prost mahlzeit | Impulswerkstatt

Dies ist ein Text zu der Impulswerkstatt von Myriade. Ziel ist es etwas Kreatives zu einem oder beiden vorgeschlagenen Bildern zu erstellen. Hier könnt ihr alles darüber lesen: *KLICK*
Die aktuellen Bilder findet ihr hier: *KLICK*

Mir hat es letztes Mal so Spaß gemacht die Bilder zu verknüpfen, also habe ich das nochmal getan und sie wie einen zeitlich Ablauf geschrieben. Ich sehe Sachen eher positiv, aber an dem Tag hatte ich zu viele schlechte Nachrichten durchwühlt und das Gefühl, dass die Menschheit eh verloren ist. Na dann, ….

prost mahlzeit

weil du neu warst und frei. vor
jahrmillionen bist du erschaffen
worden. sand, steine, ursuppe,
es blitzt. füße haben noch keine
richtung, hände können nichts
formen. nur deine idee ist noch
in durchsichtigen stein gemeißelt.

weil du komplex bist, dein leben
an andere gebunden. in deiner
gegenwart musst du einem lied
folgen. deine füße und hände sind
verformt. weil deine noten nicht
von dir erzählen. du wartest hier.

weil du einen traum hast, ein ziel.
du willst die zukunft ausfüllen. mit
blauem himmel und grünen gras.
und die uhr vom rasenmäher tickt
und die wolken ziehen. du rennst
ihr entgegen, aber sie ist schon hier.

weil du fliegen, weil du mauern
einreißen willst, aber zwischen
maurern schläfst. ein möwenblick
über die geformte welt. du willst
zurück, doch der sand ist stein und
die steine sand. die ursuppe ist
bereits verkocht. prost mahlzeit.

Die weiße Welt | Writing Friday

Dies ist ein Text zu der Aktion „Writing Friday“ von Elizzy. Jeden Freitag wird zu einem der vorgegebenen Themen veröffentlicht. Die aktuellen Themen und eine Liste aller Teilnehmer findet ihr auf Elizzy’s Seite.

Thema: Schreibe eine Geschichte und lass folgende Wörter mit einfliessen: Schnee, herrlich, kristallklar, aufgeregt, Wollmütze

Die weiße Welt

Er lief in eine Welt aus Weiß. Aufgeregt erkundete er Schneeberge, Eishöhlen, Rutschpartien und Puderzuckerpisten. Beobachtete die Gegebenheiten dieser einzigartigen Welt. Wie ein Forscher in einem neuen Land kartierte er alles genau in seinem Kopf. Oftmals blieb er stehen, um seine Gedankenkarte zu ergänzen. Hier ein Weg, der sich gabelte, dort ein Berg, der steiler war, als man ihm ansah. Schnee sammelte sich in der Falte seiner Wollmütze und wuchs empor, ummantelte sie, bis man ihre gelbe Farbe nur noch erahnen konnte. Eiskristalle wuchsen und verdeckten das Grün seiner Jacke, breiteten sich über das Blau seiner Jeans aus, um letztendlich die hellbraunen Stiefel zu erobern. Nur die kleinen roten Hände brannten sich durch die eisige Welt und die rote Nase atmete sich ihren Weg frei. Als die Nacht kristallklar hereinbrach, war ihm klar, dass es zu Ende ging. Sein Lebenswerk war vollbracht. Er ließ sich in eine Schneewolke fallen und beobachtete die aufgehenden Sterne. „Herrlich„, dachte er, als nach und nach erst seine Hände und dann seine Nase erloschen.

Gespräche mit Rüdiger – Tierethik II | abc.etüden

Dies ist ein Text zu den abc.etüden von Christiane. Ziel ist es 3 Worte in 300 Zeichen unterzubringen. Die Schreibeinladung für die Wochen 1 + 2 beinhaltet die Worte „Zetermordio, weichmütig, backen.“, gesponsert von Ludwig Zeidler

Gespräche mit Rüdiger – Tierethik II

Rüdiger habe ich seit drei Tagen nicht gesehen. Ich mache mir Sorgen und unser letztes Gespräch will mir nicht aus dem Kopf gehen. Ich backe Kekse zur Ablenkung.

„Da bin ich kurz weg und es gibt nichts mehr zu essen.“

„Rüdiger! Wo warst du? Nach dem Zetermordio letztes Mal…“

„Hältst du dich für tugendhaft?“

Ich sehe Rüdiger verblüfft an. „Tugendhaft, sowas wie ehrlich und mutig?“

Rüdiger nickt. Ich fülle seinen Napf und er schlingt ein paar Happen herunter.

„Ich bemühe mich. Wieso fragst du?“

Weiterlesen „Gespräche mit Rüdiger – Tierethik II | abc.etüden“ →

deine haare fallen aus | Der Dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte geschrieben habe, habe ich den Dienstag zum Gedichtetag erklärt und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben.
Mit von der Partie sind bisher:

Stachelbeermond
Mutigerleben
Wortgeflumselkritzelkrams
Werner Kastens
Findevogel
Berlin Autor
Nachtwandlerin
Lindas x Stories
La parole a été donnée à l’homme
Gedankenweberei
Emma Escamila
Wortverdreher
Lebensbetrunken
Vienna BliaBlaBlub
Heidimarias kleine Welt
Traumspruch

Heute auch dabei Red Skies over paradise


deine haare fallen aus

deine haare fallen aus. kleben wie
spinnweben an dem kopfkissen. ich
sehen durch deine federn den alten
kämpfer schimmern. sein schwert
zittert vor wut und enttäuschung.
warum du. warum ich. das schild
ist gehoben. die kanten stoßen an
den reißverschluss. in deinem bett
herrscht krieg. der gegner sitzt in
der matratze. gestern. wenn ich
meine stimme hebe kommen doch
nur decken heraus. ich möchte das
laken wechseln, und werfe dabei
die lampe um.

sagt das neue jahr | Writing Friday

Dies ist ein Text zu der Aktion „Writing Friday“ von Elizzy. Jeden Freitag wird zu einem der vorgegebenen Themen veröffentlicht. Die aktuellen Themen und eine Liste aller Teilnehmer findet ihr auf Elizzy’s Seite.

Thema: Anders als sonst, möchte ich dieses Jahr keine Vorsätze von euch sondern “Nicht Vorsätze“! – Also was möchtet ihr dieses Jahr nicht (mehr) tun oder erleben? Welche Vorsätze legt ihr auf Eis? Oder auch; welche schlechten Gewohnheiten streicht ihr aus eurem Leben?

sagt das neue Jahr

wie eine dampfmaschine. druck baut sich
auf. meine atemwege explodieren. mein
kopf dreht. ruhe. sagt das neue jahr. schalte
einen gang zurück. lass etwas dampf raus.

wie eine tausendjährige autobiographie. punkt
wort punkt wort. tue das. der einband bricht
und die zeit zuckt. weniger. sagt das neue jahr.
nimm worte raus. verteile punkt komma strich.

wie ein marathonläufer. die muskeln brennen.
das gold glänzt, aber der lack ist ab. ich sehe
den hinterkopf vom vordermann. langsamer.
sagt das neue jahr. jeder hat sein eigenes tempo.

Essstörung und Schwangerschaft | Schwangere Gedanken

Ich gibt bereits drei Texte in der Reihe
1. Über Abtreibung *Klick*
2. Wie man Schwanger zu sein hat *Klick*
3. Ein Podcast *Klick*
Der folgende Text ist noch einmal persönlicher. Ich gehe offen mit dem Thema um, auch in meinem „echten“ Leben, scheut euch also nicht, wenn ihr Fragen etc. habt.

Setzt euch hin und trinkt einen Tee, z.B. mit dem Namen die „Innere Ruhe“ oder „Harmonie“. Allerdings habe ich keine Ahnung, ob die helfen. Am besten ihr holt euch auch einen Keks und legt ihn vor euch.

Bereit? Gut!

Essstörung und Schwangerschaft

Worüber ich kaum Berichte ohne erhobenen Zeigefinger lese, sind Schwangerschaft und Essstörungen. Meistens sind diese Berichte von Reportern, die mit einem Arzt über das Thema gesprochen haben. Betroffene reden anscheinend kaum darüber. Hier also meine persönliche Erfahrung.

Meine Geschichte in ein paar Sätzen

Ich hatte schon mit 9 eine eigenartige Beziehung zu Essen und habe mir mit 12 Abführmittel eingeschmissen, dann kam die Bulimie mit Phasen der Magersucht – ein ewiges Auf und Ab. Selbst als ich Anfang 20 beschlossen habe, endlich normal zu essen hat es noch Jahre gedauert, bis sich das eingependelt habe.

Wo stehe ich jetzt?

Weiterlesen „Essstörung und Schwangerschaft | Schwangere Gedanken“ →

wo wohnt mein gemäuer? | Der Dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte geschrieben habe, habe ich den Dienstag zum Gedichtetag erklärt und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt.
Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben.
Mit von der Partie sind bisher:

Stachelbeermond
Mutigerleben
Wortgeflumselkritzelkrams
Werner Kastens
Findevogel
Berlin Autor
Nachtwandlerin
Lindas x Stories
La parole a été donnée à l’homme
Gedankenweberei
Emma Escamila
Wortverdreher
Lebensbetrunken
Vienna BliaBlaBlub
Heidimarias kleine Welt
Traumspruch

INFO: „Myna Kaltschnee“ ist jetzt mit ihrem Blog „Emma Escamila“ dabei. Liste sollte jetzt aktuell sein, außer es hat noch jemand eine Änderung.

wo wohnt mein gemäuer?

gestern haben wir unbequeme geister
aus altem gemäuer verscheucht. ich
sage. du hast dich selbst in die erste
kiste gepackt. küche steht da. bad und
wohnzimmer, schlafzimmer, flur und
für gäste. du wohnst überall. das herz
pocht unter den dielen. und wenn wir
wieder umziehen. tok tok tok. du wirst
es hören. dein herz wohnt in allen
dielen, alten, neuen, zur miete, zu
besuch. du bist immer dein eigener
gast und aus der ersten kiste ruft es.
wo wohnt mein gemäuer?

weil freiheit | Der Dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte schreibe, habe ich den Dienstag zum Gedichte-Tag erklärt und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt.
Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben.
Mit von der Partie sind bisher

Stachelbeermond
Mutigerleben
Wortgeflumselkritzelkrams
Werner Kastens
Findevogel
Berlin Autor
Nachtwandlerin
Lindas x Stories
La parole a été donnée à l’homme
Gedankenweberei
Myna Kaltschnee
Wortverdreher
Lebensbetrunken
Vienna BliaBlaBlub
Heidimarias kleine Welt
Traumspruch

Ich wünsche euch schonmal einen guten Rutsch ins neue Jahr. Auch wenn mein Gedicht diese Woche negativ ist, meine Gefühle für die Dienstagdichter*innen sind es so gar nicht. Danke für ein Jahr voller fantastischer Poesie!

weil freiheit

weil freiheit. deine haut klebt an der
wand. ihre haare liegen über dem, was
mal ihr ohr war. sein körper liegt zur
seite gesunken. du riechst verbranntes
fleisch. weil tradition. sie sitzt unter
dem bett und maunzt. er unter einem
busch. morgen wird er nicht für dich
singen. weil es spaß macht. überall
liegen ihre plastikkörper. das holz ist
wie unsere wälder bereits verbrannt.
glas knirscht, als du mit deinem auto
drüber fährst. nur einzelne idioten.
weil freiheit. deine geht dort weiter,
wo die der anderen endet. weil

muster | Impulswerkstatt

Dies ist ein Text zu der Impulswerkstatt von Myriade. Ziel ist es etwas Kreatives zu einem oder beiden vorgeschlagenen Bildern zu erstellen. Hier könnt ihr alles darüber lesen: *KLICK*
Die aktuellen Bilder findet ihr hier: *KLICK*

Ich habe für diese Runde versucht alle Bilder als Geschichte in einem Gedicht zu verweben.

muster

in der ursuppe schwimmend. wir malen
uns strukturen in das sein. wollen aus
mustern liebe lesen. alleine. zusammen
stehen wir im schneegestöber. meine
nase schmilzt muster in deine haut. dein
atem brennt meinen horizont. frei. ich
kann alleine sein. im schnee tanzen. bin
umgeben von flocken. oder am rand sitzen
bis mich der hunger holt. manche strukturen
und muster malt niemand. manchmal
bleiben horizonte unentdeckt.