Inktober 52 – 7 bis 15

Statt dem klassischen Inktober nehme ich dieses Jahr wieder am Inktober 52 teil. Ich zeichne also jede Woche ein Bild zu einem vorgegebenen Thema (Themen stehen im Titel).

Das mit dem monatlichen ein Update bringen läuft gut, oder? 😉 Nuja, hier alles aus den letzten 2 Monaten.

Der Fuck you-Kuchen | abc.etüden

Dies ist ein Text zu den abc.etüden von Christiane. Ziel ist es 3 Worte in 300 Zeichen unterzubringen. Die Schreibeinladung für die Wochen 16 + 17 beinhaltet die Worte „Königskuchen, akribisch, träumen“, gesponsert von Ludwig Zeidler.

Der Fuck you-Kuchen

Mehr Schokolade oder viel mehr Schokolade? Heute war genau so ein Tag. Ilja seufzt und durchkämmt seinen Speiseschrank. Erst hatte sein Chef seine Kleidung bemängelte und dann hatte sein bester Freund nichts Besseres zu tun, als sich auf die Seite seines Chefs zu stellen. So ein Tag halt, an dem alle gegen einen waren. Heute war Ilja besonders sauer und wollte seiner Wut Luft machen, also zog er seinen schicksten Rock an und ging in den Supermarkt. Er ignorierte die schrägen Blicke und ging direkt in die Backwarenabteilung. Dort suchte er die Regale akribisch nach einer Inspiration ab. Nach einer Weile merkte er, wie ihn eine ältere Frau betrachtete.

„Kann ich ihn helfen?“ fragte er genervt, bereit einen Streit anzufangen.

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orkane | Der Dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte schreibe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

orkane

deine gedanken kreisen wie tausende
orkane. hohe wellen schlagen an dein
synapsenschiff. während die mannschaft
noch das wasser abschöpft, putzt du das
deck. die segel müssen gebügelt werden.

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Das Kleinkind und ich | Mama Gedanken

Da es mir in meiner Reihe „Schwangere Gedanken“ so viel Spaß gemacht hat, mich über Klischees und Erwartungen an Schwangere aufzuregen, habe ich mir überlegt fortzufahren, denn auch an Mütter gibt es eine Reihe von unsinnigen Erwartungen.
Hier findet ihr alle Texte zu dem Thema: *Klick*

So, ihr kennt das: Macht euch einen Tee, holt euch einen Keks und los geht’s.

Ich habe ja bereits in meiner Schwangerschaft *Klick* und als frischgebackene Mama *Klick* darüber geschrieben, wie sich die Liebe zu meinem Kind so entwickelt. In der Schwangerschaft fand ich das alles eher surreal und am Anfang war ich mir unsicher, ob das, was ich empfinde, wirklich Liebe ist. Doch wo stehe ich jetzt?

Ab wann ist das Liebe?

Zu meinem letzten Beitrag zu dem Thema, meinten bereits einige, dass das Liebe ist, was ich empfinde. Ich bin mir da immer noch unsicher. Nachdem Little J auf die Welt kam, habe ich mir viele Sorgen gemacht und war unsicher. Ich würde diese Sorge, aber als Mutterinstinkt bezeichnen. Ich hatte die Verantwortung für das kleine Wesen und auch eine Verbindung, aber diese wahnsinnige Liebe, die man zu seinem Kind empfinden soll, hatte ich mir anders vorgestellt. Die war auch nicht plötzlich da, die hat sich entwickelt.

Ein langer Weg

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der tiger | Der Dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte schreibe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

Gerade läuft bei meinen kreativen Projekten alles in eine Sackgasse, was wiederum meine Kreativität hemmt. Mache ich also das Einzige, was mir einfällt und verwurste den Frust kreativ.

ein tiger

vor den stählernen vorhang. mein
zahnloser tiger streift durch die
gitterstäbe. das rohe fleisch von
gestern ist heute schon abgehangen.
hat morgen schimmel angesetzt. in
meinem kopf leben spinnweben.
während es in leeren gängen brüllt.
faucht es in stillen ecken. selbst wenn
der tiger scheißt, stinkt es nicht.

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rotziges elfchen | Der Dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte schreibe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

Nachdem Baby 3 Tage über 39 Grad Fieber hatte, dachte es, es sei ne super Idee auch die Eltern anzustecken. Hier alles was heute an Kreativität in mir steckt:

rotziges elfchen

törööö
erschallt liebliches
jammern, schnaufen, stöhnen
das letzte taschentuch fällt
rotnasenkonzert

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Der verrückte Tisch | abc.etüden

Dies ist ein Text zu den abc.etüden von Christiane. Ziel ist es 3 Worte in 300 Zeichen unterzubringen. Die Schreibeinladung für die Wochen 14 + 15 beinhaltet die Worte „Erzählstoff, sanft, vibrieren“, gesponsert von mir.

Der verrückte Tisch

Sie nahm einen tiefen Atemzug. Der graue Hoodie roch nach ihm, nach Schweiß, nach dem Mittagessen von Gestern und einer heimlichen Zigarette. Das schwarze Shirt roch nach Waschpulver und einem Hauch frisch gemähtes Gras. Sicherlich hatte er es zum Trocknen in den Garten gehängt. Außer diesen Erzählstoffen gab es viele Gegenstände und Ecken in der Wohnung, die ihre eigene Geschichte erzählten. Dort in der Ecke stand eine große Vase, die die etwas abgeschabte Tapete dahinter verbarg. Das war vor einigen Monaten passiert. Sie hatte renovieren wollen, doch ihm hatte das so gar nicht gefallen. Genauso wenig die neue Reihenfolge der Bücher, doch er war zu faul es zu ändern, nachdem sie sie neu sortiert hatte. Bei der Aktion war einer der Buchbände leicht beschädigt worden. Upsi. Sie war nicht die Geschickteste, das gab sie zu. Daneben stand die Gitarre, die er lange nicht mehr benutzt hatte. Sie erinnerte sich an Abende voller sanfter Klänge, aber auch Phasen, in denen die schiefen Töne ihre Ohren belästigten.

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Die Decke | abc.etüden

Dies ist ein Text zu den abc.etüden von Christiane. Ziel ist es 3 Worte in 300 Zeichen unterzubringen. Die Schreibeinladung für die Wochen 14 + 15 beinhaltet die Worte „Erzählstoff, sanft, vibrieren“, gesponsert von mir. 😉

Die Decke

Für Henry war der Webstuhl ein Pinsel, mit dem er Bilder in Stoff malte. Er nannte seine Arbeiten „Erzählstoffe“. Bereits in zahlreichen Ausstellungen hatte er seine Arbeiten ausgestellt und war von Kritiker hoch gelobt worden, doch mit den Jahren schien er nachzulassen. Er wurde immer weniger ausgestellt und nahm immer mehr Privataufträge an. Er wurde gut bezahlt, aber die Arbeit erfüllte ihn nicht.

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taschenklingeln | Der Dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte schreibe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

Ich bin seit Gestern entsetzt. Erst fallen Beschränkungen, dann Masken, jetzt die Quarantäne. Das Morden hat begonnen. Ich bin so desillusioniert gerade…

taschenklingeln

bei jeden schritt klingelt es. in ihren
taschen liegen gold, silber, wertvolles
papier, ein paar diamanten und der
rest ihres verstandes. ein paar fusseln
halten das taschengemisch zusammen.
wie war das noch, als wir damals echte
menschen waren? als wie wussten, wie
es in langen weißen gängen aussieht?
während sich zu dem taschenklingeln
das leise geräusch von zertretenen
gehirnen und herzen mischt. war da
was? denken sie noch. dann streifen
sie ihre blutigen schuhe an der seidenen
füßmatte ab. das ist ja echt ekelhaft.

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Die gehen auch zum Scheißen aufs Klo | abc.etüden

Dies ist ein Text zu den abc.etüden von Christiane. Ziel ist es 3 Worte in 300 Zeichen unterzubringen. Die Schreibeinladung für die Wochen 12 + 13 beinhaltet die Worte „Birke, blumig, entgiften“, gesponsert von Ich lache mich gesund.

Die gehen auch zum Scheißen aufs Klo

„Das ist also dieses Internet?“, fragte Doris.

„Ja, Oma,“ antwortete ihre Enkelin Sarah und grinste dabei. Doris ließ sich nicht irritieren. Sie wusste, dass sie keine Ahnung von der neuen Technik hatte. Man konnte eben nicht alles wissen, aber man konnte alles lernen.

„Was gibt es noch? Was siehst du dir an, wenn du stundenlang auf dein Handy starrst?“

Sarah grinste. „Am liebsten bin ich auf Insta. Da kann man Bilder hochladen. Das ist so einen Art Fotoalbum.“

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