Das Problem mit dem Wünschen | Writing Friday

writing-friday-2020

Dies ist ein Text zu der Aktion „Writing Friday“ von Elizzy. Jeden Freitag wird zu einem der vorgegebenen Themen veröffentlicht. Die aktuellen Themen und eine Liste aller Teilnehmer findet ihr auf Elizzy’s Seite.

Ich habe das Thema relativ frei ausgelegt und ehrlich gesagt weiß ich auch gar nicht, wie ich zu der Geschichte gekommen bin. Ich wollte eigentlich über den Streit zwischen zwei Brüdern schreiben.

Thema: Schreibe eine “Streit-Szene” – egal ob zwischen einem Paar, Geschwistern oder Freunden – wichtig ist hierbei das Üben eines Dialoges. Lasse aber Beschimpfungen aus und versuche den Konflikt am Ende zu beseitigen.

„Aber das habe ich doch gar nicht gesagt…“, ich schnaubte vor Frustration.

„Tja dann musst du eben genauer formulieren. Ich sagte doch, bei sowas kann viel schiefgehen.“

„Ich gehe dir gleich schief. Das war schon mein zweiter Wunsch.“

„Siehste! Da haste noch einen.“

„Na super. Den ersten Wunsch konnte ich nur rückgängig machen, weil ich dafür den zweiten geopfert habe. Was ist, wenn der dritte schief geht?“

„Na dann wünsche dir etwas, das nicht schief geht.“

„Grml, echt jetzt?“ mittlerweile klang ich wie meine Tante Ilse, wenn sie ihren vierten Mann anschrie. „Meine erster Wunsch war: Ich hätte gerne eine Millionen auf meinem Konto.“

„Du hast nicht spezifiziert, ob Plus oder Minus.“

„Bist du…“ einen Dschinn beleidigen war sicher eine doofe Idee. „Das hättest du dir denken oder erfragen können.“

„Weiß ich, ob du einen Fetisch für Probleme hast. Menschen stürzen sich doch sonst so gerne in Katastrophen. Du bist ganz schön undankbar.“

„Ich bin…“ Einatmen und ausatmen. „Ok, wie muss ich meinen Wunsch formulieren, damit ich Geld auf dem Konto habe, das ich ausgeben kann….auf meinem Konto…sofort….ohne Fragen und so.“

„Woher soll ich das denn wissen?“

„Himmelherrgott, ich bin doch nicht die Erste, die sich sowas wünscht.“

„Nein natürlich nicht.“

„Und warum hilfst du mir nicht?“ Ich spürte die Wut in mir aufsteigen.

„Nuja, irgendwo muss das Geld ja herkommen. Das heißt ich muss es jemand anderem klauen. Ich habe auch ein Gewissen.“

„Dann sag das doch gleich. Gibt doch sicher einen Workaround.“

„Nope.“

„Wir wäre es, wenn ich mir wünsche, dass das Lottoticket, dass ich mir nachher kaufe den neuen Jackpot knackt?“

„Das ist noch im Graubereich. Immerhin weiß derjenige dessen Gewinn du bekommst, nichts von seinem Pech. Ist aber ein sehr schwammiger Graubereich.“

„Ok, dann wünsche ich mir, dass das Lottoticket, das ich mir gleich kaufe, den neuen Jackpot knackt.“

Der Dschinn nickte und verschwand. Voller Vorfreude ging ich in den Lottoladen und kaufte ein Ticket. Es war eigentlich egal, mit welchen Zahlen ich es ausfüllte und trotzdem wählte ich genau. Als ich es bezahlte, bekam ich zu aller Überraschung einen zweite Lottoschein dazu.

„Heute eine Aktion des Hauses. Wir haben so eine kleine Gute-Zweck-Lotterie am Start. Wenn sie gewinnen geht der Jackpot von 2000 Euro an eine von Ihnen gewählte Stiftung.“

Resignierend nahm ich den Lottoschein entgegen. Die Katzennothilfe konnte das Geld sicher gut gebrauchen.

 

16 Gedanken zu “Das Problem mit dem Wünschen | Writing Friday

  1. Verflixt, richtig wünschen will gelernt sein. Aber wenn man nur drei Versuche hat? 😉
    Ich hätte, glaube ich, bei meinem dritten Wunsch das Geld vom Konto eines der vielen Superreichen nehmen lassen, die es nicht mal merken würden, wenn ein Milliönchen von ihrem Konto verschwindet 🙂

    Gefällt 1 Person

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