Henry 4 | Etüdensommer

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Dies ist ein Text zu den abc.Etüden von Christiane. Es ist Etüdensommerpausenintermezzo-Zeit. Aufgabe ist es eine Etüde weiterzuerzählen, mit dem Satz beginnend: Am nächsten Tag war alles anders.

Auftritt Nummer 4 für Henry. Hier eine kurze Zusammenfassung der vorhergehenden Teile:

  1. „Henry wartet“ : Henry wartet bis sein neuer Diener aufersteht: Etienne.
  2. „Henry 2“: Etienne ist ein Tyrann und nutzt Henrys Verliebtheit aus. Henry schafft es letztendlich mit Liebeschnulzen ihn äh loszuwerden.
  3. „Nachts im Park“: Henry macht sich auf die Jagd nach einem neuen Diener: Luise.

Am nächsten Tag war alles anders…hoffte Henry. Er saß wieder vor einem frischen Grab und wartete auf seinen ersten weiblichen Diener. Der Nachteil an Damen war allerdings, dass sie ewig brauchten. Henry biss in sein Bloonty – einem Bounty-Riegel, bei dem er den Kokoskern gegen Blut getauscht hatte. Sein Dritter. Er saß hier schon eine ganze Weile und nun begann es auch noch zu regnen.

Tatsächlich dauerte es bis kurz vor Sonnenaufgang bis Luise sich endlich bemühte aufzuerstehen. Wenigstens hatte er mittlerweile einen Namen für sie gefunden: Wilhelmine. Von Friedrich Wilhelm, einem der Herrscher die Sanssouci gestaltet hatte oder so. Er hatte die Tafel nur flüchtig gelesen. Menschengeschichte langweilte ihn. Beim meisten war er live dabei gewesen und es war weniger spektakulär gewesen, als Geschichtsbücher einen glauben lassen wollten.

Luise/Wilhelmine brauchte nicht lange, dann stand sie aufrecht vor ihm und sah ihn verwirrt an. Sein Stichwort.

„Willkommen in der Welt der Nacht. Ich habe dich gemacht, das heißt du bist meine Bedienst…“

Wilhelmine spuckte ihm eine halbzerkaute Kartoffel auf die Schuhe. Dann rülpse sie laut. „Entschuldigung, was?“

Das fing gut an. Henry  rollte mit den Augen. „Ach egal. Komm mit. Du bist sicher hungrig.“

„Ich geh doch nicht mit Fremden mit.“

„Ich bin kein Fremder. Ich habe dich gemacht.“

„Pff, da hätte meine Mutter aber ein Wörtchen mitzureden!“

Henry zeigte auf den Grabstein hinter Wilhelmine.

„Oh.“

Henry machte sich darauf gefasst, dass die junge Dame anfing zu weinen oder sich der Realität zu verweigern.

„Wie cool. Ich habe kürzlich die Twilight-Reihe gesehen. Glitzere ich in der Sonne oder verbrenne ich.“

„Erst das eine, dann das andere.“

„Nun gut. Ich finde nachts eh toller. Was kann ich sonst noch?“

Henry seufzte. „Wir müssen rein. Die Sonne geht bald auf.“ Hoffentlich wurde das bald besser.

Wurde es nicht.

Wilhelmine sah es nicht ein, sich ihm unterzuordnen und fand ihn auch gar nicht so attraktiv. Sie faselte etwas davon, dass sie einen Edward finden wollte und verließ ihn nach einer heißen Dusche und einem ausgiebigen Mahl.

Nun saß Henry frustriert in seinem Haus und hasste Tulpen und Kartoffeln inbrünstig, während er den Kartoffelmatsch von seinen Schuhen wischt. Vielleicht sollte er eine Auszeit nehmen, ein paar Jahrhunderte schlafen. Irgendwann in der Zukunft waren junge Menschen vielleicht weniger eigensinnig.

10 Gedanken zu “Henry 4 | Etüdensommer

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