Hexenfreunde für immer | Impulswerkstatt

Dies ist ein Text zu der Impulswerkstatt von Myriade. Ziel ist es etwas Kreatives zu einem oder beiden vorgeschlagenen Bildern zu erstellen. Hier könnt ihr alles darüber lesen: *KLICK*
Die aktuellen Bilder zur aktuellen Impulswerkstatt findet ihr hier: *KLICK*

Ich habe eine Geschichte aus den vier Bildern in „richtiger“ Reihenfolge gewoben. War spannend sich durch Bilder leiten zu lassen.

Hexenfreunde für immer

Rowena, die eigentlich Mira hieß, und Aradia, die eigentlich Judith hieß, schritten hocherhobenen Hauptes den Waldweg entlang. Das mussten sie auch, denn die Roben, die die beiden Mädchen trugen, waren ihnen zu groß. Eigentlich gehörten sie Rowenas Mutter, die sich an Halloween mit ihrer Freundin als irgendwas Traditionelles verkleidet hatten, doch Rowena und Aradia waren sich sicher, dass es in Wirklichkeit Hexenkleider waren. Rowenas Mutter wusste das nur nicht. Immer wieder verfingen sich ihre Roben in dem Geäst und sie mussten sich gegenseitig befreien, aber keine der beiden sah es ein, die Gewandung abzulegen. Sie waren auf einer gefährlichen Mission, denn nur sie konnten die Hexenwelt noch retten. Als sie nach einer Viertelstunde endlich ihr Ziel erreicht hatten, waren beide durchgeschwitzt.

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hummeln im popo | Writing Friday

Dies ist ein Text zu der Aktion „Writing Friday“ von Elizzy. Jeden Freitag wird zu einem der vorgegebenen Themen veröffentlicht. Die aktuellen Themen und eine Liste aller Teilnehmer findet ihr auf Elizzy’s Seite.

hummeln im popo

weil es surrt, und flattert und fliegt.
schwarz, gelb, plüschig. sitze ich da
drauf, auf diesen unruhegeistern.
komme selbst nicht zu ruhe. wenn
mein popo vibriert und meine beine
nervös tanzen. machen. will ich. tun.
mein schreibtisch ist meine couch,
meine couch ein arbeitsplatz. mein
kopf liegt auf aufgefluffter tastatur.
manchmal wünschte ich, ich könnte
die kleinen biester einfach in einen
sack stecken. zugezogen mit einer
kordel aus ruhe. und bringe es doch
nicht übers herz. also so surren sie
vor sich hin. und in mich hinein.

Tassenfreunde | abc.etüden

Dies ist ein Text zu den abc.etüden von Christiane. Ziel ist es 3 Worte in 300 Zeichen unterzubringen. Die Schreibeinladung für die Wochen 10 + 11 beinhaltet die Worte „Zylinder, rau, blühen“, gesponsert von MakeAChoiceAlice.

Mist. Ich habe den Beitrag auf nächsten und nicht diesen Samstag getimed und es erst eben gemerkt. Also hier meine viel zu späte Etüde.

Tassenfreunde

Die ersten Osterblumen schießen aus dem Boden, während die Veilchen bereits blühen. Der Frühling ist auf dem Vormarsch. Frau Varga holt ihren Klappstuhl aus dem kleinen Gartenhäuschen, setzt sich auf die Terrasse und breitet eine Decke über ihren Beinen aus. Die Sonne scheint zwar, aber das Wetter ist noch etwas rau. Nachts wird es kalt, bis unter null Grad, und tagsüber weht ein kalter Wind. Trotzdem will Frau Varga, wie jedes Jahr, den Frühling gebührend begrüßen. Aus ihrem Tragekorb packt sie eine Thermoskanne aus und füllt sich Tee in ihre „Die beste Oma der Welt“-Tasse ein. Der Duft von Hagebuttentee vermischt sich mit der wohlriechenden Frühlingsluft. Gerade will sie sich entspannen, als Herr Kiekenbusch von nebenan seinen Motor aufheulen lässt. Frau Varga zuckt zusammen, so sehr das etwas Tee auf den Boden tropft. Nun wird der Motor wieder leise, dafür ertönt ein Staubsauger und laute Musik. Genervt rollt sie mit den Augen. Wird sicher bald vorbei sein, denkt sie sich. Wie lange kann es dauern ein Auto zu reinigen?

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Das Phasenjahr oder Irgendwas ist ja immer | Mama Gedanken

Da es mir in meiner Reihe „Schwangere Gedanken“ so viel Spaß gemacht hat, mich über Klischees und Erwartungen an Schwangere aufzuregen, habe ich mir überlegt fortzufahren, denn auch an Mütter gibt es eine Reihe von unsinnigen Erwartungen.
Hier findet ihr alle Texte zu dem Thema: *Klick*

So, ihr kennt das: Macht euch einen Tee, holt euch einen Keks und los geht’s.

Gefühlt 90% der Neueltern kennen das Thema „Entwicklungsschübe“, dass durch einen Ratgeber populär gemacht wurde. Es scheint vielen Eltern zu helfen, wenn das Baby gerade „schwierig“ ist, aber gleichzeitig habe ich das Gefühl, es macht Babys schwieriger als sie sind.

Die Entwicklungsschub-Theorie

Letztendlich geht es bei der Theorie nur darum, dass das Baby im ersten Jahr getaktet mehrere Entwicklungsschübe durchläuft, bei dem es bestimmt Dinge lernt. In der Zeit sollen Babys schlechter schlafen, schlechter gelaunt sein, mehr oder weniger trinken und nun ja irgendwelche Anzeichen haben. Beobachtet haben das die Autoren, in dem sie ein paar Handvoll Pärchen und ihre Babys ein Jahr beobachtet haben.

Passt nicht so ganz

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Bienenbrot | Writing Friday

Dies ist ein Text zu der Aktion „Writing Friday“ von Elizzy. Jeden Freitag wird zu einem der vorgegebenen Themen veröffentlicht. Die aktuellen Themen und eine Liste aller Teilnehmer findet ihr auf Elizzy’s Seite.

Thema: Schreibe eine Geschichte und lasse folgende Wörter mit einfliessen: Honig, fahrig, witzig, eklig, Brot

Bienenbrot

Es ist Sonntag früh und zwanzig Grad im Schatten. Ich schmiere mir auf dem Balkon ein Brot mit Stadthonig, den ich vor ein paar Tagen von einem lokalen Imker gekauft habe. Eigentlich hatte ich gar nicht vor, in den Laden zu gehen, aber ich bin in letzter Zeit sehr fahrig und habe mich in der Tür vertan. Da mir das ein wenig peinlich war, habe ich den Honig gekauft und bin danach erst zur Post, um mein Paket abzugeben. So im Nachhinein ist finde ich es witzig. Ich habe seit Ewigkeiten keinen Honig mehr gegessen. Vielleicht war es ja Schicksal. Ich will gerade in mein Brot beißen, als eine Biene darauf landet. Ich habe keine Angst vor Bienen, aber Respekt vor ihrem Stachel, also lasse ich sie gewähren. Sie wird schon wieder gehen, denke ich, doch das ist nicht der Fall. Eine zweite Biene kommt dazu und setzt sich neben die erste, dann landet eine dritte auf dem Brot, eine vierte und so weiter bis das Honigbrot ein Bienenbrot ist. Ich bin mittlerweile vom Tisch abgerückt und schaue mir das eigenartige Schauspiel an. Die Versammlung der Bienen dauert nur wenige Minuten, dann erheben sie sich nach und nach in die Lüfte und fliegen davon. Ich rücke wieder an den Tisch und sehe mir mein Brot an. Auf der eigentlichen Honigschicht liegt ein dünner heller Film. Was das wohl ist, frage ich mich und ob es wohl eklig ist, dass jetzt zu probieren. Ich beschließe, dass mir die Bienen ein Geschenk hinterlassen haben und beiße ins Brot. Es schmeckt nach Blumenwiesen, nach Margeriten, Klee, Butterblumen, nach Rosen, Tulpen, Hyazinthen. Ich tauche in ein Blumenmeer ein und tauche erst wieder auf, als ich das ganze Brot gegessen habe. Eine Weile genieße ich den Nachgeschmack. Dann schmiere ich mir noch ein Brot, doch die Bienen kommen nicht zurück.

Winter im Kopf | abc.etüden

Dies ist ein Text zu den abc.etüden von Christiane. Ziel ist es 3 Worte in 300 Zeichen unterzubringen. Die Schreibeinladung für die Wochen 8 + 9 beinhaltet die Worte „Haut, feurig, schweben“, gesponsert von Gerda Kazakou.

Winter im Kopf

Ich bleibe stehen. Sehe meinen Atem. Spüre wie die kalte Luft in meine Nase strömt und warme wieder hinaus. Zarte Schneeflocken schweben langsam auf mich herab. Es ist zu warm. Wenn sie auf den Boden treffen, verschwinden sie, als wären sie nur einer Winter-Fatamorgana. Wann gab es das letzte Mal einen richtigen Winter? Ich erinnere mich an wochenlang Schnee, an Schlittenfahren, daran, dass ich meine Moonboots länger als nur ein paar Tage tragen musste. Ich versuche den Schneemoment zu genießen, doch der Schnee lässt bereits nach wenigen Minuten wieder nach und ich frage mich, ob er wirklich war. Selbst die Kälte fühlt sich nicht echt an. Ich weiß, es gab einmal kalte Tage, bei denen meine Haut vor Kälte feurig gebrannt hat. Es gab Tage, bei denen ich Stunden brauchte, um meine Oberschenkel wieder warm zu bekommen. Ich seufze und gehe weiter.

Meine Wohnungstür lässt sich nur schwer öffnen. Von drinnen presst sich ein riesiger Schneehaufen an die Tür. Mit Gewalt schaffe ich es schließlich sie zu öffnen. Erleichtert hänge ich meinen Mantel an einem Eiszapfen auf, stelle meine Tasche in den Schneehaufen neben den Schreibtisch. Ich mache mir die letzte Tasse Kaffee des Tages und beschließe ein Buch auf der Couch zu lesen. Dank des kleinen grünen Schneeschiebers ist die Couch schnell vom Schnee befreit und ich kuschele mich in eines der großen Plüschkissen. Nochmal seufze ich. Wenigstens in meinem Kopf ist manchmal Winter.

Wie Schlafen zur Religion werden kann | Mama Gedanken

Da es mir in meiner Reihe „Schwangere Gedanken“ so viel Spaß gemacht hat, mich über Klischees und Erwartungen an Schwangere aufzuregen, habe ich mir überlegt fortzufahren, denn auch an Mütter gibt es eine Reihe von unsinnigen Erwartungen.
Hier findet ihr alle Texte zu dem Thema: *Klick*

So, ihr kennt das: Macht euch einen Tee, holt euch einen Keks und los geht’s.

Wie Schlafen zur Religion werden kann

Ich habe keine Ahnung, wie das ist, Mutter eines schlechtschlafenden Babys zu sein (habe ich auch schon hier drüber geschrieben *Klick*), aber Schlafen ist das Baby-Thema schlechthin, wenn man sich anschaut, wie religiös es behandelt wird. Wenn man auf einschlägigen Seite liest, hat man das Gefühl, dass sich Eltern gegenseitig radikalisieren. Es fliegen Begriffe wie Einschlafhilfe, Einschlafbegleitung, Schreien-Lassen, Co-Sleeping, Familienbett, Sleep-Choaches durch den Raum und suggerieren, dass sie das Maß aller Dinge sind.

Wir haben Glück

Wenn es Probleme bei uns gab, habe ich auch gegoogelt, aber meistens wenige Antworten auf Eltern-Websites gefunden. Dafür hatte ich nach dem Lesen immer die Gewissheit „Wir haben Glück“. Little J ließ sich immer durch Popo-Tätscheln, White Noise oder im schlimmsten Fall, kurz im Arm Wiegen, beruhigen, wenn er mal nicht schlafen konnte oder nachts aufgewacht ist. Trotzdem haben auch wir uns Gedanken gemacht haben. Daher war ich auf der Suche im Internet und habe seltsame Beobachtungen gemacht.

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Vor mir liegt er so da | abc.etüden

Dies ist ein Text zu den abc.etüden von Christiane. Ziel ist es 3 Worte in 300 Zeichen unterzubringen. Die Schreibeinladung für die Wochen 6 + 7 beinhaltet die Worte „Zwerg, quer, fühlen“, gesponsert von Kain Schreiber.

Ein Nachzügler. Ich bin Gestern nicht dazu gekommen, die Etüde hier zu posten.

Vor mir liegt er so da

Vor mir liegt er so da. Quer in seinem Bettchen. Die Füße liegen an dem Gitter, der Kopf an unserem Bett. Das Gesicht auf der Seite, der Popo in die Höh.

Vor mir liegt er da so. Einfach. Klein. Ein Zwerg. Ein Minimensch. Und doch ein Richtiger. Er atmet, lacht, weint, isst, schläft, fühlt. Lebt.

Vor mir liegt er so da. Ein Herz das schlägt. Eine Lunge die atmet. Ein Magen, der Essen aufnimmt. Beine, die tragen. Hände, die greifen. Haare, die vom Kopf abstehen, wie bei einer Pusteblume.

Vor mir liegt er so da. Wenn ich seine Wange streichle, bewegt sich sein Kopf in meine Richtung. Wenn ich meine Hand in die Nähe seiner Hände halte, greifen sie danach. Lassen nicht mehr los.

Vor mir liegt er so da. Wenn ich ihn nehme, vertraut er, dass ich ihn nicht fallen lassen. Wenn er Schmerzen hat, braucht er meine Nähe, damit sie besser werden.

Vor mir liegt er so da. Je mehr er für mich fühlt, desto mehr fühle ich für ihn.

Vor mir liegt er so da. Unwirklich, wirklich. Wie ein Moment.

Gefangen | Writing Friday

Dies ist ein Text zu der Aktion „Writing Friday“ von Elizzy. Jeden Freitag wird zu einem der vorgegebenen Themen veröffentlicht. Die aktuellen Themen und eine Liste aller Teilnehmer findet ihr auf Elizzy’s Seite.

Thema: Lotte wacht auf und weiß nicht, wo sie ist. Um sie herum ist alles dunkel und kalt. Sie hört leise Stimmen über ihr.

Gefangen

Das Wispern ist laut genug, dass sie sich bedroht fühlt, aber nicht gut genug verständlich, um Worte ausmachen zu können. Einmal glaubt Lotte eine Bedrohung gehört zu haben, aber vielleicht wollte ihre Angst das auch nur hören, denn die Angst war das, was sie gerade regierte. Es war so dunkel hier drinnen und kalt. In ihrer kleinen Zelle hat sie nur eine Handbreit Platz rechts und links von ihr. Was vor und hinter ihr liegt, weiß sie nicht. Einmal streckte sie sich nach vorne, konnte aber keine Wand ertasten, sondern eine Art Gitter. Der Raum über ihr war auch begrenzt. Bei dem Versuch aufzustehen, stößt sie sich den Kopf. Nochmal will sie das nicht probieren. Sie fühlt sich sowieso zu schwach, um sich großartig zu bewegen. Das Einzige, was ihr Trost spendet, ist eine kleine Decke, die man ihr in ihre Zelle gelegt hat. Sie ist zu klein, um sie damit zuzudecken, aber sie kann ihren Kopf darin eingraben und von Zuhause träumen, denn danach riecht der kleinen Fetzen Stoff. Er riecht nach der warmen Couch, auf der sie mit Tobi immer kuschelt und sie riecht nach Tobi, den sie vermisst. Er war es, der sie in diese Misere gebracht hat, aber böse sein, kann sie ihm dennoch nicht. Dazu liebt sie ihn viel zu sehr.

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Schatten | Writing Friday

Dies ist ein Text zu der Aktion „Writing Friday“ von Elizzy. Jeden Freitag wird zu einem der vorgegebenen Themen veröffentlicht. Die aktuellen Themen und eine Liste aller Teilnehmer findet ihr auf Elizzy’s Seite.

Thema: Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz „Er blieb stehen und schaute nochmal zurück, doch…“ beginnt.

Schatten

Er blieb stehen und schaute nochmal zurück, doch sein Schatten war und blieb verschwunden. Er hatte alle Lampen in seiner Wohnung ausprobiert, dann die im Flur und nun stand er auf der Straße neben einer Straßenlaterne. Der Feuerhydrant neben ihm warf einen Schatten, der Mercedes seiner Vermieterin hatte einen, selbst der doofe Busch, der schon an diversen Kratzern an seinem Auto schuld war, hatte einen Schatten. Nur er nicht. Es war, als würde das Licht durch ihn hindurch oder um ihn herum scheinen, um ihn zu ärgern.

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