weiterlesen.

Thema: Schreibe eine Geschichte und lasse folgende Wörter mit einfließen: Flirten, Lächeln, durchschaut, großartig, hibbelig

Ein fast perfekter Abend

Erschrocken sog Tina die Luft ein. Es war nicht der Schmerz, der sie so schockierte, sondern die bloße Handlung an sich. Noch nie hatte ihr jemand eine Ohrfeige verpasst. Bereits jetzt ahnte sie, dass der perfekte Abend genau hier endete, dabei hatte er so großartig begonnen. Ein Lächeln, ein Augenzwinkern, ein zustimmendes Nicken. Normalerweise stellte sie sich etwas unbeholfen beim Flirten an, aber der große braunhaarige Typ an der Bar machte es ihr leicht. Ihre Schüchternheit schien ihn anzusprechen und so kam er an den Tisch zu ihr und ihren Freunden.

„Möchtest du den besten Cocktail der Stadt probieren?“ fragte er lachend. „Sorry, eine bessere Anmache ist mir nicht eingefallen. Ich heiße Michael, aber die meisten nennen mich Mick.“

Annais, Tinas beste Freundin grinste und gab Tina einen Rippenstoß. „Na los“, flüsterte sie ihr zu. Auch die anderen am Tisch nickten. Nur Finn sah etwas skeptisch aus. „Am besten ihr bleibt im Sichtfeld.“ Finn war immer überbesorgt, aber er hatte Recht, also setzten sich Mick und Tina an die Bar gegenüber von dem Tisch von Tinas Freunden.

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alles fließt | Der Dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte geschrieben habe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

Gerade bin ich viel mit mir alleine und irgendwie frage ich mich dann immer, wie ich eigentlich so bin. Den Titel habe ich ganz frech von Heraklit geklaut.

alles fließt

ich kratze ab, kratze sie ab. stück
für stück. schicht für schicht. an
ihren kanten ist sie rund, an ihren
rundungen scharf.

ich schwimme herum, um sie
drum herum. außen, am rand,
in der mitte. sie ist mehrfach
dimensional.

ich puzzle gemeinsam. setze mit
ihr stück an stück. am ende sagt
sie mir, dass sie nicht teilbar ist.
und ich ein mehr.

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Ich habe zu viele YouTube-Videos gesehen | Schwangere Gedanken

Hier findet ihr die vorangegangenen Teile: Schwangere Gedanken

Setzt euch hin und trinkt einen Tee, z.B. mit dem Namen die „Innere Ruhe“ oder „Harmonie“. Allerdings habe ich keine Ahnung, ob die helfen. Am besten ihr holt euch auch einen Keks und legt ihn vor euch.

Bereit? Gut!

Ich habe zu viele YouTube-Videos gesehen

Ich war interessiert daran, wie es anderen Schwangeren so geht, wie sie sich auf die Geburt vorbereiten etc.. In Corona-Zeiten hat man weniger Austausch, außerdem kann ich bei YouTube vorspulen, wenn mir die Erzählung zu detailreich wird. Eigentlich ein bombensicherer Plan, der leider einer Facette des menschlichen Naturells widerspricht: Der Neugierde.

Die Überemotionalen

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Das Pusteblumenmädchen

Dies ist ein Text zu der Aktion „Writing Friday“ von Elizzy. Jeden Freitag wird zu einem der vorgegebenen Themen veröffentlicht. Die aktuellen Themen und eine Liste aller Teilnehmer findet ihr auf Elizzy’s Seite.

Thema: Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz “Als Pusteblume hat man es nicht leicht…” beginnt.

Das Pusteblumenmädchen

„Als Pusteblume hat man es nicht leicht“, sagte Gamze und konzentrierte sich ganz darauf, dass ihre Samen nicht im Wind verstreut wurden. Sie spürte, wie ihre Wurzeln in der Erde nach Wasser suchten, wie dieser weiße Saft durch ihren Stängel floss und wie die Blätter sanft im Wind tanzten. Sie wollte mit aller Macht an ihren weißen flauschigen Samen festhalten, doch der Wind war unerbittlich.

„Sag mal klappt das bei dir?“, hörte sie die Stimme von Fredda neben sich.

„Bis du mich rausgerissen hast schon.“ Gamze öffnete die Augen und sah ihre Freundin wütend an.

„Was warst du denn?“, fragte diese unschuldig dreinschauend.

„Pusteblume, und du?“

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