Die letzte Ruhe | Writing Friday

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Dies ist ein Text zu der Aktion „Writing Friday“ von Elizzy. Jeden Freitag wird zu einem der vorgegebenen Themen veröffentlicht. Die aktuellen Themen und eine Liste aller Teilnehmer findet ihr auf Elizzy’s Seite.

Da so viele bei diesem Thema Horrorgeschichten geschrieben haben, habe mich herausgefordert gefühlt etwas anderes draus zu machen. Ist ein bisschen traurig geworden.

Thema: Anna betritt eine alte Villa am Ende der Stadt, sie wird sie jedoch nie wieder verlassen. Erzähle was passiert ist.

Anna lief langsam den Weg entlang. Der Park, der die Villa umgab war wunderschön. Die Besitzer der Villa hatten zwar den Rasen, direkt vor dem Haus gemäht, aber der hintere Teil, der die Bäume umgab, wuchs frei. Ach, und die Bäume. Birken, Eichen, eine Kastanie, etliche Haselnusssträucher. Als ein Wind von Osten kam, roch Anna den Flieder. Wundervoller lila Flieder.

Sie hatte jahrelang in der Stadt gelebt, zwischen den Autosabgasen, den Essensgerüchen, dem Lärm und Schmutz. Harter Asphalt zum Laufen, kaum Grünflächen. Selbst im Park roch es nach Auto und der Straßenlärm war auch dort zu hören. Es war natürlich nicht alles schlecht. Ihre Wohnung war wunderschön. Im dritten Stock eines Hochhauses, mit Balkon, sodass Anna direkt auf der Höhe der Baumkronen, die Vögel beobachten konnte.

Die letzte Zeit waren ihr nur die Stufen so schwer gefallen. Daher war sie froh, als ihre beste Freundin Hilde beschloss mit ihr aufs Land in diese wundervolle Villa zu ziehen. Anna war zwar zu alt, um das volle Potential der Umgebung auszuschöpfen, aber der Anblick erfreute ihre müden Augen. Weiterlesen »

Seelentröster | Der Dienstag dichtet

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Da ich kaum Gedichte schreibe, habe ich den Dienstag zum Gedichte-Tag erklärt und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt.
Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben.

Mit von der Partie sind
Stachelbeermond
Mutigerleben
Wortgeflumselkritzelkram
Schaut doch bei auch bei ihnen vorbei!

Mein Gedicht die Woche ist sehr intuitiv entstanden und ich habe kaum was überarbeitet, weil ich die Spontanität nicht zerstören wollte.

Seelentröster

Ich renne mit dem
Herz durch die
Wand während ich meinen
Kopf bei dir ausschütte

Wir liegen zusammen
auf einem Tisch und neben
uns der krumme Kerzenhalter, das
Tischservice mit den Kanten und
Ecken, ein paar Krümel hängen auf
halb acht, die verwobene Tischdecke, ein
Löffel, psychologisch verbogen, die
Karaffe mit dem langen Hals, zwei
Set Gläser, alle unterschiedlich, passend
zu dem keramischen Pappteller deiner
Oma, die heute meine ist,
ein verbrannter Topflappen
und die Reste einer
mittsommernachtlichen
Speise

Wenn das Fieber vorbei
ist, wurden nur fremde Gedanken
gesprochen und nicht die
feigen

Erinnerungsgarten | Writing Friday

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Dies ist ein Text zu der Aktion „Writing Friday“ von Elizzy. Jeden Freitag wird zu einem der vorgegebenen Themen veröffentlicht. Die aktuellen Themen und eine Liste aller Teilnehmer findet ihr auf Elizzy’s Seite.

Die Geschichte ist angelehnt an mein Leben. Den Fingerhut habe ich erfunden, der Rest ist etwas vereinfachter dargestellt. Aber der Garten ist so wie beschrieben, zumindest in meiner Erinnerung.

Thema: Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter mit ein: Marmelade, Fingerhut, Rosenranken, Himmelblau und Oma.

Sabrina liebte die Sommerferien. Zwei Wochen verreiste sie mit ihren Eltern, zwei Wochen unternahm sie etwas mit ihren Freunden und die letzten beiden Wochen waren für ihre Oma reserviert.

Diese wohnte fünf Stunden entfernt von dem Ort, in den Sabrina mit ihren Eltern gezogen war. Sabrina sah ihre Oma nur in den Ferien, an Feiertagen und am Geburtstag. Deshalb war der Sommer ganz speziell für sie. Zwei Wochen lang hatte sie ihre Oma ganz für sich alleine. Sie würden backen, kochen, im Garten arbeiten, ins Schwimmbad gehen, ihren Onkel besuchen und das alte Haus und die Umgebung erforschen.

Besonders den Garten liebte Sabrina. Er war wie ein großer Dschungel voller Abenteuer und Gefahren. Wenn ihre Oma nach dem Mittagessen für ein bis zwei Stunden schlafen ging, machte sich Sabrina auf Erkundungstour. Weiterlesen »

Vergangenheitsaugen | abc.etüden 19+20

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Dies ist ein Text zu den abc.Etüden von Christiane. Ziel ist es 3 Worte in 300 Zeichen unterzubringen. Die Schreibeinladung für die Wochen 19+20 beinhaltet die Worte „Katzenauge“, „kurios“ und „balancieren“, gesponsort von mir.

Ich habe kürzlich für einen Artikel zum Thema Karrierewechsel recherchiert. Viele Wechsel haben sich einfach so ergeben, andere mussten erst ihre Perspektive wechseln. Ich glaube es würde vielen Menschen gut tun, ihr heutiges Leben aus Vergangenheitsaugen zu betrachten. Das hat mich zu diesem kleinen Text inspiriert.

Vergangenheitsaugen

Der Arzt sagte Karl, er hätte Burn-Out, aber Karl glaubte nicht daran. Die Symptome fand er kurios nicht beunruhigend. Er war erst 29 Jahre alt und sein Leben lief gut. Ihm war einfach etwas schwindelig und die Luft fühlte sich manchmal schwerer. Also arbeitet er bis er gar keine Luft mehr bekam.

Als er zum zweiten Mal von der Arbeit mit dem Krankenwagen abgeholt wurde, bat ihn sein Chef sich um seine Gesundheit zu kümmern. Karl nahm sich den Urlaub, den er seit zwei Jahren gesammelt hatte und beschloss seine Eltern endlich zu besuchen.Weiterlesen »

Handicap | Der Dienstag dichtet

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Da ich kaum mehr Gedichte schreibe, habe ich den Dienstag zum Gedichte-Tag erklärt und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt.
Mit von der Partie ist Stachelbeermond. Schaut doch bei ihr vorbei.
Wer sich uns anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben.

EDIT: Judith ist nun auch dabei. Ihr schönes Gedicht findet ihr hier.

Mein Gedicht diese Woche ist wieder ein Satz, diesmal eine Spur abstrakter. Eigentlich kann es für viele Themen stehen. Erst dachte ich über Politik nach,d ann Gesellschaft im allgemeinen. Es ist also mehr ein Gefühl als eine klare Aussage.

Handicap

Während Unbekannte auf
den Straßen über Abgötter
und Parallelwelten reden

spielt ein Pantomime
Flöte und ein Unsehender
tanzt dazu kreuzüber
im Zweisatz

In meiner Welt | Writing Friday

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* Dies ist ein Text zu der Aktion „Writing Friday“ von Elizzy. Jeden Freitag wird zu einem der vorgegebenen Themen veröffentlicht. Die aktuellen Themen und eine Liste aller Teilnehmer findet ihr auf Elizzy’s Seite. *

Nicht, dass ich „Aladdin und die Wunderlampe nicht mag“, aber eine gewisse Szene fand ich schon als Kind fragwürdig. Hier also was wirklich passiert ist…

Thema: Schreibe eine Geschichte die mit dem Satz “Jasmin hatte schon immer an Magie geglaubt, doch als sie dann tatsächlich sah wie…” beginnt. 

Jasmin hatte schon immer an Magie geglaubt, doch als sie dann tatsächlich sah, wie sich vor ihr ein fliegender Teppich über den Balkon erhob, war sie schockiert. Ein Teil des Schocks kam auch daher, dass der Depp, dem der Teppich gehört, sich gerade vom Balkon gestürzt hatte, ohne ihr zu sagen, dass er von einem fliegenden Teppich aufgefangen werden würde.

„Vertraust du mir?“

‚Nein‘ dachte Jasmin und war sauer. Andererseits war sie auch unendlich neugierig, also setzte sie sich neben Ali und sie flogen über das nächtliche Agrabah. Die Dächer erstrahltem im Mondschein und tauchten die Stadt in ein Licht, dass an tausende von Märchen erinnerte. Die Aussicht war einfach wundervoll, doch bereits nach kurzer Zeit setzte bei Jasmin die Reiseübelkeit ein.Weiterlesen »

Katzenaugen bringen Glück | abc.etüden 19+20

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Dies ist ein Text zu den abc.Etüden von Christiane. Ziel ist es 3 Worte in 300 Zeichen unterzubringen. Die Schreibeinladung für die Wochen 19+20 beinhaltet die Worte „Katzenauge“, „kurios“ und „balancieren“, gesponsort von mir.

Für die eigenen Wörter was schreiben ist kompliziert, vor allem weil ich beim Ausdenken nicht daran gedacht habe, wie ich die selbst verwerten könnte, sondern nur Wörter gesucht haben, die viele Assoziationen zulassen.

Katzenaugen bringen Glück

Die Straße schwankte und Jan hielt sich an der Häuserwand fest. Er war nach einer Partynacht auf dem Weg zurück ins Hotel, als er in einen Hinterhof voller Katzen stolperte. In der Mitte stand eine kuriose Frau, gekleidet als wolle sie auf einen Ball gehen. Ihre strahlendweißen Haare standen im Kontrast zu ihrer dunklen Haut. Grüne Augen blitzen in ihrem Gesicht. Ein mädchenhaftes Lächeln umspielte ihre Lippen.

Einige Katzen schlichen um die Frau herum, einige stromerten in den Schatten. Eine kleine weiße Katze balancierte auf ihrer Schulter. Ein paar schwarze spielten mit dem roten Umhang, den sie über ihr ausladendes dunkelgrünes Kleid trug.Weiterlesen »

Cyanotypie| Der Dienstag dichtet

Da ich kaum mehr Gedichte schreibe, habe ich den Dienstag zum Gedichte-Tag erklärt und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt.
Mit von der Partie ist Stachelbeermond. Schaut doch bei ihr vorbei.
Wer sich uns anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben.

Mein Gedicht diese Woche ist eher ein Satz und eine Spielerei.

 

Cyanotypie

Als sie in der Reifezeit noch
nicht wusste, wer
sie war, nahm sie das erstbeste
Idol und legte es in diese
eisensalzene Lösung

nur um dann festzustellen, dass
sie negativ blieb

„Man lebt zweimal“ | AnthoAlice Erinnerungen

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*Dies ist ein Beitrag zu der Blogparade „AnthoAlice“  von Alice. Zum Thema Erinnerungen kann man allen möglichen kreativen outlet bis zum 15.05. beitragen.*

Ich habe vor einiger Zeit auf einem Friedhof ein Grab gesehen, dass wild bepflanzt und dessen Grabstiin mit Graffitti vollgesprüht war. Da ich die wahre Geschichte so bedrückend fand, habe ich beschlossen, eine schönere Geschichte darüber schreiben.
Das verwendete Zitat ist von Honoré de Balzac.

Man lebt zweimal

„Ich bin müde“ sagt er und ging für immer schlafen. Zurück blieben seine Frau Maria, zwei erwachsene Kinder und ein noch junges Kindeskind. Außerdem ein Hund, zwei Katzen, ein altes Haus mit gepflegtem Garten und die Erinnerung an jemand, der jetzt nur als Hülle langsam zu verfallen begann.

„Man lebt zweimal: das erste Mal in der Wirklichkeit, das zweite Mal in der Erinnerung.“ stand auf seinem Grabstein. Das fand seine jüngste Tochter so treffend. Maria war es egal, sie hätte auch ein „RIP“ oder ein „In Erinnerung“ hingenommen. Der Stein, auf dem der Spruch stand, war grau und glänzte etwas rötlich in der Sonne. Das fiel Maria nach dem 357ten Besuch auf, bis dahin hatte die ganze Welt sowieso grau gewirkt.Weiterlesen »