Hexenfreunde für immer | Impulswerkstatt

Dies ist ein Text zu der Impulswerkstatt von Myriade. Ziel ist es etwas Kreatives zu einem oder beiden vorgeschlagenen Bildern zu erstellen. Hier könnt ihr alles darüber lesen: *KLICK*
Die aktuellen Bilder zur aktuellen Impulswerkstatt findet ihr hier: *KLICK*

Ich habe eine Geschichte aus den vier Bildern in „richtiger“ Reihenfolge gewoben. War spannend sich durch Bilder leiten zu lassen.

Hexenfreunde für immer

Rowena, die eigentlich Mira hieß, und Aradia, die eigentlich Judith hieß, schritten hocherhobenen Hauptes den Waldweg entlang. Das mussten sie auch, denn die Roben, die die beiden Mädchen trugen, waren ihnen zu groß. Eigentlich gehörten sie Rowenas Mutter, die sich an Halloween mit ihrer Freundin als irgendwas Traditionelles verkleidet hatten, doch Rowena und Aradia waren sich sicher, dass es in Wirklichkeit Hexenkleider waren. Rowenas Mutter wusste das nur nicht. Immer wieder verfingen sich ihre Roben in dem Geäst und sie mussten sich gegenseitig befreien, aber keine der beiden sah es ein, die Gewandung abzulegen. Sie waren auf einer gefährlichen Mission, denn nur sie konnten die Hexenwelt noch retten. Als sie nach einer Viertelstunde endlich ihr Ziel erreicht hatten, waren beide durchgeschwitzt.

„Ich verstehe nicht warum Mama wollte, dass wir auch noch Jacken unter die Roben ziehen,“ jammerte Rowena und ließ sich auf einen Baumstamm fallen.

Aradia zuckte mit den Schultern „Erwachsene sind eben komisch.“. Statt sich neben Rowena zu setzen, suchte sie nach geeigneten Zauberstäben. An einem Strauch wuchsen bereits die ersten Knospen. Aradia entschied sich für zwei besonders schöne Äste und brach sie ab. Für sich selbst nahm sie natürlich den schöneren Zweig, den anderen reichte sie Rowena. Entschlossen nickten sie sich zu und gingen zu dem kleinen ausgetrockneten Teich, bei dem sie DAS Zeichen gesehen hatten.

„Da,“ flüsterte Rowena. Sie zeigte auf einen Zweig in Form eines Ypsilons, eingelassen in den ausgetrockneten zersprungenen Boden. „Das Tor zu Unterwelt. Wir müssen es schließen.“

Aradia nickte ernst und nahm Rowenas Hand. Sie richteten ihre Zauberstäbe auf das Tor zu Unterwelt und stellten sich so fest sie konnten vor, wie es sich schließen würden. Aradia stellte sich ein riesiges Schloss vor und Rowena einen großen Stein, den sie darauflegen würden.

Eine gefühlte Ewigkeit später traute sich Aradia ihre Augen zu öffnen, doch sie sah nichts. Sie drückte Rowenas Hand etwas fester, woraufhin diese ihre Augen ebenfalls öffnete.

„Es hat nicht funktioniert, oder?“ fragte Aradia.

Rowena zuckte mit den Schultern. In dem Moment hörten sie einen lauten Knall und ein Vogel landete direkt vor ihren Füßen. Direkt auf dem Zeichen. Nur wenige Sekunden, dann stob er wieder davon und hinterließ Verwüstung. Der Ast war zerbrochen und der Boden sah aus, als hätte jemand darübergewischt. Aradia und Rowena warfen sich ängstliche Blicke zu, dann rannten sie schreiend davon, weil sie sich vor dem fürchteten, was sie eben vollbracht hatten. Erst als sie so außer Atem waren, dass sie nicht mehr laufen konnten, hielten sie an. Aradia war die erste, die zu lachen begann, dann stimmte Rowena ein.

„Hexenfreunde für immer?“, fragte Rowena. Aradia nickte verschworen. Hand in Hand gingen sie zu Rowenas Haus, vor dem deren Vater bereits ein kleines Lagerfeuer gemacht hatte.

„Wollte ihr ein echtes Grillwürstchen?“, fragte er.

Rowena und Aradia nickten und setzten sich auf die Bank vor dem Feuer.

„Ihr seht ja albern aus,“ rief Rowenas Bruder lachend. Auch Rowenas Vater grinste, sagte aber nichts zu ihrem Aufzug. Rowena und Aradia störte das nicht. Sie wussten, was sie heute Großes vollbracht hatten. Auch Jahre später würden sie sich an diesen Moment erinnern. Eine in schickem Einteiler gekleidete Mira, die eigentlich Rowena hieß, würde fragen: „Hexenfreundinnnen für immer?“ und eine in einem festlichen Kleid gekleidete Judith, die eigentlich Aradia hieß, würde verschwörerisch nicken.

8 Kommentare zu „Hexenfreunde für immer | Impulswerkstatt

  1. Ha, mag ich sehr, das kommt mir überaus realistisch vor 😉
    (In deinem Text spukt übrigens noch eine Brunhilde herum, hast du die Namen geändert oder hab ich was nicht kapiert? 😉)
    Morgenkaffeegrüße mit leichtem Schneefall 😉🌨️☕🍪👍

    Gefällt 1 Person

    1. Ein bisschen was ist der Realität entliehen, aber wir haben uns leider nie coole Namen gegeben oder die Unterwelt verschlossen. Aber andere coole Dinge gemacht. 😉
      Und ja, habe den Namen geändert. Ups. Danke.
      Morgenteegrüße mit hängenden Wolken. 🙂

      Gefällt 1 Person

      1. Okay, das mit der Unterwelt ist ja eher so was wie das Internet abschalten … 😉 War zu meiner Zeit noch nicht dran, ich bin älter 😁👍
        (Ist mit dem großen Stein da noch eine Brunhilde oder zieht mein Browser nicht mit?)

        Gefällt 1 Person

  2. Ich finde keine Brunhilde mehr, aber eine reizende Mädchengeschichte, die tatsächlich genau so passiert sein könnte. Hier switcht du nicht zwischen zwei Fantasiewelten sondern zwischen Realität und einer von den Protagonistinnen erfundenen Fantasiewelt und das sehr gekonnt. Ich mag besonders die Details, die das Ganze so glaubwürdig machen; die Jacken auf denen die Mutter bestanden hat, die Grillwürstchen und der lästernde Bruder …
    Herzlichen Dank für den schönen Beitrag !

    Gefällt 2 Personen

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