Lektoratsgefühle | Gedankenkritzelei

Das ist kein wissenschaftlicher Text, sondern eine Gedankenkritzelei. Jeden Freitag schreibe ich über etwas, das mir auf dem Herzen liegt. Wenn ich etwas wissenschatftlicher werde, bemühe ich mich keine Falschinformationen auf den Weg zu bringen. Wenn das doch passiert, lasst einen Kommentar da. Ebenso, wenn ihr Lust zu diskutieren habt oder wenn ihr eine virtuelle Umarmung braucht. Die gibt es hier gratis.

Lektoratsgefühle

Ende des Jahres erscheint mein Buch über eine Hexe, die technikaffin ist, im Novel Arc-Verlag und gerade ist das Lektorat an der Reihe. Dabei ist mir aufgefallen, wie viele unterschiedliche Emotionen das in mir hervorruft und wie sehr sich das zum Beispiel vom Lektorat von Kurzgeschichten und Gedichten unterscheidet. Vorangestellt muss ich sagen, dass ich Kritik sehr schätze, mehr als Lob, wenn ich ehrlich bin. Mit Kritik kann ich was anfangen, es heißt, dass ich was tun kann, Lob lähmt mich oftmals.

Warum habe ich das nicht gesehen?

Trotzdem habe ich unterschätzt, wie sehr es mich wurmt, wenn ich auf Logiklücken und Unstimmigkeiten aufmerksam gemacht werde. Ich denke dann oft: Warum zur Hölle ist dir das nicht aufgefallen? Ich verstehe, dass man automatisch blinde Flecke beim Schreiben hat. Ich kenne den Plot und konzentriere mich darauf, aber das macht halt nur auf rationaler Ebene den Unterschied, auf emotionaler Ebene bin ich genervt.

Fehlerscham

Ein bisschen Scham ist auch dabei. Vor allem bei Grammatik- oder Zeitfehlern. Das weißt du doch besser, ist ein sehr häufig auftauchender Gedanke. Auf meinem Blog zum Beispiel oder in Kurzgeschichten macht mir das weniger aus, weil ich mir denke, dass Fehler eben passieren. Außerdem lese ich Blogtexte nur einmal Korrektur, da übersehe ich eben was. Solange es lesbar ist – so what?

Nacktfassung

Die Rohfassung meines Buches fühlt sich ein bisschen wie Nackt-Sein an. Ich habe so viel Zeit, Energie und Persönlichkeit hineingesteckt, dass es irgendwie ein Teil von mir ist. Bei dem Hexenbuch nochmal mehr, weil ich es vor fünfzehn Jahren geschrieben und dann vor zwei überarbeitet habe. Es begleitet mich also schon sehr lange. Nostalgie ist definitiv auch ein kleiner Fallstrick.

Worauf ich mich fokussiere

Auch wenn das Lektorat viele unterschiedliche, auch negative Gefühle, in mir hervorruft, ist eines da, das alle anderen überschreibt: Vorfreude. Ich freue mich darauf, bald ein fertiges Buch zu haben, mit dem ich zufrieden sein kann, in dem Liebe und Arbeit stecken und ich bin dankbar dafür, dass ich dabei so viel Hilfe erhalte.

Irgendwann Ende des Jahres habe ich ein Buch in der Hand und da steht mein Name auf dem Cover. Bestes Gefühl aller Zeiten!!

Gute Nacht | Impulswerkstatt

Zettel und Federhalter. Über dem Federhalter steht Impulswerkstatt

Dies ist ein Text zu der Impulswerkstatt von Myriade. Ziel ist es etwas Kreatives zu vorgeschlagenen Bildern oder zu einer Schreibaufgabe zu erstellen. Hier könnt ihr alles darüber lesen: *KLICK*
Die aktuellen Bilder und Mosaikstücken zur aktuellen Impulswerkstatt findet ihr hier: *KLICK*

Der gewählte Impuls:
„Ich fühlte mich ausgehöhlt und bereit ein Jahr lang zu schlafen“
Hermann Hesse „Der Steppenwolf“

Gute Nacht

Heute stelle ich meinen Wecker auf den 01.06.2027. Im Juni ist das Wetter schön warm. Die Anfangsjahresdepressionen sind rum und der Endjahresstress noch nicht da. Außerdem blühen Blumen. Die machen alles besser.

Warum ich den Wecker mich erst in einem Jahr wecken lasse?

Einfach.

Ich habe den Bums dieses Jahr satt. Es fing mit „Wir müssen das Projekt schnell beenden an“, ging weiter mit „Wir müssen das Projekt noch schneller beenden“ und dann war es „Heute ist Abgabe, warum bist du noch nicht fertig, das geht so nicht, 200 Überstunden sind ja gar nichts, ich habe 300“ weiter.

Und dann waren da noch die Geburtstage und hier muss man sein und dort muss man sein. Einer zieht um und derjenige hat auch beim eigenen Umzug geholfen. Die Nachbarn haben Computerprobleme, die Eltern sind alt und haben tausend Fragen und einen großgezogen, was ihnen das Recht gibt, jetzt Gefallen einzulösen, als hätte man als Kind Gutscheine ausgehändigt, die nicht nur leere Versprechungen wie „ich wasche dein Auto“, „ich räume eine Woche lang auf“ oder „ich mähe einen Monat lang den Rasen“ beinhaltet haben.

Vom Alltag will ich gar nicht mal anfangen. Die Hose hat ein Loch, es muss eine Neue gekauft werden. Die Waschmaschine geht kaputt und man kann sie entweder unter Angstzuständen selbst reparieren oder jemanden für 300 Euro reparieren lassen. Dann muss das Auto zum TÜV und die Terminvergabe ist Mist. Arzttermine! Vorsorge! Wo man nicht alles hin muss. Habe ich Hautkrebs? Gibt es Karies an den Zähnen? Sehen die Augen noch normal? Hören die Ohren richtig? Und dann funktioniert die Online-Terminvergabe bei 50% der Praxen nicht. Man kriegt entweder zwei Termine und muss dann rätseln, welcher der richtige ist, oder der Termin liegt so beschissen, dass man anrufen muss, um ihn verlegen zu lassen.

Es reicht.

Ich habe für das Jahr schon mehr Energie verwendet, als mir zur Verfügung stand. Jetzt bin ich leer und will nur noch schlafen.

Und das mache ich jetzt auch. Ein Jahr mal richtig durchschlafen.

Gute Nacht!

Nichtstun | abc.etüden

Dies ist ein Text zu den abc.etüden von Christiane. Ziel ist es 3 Worte in 300 Zeichen unterzubringen. Die Schreibeinladung für Juni beinhaltet die Worte: Wolke, stur, sortieren

Ich hatte mal wieder Lust auf Slice of Life. Kein Twist, nur ein Moment im Leben zweier Personen.

Nichtstun

„Definitiv ein Traktor.“

„So ein Unfug. Das ist ein Hund mit Knochen im Maul.“

„Und einem Pflug als Schwanz, oder was?“

„Das ist kein Pflug, sondern die Nachbarskatze, die suizidgefährdet ist.“

„Was?“ Lara lachte und richtete sich auf. „Ich glaube, wir sollten nicht zu lange auf Wolken starren.“

„Aber es hilft so wunderbar dabei, die Gedanken zu sortieren“, sagte Michael und zog Lara zurück auf die Picknickdecke. Er legte seinen Kopf an ihre Schulter und atmete ihr sanft in den Nacken.

„Wir müssen aber heute noch was machen!“

„Was denn?“, murmelte Michael.

Lara zuckte mit den Schultern. „Irgendwas. Man kann ja nicht einen ganzen Tag nichts tun.“

„Warum nicht?“

„Weil man dann nicht produktiv ist.“ Lara schon Michael etwas zurück und rollte sich auf die Seite. Ihre Nasenspitzen berührten sich beinahe. Noch bevor sie seine Zunge an ihrer Nase spürte, sah sie den Schalk in seinen Augen.

„Hey“, rief sie halb aus Protest halb aus Belustigung.

„Man muss nicht immer produktiv sein. Wir sind Menschen und keine Maschinen. Außerdem kann es Produktivität nur geben, wenn man auch mal faul ist, sonst wäre Produktiv-Sein ja ein dauerhafter Zustand und man wüsste gar nicht, dass man produktiv ist. Das Wort gäbe es quasi gar nicht.“

„Das ergibt so null Sinn,“ sagte Lara.

„Sei nicht so stur. Es heißt doch ‚Ich denke, also bin ich‘ und nicht ‚Ich mache, also bin ich‘. Oh hey, schau, die Katze beißt jetzt in den Schwanz von dem Hund.“

Lara spähte zu den Wolken. „Ich glaube dem Traktor ist das Benzin ausgegangen.“

„Gut. So gefällt mir der Traktor am liebsten“, seufzte Michael und zog Lara in seine Arme.

Tagebuch? Journal? Gedankenkotze! | Gedankenkritzelei

Das ist kein wissenschaftlicher Text, sondern eine Gedankenkritzelei. Jeden Freitag schreibe ich über etwas, das mir auf dem Herzen liegt. Wenn ich etwas wissenschatftlicher werde, bemühe ich mich keine Falschinformationen auf den Weg zu bringen. Wenn das doch passiert, lasst einen Kommentar da. Ebenso, wenn ihr Lust zu diskutieren habt oder wenn ihr eine virtuelle Umarmung braucht. Die gibt es hier gratis.

Tagebuch? Journal? Gedankenkotze!

Ich habe vor ein paar Tagen angefangen in mein Notizbuch (war eigentlich so ein Ringbuch-Kalender, aber ich habe unbeschriebene Seiten rein gemacht) zu schreiben. Nicht nur To-Do-Listen, sondern einfach Gedanken. Sowas habe ich seit meinem Studium nicht mehr gemacht. Als Kind habe ich klassisch Tagebuch geschrieben (nie lange) aber im Studium habe ich begonnen reinzukritzeln, zu schreiben, Gedanken fließen zu lassen. Als es voll war, habe ich aufgehört und irgendwie habe ich jetzt damit wieder begonnen. Es war nur so eine Schnappsidee, weil mein Kopf so furchtbar voll ist (siehe letzter Beitrag) und ich irgendwie was ablassen muss. Auf jeden Fall habe ich nachgelesen, wie man das am besten angeht und festgestellt, dass ich nicht ‚man‘ bin und meinen eigenen Weg brauche.

Tagebuch vs Journal

Erster Punkt meiner Recherche war, ob es einen Unterschied zwischen Tagebuch und Journal gibt, weil auf Social Media immer von Journaling gesprochen wird und ich mir unsicher war, ob das jetzt einfach ein Tagebuch ist oder mehr. Stellt sich raus, ja, zumindest laut einigen Definitionen: ImTagebuch dokumentiert man chronologisch Ereignisse und Erlebnisse des Tages und im Journal reflektiert man und setzte sich Ziele. Ein Tagebuch erzählt, was passiert ist, ein Journal, warum man sich damit beschäftigt. Ich wollte also ein Journal schreiben, also habe ich mich da eingelesen, wie man sowas angeht.

Die Kunst des Journaling

Oi, das ist eine ganze Wissenschaft. Es gibt Morning Pages, wo man schreibt, auf was man sich am Tag fokussieren will, dann gibt es ein Dankbarkeits-Journal, in das man schreibt, für welche Dinge man am Tag dankbar war und Bullet Journaling, das ein bisschen praktischer veranlangt ist. Und natürlich gibt es noch eine Menge mehr Formen und Regeln, wie man das denn richtig macht. Nach einer ersten Recherche wollte ich meine Idee schon über Bord werfen, weil mir das fiel zu anstrengend klang. Ich will meinen Kopf erleichtern, nicht noch weiter zumüllen. Aber dann dachte ich: Fuck it, ich mache mir die Welt, wie sie mir gefällt.

Gedankenkotze

Also habe ich mir mein Ringbuchding genommen, einen Stift geschnappt und losgeschrieben. Teilweise keine ganzen Sätze, teils nur Listen, null zusammenhängend und teilweise sehr kryptisch. Ich schreibe auf, was mir gerade in den Kopf kommt. Es ist nicht vollständig, es ist nicht schön, aber es tut wirklich gut. Wie lange ich das durchziehe, weiß ich nicht. Es ist mir ehrlich gesagt auch egal. Ich mache das nicht, um sagen zu können, dass ich ein Journal habe, sondern, weil es mir helfen soll. Wenn ich weniger voll im Kopf bin, vielleicht höre ich dann auf, keine Ahnung. So oder so, das ist nur für mich, weil es mir gut tut.

Wie reduiziert man? | Gedankenkritzelei

Das ist kein wissenschaftlicher Text, sondern eine Gedankenkritzelei. Jeden Freitag schreibe ich über etwas, das mir auf dem Herzen liegt. Wenn ich etwas wissenschatftlicher werde, bemühe ich mich keine Falschinformationen auf den Weg zu bringen. Wenn das doch passiert, lasst einen Kommentar da. Ebenso, wenn ihr Lust zu diskutieren habt oder wenn ihr eine virtuelle Umarmung braucht. Die gibt es hier gratis.

Wie reduziert man?

Ich bin jemand, der sehr viele Interessen hat und Dinge macht und wenn der Tag 100 Stunden hätte, würde ich mir auch die vollladen. Allerdings ist das auch nicht unbedingt erstrebenswert, weil mir schon jetzt öfters Mal alles über den Kopf wächst. Ich weiß, dass ich reduzieren muss, aber das fällt mir unfassbar schwer.

Meine erste Strategie: Pausieren

Also dachte ich, ich liste mal, alles, was ich so an „Projekten“ im Laufe der Woche/des Monats habe, auf und dann versuche ich ehrlich zu mir zu sein. Problem ist, dass mir so aufgefallen ist, wie unfassbar lang die Liste ist und das stresst mich noch mehr und ich will so wirklich nichts aufgeben, zumindest nicht auf den ersten Blick. Aufgeben ist aber auch ein sehr endgültiger Akt.

Ich habe bereits, als ich meinen Sohn bekommen habe, reduzieren müssen und in dem Zuge erst einmal Klaviespielen pausiert, bis er sechs Jahre alt ist. Der Gedanke, nur eine Pause zu machen, hat mich beruhigt, denn ganz will ich Klavierspielen nicht aufgeben. Bei meiner jetzigen Liste habe ich mir vorgenommen Patreon zu pausieren und ab und an Social Media Pausen einzulegen, dh. damit auch Inktober und den Wochenrückblick.

Meine zweite Strategie: Wert

Das Problem ist, nur Patreon und Mini-Pausen reichen gerade nicht, also habe ich mir vorgnommen, jedes einzelne Projekt mit Wert zu versehen und da bin ich gerade bei. Anfangs habe ich einfach nur sehr wichtig, wichtig, nicht so wichtig drangeschrieben, dann habe ich es mit Noten probiert, aber bei beiden Methoden haben sich einfach nur große Gruppen gebildet. Jetzt habe ich begonnen eine Liste zu machen, von wichtig bis weniger wichtig, denn so bin ich gezwungen, mich zu entscheiden.

Ich bin noch dabei und werde noch ein paar Mal drinnen rumschreiben, aber mein Ziel ist es am Ende, etwas mit den Sachen die unten gelandet sind zu machen. Vielleicht wirklich aufgeben, vielleicht pausieren, outsourcen oder was auch immer passt.

Meine dritte Strategie: Übersicht

Weil es so viel ist, herrscht in meinem Kopf konstant Chaos. Ich habe zwar meine To-Do-Listen, aber die sind für mich einfach ein Haufen, abgesehen davon, dass ich 7 Stück habe. Ich brauche mehr Übersicht, damit ich die Dinge in meinem Kopf ablegen kann und rausholen, wenn sie an der Reihe sind. Ich überlege mir eine kleine Tafel/Whiteboard zu holen, oder ggf einfach ein Blatt Papier zu nehmen, dass ich in mein Journal lege. Irgendwas, was alles auf einen Blick erfasst und gleichzeitig sortiert.

Alles noch nicht rund, aber ich dachte, ich lasse euch mal an meinen Plänen teilhaben, vielleicht hilft euch eine meiner Ideen oder ihr habt Lust mri eure Strategien zur Alltagsreduzierung mitzuteilen.

Digital Na(t)ive | Gedankenkritzelei

Das ist kein wissenschaftlicher Text, sondern eine Gedankenkritzelei. Jeden Freitag schreibe ich über etwas, das mir auf dem Herzen liegt. Wenn ich etwas wissenschatftlicher werde, bemühe ich mich keine Falschinformationen auf den Weg zu bringen. Wenn das doch passiert, lasst einen Kommentar da. Ebenso, wenn ihr Lust zu diskutieren habt oder wenn ihr eine virtuelle Umarmung braucht. Die gibt es hier gratis.

Digital Na(t)ive

Ich bin technik-affin und mir fällt es leicht neue Software etc. zu verstehen, vor allem aber bin ich damit aufgewachsen. Ich hatte meinen ersten PC mit 10 und mein erstes Handy mit 16. Für mich ist der Umgang damit Alltag. Wenn ich dann meinem Vater (Jahrgang 1950) versuche zu erklären, wie was läuft, fällt mir auf wie groß die Kluft ist und ich habe mich gefragt, wie es wohl ist, nicht damit aufgewachsen zu sein.

Ich vs mein Vater

Wenn ich etwas bestellen will, gehe ich online, wenn ich etwas suche, wenn ich mit Leuten kommunizieren will, dann nutze ich Mail, Social Media u.s.w. Das ist für mich Alltag und dann sagt mein Vater so Dinge wie, dass er kein Passwort für seine Email-Adresse hat, hatte er noch nie. Joa. Dass das gar nicht ohne geht, weil man einen Account braucht, dass man ohne Passwort keinen Zugriff hat und das Outlook ein Programm und nicht der Server ist – wie genau erkläre ich das? Für mich ist das alles furchtbar selbstverständlich, aber meinem Vater fehlen die Grundlagen, weil er sich nie damit beschäftigt hat und so geht es vielen, die nicht damit aufgewachsen, die keine Digital Natives sind.

Digital Native

Ich kann mich gar nicht mehr so recht an meinen ersten Rechner erinnern und ob ich ihn eigenartig fand. Ich habe viel rumprobiert und dadurch irgendwann Zusammenhänge kapiert. Im Zeitalter der Foren habe ich dann einfach alles nachgelesen und meine erste Webseite gestaltet. Bei meinem Sohn wird das nochmal anders sein. Der ist 5 und versteht was Scrollen ist und das er auf Spotify Lieder hören und auf YouTube sehen kann. Er weiß, dass ich einen Spotify Acount habe und mein Mann nicht, weswegen er nur bei mir ohen Werbung hören kann. Er hat keinen Zugriff, aber er beobachtet und lernt und nun ist es normal für ihn. Für ihn wird das nochmal schwieriger zu verstehen sein, dass einige Menschen die grundlegenden Prinzipien von Computer und Internet nicht verstehen.

Die Kluft

Nur weil man Computer und Internet bedienen kann, heißt das noch nicht, dass alle gleich fit darin sind, sonst hätten Scammer keine Chancen. Nicht jeder hat eine Neigung dazu oder die Möglichkeiten, trotzdem kann ich diesen Menschen eher erklären, wie so ein Browser funktioniert oder was Accounts sind. Bei meinem Vater fehlen aber die Grundlagen und ich weiß nicht einmal, wo ich da beginnen soll. Es ist, als würden wir eine andere Sprache sprechen und ja, das ist bei Generationenunterschieden meist so, aber ich finde diese Technikkluft nochmal schwieriger, alleine schon weil ich keine Vorstellung davon habe, wie es ohne dieses Wissen ist.

Kann man die Kluft überwinden? Ich glaube tatsächlich nicht. Klar, kann ich meinem Vater ein bisschen was beibringen oder ihn in einen Computerkurs setzen, aber er wird niemals das gleiche Selbstverständnis-Gefühl haben wie ich, wenn es um Computer/Internet geht.

Eine Liebeserklärung ans Fahrradfahren | Gedankenkritzelei

Das ist kein wissenschaftlicher Text, sondern eine Gedankenkritzelei. Jeden Freitag schreibe ich über etwas, das mir auf dem Herzen liegt. Wenn ich etwas wissenschatftlicher werde, bemühe ich mich keine Falschinformationen auf den Weg zu bringen. Wenn das doch passiert, lasst einen Kommentar da. Ebenso, wenn ihr Lust zu diskutieren habt oder wenn ihr eine virtuelle Umarmung braucht. Die gibt es hier gratis.

Eine Liebeserklärung ans Fahrradfahren

Ich fahre jeden Tag mit dem Fahrrad zur Arbeit, mit Zwischenstopp, weil ich das Kind in den Kindergarten bringen muss. Das tue ich nicht, um fit zu werden, sondern weil ich in der Innenstadt wohne und nur 2 km von meiner Arbeit entfernt. Bus/Bahn wäre mehr Umweg als alles andere, Auto unsinnig und so fahre ich von minus 6 bis plus 25 Grad Fahrrad, bei Regen und bei Sonnenschein und ich liebhasse es. Hier eine kleiner ggf. nicht ganz ernstgemeinte Liste:

Warum Fahrradfahren Liebe ist:

  • keine Parkplatzsuche, außer man wohnt neben einer Eisdiele und es gibt nur 4 Fahrradständer (immerhin im Winter kein Problem)
  • billiger als Auto oder Bahnfahren, wenn man gut mit Panzertape ist
  • es hält fit (hier ein kleiner Dank an die Kasseler Berge und die zwei fiesen Steigungen, die ich sowohl auf Hin- also auch Rückweg überwinden muss)
  • der mitfahrende Nachwuchs lernt schnell das Verhalten im Straßenverkehr inkl. kreativem Fluchen
  • man muss sich nicht aussuchen, wer ob einen Autofahrer*innen oder Fußgänger*innen mehr hassen: Alle hassen Fahrradfahrer*innen!
  • Expertenwissen in Outdoor-Bekleidung ist eine unumgehbare Begleiterscheinung
  • man lernt sein Leben nach mehreren Nahtoderfahrungen wirklich schätzen
  • man lernt krank Zuhause zu bleiben, weil mit dichter Nase ist Fahrradfahren die Hölle
  • man kennt alle Straßen mit Pflastersteinen auswendig und wie sie zu umgehen sind
  • nette Gespräche mit anderen auf dem Fahrrad und wie sehr man Fahrradfahren liebhasst

Ich war früher ein Pick Me-Girl | Gedankenkritzelei

Das ist kein wissenschaftlicher Text, sondern eine Gedankenkritzelei. Jeden Freitag schreibe ich über etwas, das mir auf dem Herzen liegt. Wenn ich etwas wissenschatftlicher werde, bemühe ich mich keine Falschinformationen auf den Weg zu bringen. Wenn das doch passiert, lasst einen Kommentar da. Ebenso, wenn ihr Lust zu diskutieren habt oder wenn ihr eine virtuelle Umarmung braucht. Die gibt es hier gratis.

Ich war früher ein Pick Me-Girl

Ich war früher mal ein Pick-Me-Girl, allerdings gab es die Bezeichnung früher noch nicht. Sie kam erst mit Social Media auf, ebenso wie das an der Pranger-Stellen, wenn man sich so verhält. Nicht, dass das eine besonders tolle Einstellung wäre, aber statt dagegen zu hetzen, wäre es nicht spannender zu fragen, warum sich einige so verhalten und wie man helfen kann die Perspektive zu ändern?

Was ist ein Pick Me-Girl?

Laut Definition ist ein Pick Me-Girl eine weiblich gelesene Person, die sich bei Männern beliebt machen will, in dem sie andere Frauen oder Weiblichkeit abwertet. Am einfachsten kann man es wohl mit der Aussage „Ich bin nicht wie andere Mädchen/Frauen“ erklären. Man sei werde so zickig, noch kompliziert, noch Fan von Romantik, stattdessen mag man halt so Männersachen. Im Prinzip ist es ein Spiel mit Klischees, die Hollywood gerne in Filmen verarbeitet.

Warum ich eines war

Ich habe den Satz, dass ich nicht wie andere Frauen bin auch regelmäßig gedacht und leider auch ausgesprochen. Dabei wollte ich mich nicht bei Männern per se attraktiv machen, sondern mich von den Klischees abgrenzen, die meinem eigenen Geschlecht nachgesagt werden, allen voran, dass Frauen/Mädchen schwach sind. Ich wollte stark sein und wenn das hieß, Männerklischees zu erfüllen, war das okay vor mich. Es hat mir geholfen, mich besser zu fühlen, mir einen Identifikationspunkt gegeben in einer Zeit, in der ich absolut nichts mit mir selbst anzufangen wusste. Warum? Ich wollte nicht so sein wie meine Mutter und für mich war meine Mutter einer Bild der Schwäche und irgendwie auch meiner verdrehten Vorstellung von Weiblichkeit.

Warum ich keines mehr bin

Ich hätte gerne jemanden gehabt, der mir gesagt hätte, dass Blumen mögen, keine Schwäche, sondern einfach eine Präferenz ist, dass auch Männer Blumen mögen und dass es „die Frau“ mit „den Eigenschaften“ einfach nicht gibt, egal wie oft einem das Filme und Serien weiß machen wollen. Die 2000er waren, was das anging, echt schrecklich. Stattdessen habe ich mit der Zeit Frauen entdeckt, die stark sind und Blumen mögen. Ich habe Vorbilder gefunden, die mir gezeigt haben, dass das, was ich mag, nichts damit zu tun hat, ob ich mehr oder minder weiblich bin und das schon überhaupt nichts mit Schwäche zu tun hat. Stark ist es, das zu mögen, was man mag, egal was andere darüber denken.

Warum Pick-Me-Bashing nicht hilft

Pick-Me zu sein stammt sicher nicht nur bei mir aus Unsicherheit und viele merken wahrscheinlich gar nicht, dass sie dadurch Weiblichkeit als etwas Negatives darstellen. Ich wollte nie andere Mädchen/Frauen als minderwertig darstellen und trotzdem habe ich das getan. An den Pranger zu stellen ist nicht hilfreich, stattdessen sollten wir Motive hinterfragen, Vorbilder hervorheben und versuchen unsere Geschlechterrollen von Zuschreibungen wie Stärke und Schwäche loszulösen.

Ich erwische mich trotz Blumen-Tattoo manchmal noch dabei, wie ich mich gedanklich über mein Bild von Weiblichkeit stelle, aber heute weiß ich, dass es aus Unsicherheit und Angst geschieht. Ich arbeite an meiner inneren Stärke, denn die hat nichts mit meinem Geschlecht zu tun, sondern damit, ob ich zu dem stehen kann, wer und wie ich bin, was ich mag und wer ich sein möchte.

Warum ich „Erziehung“ doof finde | Gedankenkritzelei

Das ist kein wissenschaftlicher Text, sondern eine Gedankenkritzelei. Jeden Freitag schreibe ich über etwas, das mir auf dem Herzen liegt. Wenn ich etwas wissenschatftlicher werde, bemühe ich mich keine Falschinformationen auf den Weg zu bringen. Wenn das doch passiert, lasst einen Kommentar da. Ebenso, wenn ihr Lust zu diskutieren habt oder wenn ihr eine virtuelle Umarmung braucht. Die gibt es hier gratis.

Warum ich „Erziehung“ doof finde

Gerade macht mein Sohn eine eigenartige Phase durch, in der er viel Grenzen austestet und sehr schnell wütend wird. Ich reagiere sicher nicht immer richtig, aber ich bemühe mich ruhig zu bleiben. Auf jeden Fall hat mich diese etwas intensivere Phase dazu verleitet über „Erziehung“ nachzudenken“.

Das Wort Erziehung

Ich mag das Wort nicht. Vielleicht weil es inflationär benutzt wird, wenn es um „schlechtes Benehmen“ geht, außerdem klingt es nach Dressur, als könnte man als Eltern ein Handbuch nehmen und das Kind danach so formen, dass es der Gesellschaft in den Kram passt. Dasselbe gilt für die Wörter „Benehmen“ und „Manieren“. Das sind so Luftschlosswörter, die kaum jemand hinterfragt, obwohl sich dahinter ganz viel Unfug verbirgt.

Benehmen und Manieren

Gutes Benehmen und Manieren sind bis zu einem Grat sicher wichtig, damit man von der Gesellschaft akzeptiert wird, aber alles ohne Hinterfragen zu machen, ist auch Quatsch. Mir ist zum Beispiel aufgefallen, dass ich viele „Tischmanieren“ unsinnig bei Kindern finde. Warum sollte ich mein energiegeladenes Kind zwingen stillzusitzen? Solange er das Essen nicht rumträgt, darf er jederzeit aufstehen. Spielzeug ist am Tisch auch willkommen, solange das Essen dabei nicht vergessen wird. Im Restaurant ist das was anderes, aber der Unterschied ist ziemlich offensichtlich.

Was wichtig ist

Ich versuche ihm stattdessen beizubringen, dass man zu anderen nett sein sollte, damit Leute gerne Zeit mit einem verbringen. Anderen Schmerzen zuzufügen oder sich über sie lustig machen, sie auszugrenzen, all das führt dazu, dass andere einen nicht mögen. Man will ja auch selbst nicht mit Menschen Zeit verbringen, die sich so verhalten. Andere respektieren ist mir dabei soviel wichtiger, als dass mein Kind immer schön ruhig ist, nicht rumrennt oder nicht laut pupst. Gleichzeitig soll Rücksichtnahme aber auch nie bedeuten, dass man sich total verbiegt. Das finde ich weitaus schwieriger und wichtiger beizubringen, als gute Manieren.

Das Ziel und der Weg

Am Ende wird das Kind erwachsen und soll in unserer Gesellschaft klarkommen, vor allem aber soll es glücklich werden. Ich glaube nicht, dass ich die Kontrolle darüber habe und deswegen finde ich das Wort Erziehung so falsch. Mein Kind bringt bereits einen Charakter mit und er wird von vielen anderen Menschen auch geprägt. Das ist für mich etwas gruselig, aber ein Kind ist nun mal kein Roboter. Am Ende kann ich ihm nur zeigen, wie ich mich durch die Welt navigiere, wie ich sie wahrnehme. Ich erkläre, ich leite an, ich lebe vor und hoffe, dass er es schafft, sich selbst ein Leben aufzubauen, mit dem er im Großen und Ganzen zufrieden ist.

Neubeginn | Impulswerkstatt

Zettel und Federhalter. Über dem Federhalter steht Impulswerkstatt

Dies ist ein Text zu der Impulswerkstatt von Myriade. Ziel ist es etwas Kreatives zu vorgeschlagenen Bildern oder zu einer Schreibaufgabe zu erstellen. Hier könnt ihr alles darüber lesen: *KLICK*
Die aktuellen Bilder und Mosaikstücken zur aktuellen Impulswerkstatt findet ihr hier: *KLICK*

Ich habe diesmal das Mosaikstück „Neubeginn“ gewählt und 6 unterschiedliche Momente darüber geschrieben. Das habe ich schon ein paar Mal gemacht, aber sehr lange nicht mehr.

Neubeginn

Lustlos schloss er die Benachrichtigung der App. Du musst heute noch trainieren. Das hatte sie auch Gestern gesagt und den Tag davor. Morgen würde er die App öffnen und endlich fit werden, schließlich wollte er im Alter beweglich bleiben, aber heute brauchte er Ruhe. Was machte schon der eine Tag.

Sie ließ sich seufzend auf die neue Couch fallen. Das war bisher das einzige Möbelstück in ihrer neuen Wohnung, aber es war eine Fahne, ein Poster, ein Ausrufezeichen für sie. Nie wieder würde sie mit jemandem auf einer Couch sitzen, der sie unglücklich machte. Noch ein paar fluffige Kissen und ihr Leben war perfekt.

Langsam bewegte er sich aus der Ecke heraus und auf den Menschen zu, der seit Tagen auf einem Teppich mitten im Raum saß und mit ihm sprach. Eigentlich hatte er niemandem mehr vertrauen wollen, aber da lag was, das gut roch, außerdem war ihm etwas kalt und langweilig. Der Mensch bewegte sich nicht. Vielleicht waren die doch nicht alle gleich.

Nervös griff er nach der Türklinke. Er hörte Lachen auf der anderen Seite und fröhliches Geplaudere. Einen Moment hatte er Angst, man würde über ihn lachen, über ihn reden, aber dann fiel ihm ein, dass ihn noch niemand kannte. Am liebsten würde er es dabei belassen, aber er brauchte einen Job. Mittlerweile war ihm auch egal welcher, Hauptsache das Lachen auf der anderen Seite der Tür galt niemals wieder ihm.

Er spürte seinen Herzschlag, als wäre es seiner. Starke Arme umschlossen ihn und er spürte eine Wärme, die nicht nur Körperwärme war. Sein eigenes Herz flatterte, als er sanfte Lippen auf seiner Stirn spürte. Eigentlich hatte er nach dem letzten Desaster eine Pause von Menschen einlegen wollen, aber diese Arme waren dafür gemacht ihn zu halten.

Montag oder Anfang des Monats, aber der Anfang des Monats war ein Donnerstag und der nächste Monat, der mit Montag anfing, war vier Monate entfernt. So lange wollte sie das auch nicht aufschieben. Vielleicht einfach heute? Es war Samstag, Mitten im Monat und es lag nichts Besonderes an. Sie nahm das Telefon in die Hand und legte es dann wieder hin, dann wieder auf, dann wieder hin, bis sie so genervt von sich war, dass sie wählte. Wer hatte denn definiert, dass man nur montags was Neues beginnen konnte?