los| Der Dienstag dichtet

Banner_der dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte schreibe, habe ich den Dienstag zum Gedichte-Tag erklärt und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt.
Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben.
Mit von der Partie sind bisher
Stachelbeermond
Mutigerleben
Wortgeflumselkritzelkrams
Werner Kastens (Beitrag in den Kommentaren)

Das Gedicht habe ich nach dem Konzert von Amanda Palmer geschrieben. Ich war super inspiriert, wusste aber nicht genau wohin damit und war – wie immer wenn es um meine Kreativität geht – verunsichert.

los
Über meine Stege laufen ungespannte
Saiten. Umrunden. Umrandet von einem
Korpus, falsch geformt. Plung. Mache ich.
Plang. Und ich muss Pling machen. Will.
Überall spielen Lieder. Ich nehme ihre
Formsprache. Kenne meine nicht. Nie
gebaut, vergessen. Nicht meine. Bis man
meine Töne kennt. Bis die Form perfekt
ist. Mimikri. Der Ständer kippelt. Meine
Lieder sind keine. Morgen will ich singen.
Morgen! Morgen. Mein geigener Körper
ist hohl. Meine Notenblätter voller Seele.

Ich bin zurück | Bildhaftes

Geschrieben habe ich diesen Urlaub kaum – um genau zu sein 2 Gedichte – dafür meinen neuen Sketchblock eingeweiht und als eine Art Tagebuch genutzt.
(für Großansicht klicken)

Oben links: Prag – Tag 1-5
Oben rechts: Wandern im Elbsandsteingebirge – Tag 6
Unten links: Leipziger Zoo (leider nur mit pennendem Faultier) – Tag 7
Oben rechts das Zweite: Konzert von Amanda Palmer auch in Leipzig – Tag 7
Unten rechts: Familienbesuch mit Ernte und jeder Menge Essen – Tag 8 bis 11

Falls sich jemand fragt, ob wir auch mal entspannt haben: Das kann man auch Zuhause tun. 😉

 

Praha | Der Dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte schreibe, habe ich den Dienstag zum Gedichte-Tag erklärt und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt.
Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben.
Mit von der Partie sind bisher
Stachelbeermond
Mutigerleben
Wortgeflumselkritzelkrams
Werner Kastens (Beitrag in den Kommentaren)

Schaut doch auch bei ihnen vorbei!

Ich bin derzeit in Prag unterwegs und dachte ich widme mein Gedicht diese Woche dieser wunderschönen Stadt. Soviel Geschichte, so wudnervolle Gebäude…da fühlt man sich irgendwie klein.

Praha

Meine Köpfe sind golden, meine
Haut ist bunt. Geschichten sind
in meine Organe eingebettet. In.
Vor. Tausend Jahre. Zeit ist in den
Stein graviert. Sie bröckelt. Wird
Sand. Im Stundenglas schlägt mein
Herz. Während ihre unbedeutenden
Momente meine Adern durchlaufen.
So klein. Ich währe ewig, in dieser
oder jener Form. Sie zerfließen.

Prag – Leipzig – Familienbesuch | 19.-30.09.

prague-569352_1280

Der letzte Urlaub des Jahres steht an. Ich mache erst Prag dann Leipzig unsicher und hänge noch einen kleinen Familienbesuch dran. Am Dienstag werde ich ein Gedicht posten und die Gedichte der Anderen Dienstagsdichter lesen, aber abgesehen davon mache ich eine kreative Blogpause.

Habt einen schönen Herbstanfang. Wir lesen uns dann wieder im Oktober!

 

*Bild sponsored by pixabay / Filter sponsored by Photoshop

Der Kranich | abc.etüden 38+39

2019_3839_2_300

Dies ist ein Text zu den abc.etüden von Christiane. Ziel ist es 3 Worte in 300 Zeichen unterzubringen. Die Schreibeinladung für die Wochen 38+39 beinhaltet die Worte „Roman“, „variabel“ und „entlassen“, gesponsort von Alice.

Ich wollte mich vor meinem Urlaub noch einmal kreativ austoben. Hier also etwas eher abgedrehtes.

Der Kranich

Egon saß an seinem Schreibtisch und spielte mit der Schere. Sie war größer als eine Bastelschere aber kleiner als die Schneiderschere, mit der er sonst hantierte. Vor Jahren hatte er sie zum Geburtstag geschenkt bekommen und sie zu seiner Sammlung an Scheren gelegt. Benutzt hatte er sie nie.

Ihre Oberfläche fühlte sich fast elektrisch an und Egon fühlte sich inspiriert etwas Neues zu kreieren. Die letzte Kollektion hatte er gestern in Produktion gegeben, bis zur nächsten blieb ihm noch Zeit. Eigentlich liebte er es die freie Zeit für seine unbändige Kreativität zu nutzen, die er in den einheitlichen Kollektionen seiner Uniformen nicht ausleben konnte, allerdings war ihm die letzten Jahre immer etwas dazwischen gekommen. Jetzt hatte sich so viel Kreativität in ihm angesammelt, dass sie nahezu aus ihm heraussprudelte.Weiterlesen »

Tick | Der Dienstag dichtet

Banner_der dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte schreibe, habe ich den Dienstag zum Gedichte-Tag erklärt und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt.
Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben.
Mit von der Partie sind bisher
Stachelbeermond
Mutigerleben
Wortgeflumselkritzelkram
Schaut doch auch bei ihnen vorbei!

 

Tick

Es ist fünf vor Mitternacht. Ich liege
im stählernen Bett. Ohnmacht macht
sich breit. Ohne Macht. Macht Komma
ohne. Nur in Uhren können Sekunden
an Minuten hängen bleiben. Alle anderen
rechnen in Jahrzehnten. Tick tick. Nie
tock und doch greife ich nicht zu dem
Zeiger und werfe ihn in deine Augen.

Ich bin wie du.

Unsere Rädchen knirschen leise. Die
Federn springen aus dem Stahlrahmen.
Das Bett hält. Hier. Dort. Wo sie Betten
aus Glas bauen, hört man es klirren. Ich
und du. Es gibt so viel zu sagen, soviel
Stahl zu schmelzen. Ich stehe auf und
repariere die Uhr. Vielleicht wollen die
anderen die wahre Zeit lesen. Tick

Tock.

Die Elfenpiratin | Writing Friday

writingfriday2019_header-1100x633

Dies ist ein Text zu der Aktion „Writing Friday“ von Elizzy. Jeden Freitag wird zu einem der vorgegebenen Themen veröffentlicht. Die aktuellen Themen und eine Liste aller Teilnehmer findet ihr auf Elizzy’s Seite.

Thema: Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz: “Sie war tatsächlich zu einer Elfe geworden und das obwohl….” beginnt.

Sie war tatsächlich zu einer Elfe geworden und das obwohl sie ihrem Papa hundert Mal gesagt hatte, dass sie lieber ein Pirat werden wollte. Ulli sah frustriert an sich herunter. Der rosa Tüllrock glitzerte im Licht und die hellblauen Schühchen sahen aus, als hätte sich ein Schlumpf darauf übergeben – zumindest hatte ihr großer Bruder das behauptet, als er sie vor ein paar Minuten auslachte.

Fette Tränen kullerten Ullis Wangen hinunter. Sauer schleuderte sie den Zauberstab mit den glitzernden Perlen in den Mülleimer. Dann stürmte sie auf ihr Zimmer. Sie würde es nie wieder verlassen und Karneval würde sie auch nicht feiern. Basta!Weiterlesen »

Danach davor | Der Dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte schreibe, habe ich den Dienstag zum
Gedichte-Tag erklärt und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über
etwas, das mich gerade bewegt.
Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben.
Mit von der Partie sind bisher
Stachelbeermond
Mutigerleben
Wortgeflumselkritzelkram
Schaut doch auch bei ihnen vorbei!

Kennt ihr dieses Gefühl, wenn man aus dem Urlaub kommt und gleich wieder zurück möchte? Oder wenn man jährlich eine Veranstaltung besucht? Ich hab versucht dieses Gefühl in ein Gedicht zu fassen.

 

Danach davor

Ein sanfter Wind weht durch meinen
Kopf. Treibt Staubballen durch die
Räume meines herzförmigen Saloons.
Ein Piano spielt Kontra, ein Bass die
Violine dazu. Wehmut macht sich
breit, ein Gefühl von Vermissen von
freudigem Erwarten. Danach ist davor
und dazwischen liegt die Sehnsucht.
Schöne Erlebnisse werden zu schönen
Erinnerungen. Bis zum nächsten Mal.

Die Künstlerin | abc.etüden 36+37

2019_3637_2_300

Dies ist ein Text zu den abc.etüden von Christiane. Ziel ist es 3 Worte in 300 Zeichen unterzubringen. Die Schreibeinladung für die Wochen 36+37 beinhaltet die Worte „Verzweiflungstat“, „ambivalent“ und „hingeben“, gesponsort vom Etüdenerfinder Ludwig Zeidler.

So wie die Dame in der Geschichte fühle ich mich jedes Mal, wenn ich eine Geschichte oder ein Gedicht auf den letzten Drücker schreibe und scheiße finde. Wenn ich es dann veröffentliche, sind das meist die beliebtesten Texte von mir. Vielleicht schwingt auch eine kleine Kritik am Kunstbetrieb mit, aber nur vielleicht. 😉

Die Künstlerin

Sie schwang  den Pinsel hin und her und hin und her. Dann verharrte sie einen Augenblick und versank in einer kreisenden Bewegung. Sie stellte sich vor, wie die kleinsten Partikel  miteinander spielten, wie sie Vereinigungen schlossen, nur um sich dann wieder zu trennen. Die Farbe durchlief ambivalente Zustände, gleichzeitig flüssig und fest, hell und dunkel, körnig und weich. Widersprüche ergänzten sich, lösten sich auf. Während eine Spur Gold in einen Berg Grün floss, kümmerte sie sich um ein Tal Rot. Sie atmete tief durch. Ein und aus. Volle Konzentration. Sie hatte beschlossen, sich diesem Prozess ganz hinzugeben, denn nur so konnte sie das Ergebnis erzielen, das man von ihr erwartete.Weiterlesen »

Beauty Perfect | Writing Friday

writingfriday2019_header-1100x633

Dies ist ein Text zu der Aktion „Writing Friday“ von Elizzy. Jeden Freitag wird zu einem der vorgegebenen Themen veröffentlicht. Die aktuellen Themen und eine Liste aller Teilnehmer findet ihr auf Elizzy’s Seite.

Mir war da etwas albern zumute…

Thema: Schreibe aus der Sicht von Dornröschen, die über 100 Jahre lang geschlafen hat und im Jahr 2019 wieder erwacht.

„Du gütiger Gott.“

„Das heißt ‚Oh Shit‘. Das i schön lang ziehen.“

„Oh shiiiiit.“ Dornröschen sah Paul an und der nickte. Sie grinste. „Jo Mann.“

Als sie vor zwei Monaten aus ihrem elendig langen Schlaf erweckt wurde, hatte sie sich nicht träumen lassen, dass ihr diese neue Welt so gut gefallen würde. Alles hatte sie noch nicht raus, aber immerhin bewegte sie sich durch die Stadt ohne groß aufzufallen. Oder zumindest nicht unangenehm aufzufallen. Es war ein wenig schwer sich durch Berlin zu bewegen, ohne erkannt zu werden.

Das lag vor allem auch an dem Prinzen, der sie wachgeküsst hatte – Prince Perfect. Denn schließlich war Berlin sein Königreich und sie dank der Hochzeit letzte Woche seine Königin. Dornröschen geriet ins Schwärmen. Hach, ich Kleid war so wundervoll gewesen und die Zeremonie mit der tollen Musik. Nun ja, toll war relativ – ein wenig eigenartig für Dornröschens Ohren, die sonst nur Kammermusik gewöhnt war, aber heute war das wohl so. Das einzig nervige an der Hochzeit waren die ständigen Wiederholungen gewesen. Gleich 4 Mal hatten sie die Ringe getauscht, 7 Mal musste sie den Kirchgang hinuntergehen und 3 Mal ihren neuen Gatten küssen. Aber was beschwerte sie sich? Wundervoll war es dennoch gewesen.Weiterlesen »