freies blut | Der Dienstag dichtet

Da ich ohne Druck kaum Gedichte schreibe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

freies blut

in mir, aus mir. mit mir. ich wische mein
blut auf. verstecke heimlich die tropfen
in meiner tasche. es ist die zeit im monat.
ja ja die hormone. kreise sie im kalender
ein. kartiert, kontrolliert, dann weggepackt.
eine gesellschaft in angst vor ein paar
tropfen blut. vielleicht sollten wir die hosen
runterlassen. die straßen fluten und die
abgeschlossenen badezimmer niederbrennen.
doch dann wären wir natur. dann wären wir
sichtbar. nicht das blut ist ekelhaft, sondern
die freiheit.

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und dann brezele ich mich auf | Der Dienstag dichtet

Da ich ohne Druck kaum Gedichte schreibe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

und dann brezele ich mich auf

und dann brezele ich mich auf. nehme
mir ein muffintop, eine plunderhose.
ziehe marzipanschuhe an und setze
den schokoladenhut auf. mögen meine
speckrollen deine urteile niederwalzen,
meine reiterhosen dich niedertrampeln.
versinken wirst du, in den tiefen beulen
meiner cellulite. mein fettanteil wird deine
skalen sprengen und meine masse dich
wie ein schwarzes loch zermalmen. habe
ich mitleid mit dir? nein. denn ich bin nicht
die ursache. die habe ich eben beseitigt.

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strohballen | abc.etüden

Dies ist ein Text zu den abc.etüden von Christiane. Ziel ist es 3 Worte in 300 Zeichen unterzubringen. Die Schreibeinladung für die Wochen 40 + 41 beinhaltet die Worte „zeitlupe behäbig verprassengesponsert von Werner Kastens.

Ich bin zu spät. Wollte das eigentlich Gestern noch veröffentlichen, aber dann war ich müdedoof (Kind ist wieder krank) und hab es schlicht vergessen.

strohballen

behäbig rollen die strohballen durch die
regalreihen. wie in zeitlupe sammeln sie
den nötigsten staub, rubbeln den obersten
glanz ab. es war einmal. da haben sie alles
verschüttet. etwas rollte in ritzen, bisschen
mehr in taschen, einiges in tresore. nur der
rest wurde eingesammelt. dasselbe lied
nochmal? dasselbe lied nochmal. heute ist
man müde. man rollt ängstlich herum und
hat angst nass zu werden. dabei brennt das stroh.
verprasst wurde lange nichts mehr. niemand.

Krankes Elfchen, again | Der Dienstag dichtet

Da ich ohne Druck kaum Gedichte schreibe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

Anscheinend versuche ich gerade einen Weltrekord im hintereinander-Kranksein zu brechen.

virenschwarm
durch bazillenluftzüge
mit bettbezügen tanzen
ich wühle im imunsystem
ausverkauft

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Der Wind weht | Impulswerkstatt

Zettel und Federhalter. Über dem Federhalter steht Impulswerkstatt

Dies ist ein Text zu der Impulswerkstatt von Myriade. Ziel ist es etwas Kreatives zu vorgeschlagenen Bildern oder zu einer Schreibaufgabe zu erstellen. Hier könnt ihr alles darüber lesen: *KLICK*
Die aktuellen Bilder und Schreibaufgaben zur aktuellen Impulswerkstatt findet ihr hier: *KLICK*

Ich habe diesmal die erste Schreibaufgabe genommen und sie auf alle vier Bilder angwendet. Ist irgendwie so entstanden, weil es gepasst hat.

Der Wind weht

Der Wind weht über eine Brücke. Er fährt einem Mann unters Hemd, einer Frau in die kurze Hose, einem Jungen ins Haar. Der lacht. Der Mann und die Frau bemerken ihn kaum. Selbst als er stärker wird, haben sie keine Zeit für ihn. Wenigstens die Oberleitungen reagieren mit einem Knistern. Sie kitzeln und er lacht, wie der Junge.

Der Wind weht durch eine Galerie. Bilder kann er nicht bewegen, aber die Farbe auf der Oberfläche streicheln. Er reibt sich an blauen Pigmenten, grünen Roten, an Dingen, die keine eindeutige Gestalt haben und Gestalten, die wie Dinge aussehen. Zum Schluss bringt er die Flyer neben dem Eingang zum Rascheln. Zu laut. Der Aufseher sperrt ihn aus.

Der Wind weht über das tosende Meer. Er und das Wasser stacheln sich gegenseitig an. Es schunkelt und schaukelt. Ob die Fische etwas mitbekommen, fragt er sich. Er kitzelt einen, der am Haken über dem Wasser hängt, doch er bleibt stumm. Frustriert klaut der Wind einem Angler den Hut, dann saust er wieder aufs Meer hinaus.

Der Wind weht in das sanfte Abendrot. Er schickt Wolken Richtung Sonne, damit sie den Himmel anmalen. Einige wollen die Sonne verdecken, doch er hindert sie daran. Dann lässt der Wind die Blätter rascheln, damit der Abend noch stimmungsvoller wird. Ein Pärchen bleibt stehen. Sie lobt die warme Abendbrise, er bewundert die Zeichnung der Wolken.

Der Wind weht in die Nacht. Für ihn ist jeder Tag ein Erfolg, aber erst mit einem Lachen und einem Lächeln wird er vollkommen.

Meine Exemplare sind da!! | Kritzelnews

Drei Kisten mit Büchern

Ganz vergessen, das hier auch nochmal kundzutun. 😉 Endlich sind meine Exemplare von ANDERNORTS da. Der Start meiner Buchveröffentlich ist genauso holprig, wie seine Entstehungsgeschichte, aber es geht bergauf:

Ich bin langsam wieder gesund, Amazon hat seine Lieferzeit von „nicht verfügbar“ auf „versandfertig in 4-5 Tagen“ geändert und am besten: Meine Exemplare sind da, dh ich konnte jetzt endlich die versprochenen Exemplare versenden.

Wer also ein Buch von mir direkt haben möchte, hier nochmal kurz die Infos:

Einfach eine Email an: katharinakanzan@gmx.de

Softcover 14 Euro, Hardcover 25 Euro, mit Postkarten/Stickerset plus 2 Euro. Versand übernehme ich!
Wer eine Widmung möchte, einfach dazuschreiben.
Wer nur Sticker und Postkarten möchte, 3,50 für alle. Bei nur Einzelnen, schreibt einfach.

Wenn jemand ein Rezensionsexemplar haben möchte, gerne anfragen. Ich habe zwar kein unendliches Kontingent, aber ist nicht so, als würde ich erwarten Gewinn mit dem Buch zu machen. 😉

ist hier | Der Dienstag dichtet

Da ich ohne Druck kaum Gedichte schreibe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

ist hier

ist hier. wir wuchern über baumstädte.
in wohnhöhlen, nesthäuser hinein.
übernehmen wege, brücken. wachsen
bis in die entlegensten ecken der
natürlichen. mensch holt sich. bis sich
natur zurückholt. wann. vermutlich
gerade. ohne dass sie etwas merken.

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Speziell | abc.etüden

Dies ist ein Text zu den abc.etüden von Christiane. Ziel ist es 3 Worte in 300 Zeichen unterzubringen. Die Schreibeinladung für die Wochen 38 + 39 beinhaltet die Worte „Regentonne, schwanken, sensibel“, gesponsert von nellindreams.

Speziell

Toms Klassenkameraden nannten ihn langweilig und eine Heulsuse. Seine Eltern sagten, er sei ein Träumer und sensibel, meinten damit aber dasselbe nur schöner formuliert. Das hätte er sicher von seiner Oma, die er nur ein paar Mal gesehen hatte, da sie selten zu Familientreffen kam. Wenn seine Eltern von ihr sprachen, nannten sie sie immer „speziell“. Erst kürzlich hatte Tom erfahren, dass das nicht immer nett gemeint war. Speziell konnte auch andersartig oder befremdlich heißen. Wenn er wie seine Großmutter war, fanden ihn andere dann auch befremdlich?

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aber wenn durch die welt kein raunen geht | Der Dienstag dichtet

Da ich ohne Druck kaum Gedichte schreibe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

Ich habe meine Unsicherheit in ein Gedicht „geklatscht“.

aber wenn durch die welt kein raunen geht

aber wenn durch die welt kein raunen
geht? wenn der sack in china stehen
bleibt und kein elefant irgendwo umfällt.
wenn nichtmal jemand mit den brauen
zuckt, niemand zwinkert, lächelt, lacht.
ein freundliches wort übrig hat. ich habe
mich ausgezogen. obwohl alle anderen
rüstung tragen. habe eingezeichnet, wo
sich mein gehirn, meine lunge und mein
herz befinden. was passiert, wenn nun
jemand ein wortgeladene pistole nimmt.

andere haben auch nackt überlebt. brust
raus, kopf hoch. der bauch ist eventuell
überladend. vielleicht hängen auch die
brüste und die cellulitis am arsch sieht aus
wie eine topographische karte. wenn nun
jemand ein wortgeladene pistole nimmt.
was machen dann die?

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