Die Elfenpiratin | Writing Friday

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Dies ist ein Text zu der Aktion „Writing Friday“ von Elizzy. Jeden Freitag wird zu einem der vorgegebenen Themen veröffentlicht. Die aktuellen Themen und eine Liste aller Teilnehmer findet ihr auf Elizzy’s Seite.

Thema: Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz: “Sie war tatsächlich zu einer Elfe geworden und das obwohl….” beginnt.

Sie war tatsächlich zu einer Elfe geworden und das obwohl sie ihrem Papa hundert Mal gesagt hatte, dass sie lieber ein Pirat werden wollte. Ulli sah frustriert an sich herunter. Der rosa Tüllrock glitzerte im Licht und die hellblauen Schühchen sahen aus, als hätte sich ein Schlumpf darauf übergeben – zumindest hatte ihr großer Bruder das behauptet, als er sie vor ein paar Minuten auslachte.

Fette Tränen kullerten Ullis Wangen hinunter. Sauer schleuderte sie den Zauberstab mit den glitzernden Perlen in den Mülleimer. Dann stürmte sie auf ihr Zimmer. Sie würde es nie wieder verlassen und Karneval würde sie auch nicht feiern. Basta! Weiterlesen „Die Elfenpiratin | Writing Friday“

Die Künstlerin | abc.etüden 36+37

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Dies ist ein Text zu den abc.etüden von Christiane. Ziel ist es 3 Worte in 300 Zeichen unterzubringen. Die Schreibeinladung für die Wochen 36+37 beinhaltet die Worte „Verzweiflungstat“, „ambivalent“ und „hingeben“, gesponsort vom Etüdenerfinder Ludwig Zeidler.

So wie die Dame in der Geschichte fühle ich mich jedes Mal, wenn ich eine Geschichte oder ein Gedicht auf den letzten Drücker schreibe und scheiße finde. Wenn ich es dann veröffentliche, sind das meist die beliebtesten Texte von mir. Vielleicht schwingt auch eine kleine Kritik am Kunstbetrieb mit, aber nur vielleicht. 😉

Die Künstlerin

Sie schwang  den Pinsel hin und her und hin und her. Dann verharrte sie einen Augenblick und versank in einer kreisenden Bewegung. Sie stellte sich vor, wie die kleinsten Partikel  miteinander spielten, wie sie Vereinigungen schlossen, nur um sich dann wieder zu trennen. Die Farbe durchlief ambivalente Zustände, gleichzeitig flüssig und fest, hell und dunkel, körnig und weich. Widersprüche ergänzten sich, lösten sich auf. Während eine Spur Gold in einen Berg Grün floss, kümmerte sie sich um ein Tal Rot. Sie atmete tief durch. Ein und aus. Volle Konzentration. Sie hatte beschlossen, sich diesem Prozess ganz hinzugeben, denn nur so konnte sie das Ergebnis erzielen, das man von ihr erwartete. Weiterlesen „Die Künstlerin | abc.etüden 36+37“

Beauty Perfect | Writing Friday

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Dies ist ein Text zu der Aktion „Writing Friday“ von Elizzy. Jeden Freitag wird zu einem der vorgegebenen Themen veröffentlicht. Die aktuellen Themen und eine Liste aller Teilnehmer findet ihr auf Elizzy’s Seite.

Mir war da etwas albern zumute…

Thema: Schreibe aus der Sicht von Dornröschen, die über 100 Jahre lang geschlafen hat und im Jahr 2019 wieder erwacht.

„Du gütiger Gott.“

„Das heißt ‚Oh Shit‘. Das i schön lang ziehen.“

„Oh shiiiiit.“ Dornröschen sah Paul an und der nickte. Sie grinste. „Jo Mann.“

Als sie vor zwei Monaten aus ihrem elendig langen Schlaf erweckt wurde, hatte sie sich nicht träumen lassen, dass ihr diese neue Welt so gut gefallen würde. Alles hatte sie noch nicht raus, aber immerhin bewegte sie sich durch die Stadt ohne groß aufzufallen. Oder zumindest nicht unangenehm aufzufallen. Es war ein wenig schwer sich durch Berlin zu bewegen, ohne erkannt zu werden.

Das lag vor allem auch an dem Prinzen, der sie wachgeküsst hatte – Prince Perfect. Denn schließlich war Berlin sein Königreich und sie dank der Hochzeit letzte Woche seine Königin. Dornröschen geriet ins Schwärmen. Hach, ich Kleid war so wundervoll gewesen und die Zeremonie mit der tollen Musik. Nun ja, toll war relativ – ein wenig eigenartig für Dornröschens Ohren, die sonst nur Kammermusik gewöhnt war, aber heute war das wohl so. Das einzig nervige an der Hochzeit waren die ständigen Wiederholungen gewesen. Gleich 4 Mal hatten sie die Ringe getauscht, 7 Mal musste sie den Kirchgang hinuntergehen und 3 Mal ihren neuen Gatten küssen. Aber was beschwerte sie sich? Wundervoll war es dennoch gewesen. Weiterlesen „Beauty Perfect | Writing Friday“

Henry 4 | Etüdensommer

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Dies ist ein Text zu den abc.Etüden von Christiane. Es ist Etüdensommerpausenintermezzo-Zeit. Aufgabe ist es eine Etüde weiterzuerzählen, mit dem Satz beginnend: Am nächsten Tag war alles anders.

Auftritt Nummer 4 für Henry. Hier eine kurze Zusammenfassung der vorhergehenden Teile:

  1. „Henry wartet“ : Henry wartet bis sein neuer Diener aufersteht: Etienne.
  2. „Henry 2“: Etienne ist ein Tyrann und nutzt Henrys Verliebtheit aus. Henry schafft es letztendlich mit Liebeschnulzen ihn äh loszuwerden.
  3. „Nachts im Park“: Henry macht sich auf die Jagd nach einem neuen Diener: Luise.

Am nächsten Tag war alles anders…hoffte Henry. Er saß wieder vor einem frischen Grab und wartete auf seinen ersten weiblichen Diener. Der Nachteil an Damen war allerdings, dass sie ewig brauchten. Henry biss in sein Bloonty – einem Bounty-Riegel, bei dem er den Kokoskern gegen Blut getauscht hatte. Sein Dritter. Er saß hier schon eine ganze Weile und nun begann es auch noch zu regnen.

Tatsächlich dauerte es bis kurz vor Sonnenaufgang bis Luise sich endlich bemühte aufzuerstehen. Wenigstens hatte er mittlerweile einen Namen für sie gefunden: Wilhelmine. Von Friedrich Wilhelm, einem der Herrscher die Sanssouci gestaltet hatte oder so. Er hatte die Tafel nur flüchtig gelesen. Menschengeschichte langweilte ihn. Beim meisten war er live dabei gewesen und es war weniger spektakulär gewesen, als Geschichtsbücher einen glauben lassen wollten. Weiterlesen „Henry 4 | Etüdensommer“

Die Ansprache | Writing Friday

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Dies ist ein Text zu der Aktion „Writing Friday“ von Elizzy. Jeden Freitag wird zu einem der vorgegebenen Themen veröffentlicht. Die aktuellen Themen und eine Liste aller Teilnehmer findet ihr auf Elizzy’s Seite.

Ich tue mich mit den letzten beiden Themen diesen Monat etwas schwer, daher habe ich zumindest dieses etwas abgewandelt.

Thema: Erkläre deinem SuB wieso du keine Zeit für ihn hast.

„Liebe ungelesene Bücher…“

Emilie kletterte auf den kleinen Hocker, den ihre Mutter nutzte, um das obere Regalbrett zu erreichen.

„Bitte Ruhe.“

Frustriert schlug Emilie mit einem Plastiklöffel gegen ihre kleine Tasse. Leider nicht zu dem gewünschten Effekt – bei Erwachsenen klang das irgendwie lauter – aber man schenkte ihr trotzdem nun volle Aufmerksamkeit.

„Nochmal. Liebe ungelesene Bücher….“ Emilie nahm Haltung an und bemühte sich der Situation angemessen, etwas tiefer zu sprechen. Weiterlesen „Die Ansprache | Writing Friday“

Henry II | Etüdensommer

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Dies ist ein Text zu den abc.Etüden von Christiane. Es ist Etüdensommerpausenintermezzo-Zeit. Aufgabe ist es eine Etüde weiterzuerzählen, mit dem Satz beginnend: Am nächsten Tag war alles anders.

Ich fand „Henry wartet“ weder besonders gut noch schlecht, aber mein Hauptcharakter hat mir irgendwie gefallen und ich wollte ihm mehr Raum geben sich zu entfalten.
Ps: Ich dachte nie, dass ich mal eine Vampirromanze schreibe. Ich bin irgendwie entsetzt von mir, andererseits ist es auch eher meine Art eine Romanze zu erzählen…

Am nächsten Tag war alles anders. Etienne hieß noch immer Etienne und war gar nicht der schüchterne Junge den Henry von Weitem ausgemacht hatte. Seine Arroganz war Henry zum Verhängnis geworden. Statt jemanden zu haben, der ihm alle Wünsche erfüllt, war er es, der bediente. Etienne war geschickt darin, ihn um den Finger zu wickeln. Ob mit gespielter Ungeschicklichkeit oder seinem zauberhaften Lächeln. Henry konnte nicht Nein sagen. Auch Wochen später nicht.

Henrys Leben war auf den Kopf gestellt. Der einst so selbstbewusste Mann war ein besserer Diener. 700 Jahre Lebenserfahrung dahin. Henry biss sich vor Wut in die Lippe und schnappte sich schnell ein Geschirrtuch. Als Vampir ist sowas eine doofe Idee. In den Tisch beißen auch.

„Wo bleibt denn mein Abendcocktail?“

Etienne machte es sich mit einem Buch vor dem Kamin gemütlich, als ihm Henry immer noch mit einem Küchentuch vor dem Mund seinen Abendschmaus servierte. Weiterlesen „Henry II | Etüdensommer“

KunstLeben | Writing Friday

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Irgendwie komme ich derzeit nur dazu etwas zu schreiben, wenn ich eien Aufgabe habe. Habe ein Sommer-Inspirationsloch.
Ps.: Der Titel ist Mist. Fällt jemandem was besseres ein?

Thema: Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter ein: Malkasten, Sonnenblumen, hungrig, Orange, Unglück

Ich habe die Geschichte „KunstLeben“ überarbeitet. Ihr könnt sie nun unter dem Titel „Gemaltes Leben“ in meinem Buch „andernorts“ lesen:

ANDERNORTS

Areca | Writing Friday

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Dies ist ein Text zu der Aktion „Writing Friday“ von Elizzy. Jeden Freitag wird zu einem der vorgegebenen Themen veröffentlicht. Die aktuellen Themen und eine Liste aller Teilnehmer findet ihr auf Elizzy’s Seite.

Heute mal wieder etwas mit Twist. Damit ich nicht spoilere, steht das Thema, dass ich bearbeitet habe, am Ende der Geschichte.

Areca

Es war nachts und ich atmete tief ein. Der Vollmond ließ den kleinen Hinterhof in eigenartigem Licht erstrahlen. Die Büsche raschelten im sanften Wind und ließen ihre Schatten wie Puppen tanzen. Mir schauerte es ein wenig und ich fror, als ich mich langsam aufrichtete.

Ich lag in einem großen Haufen Erde neben dem Kompost. Es roch nach faulenden Bananen und Moos. Vorsichtig versuchte ich mich zu bewegen, aber ich steckte etwas in dem Boden fest. Gottseidank hatte es die Nacht geregnet und der Boden war locker, sodass ich mit einem kurzen Ruck, alles von mir befreien konnte. Freiheit. Ich streckte meine Arme aus und ließ sie von dem Wind umspielen. So lebendig hatte ich mich schon lange nicht mehr gefühlt. Um genau zu sein, war ich es auch lange nicht gewesen.

Ich erinnerte mich nur wenig an die traurigen Gesichter, als man mich hierherbrachte, erinnere mich wie schwach ich mich fühlte. Dann endet meine Erinnerung und beginnt mit der heutigen Nacht. Ich fühlte mich eigenartig stark, als könnte ich Bäume ausreißen. Vorsichtig hob ich meinen Torso, meine Arme hinterließen dabei Spuren in dem Dreck. Weiterlesen „Areca | Writing Friday“

Die haben sicher recht | Writing Friday

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Dies ist ein Text zu der Aktion „Writing Friday“ von Elizzy. Jeden Freitag wird zu einem der vorgegebenen Themen veröffentlicht. Die aktuellen Themen und eine Liste aller Teilnehmer findet ihr auf Elizzy’s Seite.

Heute etwas spät, aber dafür zum Wetter passend, und zu unserer Zeit.

Thema: Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz: “Der Regen brannte auf ihrer Haut, weil…” beginnt.

Der Regen brannte auf ihrer Haut, weil sie vergessen hatte die Rain Protection Cream aufzutragen. Suse fluchte. Wenn sie noch länger dem Regen ausgesetzt blieb, würde sie Narben kassieren oder schlimmeres. Sie zog die Jacke über ihren Kopf, um ihr Gesicht zu schützen, aber so war ihr Bauch frei. Panisch sah sie sich um. Sie stand in einem alten Industriegebiet, mit blockartigen Häusern ohne Schutz für sie.

Sie drehte sich ein paar Mal im Kreis bevor sie ihre Rettung in Form von überdimensional großen Rohren sah. Suse rannte los und hechtete in eines der Rohre. Keine Sekunde zu früh, denn nun begann es richtig zu regnen. Ein spritzender Tropfen traf sie an der Hand.

„Au.“ Schnell wischt Suse ihn weg. Eine kleine rote Stelle blieb zurück. Nachher würde sie ins Krankenhaus müssen, um eine Spritze zu bekommen. Wer wusste schon, woher der Regen kam und was er mitbrachte? Weiterlesen „Die haben sicher recht | Writing Friday“

Lieblingsetüde | abc.etüden

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Dies ist ein Text zu den abc.Etüden von Christiane. Diesen Monat gibt es eine kleines Special und zwar rebloggen wir unsere Lieblingsetüde(n).

So eine wirkliche Lieblingsetüde habe ich nicht. Ich mag einige Texte mehr als andere aus unterschiedlichen Gründen. Also habe ich mich für eine Etüde entschieden, die ziemlich aus der Reihe springt und habe ein paar Auszüge nochmal neu „inszeniert“.

Die vollständige Etüde findet ihr hier: „Allein/einsam“ | Extraetüden.

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