manche löcher | Der Dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte schreibe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

Ich war Freitag im Friedwald. Für Sandra.

manche löcher

manche löcher, sagst du, sind erst da, wenn
einer weg ist. ich falle tiefer. hier. in diesem
namenlosen wald. suche ich nach blättern.
will mich an pilzen festhalten und an lianen
hochziehen. die äste malen bilder in meine
schneeweiße haut. wurzeln brechen meine
zehen. ich male bilder mit meinem blut. auf
dem weg zu dir. manche löcher. in diesem
hier lebt niemand mehr.hey. ich rufe, aber
das echo reißt nur tiefe wunden in die stille.
mein kopf weiß. manche löcher. und du bist
doch irgendwie noch hier.

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und wir leben im sturm | Der Dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte schreibe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende

Ich versuche immernoch dieses abstrakte Gefühl Trauer zu erfassen.

und wir leben im sturm

und wir leben im sturm. dein
haar ganz zerzaust. meines in
strähnen. läuft wie wasser die
wangen hinab. hängen über
den schultern. herunter. hände
ziehen kreise in pfütze. das
leben tropft in regenschirmen.

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sprechnebel | Der Dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte schreibe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

Noch jemand das Triell gesehen?

sprechnebel
in einem wortdschungel irren einzeln
getigerte und gestreifte, rote, grüne,
farblose, gefärbte. sie meinen, was sie
reden. aber reden nicht, was sie meinen.
satzlianen reihen sich an einige und
nicht an viele. buchstabensuppe treibt
die stämme hinunter. die affen baden
in ihrem eigenen sud. kraulen ihre
eier und lassen ihre schwänze treiben.
hinter dem dschungel versinkt die welt
im sprechnebel. die viele blinzeln kurz.

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weil meine wut ein sturm ist | Der Dienstag dichtet

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Ich habe das neue Video von Rezo gesehen und spontan was hingekritzelt. Etwas wirr, aber gerade deshalb wollte ich es nicht mehr verändern.

weil meine wut ein sturm ist

weil meine wut ein sturm ist. ich
schreie in die winde. lasse samen
meine lauten schreie tragen. eine
banschee singt. sirenen. unser aller
tod wird ausgegeben, ergossen,
gefressen, verschwiegen. wir
falten aus fleisch papierschiffe.
ich lasse mich treiben und setze
die segel auf nordsüd. wir müssen
drachen steigen lassen. heute.

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sonnenabschied | Der Dienstag dichtet

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sonnenabschied

tschüss. sage ich. zu leichten
sonnenmoment, windgekämmten
haaren, grasbekitzelten sohlen.
wir sind über warmen asphalt
gewandert. haben schatten
elegant behopst. meine haut
war sonnenbecremt, dein kopf
behütet. im nächsten sommer
bleibt das tuch leer. dann liegt
deine lachende hand in meiner.

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in einem bett | Der Dienstag dichtet

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in einem bett

in einem bett. nicht deinem. ich
fühle mich alleine für dich. und
voller angst. insekten krabbeln
durch deinen körper. brüste, leber,
lunge, gehirn. in deinen windungen
wispert das leben. ich hoffe wir
sehen uns bald wieder.

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haare | Der Dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte schreibe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

haare

seit heute fallen meine haare
aus. wie laub. rot, braun, gelb.
die follikel auf dem boden sind
wie pflastersteine. ich schreite
holprig auf dem alten. die neuen
haare sind mir schon gestern
gewachsen.

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wenn ich etwas neues beginne| Der Dienstag dichtet

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Mein Buchprojekt ist gerade in eine kleine Sackgasse gelaufen und ich sortiere mich neu. Dabei ist mir aufgefallen, wie schwer und zugleich leicht es ist, neue Dinge zu beginnen.

wenn ich etwas neues beginne

wenn ich etwas neues beginnt. wenn ich
etwas altes aufgebe. ich schlage ein neues
buch alt auf. wörterwinde schlagen mir
entgegen. ein orkan aus gelesen, gewusst,
und ungeschrieben. ich sortiere in der
buchstabensuppe die vokale aus. damit
nicht zuviele ahs und ohs darin stehen.
was, wenn ich die adjektive verwechsle?
ich atme seiten und meditiere über
kopfzeilen. einige überschriften werden
zu unterschriften. einige flattermomente
zu harten zahlen. in einer welt aus vielen
bin ich nur eins. heute ein altes. morgen
ein neues. übermorgen erwartet mich.

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meer lachen | Der Dienstag dichtet

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Wir waren mit Little J an der Ostsee.

meer lachen

der wind wogt in wellen an meine
meeresbeine. die füße bitzeln von
den schaumkronen. und ich stehe
hier in deinem plätschernden lachen.
während mir sand die wirbelsäule
hinunterrieselt. ein muschelglucksen.
keckern wie eine möwe. deine stimme
trägt wind, deine freude formt meer.

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trocken | Der Dienstag dichtet

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trocken

trocken ist sie, meine abgestorbene
haut. ich sammle sie vom boden.
wie ein puzzle baue ich ein zweites
ich. nähe mit haaren. kreuzknoten.
das davor läuft mir nun nach. alte
lebenspläne sind eintattowiert. die
farbe läuft über steingewordene
zehennägel und gezogene zähne.
am ende des tages sollte ich das
vergangene verbrennen. und doch.
kann man sein früher umkreisen?

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