Pink-Blau-Sperre | Mama Gedanken

Da es mir in meiner Reihe „Schwangere Gedanken“ so viel Spaß gemacht hat, mich über Klischees und Erwartungen an Schwangere aufzuregen, habe ich mir überlegt fortzufahren, denn auch an Mütter gibt es eine Reihe von unsinnigen Erwartungen.
Hier findet ihr alle Texte zu dem Thema: *Klick*

So, ihr kennt das: Macht euch einen Tee, holt euch einen Keks und los geht’s.

Ich wurde als ich schwanger war mal gefragt, ob ich „Team Rosa“ oder „Team Blau“ bin. Ich habe Team Rot geantwortet, weil ich dachte die fragende Person spricht über Pokemon. Das Geschlechterrollen-Klischees so krass auf Babys übertragen werden, hätte ich nie vermutet und dann bin ich bei Baby-Einrichtungskram, Spielzeug und Kleidung gelandet – Zusammengefasst: Oi.

Erstmal Historisches

Um meinen Rant einmal wissenschaftlich zu beginnen, ein paar Fakten zu den Farben Rosa und Blau. Eigentlich war die Sache nämlich mal andersherum. Rot als Signalfarbe galt in vielen Kulturen als Zeichen für Stärke und damit einhergehend auch für Männlichkeit. Rosa, als blassere Variante von Rot, war die Farbe für Jungen. Blau hingegen stand für Reinheit. Man sieht vor allem Jungfrau Maria auf Bilder mit blauem Gewand. Daher war Blau die Mädchenfarbe. Irgendwann in den 40ern gab es dann den Umschwung, wahrscheinlich wegen den blauen Matrosenanzügen, aber auch der Einzig der pinken Barbie hatte einen Anteil daran. Btw. waren Babys früher meistens weiß gekleidet. Kann ich nachvollziehen, denn Milchkotze sieht auf allem farbigen scheiße aus.

Und heute?

Heute wird das einfach als gegeben hingenommen. Blau ist männlich, rosa weiblich und das mit Macht. Sobald bekannt ist, welches Geschlecht das Kind hat, wird anscheinend alles in passender Farbe gekauft. Den Eindruck habe ich nicht nur durch das Internet (Gender Reveal- und Baby-Partys lassen grüßen) aber auch beim Shoppen. Ich habe versucht neutrale Socken zu bekommen, weil mein Sohn ganz verschiedenfarbige Hosen hat. Schließlich bin ich auf Second-Hand umgestiegen. Bei normaler Kleidung will ich gar nicht schauen, aber das, was wir haben (alles geschenkt von Freunden/Bekannten, deren Kinder rausgewachsen sind) ist auch sehr nah an der Colour-Codierung für Kinder.

Einhörner, Piraten und so weiter

Bei den Farben hört das leider nicht auf. Auf „Jungsklamotten“ sind meist Piraten, Dinosaurier, Kräne und Autos, auf „Mädchenklamotten“ Feen und Einhörner. Als wäre es genetisch vorgesehen, wer für was Interesse entwickeln wird. Also ich stand als Kind auf Dinosaurier. Ist bei der Einrichtung nicht anders. Da wir alles gebraucht nehmen (über die Geldmacherei bei Thema Geburt und Babys rege ich mich zu einem anderen Zeitpunkt auf), haben wir nicht die Wahl, aber irgendwie nervt mich der Kran-Body und die blauen Autosocken tierisch.

Was ziehe ich daraus?

Mein Sohn kriegt irgendwann einen rosa Pulli angezogen. Ihm ist das Wurst und ich freue mich darauf, Leute die fragen, darüber aufzuklären, dass vor ihnen tatsächlich ein Junge im rosa Pullover sitzt.

14 Kommentare zu „Pink-Blau-Sperre | Mama Gedanken

  1. Mein Sohn hat bis zu einem gewissen Alter rosa geliebt und hat sich auch nicht gescheut – zumindest zu hause – im rosa Tütü rumzulaufen. Leider war dann irgendwann der Druck schon im Kindergarten recht groß…. Ansonsten geht es mir wie dir – gewisse Sachen sind ja süß anzusehen, aber ich wünschte und wünsche mir mehr bunt in allen Richtungen!

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  2. Liebe Katharina,
    ich versteh dich gut. Inzwischen, anders als noch bei meinen Kindern oder den beiden ersten Enkelkindern, gibt es ja Gott sei Dank auch sehr vieles in anderen Farben zu kaufen.
    Aber ja – doof finde ich es auch.
    Und das mit den Farben wusste ich auch schon bei meinen Kindern.
    Liebe Grüße
    Judith

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  3. Leider wahr. Ich drücke die Daumen! Bei unserem Sohn war mit drei irgendwann Schluss. Er kam aus dem Kindergarten und erklärte Rosa und Lila für jungs-untauglich. Aber: Wir haben umzugsbedingt die Kita gewechselt und da gibt es ein paar „Regelbrecher“ und es scheint sich jetzt zu entspannen. Unter Eltern kenne ich glücklicherweise viele, die sich bemühen, dagegen zu arbeiten. Meine Tochter (2) hat diesen Sommer übrigens ein buntes Dino-Shirt mit rosa Elementen bekommen. Ich war so froh, das bei den Mädchensachen zu sehen, dass ich einfach zuschlagen musste 🙂

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    1. Ich hoffe, das ist bei uns ind er Gegend auch eher entspannt. Hier sind alle sehr öko und alternativ, vielleicht spiegelt sich das auch in der Baby-Farbkodierung. 😉
      Also an einem Dino-Shirt wäre ich auch nicht vorbeigekommen. Bisher habe ich aber noch keines in unserer Klamottensammlung gefunden. Vielleicht muss ich doch mal was kaufen. 😉

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