manche löcher | Der Dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte schreibe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

Ich war Freitag im Friedwald. Für Sandra.

manche löcher

manche löcher, sagst du, sind erst da, wenn
einer weg ist. ich falle tiefer. hier. in diesem
namenlosen wald. suche ich nach blättern.
will mich an pilzen festhalten und an lianen
hochziehen. die äste malen bilder in meine
schneeweiße haut. wurzeln brechen meine
zehen. ich male bilder mit meinem blut. auf
dem weg zu dir. manche löcher. in diesem
hier lebt niemand mehr.hey. ich rufe, aber
das echo reißt nur tiefe wunden in die stille.
mein kopf weiß. manche löcher. und du bist
doch irgendwie noch hier.

Stachelbeermond
Mutigerleben
Wortgeflumselkritzelkrams
Werner Kastens
Findevogel
Berlin Autor
Nachtwandlerin
Lindas x Stories
La parole a été donnée à l’homme
Gedankenweberei
Emma Escamila
Wortverdreher
Lebensbetrunken
Vienna BliaBlaBlub
Heidimarias kleine Welt
Traumspruch
Red Skies over Paradise
Your mind is your only limit
Dein Poet
Geschichte/n mit Gott

11 Kommentare zu „manche löcher | Der Dienstag dichtet

  1. Bei uns im Norden sagte man früher: das Leben ist löchrig wie ein Schweizer Käse. Löcher, die man selbst hineingebohrt hat oder Löcher, die Andere absichtlich oder unabsichtlich hineingerissen haben oder durch den Verlust von Menschen gerissen werden, denen man verbunden war.
    Daran musste ich denken, als ich Dein Gedicht (in Deinem unnachahmlichen Stil geschrieben) gelesen habe.

    P.S.:
    wer sich für Psychologie interessiert: es gibt dort tatsächlich ein sog. Schweizer-Käse-Modell in Bezug auf Verkettung von Unfallursachen.

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  2. Ich rolle und fühle gedanklich mit dir … und dachte gerade, am Ende ist es im Leben doch wie mit den Maulwurfshügeln. Manche Löcher lassen sich nicht schließen, und wenn doch, werden an anderer Stelle neue entstehen. Sie sind Teil der Natur, doch leider nicht immer dazu bestimmt, uns mit Freude zu erfüllen. Gleichzeitig bleibt die Hoffnung, dass so manches Loch, in das wir fallen, uns eines Tages hilft, aus einem anderen Loch gestärkt emporzusteigen. Herzliche Grüße!

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  3. Manche Löcher, die sich dann auftun, kann man nicht mal mehr übermalen. Es gilt mit Ihnen zu leben, ohne immer wieder über sie oder in sie hinein zu stolpern. Oh, ich glaube ich möchte Loch-Metapher irgendwie textlich noch mal aufgreifen.

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