Das magische Haus – Finale | abc-etüden

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Dies ist ein Text zu den abc.etüden von Christiane. Ziel ist es 3 Worte in 300 Zeichen unterzubringen. Die Schreibeinladung für die Wochen 26+27 beinhaltet die Worte „Reagenzglas“, „übermächtig“ und „vergessen“, gesponsert von Stepnwolf.

Dies ist eine Fortsetzung. Der erste Teil heißt „Der magische Garten“, daher die seltsame Nummmerierung. Die anderen Teile findet ihr hier:
Teil 1 + Teil 2
+ Teil 3 + Teil 4+ Teil 5 + Teil 6 + Teil 7 + Teil 8

Das magische Haus – Finale

Magarete erfuhr nie, was es mit Walpurga und dem Haus auf sich hatte, doch sie vergaß sie nie. Wenn Walpurga böse war, warum hatte sie sie gehen lassen? Es blieb Magarete unerklärlich, also erfand sie eine Geschichte, die genauso wahr sein konnte:

Vor einigen Hundert Jahren lebte eine Hexe, die magische Gegenstände sammelte. Die Magie sammelte sich, wuchs, gedieh und wurde so übermächtig, dass sie das Haus zum Leben erweckte. Da das Haus Energie brauchte, um am Leben zu bleiben, band es die Hexe an sich. Leider leben Menschen nicht so lange wie Steine und so musste immer, wenn eine Hexe an ihrem Lebensende stand, eine neue Hexe ihren Platz einnehmen. Sie wurde geschult bis die alte Hexe schließlich starb. Dies ging einige Jahrhunderte gut, bis eine Hexe namens Walpurga, den Kreis durchbrechen wollte. Sie belegte einen Spiegel mit einem Zauber, der das Mädchen warnte, das ihren Platz einnehmen wollte. Der Preis dafür war ihr Leben. Das Haus war so erzürnt, dass es die Hexe tötet und dadurch sich selbst in den Flammen vernichtete.

Magarete gefiel ihre Version der Geschehnisse, doch eines konnte sie nie mit ihrer Geschichte vereinbaren: Die Scherbe des Spiegels. Magarete holte jedes Jahr die Scherbe heraus und betrachtete ihr Spiegelbild. Es sprach nie wieder, aber es alterte. Jedoch nicht mit Magarete, sondern es alterte schneller. Als Magarete 16 Jahre alt war, hatte ihr Spiegelbild bereits Falten um die Augen und den Mund. Als sie 25 wurde, legte ihr Spiegelbild das Reagenzglas hin und tauschte es gegen einen Gehstock. Als Magarete 40 wurde, lächelte sie in der Scherbe eine Frau an, deren Leben am seidenen Faden hing.

Magarete verstand es nicht. Der Gerichtsmediziner, der ihre Leiche untersuchte, auch nicht. Vor ihm lag eine 42jährige Frau, die, wenn man es so ausdrücken wollte, an Altersschwäche gestorben war.

10 Kommentare zu „Das magische Haus – Finale | abc-etüden

  1. Liebe Katha,
    ich mag das Ende sehr, weil es so mysteriös und düster ist! Es erinnert mich jetzt ein bisschen an das Schicksal von Dorian Gray, obwohl er und deine Protagonistin aus anderen Gründen gestorben und im Spiegel bzw. Porträt schneller gealtert sind. Es wirkt fast, als sei der Geist von Walpurga auf Magarete übergesprungen und hat ihren Körper somit innerlich schneller altern lassen. Aber wer weiß, was deine eigentliche Lösung dazu ist. ^^

    Liebe Grüße
    Alina

    Gefällt 1 Person

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