zwischen blauen glanzseiten | Writing Friday

writing-friday-2020

Dies ist ein Text zu der Aktion „Writing Friday“ von Elizzy. Jeden Freitag wird zu einem der vorgegebenen Themen veröffentlicht. Die aktuellen Themen und eine Liste aller Teilnehmer findet ihr auf Elizzy’s Seite.

Thema: Stelle uns ein Buch vor, dass dich das Grauen gelernt hat.

Ich bin niemand der gerne Buchrezensionen schreibt, daher gibt es von mir zu dem Thema ein Gedicht. Mich hat auch nicht nur ein Werk das Grauen gelehrt, sondern eine Heftreihe, die ich als Teenager gelesen habe: Mystery von Cora

zwischen blauen glanzseiten

rote augen funkeln eine straße hinunter.
ein jaulen in der nacht. von überall die
geister. in der ferne schreit ein käuzchen.
ein schmerzensschrei. die tür knarzt und
die knochen klappern. wer bin ich, wer
ruft mich, wer bist du? ich laufe zwischen
seiten. sehe wesen. klein, groß, unmöglich,
unsichtbar. mehr hier als dort und mehr
dort als hier. anderswo. ich schwebe in
der mitte. über meiner decke wabert all
das grauen zwischen schwarzen zeilen.
unter meiner decke existiere nur ich. und
das versprechen, dass all die schrecken
zwischen blauen glanzseiten sicher und
auf ewig veschlossen sind.

Franky und Dracu | Writing Friday

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Dies ist ein Text zu der Aktion „Writing Friday“ von Elizzy. Jeden Freitag wird zu einem der vorgegebenen Themen veröffentlicht. Die aktuellen Themen und eine Liste aller Teilnehmer findet ihr auf Elizzy’s Seite.

Ich habe die Szene ein wenig wie ein Theaterstück geschrieben, weil ich es mal probieren wollte. Ist allerdings inhaltlich ein wenig in eine andere Richtung gegangen als erwartet.
Thema: Graf Dracula kriegt Besuch von Frankenstein, berichte davon. Welche Pläne schmieden sie? Worüber diskutieren Sie?

Franky und Dracu

Graf Dracula, auch Dracu genannt (nur von Freunden, Fremde werden bei Verwendung gebissen)
Frankenstein, auch Franky genannt (würde ihn auch nicht stören, wenn man ihn Monster nennt)

Ein Hinterhof. Es dämmert. Die Straßenlaterne flackert.

Franky: Wir könnten ihnen nachts heimlich die Kehlen aufschlitzen.

Dracu: Das ist nicht so mein Stil. Ich nutze lieber meine scharfen Zähne.

Franky rollt mit den Augen.

Franky: Dann auch das. Wir müssen nur ungesehen ins Haus kommen.

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Die Prophezeiung | Impulswerkstatt

Dies ist ein Text zu der Impulswerkstatt von Myriade und Frau Flumsel. Ziel ist es etwas Kreatives zu einem oder beiden vorgeschlagenen Bildern zu erstellen. Hier könnt ihr alles darüber lesen: *KLICK*

Die Prophezeiung

Er kniete vor der Tafel nieder und sprach ein kurzes Gebet, dann warf er sie in das letzte Feuer der Nacht. Heute war es soweit. Diese Nacht hatte er mit seinem Volk gefeiert und heute machte er sich auf dem Weg, um sich dem Biest zu stellen. Er würde es besiegen, doch ob er dafür sein Leben lassen musste, wusste er nicht. Es war unbedeutend. Viel wichtiger war, dass er die Prophezeiung erfüllte und sein Volk rettete. Mit Stolz und Liebe blickte er auf die ruhigen Häuser, dann machte er sich auf den Weg. Der Himmel war wolkenverhangen und am Horizont sah er Blitze. Donner grollte und kündigte die Ankunft des Biestes an. „Götter steht mir bei“, flüsterte er.

Es dauerte zwei Stunden, dann war er am Meer angekommen. Schon von weitem sah er den Stein, der die Stelle markierte, an der das Biest erscheinen würde. Mit Schild und Schwert stand er bereit und wartete. Das Gewitter zog langsam vorbei. Es regnete, hörte wieder auf, fing wieder an, dann verzogen sich die Wolken. Die Mittagssonne wärmte ihn. Langsam schmerzten seine Beine und er setzte sich in den Sand. Vielleicht würde das Biest später erscheinen. Die Priester hatten nur gesagt, er solle in den frühen Morgenstunden aufbrechen und nicht, dass es in den frühen Morgenstunden erscheinen würde.

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Das Schokoweihnachtsmannmassaker | Writing Friday

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Dies ist ein Text zu der Aktion „Writing Friday“ von Elizzy. Jeden Freitag wird zu einem der vorgegebenen Themen veröffentlicht. Die aktuellen Themen und eine Liste aller Teilnehmer findet ihr auf Elizzy’s Seite.

Normalerweise hasse ich so lange Komposita, aber hier muss das einfach mal sein. Falls jemand den Eindruck hat, ich finde die Weihnachtssüßigkeiten in den Supermärkte super nervig, könnte da was Wahres dran sein.

Thema: Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter ein: Blut, Mordpläne, Spinnweben, schaurig, Schock

Das Schokoweihnachtsmannmassaker

Katja schlich durch die Gänge, wie jemand der Mordpläne schmiedete. Sie sah sich verstohlen um, dann griff sie in das Regal mit den Schokoweihnachtsmännern und ließ ihre Beute unter den anderen Einkäufen verschwinden. Es war Oktober, viel zu früh für den Kram, aber ihr inneres Kind wollte das Knacken hören, wenn sie in die Schokolade biss und die diebische Freude fühlen, wenn sie die Alufolie immer weiter hinunterzog. Peinlich war es ihr trotzdem. Beim Bezahlen legte sie den Schokoweihnachtsmann unter das Klopapier und sinnierte die Wartezeit darüber, ob eine Großpackung Klopapier zu kaufen heutzutage nicht verwerflicher war, als einen Schokoweihnachtsmann im Oktober.

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Nur ein Stern | abc.etüden

Dies ist ein Text zu den abc.etüden von Christiane. Ziel ist es 3 Worte in 300 Zeichen unterzubringen. Die Schreibeinladung für die Wochen 41 + 42 beinhaltet die Worte „Landvermesser“, „undankbar“ und „aussetzen“, gesponsert von Werner Kastens.

Nur ein Stern

Statt Sterne zu kartieren und das Weltall zu vermessen, war er Landvermesser geworden. Das war bodenständiger, hatte er sich eingeredet, nur um nicht zugeben zu müssen, dass er Angst vor den Weiten des Alls hatte. Mittlerweile war er zu alt um umzuschulen, außerdem wollte er nicht undankbar erscheinen, schließlich hatte seine jetzige Fima sein Studium finanziert.

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Der Killer | Writing Friday

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Dies ist ein Text zu der Aktion „Writing Friday“ von Elizzy. Jeden Freitag wird zu einem der vorgegebenen Themen veröffentlicht. Die aktuellen Themen und eine Liste aller Teilnehmer findet ihr auf Elizzy’s Seite.

Oktober ist der offizielle „fiese Twists Monat“. Wollte es nur gesagt haben. (Stellt euch an dieser Stelle ein böses Lachen vor.)

Thema: Jo ist frisch in ein neues Haus gezogen. Was sie nicht weiß: In diesem Haus lebte einmal ein Serienmörder. Beim Einzug wird ihr aber schnell klar, hier stimmt etwas nicht. Als sie dann zum ersten Mal den Keller betritt.

Der Killer

„Es gibt keine Monster. Es gibt keine Monster.“ Jo atmete bewusst ruhig als sie die Treppe in den Keller hinabstieg. Eigentlich hatte sie sich geschworen das unheimliche Kellergewölbe ihres neuen Hauses nur zu betreten, wenn ihre Freundin dabei war, aber die war nicht da und das Wasser wurde nicht warm. Wo stand der Boiler? Im Keller. Wer musste duschen, nachdem er den Flur und sich erfolgreich angemalt hatte? Sie – Jo, erwachsen, hatte immer noch Angst vor Kellern.

Schnell schaltete sie alle Lichter im Keller an, dann machte sie sich nervös auf die Suche nach dem Boiler. Ein dubioser Wandschrank unter der Treppe, erregte ihre Aufmerksamkeit. Ob das Mistding da drinnen war? Sie holte tief Luft, dann riss sie die Tür auf. Ihr Herz setzte einige Schläge aus, als ihr etwas vor die Füße fiel. Knochen! Jo schrie, dann rannte sie die Treppe hoch und schlug die Tür zu. Gänsehaut lief ihr in Strömen über den Rücken. Als es nun auch noch an der Tür schellte, dachte sie ihr Herz würde aussetzen.

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Das Geheimnis | Writing Friday

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Dies ist ein Text zu der Aktion „Writing Friday“ von Elizzy. Jeden Freitag wird zu einem der vorgegebenen Themen veröffentlicht. Die aktuellen Themen und eine Liste aller Teilnehmer findet ihr auf Elizzy’s Seite.

Thema: Schreibe eine Geschichte, die mit „Er zog genüsslich das Messer aus ihrer Brust, wischte es ab und …“ beginnt.

Das Geheimnis

Er zog genüsslich das Messer aus ihrer Brust, wischte es ab und legte es beiseite. Dann fuhr er vorsichtig mit seinen Fingern in ihr Leib. Behutsam nahm er das kleine Herz in die Hand. Es war ein eigenartiges Gefühl, so als würde er das Leben an sich in der Hand halten. Für einen kurzen Moment glaubte er, es würde noch schlagen, doch den Gedanken schüttelte er ab. Seine Fantasie ging mit ihm durch. Sie war schon lange tot und von der Gefriertruhe selbst im Inneren eisig kalt. Nun löste er auch die Lunge langsam von der Wirbelsäule ab, um schließlich auch Niere und die restlichen Organe zu entfernen. Ordentlich legte er sie auf einem extra präparierten Tablett ab. Um sie würde er sich im Anschluss kümmern. Zum Schluss entfernte er Darmausgang und Darm. Aus irgendeinem Grund musste er an Zombiefilme denken. Er beschloss den Darm gleich zu entsorgen und stopfte ihn in einen schwarzen Sack. Aus den Augen, aus dem Sinn, dachte er sich.

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Lara strickt | Writing Friday

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Dies ist ein Text zu der Aktion „Writing Friday“ von Elizzy. Jeden Freitag wird zu einem der vorgegebenen Themen veröffentlicht. Die aktuellen Themen und eine Liste aller Teilnehmer findet ihr auf Elizzy’s Seite.

Thema: Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz „Von Natur aus war Lara eigentlich nicht so, doch…“ beginnt.

Ich habe die Geschichte „Lara strickt“ überarbeitet. Ihr könnt sie nun unter dem namen „Elisabeth strickt“ in meinem Buch „andernorts“ lesen:

ANDERNORTS

Gespräche mit Rüdiger – Vom Beweisen | abc.etüden

Dies ist ein Text zu den abc.etüden von Christiane. Ziel ist es 3 Worte in 300 Zeichen unterzubringen. Die Schreibeinladung für die Wochen 39 + 40 beinhaltet die Worte „Pile“, „schlafen“ und „traurig“, gesponsert von Kommunikatz.

Rüdiger ist wieder da und diesmal hat er meinen Lieblingsphilosophen im Gepäck.

Gespräche mit Rüdiger – Vom Beweisen

Rüdiger landet elegant vor seinen vollen Fressnapf.

„Na du Streuner, ich habe endlich eine unfehlbare Küchenwaage gefunden. Ab jetzt kriegst du genau 100g Katzenfutter.“

Rüdiger sieht mich gleichzeitig entsetzt und traurig an. „Erstens: Ich bestimmte wieviel Hunger ich habe, nicht die Waage. Zweitens: Woher willst du wissen, dass sie unfehlbar ist?“

„Ich habe gestern die mitgebrachten Pilze verarbeitet und das erste Mal ist das Pilzragout was geworden. Sicher lag es an der Waage. Außerdem habe ich unterschiedliche Gewichte draufgelegt und es war immer EXAKT.“

„Das heißt nichts. Beweisen kannst du es nicht, nur widerlegen.“

„Klar. Wenn es immer funktioniert…“

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Der Herbst | Writing Friday

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Dies ist ein Text zu der Aktion „Writing Friday“ von Elizzy. Jeden Freitag wird zu einem der vorgegebenen Themen veröffentlicht. Die aktuellen Themen und eine Liste aller Teilnehmer findet ihr auf Elizzy’s Seite.

Ich war mal wieder experimentierfreudig. Ganz rund finde ich den Text nicht, aber zu Tode überarbeiten wollte ich ihn auch nicht.

Thema: Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter mit ein: Laub, kühl, gesund, Beeren, Vorfreude

Der Herbst
Zwischen Äpfeln, Beeren, heruntergefallenem Laub und Haselnüssen ist er Zuhause. Tagsüber lässt er die letzten Früchte des Sommers reifen, schüttelt die Faulen und Gärenden ab. Oftmals holt er seinen Farbtopf und beginnt die Blätter zu bemalen. Seine Lieblingsfarbe ist Orange, aber auch Rot und Braun befinden sich in seinem Repertoire. Selbst das grüne Gras bedeckt er mit den bemalten Blättern. Wenn sein Tagwerk vollbracht ist, leuchten seine Wangen gesund in einem Apfelrot.
Nachts schläft er und sein kalter Bruder sendet die ersten kühlen Winde. Erst wenn seine sonnige Schwester die letzte Wärme herüberhaucht, erwacht er und beginnt von Neuem. Wenn ihre Kraft nicht mehr ausreicht, wacht er nicht mehr auf und träumt vom nächsten Jahr. Von Blätterhaufen, Kinderlachen und Kürbissen. Er liebt seine Aufgaben so sehr, dass er vor lauter Vorfreude ab und an im April erwacht und seine blühende Schwester ärgert. Doch diese frühen Monate sind nicht sein Zuhause. Es ist zu grün und duftet zu sehr. Nein, seine Heimat liegt viel später im Jahr, hinter Sonnenbädern und Schwimmbadbesuchen, wenn sich verregnete und sonnige Tage abwechseln, wenn die Natur sich zurückzieht, um im nächsten Jahr mit neuer Kraft zu erwachen.