KunstLeben | Writing Friday

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Dies ist ein Text zu der Aktion „Writing Friday“ von Elizzy. Jeden Freitag wird zu einem der vorgegebenen Themen veröffentlicht. Die aktuellen Themen und eine Liste aller Teilnehmer findet ihr auf Elizzy’s Seite.

Irgendwie komme ich derzeit nur dazu etwas zu schreiben, wenn ich eien Aufgabe habe. Habe ein Sommer-Inspirationsloch.
Ps.: Der Titel ist Mist. Fällt jemandem was besseres ein?

Thema: Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter ein: Malkasten, Sonnenblumen, hungrig, Orange, Unglück

Mira war 13 Jahre alt als sie herausfand, dass Dinge, die sie zeichnete, wahr wurden. Das erste Objekt, was sie zum Leben erweckte, war ein Strauß Blumen. Am Wochenende war Muttertag und Mira wollte ihrer Mutter unbedingt ihre Lieblingsblumen schenken – Sonnenblumen. Leider war ihre Familie arm und ihr spärliches Taschengeld reichte nicht einmal für eine einzelne Sonnenblume.

Mira hatte den Freitag Malunterricht und zeichnete den Strauß, den sie ihrer Mutter schenken wollte. In großem Detail malte sie den Strauß, wie er am Sonntag auf dem Küchentisch stand und wünschte sich, dass es wahr werden würde. Wenigstens das Bild wollte sie ihrer Mutter schenken. Am Sonntagmorgen dann, sie machte gerade Frühstück, stand der Strauß plötzlich vor ihr. Niemand hatte ihn gekauft. Es blieb ein Rätsel.

Das nächste Mal im Malunterricht sollten sie eine Orange zeichnen. Mira war hungrig, also zeichnete sie eine Orange, wie sie sich in ihrem Schulranzen befand. Sie experimentiere viel mit den Farben herum, um das saftige Leuchten der Frucht einzufangen. Als der Unterricht vorbei war und ihre Sachen verstaute, fand sie in ihrem Ranzen eine Orange. Mira staunte nicht schlecht.

Die nächsten Jahre übte Mira sich im Herbeizeichnen. Es gelang nur, wenn sie etwas unbedingt wollte und sich große Mühe gab. Ob das Bild gut oder schlecht aussah war egal, sie musste es nur wirklich wollen. Und so zeichnete sie sich allerhand Sachen:

Einen Geburtstagskuchen – ihre Mutter hatte keine Zeit einen zu backen; eine Gitarre – sie hatte Gitarrenunterricht und wollte auch Zuhause üben; ein paar Schuhe zum Wandern – in ihren ausgelatschten Schuhen hatte sie schon nach wenigen Meter Blasen. Außerdem malte sie ihren Eltern Dinge, die sie brauchten. Die wurden zwar misstrauisch, aber es war einfacher alles hinzunehmen, statt an Magie zu glauben. Mira malte nur Dinge, die sie wirklich brauchte und anderen Menschen Dinge, die diese brauchten.

Als Mira dann älter wurde, änderten sich ihre Bedürfnisse. Sie wollte unbedingt dieses eine Abi-Ballkleid, unbedingt nach Amerika reisen, die neuste Uhr, Schuhe, eine große Wohnung und so weiter. Mira begann sich ihr Leben zu zeichnen. Sie lebte in Saus und Braus, musste nie um Geld bangen oder sich damit abfinden, dass sie etwas nicht haben konnte.

Erst als sie alt war, fiel ihr auf, dass sie sich das eigene Unglück herbei gezeichnet hatte. Sie besaß ein großen Haus, viel Geld und alles was das materielle Herz begehrte. Nur Freunde, Liebe und das Gefühl, etwas aus eigener Hand geschaffen zu haben, hatte sie nie zeichnen können. Sie fühlte sich leer.

Mira war 50 Jahre alt, als sie den Pinsel beiseitelegte, alle ihre Besitztümer verschenkte und in die Welt auszog um herauszufinden, was es bedeutete außerhalb es Malkastens zu leben.

14 Gedanken zu “KunstLeben | Writing Friday

  1. Liebe Katharina,
    Danke dir. Eine Geschichte voller Magie. Das ist schön und traurig gleichermaßen. So ist das mit dem Wünschen und Träumen: Es sollte nicht die Bodenständigkeit und den Tealitätsbezug ersetzen.
    Wünsche dir einen schönen Tag.
    Grüße Judith

    Gefällt 2 Personen

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