
Das ist kein wissenschaftlicher Text, sondern eine Gedankenkritzelei. Jeden Freitag schreibe ich über etwas, das mir auf dem Herzen liegt. Wenn ich etwas wissenschatftlicher werde, bemühe ich mich keine Falschinformationen auf den Weg zu bringen. Wenn das doch passiert, lasst einen Kommentar da. Ebenso, wenn ihr Lust zu diskutieren habt oder wenn ihr eine virtuelle Umarmung braucht. Die gibt es hier gratis.
Ein Plädoyer für die Nicht-Erreichbarkeit
Gestern hat sich mein Mann bei mir „beschwert“, dass ich oft nicht rangehe, wenn er mich anruft. Dabei ist mir bewusst geworden, wie wichtig mir das eigentlich ist, auch mal nicht erreichbar zu sein. Mit den Handys hat das irgendwann begonnen, dass wir immer und überal erreichbar sein müssen, für Job und Privat. Wie haben die das vor den Handys gemacht und können wir da bitte wieder hin zurück?
Erreichbarkeit im Job
Dass man während der Arbeitszeit erreichbar sein sollte, ist selbstverständlich, aber dank Handy haben viele nicht einmal mehr in ihrer Freizeit Ruhe. Es geht gar nicht nur darum, ob man wirklich angerufen wird, sondern dass die Möglichkeit besteht. Rufbereitschaften werden bezahlt und die sind geregelt. Einige Arbeitgebenden nutzen das aber aus und fordern quasi eine ständige unbezahlte Rufbereitschaft. Habe ich in meinem Job nicht, aber in einem meiner Nebenjobs zu Studienzeiten. Hätte ich so auch nicht auf Dauer haben wollen. Ich verstehe, warum ständige Erreichbarkeit für den Job, Burnout fördert. (Q1)
Erreichbarkeit privat
Wenn das im Job schon so stresst, frage ich mich, warum wir das privat auch so durchziehen. Mein Mann ruft zum Beispiel an, wenn er wissen will, ob er noch was einkaufen soll, wenn wir Müllwechsel machen (4ter Stock mit Lastenaufzug, fragt nicht) etc.. Wenn ich mit dem Kind spiele oder mich auf etwas konzentriere, ist allerdings mein Handy aus und tatsächlich habe ich dann ein schlechtes Gewissen nicht rangegangen zu sein, dabei will ich das nicht. Aber auch Nachrichten betrifft das. Wenn man längere Zeit nicht antwortet, werden einige Menschen unwirsch. Ich will nicht ständig das Gefühl haben, bereit stehen zu müssen für Fragen oder was auch immer.
Ich bin nicht erreichbar
Ich will nicht immer erreichbar sein, ich will im Moment leben und nicht daran denken, dass mich jemand anrufen oder anschreiben könnte. Wenn ich „da“ bin, ist mein Handy laut gestellt, wenn nicht, dann bin ich eben beschäftigt und ich will selbst entscheiden, wann ich zu beschäftigt bin. Zum Beispiel will ich auf dem Spielplatz nicht auf das Handy hören oder wenn ich mich mit einem Buch entspanne. Dann will ich nicht gestört werden bzw. auf dem Spielplatz eben voll und ganz für mein Kind da sein.
Smartphones vermitteln einem schon oft genug das Gefühl, es nicht weglegen zu dürfen, weil man was verpassen könnte. Aber ist es so schlimm, Anrufe, Nachrichten und News zu verpassen? Ich fände es schlimmer, das im Moment sein zu verpassen – den Moment, in dem mein Kind lacht, weil es eine Sache neu erlernt hat oder das vollständige Eintauchen in ein Buchn, weil ich ein Auge auf dem Handy habe. Lasst uns doch ab und an mal einfach vergessen, dass es Handys gibt und nicht erreichbar sein!
Q1: https://www.arbeitsschutzdigital.de/ce/stressfaktor-smartphone/detail.html.

Dem stimme ich vollkommen zu. Man kann auch mal nicht rangehen. Früher hatte man auch Anrufbeantworter.
LikeGefällt 1 Person