
Dies ist ein Text zu den abc.etüden von Christiane. Ziel ist es 3 Worte in 300 Zeichen unterzubringen. Die Schreibeinladung für die Wochen 36 + 37 beinhaltet die Worte „Schlick, putzen, ominös“, gesponsert von Ludwig Zeidler.
Wirre Gedanken, weil eine Freundin verstorben ist. Eigenlich wollte ich nichts darüber schreiben, aber ich denke sowieso dauernd daran, also kann ich auch drüber schreiben.
Schlick
Schlick, der
bildet sich aus Lebendigem, zwischen etwas, meist im Wasser, manchmal in Freundschaften, Beziehungen oder danach. Wenn einer geht, bleibt beim anderen meist dieser Schlick zurück. Schmuckstücke, Briefe, eine Socke, Zahnpastaspritzer am Spiegel, Erinnerungen an Gespräche, Erinnerungen an nicht geführte Gespräche, Reue, Restliebe, Restwut und dieser eigenartige Geruch. Wenn man all das aus seinem Leben entfernt, wenn man jede Ecke seiner Wohnung, jede Ecke seines Gehirns fein säuberlich putzt, bleibt dennoch etwas zurück. Lebendiges lässt sich nicht wegwischen, Erlebtes schon gar nicht. Manchmal ist es einfacher alles in Kisten zu packen, große und kleine, beklebte, beschriftete, kaputte, mehrfach verwendete und neue unbenutzte. Kisten kann man gut stapeln, zum Beispiel in eine Ecke oder dem Dachboden, wenn man einen hat. Dann braucht man nur noch das Glück, dass genug Zeit vergeht, bis man sie aus Versehen öffnet.




