Da ich kaum Gedichte schreibe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihram Ende.
2 arten müde
im tiefsten schlaf such ich meine augen. höhlentief. ich taste den sehnerv an der wurzel ab. finde leere und müdigkeit. manchmal hilft ruhen. manchmal nur ruhe.
Dies ist ein Text zu der Impulswerkstatt von Myriade. Ziel ist es etwas Kreatives zu einem oder beiden vorgeschlagenen Bildern zu erstellen. Hier könnt ihr alles darüber lesen: *KLICK* Die aktuellen Bilder zur aktuellen Impulswerkstatt findet ihr hier: *KLICK*
Dann ging sie
Sie öffnete die Tür. Langsam, so als könnte sie im nächsten Moment etwas von draußen anspringen. In ihren Albträumen waren es Monster, wenn sie tagsüber über ihre Angst nachdachte, waren es meist die Nachbarn. Nur einen Spalt traute sie sich die Tür zu öffnen, dann schloss sie sie wieder und schob die beiden Riegel davor. Zweimal drehte sie den Schlüssel, dann ging sie.
Sie öffnete die Tür. Mit einem Ruck, aber nur ein Stück. Sie dachte, dann fiele es ihr leichter, aber die Angst schlug schneller zu, als sie erwartet hatte und mit ihr schlug dir Tür ins Schloss. Zwei Riegel, zweimal abschließen. Sie ließ sich an der Tür zu Boden gleiten. Die Hände zitterten noch eine Weile, aber die Knie fühlten sich nach einer Atemübung nicht mehr wie Pudding an. Vorsichtig stand sie auf, dann ging sie.
Da ich kaum Gedichte schreibe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihram Ende.
und schon ist wieder abends bäume, grüne bäume. üppige wolken und ein streifen urlaub am horizont. ich höre die motoren. sehe sie fahren. da ein vogel, aber kein freier. wenn ich aus dem fenster blicke ist meist schon abends. ich sollte tagsüber hinaussehen. wenn die sonne hoch steht. ohne schatten sind die motoren leiser. das uhrwerk auch. ich sehe wie die zeiger ticken. und schon ist wieder abends. ich sitze da und sehe dort hinaus. denke. wenn ich doch schon mittags mal hinausgesehen hätte. doch das gelingt mir nicht einmal am wochenende.
Dies ist ein Text zu den abc.etüden von Christiane. Es ist Zeit für eine Extraetüdenrunde: Ziel ist es 5 Worte in 500 Zeichen unterzubringen. Die Schreibeinladung beinhaltet die Worte „Giraffe, mondsüchtig, suchen, Wetterbericht, ordentlich, irisieren“.
Ich wollte unbedingt mal was zu Hannah Arendt schreiben. Sie ist eine meiner Lieblingsdenkerinnen, aber es ist schwer sie kurz zusammenzufassen. Daher habe ich im Prinzip nur einen winzigen Teilaspekt herausgezogen und am Ende sogar nur 300 Wörter geschrieben. Aber egal, um Arendt gerecht zu werden, bräuchte ich wohl ein ganzes Buch.
Ein sinnvolles Leben
Es ist einer dieser nichts-will-funktionieren-Tage, als mir meine Kette reißt und die Perlen über den Küchenboden kullern. Ich seufze und betrachte die irisierenden Kugeln lustlos, wie sie so daliegen und wollen, dass ich sie wieder einsammle. Plötzlich geraten die Perlen in Bewegung und ich sehe eine Pfote durch die Balkontür schnellen. Rüdiger schiebt einige der Perlen unter den Kühlschrank, andere jagt er aus der Küche hinaus in den Flur.
„Vielen Dank für deine Hilfe. Da suche ich ja wenig, bis ich die wieder zusammen habe.“
„Gerne“, antwortet der kleine Kater und setzt sich demonstrativ vor seinen Napf.
Es ist wieder lyrimo = Lyric Month!! Alles Wissenswerte dazu findet ihr auf diesem Blog: https://lyrimo.wordpress.com/
Tag 29 – am brunnen vor dem tore am brunnen vor dem tore. tief unten. ein raunen hört man schon seit jahren. erst wenn die trommelfelle platzen, kauft man sich ohrenschützer.
Da ich kaum Gedichte schreibe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihram Ende
Bin wieder ausm Urlaub zurück.
aus der welt gefallen
aus der welt gefallen. in einem auto ins niemandsland gefahren. ich sehe momente in der weile und will ungeglättete wogen. gestern noch waren meine knie im sand. heute stoßen sie sich an einer tischkante. der bürostuhl quietscht im takt der wellen.
Es ist wieder lyrimo = Lyric Month!! Alles Wissenswerte dazu findet ihr auf diesem Blog: https://lyrimo.wordpress.com/
Tag 22 – Tier und Farbe glitzerbunt ist mein rabe. laut und unnachgiebig fliegt er, wo er will. wenn sich die tauben beschweren, sagt er nicht entschuldigung, sondern kackt ihnen auf den kopf
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Wie der Titel sagt, bin ich (am) Meer. Bin nur das allernötigste Online und lese eure Dienstagsgedichte dann Donnerstag nach.
ich bin meer
weicher sand kriecht meine beine hinauf. mit fingerspitzengefühl kitzelt er meine knie. ich lausche dem sandförmchenschlagen, dem windgekicher. atme gesalzene freiheit. wann sollte ich wo? wer wann gleich? wenn das wasser zurückkommt, sind wir nicht mehr hier, aber der abdruck unseres momentes bleibt. ich bin meer.
Es ist wieder lyrimo = Lyric Month!! Alles Wissenswerte dazu findet ihr auf diesem Blog: https://lyrimo.wordpress.com/
Tag 15 – Social Media bis das letzte fettpölsterchen und die letzte falte verschwunden. bis alles in beige und pampasgras ertrinkt. bis alle sehen, was sie glauben und nicht mehr glauben, was sie sehen.
Da es mir in meiner Reihe „Schwangere Gedanken“ so viel Spaß gemacht hat, mich über Klischees und Erwartungen an Schwangere aufzuregen, habe ich mir überlegt fortzufahren, denn auch an Mütter gibt es eine Reihe von unsinnigen Erwartungen. Hier findet ihr alle Texte zu dem Thema: *Klick*
So, ihr kennt das: Macht euch einen Tee, holt euch einen Keks und los geht’s.
Abstillzwang
Ich hatte ja schon davon berichtet, wieviel Druck auf Mütter ausgeübt wird bzw. wieviel Druck Mütter selbst auf sich ausüben, wenn es ums Thema Stillen geht. Jetzt ist Little J ein Jahr alt und ich habe festgestellt, dass es nicht nur einen Stillzwang gibt, sondern auch einen Abstillzwang.
Wie, du stillst noch? vs Wie, du stillst schon ab?
Die Empfehlung der WHO ist es in den ersten 6 Monaten ausschließlich zu stillen und empfohlen wird dann bis zum Alter von 2 Jahren, neben der Beikost, weiterzustillen. Wenn man sich abseits der WHO umhört, wird meist davon gesprochen, dass man zumindest „das erste Jahr vollkriegt“. Das steht im krassen Gegensatz zu der „Wie, du stillst noch?“-Frage, die man ab Monat neun von anderen hört. Übrigens nicht mal Männern, sondern Frauen. Warum die das als so eigenartig empfinden, wenn man nach Monat 9 weiterstillt, konnte mir aber keine erklären. „Hat man früher so gemacht“. Die entgegengesetzte Frage gibt es übrigens auch. In dem Fall meist von noch stillenden Müttern, wenn man erzählt, dass man „nur“ das erste Jahr vollmachen will.