rotziges elfchen | Der Dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte schreibe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

Nachdem Baby 3 Tage über 39 Grad Fieber hatte, dachte es, es sei ne super Idee auch die Eltern anzustecken. Hier alles was heute an Kreativität in mir steckt:

rotziges elfchen

törööö
erschallt liebliches
jammern, schnaufen, stöhnen
das letzte taschentuch fällt
rotnasenkonzert

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Der verrückte Tisch | abc.etüden

Dies ist ein Text zu den abc.etüden von Christiane. Ziel ist es 3 Worte in 300 Zeichen unterzubringen. Die Schreibeinladung für die Wochen 14 + 15 beinhaltet die Worte „Erzählstoff, sanft, vibrieren“, gesponsert von mir.

Der verrückte Tisch

Sie nahm einen tiefen Atemzug. Der graue Hoodie roch nach ihm, nach Schweiß, nach dem Mittagessen von Gestern und einer heimlichen Zigarette. Das schwarze Shirt roch nach Waschpulver und einem Hauch frisch gemähtes Gras. Sicherlich hatte er es zum Trocknen in den Garten gehängt. Außer diesen Erzählstoffen gab es viele Gegenstände und Ecken in der Wohnung, die ihre eigene Geschichte erzählten. Dort in der Ecke stand eine große Vase, die die etwas abgeschabte Tapete dahinter verbarg. Das war vor einigen Monaten passiert. Sie hatte renovieren wollen, doch ihm hatte das so gar nicht gefallen. Genauso wenig die neue Reihenfolge der Bücher, doch er war zu faul es zu ändern, nachdem sie sie neu sortiert hatte. Bei der Aktion war einer der Buchbände leicht beschädigt worden. Upsi. Sie war nicht die Geschickteste, das gab sie zu. Daneben stand die Gitarre, die er lange nicht mehr benutzt hatte. Sie erinnerte sich an Abende voller sanfter Klänge, aber auch Phasen, in denen die schiefen Töne ihre Ohren belästigten.

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Die Decke | abc.etüden

Dies ist ein Text zu den abc.etüden von Christiane. Ziel ist es 3 Worte in 300 Zeichen unterzubringen. Die Schreibeinladung für die Wochen 14 + 15 beinhaltet die Worte „Erzählstoff, sanft, vibrieren“, gesponsert von mir. 😉

Die Decke

Für Henry war der Webstuhl ein Pinsel, mit dem er Bilder in Stoff malte. Er nannte seine Arbeiten „Erzählstoffe“. Bereits in zahlreichen Ausstellungen hatte er seine Arbeiten ausgestellt und war von Kritiker hoch gelobt worden, doch mit den Jahren schien er nachzulassen. Er wurde immer weniger ausgestellt und nahm immer mehr Privataufträge an. Er wurde gut bezahlt, aber die Arbeit erfüllte ihn nicht.

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taschenklingeln | Der Dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte schreibe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

Ich bin seit Gestern entsetzt. Erst fallen Beschränkungen, dann Masken, jetzt die Quarantäne. Das Morden hat begonnen. Ich bin so desillusioniert gerade…

taschenklingeln

bei jeden schritt klingelt es. in ihren
taschen liegen gold, silber, wertvolles
papier, ein paar diamanten und der
rest ihres verstandes. ein paar fusseln
halten das taschengemisch zusammen.
wie war das noch, als wir damals echte
menschen waren? als wie wussten, wie
es in langen weißen gängen aussieht?
während sich zu dem taschenklingeln
das leise geräusch von zertretenen
gehirnen und herzen mischt. war da
was? denken sie noch. dann streifen
sie ihre blutigen schuhe an der seidenen
füßmatte ab. das ist ja echt ekelhaft.

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Die gehen auch zum Scheißen aufs Klo | abc.etüden

Dies ist ein Text zu den abc.etüden von Christiane. Ziel ist es 3 Worte in 300 Zeichen unterzubringen. Die Schreibeinladung für die Wochen 12 + 13 beinhaltet die Worte „Birke, blumig, entgiften“, gesponsert von Ich lache mich gesund.

Die gehen auch zum Scheißen aufs Klo

„Das ist also dieses Internet?“, fragte Doris.

„Ja, Oma,“ antwortete ihre Enkelin Sarah und grinste dabei. Doris ließ sich nicht irritieren. Sie wusste, dass sie keine Ahnung von der neuen Technik hatte. Man konnte eben nicht alles wissen, aber man konnte alles lernen.

„Was gibt es noch? Was siehst du dir an, wenn du stundenlang auf dein Handy starrst?“

Sarah grinste. „Am liebsten bin ich auf Insta. Da kann man Bilder hochladen. Das ist so einen Art Fotoalbum.“

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Hexenfreunde für immer | Impulswerkstatt

Dies ist ein Text zu der Impulswerkstatt von Myriade. Ziel ist es etwas Kreatives zu einem oder beiden vorgeschlagenen Bildern zu erstellen. Hier könnt ihr alles darüber lesen: *KLICK*
Die aktuellen Bilder zur aktuellen Impulswerkstatt findet ihr hier: *KLICK*

Ich habe eine Geschichte aus den vier Bildern in „richtiger“ Reihenfolge gewoben. War spannend sich durch Bilder leiten zu lassen.

Hexenfreunde für immer

Rowena, die eigentlich Mira hieß, und Aradia, die eigentlich Judith hieß, schritten hocherhobenen Hauptes den Waldweg entlang. Das mussten sie auch, denn die Roben, die die beiden Mädchen trugen, waren ihnen zu groß. Eigentlich gehörten sie Rowenas Mutter, die sich an Halloween mit ihrer Freundin als irgendwas Traditionelles verkleidet hatten, doch Rowena und Aradia waren sich sicher, dass es in Wirklichkeit Hexenkleider waren. Rowenas Mutter wusste das nur nicht. Immer wieder verfingen sich ihre Roben in dem Geäst und sie mussten sich gegenseitig befreien, aber keine der beiden sah es ein, die Gewandung abzulegen. Sie waren auf einer gefährlichen Mission, denn nur sie konnten die Hexenwelt noch retten. Als sie nach einer Viertelstunde endlich ihr Ziel erreicht hatten, waren beide durchgeschwitzt.

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aprilwetter | Der Dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte schreibe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

aprilwetter

durch frühlingsstürme im feucht
fröhlichen aprilwetter. wir betrinken
uns an sonnensichtungen. nehmen
eine nase schneeglöckchen. noch
einmal an der osterglocke lecken.
dann ist sommerzeit. zumindest
hier. woanders liegt winterwetter
zwischen häuserfluchten versteckt.
man spürt wie zeitweise ein newstief
flockenhaft auf gedanken liegt.

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hummeln im popo | Writing Friday

Dies ist ein Text zu der Aktion „Writing Friday“ von Elizzy. Jeden Freitag wird zu einem der vorgegebenen Themen veröffentlicht. Die aktuellen Themen und eine Liste aller Teilnehmer findet ihr auf Elizzy’s Seite.

hummeln im popo

weil es surrt, und flattert und fliegt.
schwarz, gelb, plüschig. sitze ich da
drauf, auf diesen unruhegeistern.
komme selbst nicht zu ruhe. wenn
mein popo vibriert und meine beine
nervös tanzen. machen. will ich. tun.
mein schreibtisch ist meine couch,
meine couch ein arbeitsplatz. mein
kopf liegt auf aufgefluffter tastatur.
manchmal wünschte ich, ich könnte
die kleinen biester einfach in einen
sack stecken. zugezogen mit einer
kordel aus ruhe. und bringe es doch
nicht übers herz. also so surren sie
vor sich hin. und in mich hinein.

windwärts | Der Dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte schreibe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

Hab wieder zu viel über Krieg nachgedacht.

windwärts

und ihre haare hängen im sturm.
windwärts kann man den regen
riechen. im sturm hinauf das
frühlingshafte gewitter. die zeit
wird bald verdreht, nur nicht weit
genug, um was zu ändern. ich will
ihnen sonnenschein reichen, aber
um die jahreszeiten steht es schlecht.

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Tassenfreunde | abc.etüden

Dies ist ein Text zu den abc.etüden von Christiane. Ziel ist es 3 Worte in 300 Zeichen unterzubringen. Die Schreibeinladung für die Wochen 10 + 11 beinhaltet die Worte „Zylinder, rau, blühen“, gesponsert von MakeAChoiceAlice.

Mist. Ich habe den Beitrag auf nächsten und nicht diesen Samstag getimed und es erst eben gemerkt. Also hier meine viel zu späte Etüde.

Tassenfreunde

Die ersten Osterblumen schießen aus dem Boden, während die Veilchen bereits blühen. Der Frühling ist auf dem Vormarsch. Frau Varga holt ihren Klappstuhl aus dem kleinen Gartenhäuschen, setzt sich auf die Terrasse und breitet eine Decke über ihren Beinen aus. Die Sonne scheint zwar, aber das Wetter ist noch etwas rau. Nachts wird es kalt, bis unter null Grad, und tagsüber weht ein kalter Wind. Trotzdem will Frau Varga, wie jedes Jahr, den Frühling gebührend begrüßen. Aus ihrem Tragekorb packt sie eine Thermoskanne aus und füllt sich Tee in ihre „Die beste Oma der Welt“-Tasse ein. Der Duft von Hagebuttentee vermischt sich mit der wohlriechenden Frühlingsluft. Gerade will sie sich entspannen, als Herr Kiekenbusch von nebenan seinen Motor aufheulen lässt. Frau Varga zuckt zusammen, so sehr das etwas Tee auf den Boden tropft. Nun wird der Motor wieder leise, dafür ertönt ein Staubsauger und laute Musik. Genervt rollt sie mit den Augen. Wird sicher bald vorbei sein, denkt sie sich. Wie lange kann es dauern ein Auto zu reinigen?

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