Frühlingserleben | Writing Friday

Thema: Beschreibe einer blinden Person den Frühlingsanfang.

Frühlingserleben

Ich höre am Morgen weckendes Vogelzwitschern, Bienensummen, Kinderlachen, Flügelschlagen, aufgeregte Hundenasen, Libellensurren, Wurzelstrecken, das letzte Salzknacken, Stilebrechen, raschelnde Röcke und flatternde Kleider.

Ich rieche Krokusse und Osterglocken, nasse warme Erde, Bärlauch, das erste frischgemähte Gras, frischgeöffnete Eisdielen, Osterfeuer, die ersten Grillenden, neuer Schnittlauch und geöffnete Jacken.

Ich fühle wärmende Sonne, weiche Blütenblätter, Katzenhaare und Hundehaare auf allen Kleidungsstücken, gewärmte Baumrinde, weichwerdendes Gras und sanfter warmer Wind im Gesicht.

Ich schmecke Himbeer- und Pistazieneis mit einer Note Zitrone, Rhabarberlimonade, Radieschen,  Kerbel, Spargel mit Soße und Schinken, Liebstöckel, Schnittlauch, Salbeitee ohne Kranksein, die erste Zitronenlimonade, Schokoosterhasen und Waffeleier.

Sie | Writing Friday

Dies ist ein Text zu der Aktion „Writing Friday“ von Elizzy. Jeden Freitag wird zu einem der vorgegebenen Themen veröffentlicht. Die aktuellen Themen und eine Liste aller Teilnehmer findet ihr auf Elizzy’s Seite.

Thema: Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter mit ein: Banane, Zahnlücke, kitzeln, Frühlingsbrise, bunt

Sie

Er zerdrückte die Banane mit der Gabel. Ein süßer gelb-bräunlicher Brei drückte sich durch ihre Zinken. Einige widerspenstige Fasern hingen fest und er musste sie am Rand der Schüssel abstreifen. Dann streute er Hafer und Cranberries auf den Bananenbrei und knetete alles durch. Die matschige Substanz drückte sich durch die Zwischenräume seiner Finger. Es fühlte sich ekelig an und kitzelte etwas.
Als alles gut vermengt war, stand er eine Weile da und betrachtete das Werk. Es fehlte noch etwas. Die Kreation sah nicht fröhlich genug aus, nicht bunt genug. Im Kühlschrank fand er einige Blaubeeren und mengte sie unter. Noch ein paar Tropfen Zitrone. Schließlich formte er kleine Kekse und legte diese gleichmäßig auf ein Blech. Warme Luft strömte ihm aus dem Ofen entgegen und erinnerte ihn an die Frühlingsbrise. Er atmete tief ein. Es roch ein wenig nach verbrannten Resten. Weiterlesen „Sie | Writing Friday“

Der letzte Sonnenuntergang | abc.etüden

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Dies ist ein Text zu den abc.etüden von Christiane. Ziel ist es 3 Worte in 300 Zeichen unterzubringen. Die Schreibeinladung für die Wochen 11+12 beinhaltet die Worte „Sonnenuntergang“, „warm“ und „fliegen“, gesponsert von Corly.

Ich sollte keine deprimierenden Dinge sehen, bevor ich schreibe. Nun ja, ich wollte es mal mit einer Kurzetüde probieren und eine Stimmung einfangen.

Der letzte Sonnenuntergang

Sie flogen zu der letzten Festung der Menschheit –  weit oben, in einem Land, dessen Namen niemand mehr kannte. Es war warm und stickig, trotz hochmoderner Belüftung. ‚Zu viele Menschen‘ sagte man und schmiss einige aus luftiger Höhe in das brodelnde Meer. Es gab keine Länder, Städte, Einheimische oder Ausländer, Freunde, Feinde oder Familien. Die Menschlichkeit war verschwunden. Während des allerletzten Sonnenuntergangs rückte die Menschheit weiter auseinander als je zuvor.

Vorfreude | Writing Friday

Dies ist ein Text zu der Aktion „Writing Friday“ von Elizzy. Jeden Freitag wird zu einem der vorgegebenen Themen veröffentlicht. Die aktuellen Themen und eine Liste aller Teilnehmer findet ihr auf Elizzy’s Seite.

Thema: Versuche “Sie war glücklich” in einer Szene zu beschreiben, ohne die Wörter “Glück” oder “glücklich” zu gebrauchen.

Die Schmetterlinge in ihrem Bauch flogen über endlos grüne Wiesen. Einige besonders Gewitzte unter ihnen bildeten Formationen und vollführten kreative Kunststückchen. Andere ließen sich auf den zahlreichen Blumen nieder. Blaue Schmetterlinge setzten sich auf Dotterblumen, Zitronenfalter auf Mohn, Nachtfalter auf Wiesenschaumkraut. Ein Frühlingsmeer strömte durch ihren Körper. Zart trippelten ihre Füße auf dem rauen alten Teppich. Eigentlich mochte sie ihn nicht sonderlich, doch heute ergaben die über Jahre entstandenen Flecken geheimnisvolle Muster. Ein Netz aus Erlebnissen, an die sich erinnert werden wollte. Die Suppe als sie krank war und trotzdem an die Arbeit gekommen war. Der Kaffee, als ihr Kollege ihr einen Streich gespielt und sie zu Tode erschreckt hatte. Ein bisschen Schlamm von heute Morgen. Der Tanz in den Pfützen hatte nicht die ganze Erde hinweggeschwemmt. Sie atmete tief ein. Es war als könnte sie den Feierabend riechen. Er roch nach Kaffee, Karamell und ihrem Shampoo.

Das Problem mit dem Wünschen | Writing Friday

Themen veröffentlicht. Die aktuellen Themen und eine Liste aller Teilnehmer findet ihr auf Elizzy’s Seite.

Ich habe das Thema relativ frei ausgelegt und ehrlich gesagt weiß ich auch gar nicht, wie ich zu der Geschichte gekommen bin. Ich wollte eigentlich über den Streit zwischen zwei Brüdern schreiben.

Thema: Schreibe eine “Streit-Szene” – egal ob zwischen einem Paar, Geschwistern oder Freunden – wichtig ist hierbei das Üben eines Dialoges. Lasse aber Beschimpfungen aus und versuche den Konflikt am Ende zu beseitigen.

„Aber das habe ich doch gar nicht gesagt…“, ich schnaubte vor Frustration.

„Tja dann musst du eben genauer formulieren. Ich sagte doch, bei sowas kann viel schiefgehen.“

„Ich gehe dir gleich schief. Das war schon mein zweiter Wunsch.“

„Siehste! Da haste noch einen.“

„Na super. Den ersten Wunsch konnte ich nur rückgängig machen, weil ich dafür den zweiten geopfert habe. Was ist, wenn der dritte schief geht?“

„Na dann wünsche dir etwas, das nicht schief geht.“

„Grml, echt jetzt?“ mittlerweile klang ich wie meine Tante Ilse, wenn sie ihren vierten Mann anschrie. „Meine erster Wunsch war: Ich hätte gerne eine Millionen auf meinem Konto.“

„Du hast nicht spezifiziert, ob Plus oder Minus.“

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Spukstunde | Writing Friday

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Dies ist ein Text zu der Aktion „Writing Friday“ von Elizzy. Jeden Freitag wird zu einem der vorgegebenen Themen veröffentlicht. Die aktuellen Themen und eine Liste aller Teilnehmer findet ihr auf Elizzy’s Seite.

Thema: Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz “Die Uhren liefen rückwärts, als…” beginnt.

Die Uhren liefen rückwärts, als die Spukstunde begann. Hermann war bereits daran gewöhnt. Es passierte jede Neumondnacht. Punkt Null Uhr begannen die Zeiger der großen Standuhr, die der Küchenuhr und die seines Weckers rückwärts zu laufen. Erst langsam, dann immer schneller, bis sie pünktlich um 1 Uhr wieder die richtige Position einnahmen.

Er suchte im Internet, kontaktierte ein Medium und einen abergläubigen Elektriker. Alles ohne Wirkungen. Die Uhren machten, was sie wollten und Hermann konnte sich nicht erklären warum. Mit der Standuhr hatte alles begonnen. Einige Neumondnächte später schloss sich ihr sein Wecker an und schließlich auch die Uhr der Mikrowelle. Weiterlesen „Spukstunde | Writing Friday“

Gespräche mit Rüdiger – Eitelkeiten | abc.etüden

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Dies ist ein Text zu den abc.etüden von Christiane. Ziel ist es 3 Worte in 300 Zeichen unterzubringen. Die Schreibeinladung für die Wochen 06+07 beinhaltet die Worte „Schabernack“, „breit“ und „erheben“, gesponsert von BerlinAutor.

Gespräche mit Rüdiger – Eitelkeiten

Ein Rumpeln ertönte. Schnell spurtete ich in die Küche und sah das Chaos. Das Trockenfutter lag verstreut auf dem Boden.

„Rüdiger! Warum musst du immer Schabernack treiben?“

Rüdiger sah mich erstaunt an, während er genüsslich die Trockenfutterbröckchen vom Boden verspeiste.

„Jagen ist kein Schabernack.“

„Meine Küche verwüsten schon.“

„Pure Übertreibung. Schließlich esse ich alles auf.“

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Das letzte Wort | Writing Friday

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Dies ist ein Text zu der Aktion „Writing Friday“ von Elizzy. Jeden Freitag wird zu einem der vorgegebenen Themen veröffentlicht. Die aktuellen Themen und eine Liste aller Teilnehmer findet ihr auf Elizzy’s Seite.

Thema: Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter mit ein: Gänsehaut, Libelle, rundherum, aufgeschrieben, 5 Jahre

Das letzte Wort

Endlich hatte er alles aufgeschrieben. Wort für Wort, Silbe für Silbe, Satz für Satz. Seine Hände zitterten. Fünf Jahre hatte es gedauert alles zu dokumentieren, sein ganzes Wissen auf Papier zu bannen und nun fehlte nur noch ein Wort. Alles, was er je gelernt, erfahren oder gefühlt hatte, befand sich auf dem weißen Papier vor ihm. ‚V‘. War er wirklich schon fertig? ‚e‘. Gänsehaut lief seinen Rücken hinunter. ‚r‘. Ein Windzug verblätterte die letzte Seite. Mit ihm schwirrte eine Libelle hinein, umkreiste seinen Kopf, zog Bahnen in dem kleinen Raum. Hin und her und rundherum. Dann landete sie vor ihm auf dem Schreibtisch. Die kleinen Augen musterten ihn, drangen tief in seine Seele ein. Ihre Flügel glitzerten im Licht der untergehenden Sonne. Ihre rohe Schönheit raubte ihm seinen Atem. Dann schlug er die letzte Seite auf. ‚loren‘ Sein letzter Atemzug klang wie der Flügelschlag einer davonfliegenden Libelle.

Liebes Biest |Writing Friday

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Dies ist ein Text zu der Aktion „Writing Friday“ von Elizzy. Jeden Freitag wird zu einem der vorgegebenen Themen veröffentlicht. Die aktuellen Themen und eine Liste aller Teilnehmer findet ihr auf Elizzy’s Seite.

Ich mag den Film eigentlich, aber es gibt da so eine Kleinigkeit, die mich schon immer gestört hat. Die Rose erklärt es euch.

Thema: Eine rote Rose erzählt aus ihrem Alltag, berichte davon.

Liebes Biest,

ich habe die Dornen gestrichen voll. Nun hänge ich hier schon Jahrzehnte unter dieser blöden Glocke fest und es ist immer noch nichts passiert. Ich habe langsam das Gefühl, dass du gar nicht glücklich sein möchtest. Ansonsten würdest du ja, wenigstens irgendetwas versuchen, stattdessen manipulierst du dich selbst.

Jetzt sitzt diese Göre da in ihrem Zimmer fest und du hast nichts Besseres in deiner verlausten Birne, als sie zu terrorisieren. Weißt du was passiert, wenn man jemanden kidnappt, einsperrt und demjenigen dann ständig Angst macht?

Stockholm-Syndrom. Weiterlesen „Liebes Biest |Writing Friday“

Gespräche mit Rüdiger | abc.etüden 06+07

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Dies ist ein Text zu den abc.etüden von Christiane. Ziel ist es 3 Worte in 300 Zeichen unterzubringen. Die Schreibeinladung für die Wochen 04+05 beinhaltet die Worte „Grippe“, „gebleicht“ und „knuddeln“, gesponsert von Make a Choice Alice.

Mir hat es Spaß gemacht in Feliversum die Dialoge mit der Katze zu schreiben, daher habe ich mir eine neue Serie überlegt. Sie heißt Gespräche mit Rüdiger.

Gespräche mit Rüdiger

Müde stolperte ich aus meinem Schlafzimmer in die Küche. Das Wort „Kaffee“ formte sich in meinem Kopf, noch bevor ich einen klaren Gedanken fassen konnte. Der Boden war kalt und half mir auf dem Weg zumindest wach genug zu werden, um die Kaffeemaschine fehlerfrei zu bedienen.

„Guten Morgen.“

Vor Schreck fiel mir die zum Glück noch leere Kaffeetasse zu Boden. Der Henkel brach ab. Nun gut, ich wollte sowieso reduzieren. Kein Mensch braucht fünfzig Kaffeetassen, vor allem nicht welche mit ausgebleichten Aufdruck.

„Guten Morgen Rüdiger. Warum so früh?“

Ich ging zum Kühlschrank und holte normale Milch für mich und Katzenmilch für Rüdiger. Er nahm ein paar Schlucke, dann antwortete er. Weiterlesen „Gespräche mit Rüdiger | abc.etüden 06+07“