Katalogwelt | Impulswerkstatt

Zettel und Federhalter. Über dem Federhalter steht Impulswerkstatt

Dies ist ein Text zu der Impulswerkstatt von Myriade. Ziel ist es etwas Kreatives zu vorgeschlagenen Bildern oder zu einer Schreibaufgabe zu erstellen. Hier könnt ihr alles darüber lesen: *KLICK*
Die aktuellen Bilder und Schreibaufgaben zur aktuellen Impulswerkstatt findet ihr hier: *KLICK*

Zu Bild 3

Katalogwelt

Ratsch. Er riss noch ein Stück Papier ab und ließ es auf den Boden fallen. Langsam türmten sich die Fetzen. Weiß, blau, rot, gelb, braun. Auf einigen sah man Köpfe, auf anderen Hände, Füße, Rockzipfel, Schuhe, Mützen, Uhren, Ringe und eine Menge Nummern. 45,99-, 29,99-, 12,49-. Immer wieder irgendwas mit neun am Ende. Die Zahlen davor waren kryptisch lang und keine schien sich auf irgendeine andere zu beziehen. Davor standen die Bezeichnungen von Kleidungsstücken, zum Beispiel Pullover, Kleid oder Socken. Dann Farben, von denen er noch nie etwas gehört hatte, wie zum Beispiel ecru oder zimt.

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das bin ich | Writing Friday

Dies ist ein Text zu der Aktion „Writing Friday“ von Elizzy. Jeden Freitag wird zu einem der vorgegebenen Themen veröffentlicht. Die aktuellen Themen und eine Liste aller Teilnehmer findet ihr auf Elizzy’s Seite.

Thema: Wenn du nichts zu verlieren hättest, was würdest du sofort tun?

das bin ich

in einen beutel packen. groß muss er sein. robust,
aber auch weich. reibungslos müssen sie alle
hinein passen. am besten wäre es, sie verheddern
sich nicht. mein beutel muss auch leicht zu öffnen
sein und dann ganz aufgehen. vielleicht sogar
verschwinden. mit einem schnapp sollen sie
nämlich alle hinauspurzeln. meine kreativen
ideen und gedanken. ich würde sie einfach so
der welt zu füßen werfen. hier. da. das bin ich.

Kinder wie Lu | abc.etüde

Dies ist ein Text zu den abc.etüden von Christiane. Ziel ist es 3 Worte in 300 Zeichen unterzubringen. Die Schreibeinladung für die Wochen 46 + 47 beinhaltet die Worte „Rolle, halbherzig, belohnen, gesponsert von blaupause7.

Ich rege mich derzeit gerne über Kinderbücher auf. Selbst solche, die wir gerne lesen, gehen mir mit den stereotypischen Darstellungen einfach auf die Nerven.

Kinder wie Lu

Als Max sieben Jahre alt war, stellte er erschrocken fest, dass das Kind in seinem Lieblingsbuch ein Mädchen war. Bisher hatten seine Eltern immer behauptet, dass das Kind sowohl ein Junge als auch ein Mädchen sein konnte, je nachdem wer das Buch las, denn Bücher wurden erst beim Lesen zum Leben erweckt, behaupteten sie. Nun, wo er selbst lesen konnte, sah er, dass direkt auf Seite eins nicht „Kind“ sondern „Mädchen“ stand. SIE hieß auch nicht „Lu“ sondern „Luise“. Max war sauer, bisher hatte er immer wie das Kind aus dem Buch sein wollen, so kreativ und selbstbewusst. Lu malte sich sie Welt selbst mit einem großen bunten Stift, der je nach Stimmung die Farbe wechselte, daher hatte Max immer selbst Malen wollen. Jetzt wollte er nicht mehr Malen, das war anscheinend Mädchensache.

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wie du | DerDienstagdichtet

Da ich ohne Druck kaum Gedichte schreibe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

wie du

wie sich deine kleine unterlippe nach vorne schiebt, deine oberlippe überholt und mir zeigt, dass etwas aber so gar nicht ok ist
wie du au sagst, wenn ich au sage und du dir die gleiche stelle festhälst, die mir weh tut, als würdest du meine schmerzen spüren
wie du aufgeregt zu mir läufst und meinen zeigefinger in deine kleine hand nimmst, um mir etwas zu zeigen, aber auf dem weg vergisst, was es war und etwas anderes spannend wird
wie du plötzlich anfängst zu weinen, bei etwas, was vor einer minute noch okay war und du überfordert auf meinen schoß kletterst
wie du auf dem weg ins bett, deinen kleinen kopf auf meine schulter bettest und mir warm in den nacken atmest
wie du mich angrinst, wenn ich dir sage, dass du deinen trinkbecher auf den tisch stellen sollst und ihn dann hinter dir fallen lässt
wie du mama sagst, wenn papa dich ins bett bringt und ich den raum verlassen will
wie du dich an mich kuschelst, wenn du einen albtraum hattest und deine gefühlt zwanzig arme und beine um mich schlingst
wie du mich manchmal einfach beobachtest und wenn ich dich dann anlächle, zu mir kommst und mich umarmst

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sind sie einmal hier | Der Dienstag dichtet

Da ich ohne Druck kaum Gedichte schreibe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

sind sie einmal hier
sind sie einmal hier. durch meinen
kopf weht ein wind. böe um böe rufe
ich deinen namen. schreibe meinen in
den wind. ein blauer stift in roter farbe.
und die bäume biegen sich. ein sturm.
manchmal sind meine ängste lauter
als deine windstillenden worte.

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Inktober 2022

Ich habe versucht dieses Jahr am Inktober teilzunehmen (Aktion auf Instagram, bei der jeden Tag eine Zeichnung zu einem Thema angefertigt wird). Da es meine Zeit nicht hergibt, habe ich versucht eine kleine Version davon zu machen und jeden Tag ein „Galeriebild“ befüllt.

Das Positive zuerst: Ich habe alles geschafft und eine Menge Ideen gesammelt. Das Negative: Ich bin absolut unzufrieden mit der Gesamtheit und sehr vielen der kleinen Zeichnungen. Hat trotzdem Spaß gemacht. 😅

Hier die Vorgaben: *Klick*

da ze br | Der Dienstag dichtet

Da ich ohne Druck kaum Gedichte schreibe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

da ze br
da ze br. mamamama. da ba hn. lautes
rufen, leises wispern. die zunge tanzt
pirouetten in kleinem mund, um lautketten
und klangkopien. unaufhaltsam bahnen
sich töne durch den raum. manche prallen
ab, andere bleiben. ein zufallstreffer. vor
zurück dazwischen. mein blick hängt an
deinen lippen. ich küsse deine stimme.

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statt frau | Der Dienstag dichtet

Da ich ohne Druck kaum Gedichte schreibe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

Wir haben Zuwachs. Willkommen bei den Dienstagsdichter, Robert von „Lyrik trifft Poesie“!

statt frau
aber du bist doch eine? fragen sie, wenn ich bei
meinem namen zucke. bei den zuschreibungen,
die sie machen. wenn sie frau sagen, meinen sie
interessen, verhalten, bilder. aber ich bin anders
gemalt. sie sollten mich leinwand nennen statt
frau.

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Eine gespenstige Nacht | Writing Friday

Dies ist ein Text zu der Aktion „Writing Friday“ von Elizzy. Jeden Freitag wird zu einem der vorgegebenen Themen veröffentlicht. Die aktuellen Themen und eine Liste aller Teilnehmer findet ihr auf Elizzy’s Seite.

Da das Kind jetzt Hand-Mund-Fuß hat, komme ich erst heute dazu die Geschichte zu veröffentlichen. Gibt es halt einen Writing Sunday. 😉

Thema: Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz „Gespenster gibt es wirklich, gerade heute…“ beginnt.

„Gespenster gibt es wirklich, gerade heute!“, behauptete Theodora und verschränkte trotzig die Arme. Ihre Eltern nahmen ihre Liebe zum Spirituellen schon wieder nicht ernst, dabei war es keine Phase, sondern eine Gabe, da war sie sich sicher. Nichts auf der Welt gab ihr ein so eigenartiges und zugleich aufregendes Gefühl wie ein Spaziergang über einen Friedhof. Das mussten die Geister der Verstorbenen sein, deren Augen sie auf sich spürte. Nun war endlich Halloween, der beste Tag des Jahres für jemanden wie sie. Der Vorhang zwischen der Welt der Toten und der Lebenden war dünn, hatte sie gelesen und glaubte es auch zu spüren. Überall merkte sie Präsenzen, fühlte Schwingungen. Ein Kribbeln ging bereits den ganzen Tag durch ihren Körper, allerdings wurde es gerade von Wut verdeckt, weil ihre Eltern ihr nicht erlaubten um Mitternacht auf den Friedhof zu gehen. Stattdessen sollte sie ins Bett und schlafen. Sie könne ja von Gespenstern träumen, hatte ihr Vater gesagt. Theordora war außer sich und schimpfte ununterbrochen vor sich her, während sie sich fürs Bett fertig machte. Was ihre Eltern nicht wussten: Sie würde sich einfach rausschleichen! Mit der Ausrede, dass ihr kalt war, hatte sie ihren dicken dunkelgrauen Pyjama mit den Puffärmeln angezogen, der hexenmäßig aussah. Da sie fast schon mit dem „Nein“ gerechnet hatte, hatte sie Gestern heimlich eine Tasche mit Umhang, festen Schuhen, Snacks, einer Taschenlampe und rituelle Kerzen, die sie aus der Tischdeko-Schublade im Esszimmer gemopst hatte, für ihren Spaziergang gepackt.

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Genie | abc.etüden

Dies ist ein Text zu den abc.etüden von Christiane. Ziel ist es 3 Worte in 300 Zeichen unterzubringen. Die Schreibeinladung für die Wochen 42 + 43 beinhaltet die Worte „Billard, aktuell, gestalten, gesponsert von Allerlei Gedanken.

Genie

Wie Puppen ließ er sie über die Bühne tanzen, wie Billardkugeln über den Pooltisch wandern. Die Menschen merkten nicht wie sie manipuliert wurden, bis es zu spät war. Er war ein Genie und verbarg es so gut, sodass er nie verdächtigt wurde. Etwas komisch fanden ihn die meisten. Seine Sprache war nicht altersangemessen und er beobachtete lieber, als selbst Konversationen zu führen. Sie schoben es darauf, dass seine Eltern ihn erst so spät bekommen hatten, aber für ihn war es eine Lebenseinstellung, etwas, dass er bewusst gewählt hatte. Er wollte sich abheben, zeigen, dass er mit dem gemeinen Pöbel nichts zu tun hatte.

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