20.12. – Ein unverhofftes Geschenk | Adventüden — Irgendwas ist immer

Früher war mehr Lametta«, sagte Opa Hoppenstedt, und Karin schaltete ihren Fernseher aus. Nicht mal das Weihnachtsprogramm konnte sie dieses Jahr in Stimmung bringen. Sie hatte alles versucht, vom Keksebacken über Weihnachtsputz bis hin zu schnulzigen Weihnachtsliedern. Dieses Jahr Weihnachten war alles scheiße. Letzten Monat hatte ihre Freundin sie verlassen, dann hatte ihr Arbeitgeber ihr […]

20.12. – Ein unverhofftes Geschenk | Adventüden — Irgendwas ist immer

kling | Der Dienstag dichtet

Da ich ohne Druck kaum Gedichte schreibe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

kling

wie ein nimmersatt durch regale, über
tische, bänke, schränke. wie ein sturm
durch ein buntblinkendes überdekoriertes
kaufhaus. der tannenbaum trällert. teddys
lachen, zwerglein schauen lüstern, ein hase
hat sich wohl in dem weihnachtsgetumelt
verirrt. dabei hat hier sicher niemand eier.
und währenddessen sitze ich zuhause und
freue mich konsumkritisch, dass dhl in vier
stationen bei mir ist. drei. zwei. eins. kling
kässlein klingelingeling, kling kässlein kling.

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Kinder großziehen ist auch manchmal langweilig | Gedankenkritzelei

Da es mir bei Schwangere/Mama Gedanken Spaß gemacht hat, einfach mal etwas zu einem Thema zu schreiben, ohne dass es eine Geschichte oder ein Gedicht ist, das Thema „Kind“ aber nur endlich ist, dachte ich, ich eröffne eine neue Rubrik und schreibe einmal pro Woche meine Gedanken auf. Wie persönlich das Ganze wird, keine Ahnung, mal sehen wie mutig ich bin.

Kinder großziehen ist auch manchmal langweilig

Auch wenn die neue „Textreihe“ nicht nur übers Mama-Sein sein soll, muss ich doch nochmal etwas zu dem Thema loswerden, dass mir seit einiger Zeit im Kopf herumspukt und diese Woche wieder aktuell geworden ist:

Kinderhaben wird von anderen Eltern meist als sehr stressig beschrieben.

Nun gibt es Stress in unterschiedlicher Form. Die emotionale Seite ein Kind großzuziehen empfinde ich auch oftmals als stressig, zum Beispiel, wenn mein Sohn krank ist oder, wenn ich nicht weiß, wie ich mich ihm gegenüber in bestimmten Situationen verhalten soll. Zeitlichen Stress finde ich hingegen weniger belastend. Es kann kurzzeitig auch mal stressig werden, wenn wir weggehen wollen, gerade den Schneeanzug anhaben und er dann nochmal kacken muss, aber zum Glück ist ein Kind eine super Ausrede, wenn man zu spät kommt. Trotzdem ist das ein anderer Stress, als der den ich mir vorgestellt habe.

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Weihnachtsfrau Gisela | Writing Friday

Dies ist ein Text zu der Aktion „Writing Friday“ von Elizzy. Jeden Freitag wird zu einem der vorgegebenen Themen veröffentlicht. Die aktuellen Themen und eine Liste aller Teilnehmer findet ihr auf Elizzy’s Seite.

Thema: Der Weihnachtsmann ist in Wirklichkeit eine Frau – berichte wie es ihr mit der Tatsache geht, dass sie ständig für einen Mann gehalten wird.

WeihnachtsFRAU Gisela setzte sich an ihren Schreibtisch und schrieb eine eigene Liste, nachdem sie den ganzen Tag die Listen anderer gelesen hatte. Sie war müde, genervt, nein, eigentlich war sie sauer. Nach Jahrzehnten musste sie diesen Marketing-Fehler aus der Welt räumen, schließlich konnten in 2022 auch Frauen Führungsrollen übernehmen. Sie schrieb.

Gründe, warum der Weihnachtsmann eine Frau sein muss

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winterruhe | Der Dienstag dichtet

Da ich ohne Druck kaum Gedichte schreibe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

Kind hat RSV und ich bin alleine. Ich lese Morgen eure Gedichte.

winterruhe

träge hängt der schnee am fenster.
pappig. kalt. lächeln die eiskristalle
müde. in ihren zacken hat sich die
winterruhe gesammelt. tropft an
der dichtung vorbei. gemächlich
auf die fensterbank. ein see aus
ruhe schwappt ins zimmer, bis er
die bewohner ertränkt und für
ewige stille sorgt.

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Schnee im April | Writing Friday

Dies ist ein Text zu der Aktion „Writing Friday“ von Elizzy. Jeden Freitag wird zu einem der vorgegebenen Themen veröffentlicht. Die aktuellen Themen und eine Liste aller Teilnehmer findet ihr auf Elizzy’s Seite.

Thema: Erzähle von deiner ersten Erinnerung an Schnee.

Zwei Tage nach meinem Geburtstag beginnt es plötzlich zu schneien. Oma Anni ist in heller Aufregung, weil weder sie noch Oma Anne wissen, wo der Schneeschieber ist und sich der Schnee bereits Zentimeterhoch über den Aufgang zur Haustür ausbreitet. Schließlich geben sie auf und schicken mich zum Fenster, um nach dem Postboten Ausschau zu halten. Ich habe nichts dagegen, kann ich länger den Schnee beobachten, wie er sich langsam über die Landschaft legt. Wenn der Postbote da ist, werde ich meinen besten Freund besuchen und mit ihm einen Schneemann bauen, im April. Oma meint, dass ist ungewöhnlich. Mir ist das egal. Schnee ist toll.

Der Postbote kommt erst eine dreiviertel Stunde später. Damit ich mich nicht so langweile hat mit Oma Anni ein Hörspiel angemacht, während sie und Oma Anne versuchen meine Eltern zu erreichen, um herauszufinden, wo der Schneeschieber und Salz sind. Außerdem wollen sie wissen, ob die bei dem ganzen Schnee überhaupt schon Morgen nach Hause kommen können. Von mir aus können sie noch eine Weile wegbleiben. Klar vermisse ich meine Eltern, aber mit meinen Omas erlebe ich die besten Abenteuer, vor allem solche, von denen ich meinen Eltern nichts erzählen soll.

Als der Postbote da ist, ruft meine Oma ihm aus dem Fenster zu, dass er die Post in den Keller legen soll. Das tut er, dann darf ich endlich los, rüber zum Nachbarsjungen. Wir spielen im Schnee, bis zum Mittag. Ich bin nach dem Essen so fertig, dass ich auf der Couch kurz einschlafe. Als ich wieder aufwache, ist der meiste Schnee schon wieder weg. Den nächsten Schnee werde ich wohl erst wieder in ein paar Monaten sehen, sagt Oma Anne. Oma Anni hingegen grinst. Wenn es Schnee im April geben würde, warum nicht auch mal im Juli.

Das Weihnachtsdilemma | Gedankenkritzelei

Da es mir bei Schwangere/Mama Gedanken Spaß gemacht hat, einfach mal etwas zu einem Thema zu schreiben, ohne dass es eine Geschichte oder ein Gedicht ist, das Thema „Kind“ aber nur endlich ist, dachte ich, ich eröffne eine neue Rubrik und schreibe einmal pro Woche meine Gedanken auf. Wie persönlich das Ganze wird, keine Ahnung, mal sehen wie mutig ich bin.

Gerade beschäftigt mich mein Verhältnis zu Weihnachten. Bisher war das nie ein Problem, aber mit Kind kann ich meinen inneren Grinch nicht mehr ignorieren.

Mein zwiegespaltenes Verhältnis zu Weihnachten mal in einer Liste zusammengefasst.

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kalt | Der Dienstag dichtet

Da ich ohne Druck kaum Gedichte schreibe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

Es gibt einen neuen Dienstagsdichter. Willkommen in der Runde piri von „Voller Worte“!

kalt
ich wandle durch einen unbeheizten
leeren raum. aus einem wald voller
vogelgezwitschern und grüner bäume
komme ich. von einem strand erfüllt
von meeresrauschen und kinderlachen.
aus einer stadt voller leben und schneller
heiterkeit. hier ist es hauptsächlich leer.
und leise. und unbeschreiblich kalt.

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darüber hinaus | Der Dienstag dichtet

Da ich ohne Druck kaum Gedichte schreibe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

Kollege von mir ist mit Herzinfarkt letzte Woche an der Arbeit zusammengebrochen und musste wiederbelebt werden. Bisher scheint alles wieder ok zu sein, zum Glück, aber es lässt mich nachdenken…

darüber hinaus

ein und ausatmen und weg. ich hole tief
luft. bis ich es nicht mehr kann. renne so
weit mich mein beine tragen. bis sie aus
porzellan geworden zerbrechen. stemme die
größten gewichte. kiloweise. bis mich eine
herangeflogene feder zu boden wirft. ich
rede, glaube, denke, hoffe, fantasiere. bis ein
impuls in meinem nervenbahnen einen
kurzschluss verursacht. ich liebe noch weit
darüber hinaus.

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