Da ich kaum Gedichte schreibe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihram Ende.
zwischen zwei wimpernschlägen
zwischen zwei wimpernschlägen verweilt dein atemzug. ich gehe über brücken, durch wälder, tore in tunneln. auf der anderen seite wippe ich mit den füßen und warte auf momente. zwischen zwei wimpernschlägen wartet meine sehnsucht.
Es ist wieder lyrimo = Lyric Month!! Alles Wissenswerte dazu findet ihr auf diesem Blog: https://lyrimo.wordpress.com/
Tag 14 – ein bisschen haushalt weg. die sorgen mit einem wisch. du trägst den abfall der letzten woche ins nachbarhaus. jetzt wohnt dort tüte, banenenschale und joghurtbecher. das weiß nur niemand außer dir.
Tag 15 – bezaubern, bestechen, bezwinge in den blassgrauen augen der wut liegt eine rohe schönheit. bezaubernd, betechend, bezwingend. wenn sie zu boden fallen, tropft nur ihre seele leise hinterher und ruft. halt.
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Heute endet meine Elternzeit und mien Freund übernimmt. Irgendwie war ich Gestern doch noch schwanger, oder? Wo ist die Zeit hin?
stunden überholen minuten stunden überholen minuten. im sekundentakt schlägt mein herz langsamer und meine synapsen stolpern über die uhrzeiger. heute war gestern. ist morgen. ich habe im kalender nachgelesen, was ich keine zeit zu erleben hatte. und der sturm weht die seiten fort.
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Ich habe versucht ein Gefühl einzufangen.
wenn das kissen
wenn das kissen nicht mehr aus zement ist. ich boxe in weiche kiesel. zerbeiße mich in weich gewordenem brot. doch. die wellen schlagen hoch. ich koche unter der erde. wenn ich wieder auftauche, ist die welt ein noch. lasse ich mich in federn fallen. koste den geruch von süßer marmelade und wiege meine vernunft.
Es ist wieder lyrimo = Lyric Month!! Alles Wissenswerte dazu findet ihr auf diesem Blog: https://lyrimo.wordpress.com/
Tag 1 – alles und nichts ich will die welt umarmen. für mich alleine. will laute ruhe und leises getöse. gesellig soll sie sein. meine einsamkeit. lass uns gemeinsam alleine sitzen. nur heute, ok?
Tag 2 – Prädikat besonders wertvoll besonders, herausragend. besser hätte es nicht umgesetzt werden können. hier schaut hin. nicht dort. hier. schreit die bewertung und flüstert leise zensur.
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Inspiriert von einem Interview. Lässt sich aber auf viele anwenden.
sie meinen
doch. sie meinen, was sie sagen. und sagen. was sie denken. über dem ich. spricht bei ihnen keine furcht. wissen glauben sie. glauben wissen sie. immer. manchmal steht der mund offen. und töne kommen raus. einige sind lieder. ab und an hört man pfeifen. nur weil sie etwas zu reden haben. nur weil sie da sind. wir hören. und an einigen tagen sogar zu. dann verstehen wir nur meinen.
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Meine Elternzeit endet bald und ich musste daran denken, wie häufig man von einzelnen Lebensabschnitten Abschied nehmen muss. Ich habe einen als Symbol dafür genommen.
und der morgen trauert
und der morgen trauert um seine neblige einfachheit. wir tanzen auf den senkrechten uhrzeigern und wagen einen tiefen zug durch den kaffeesee. ich reiche dir milch und du mir süße. die ofenheißen brötchen brutzeln in meinen eiskalten händen. jetzt. seufzt der mond und verliert sich im licht. die schritte im flur werden lauter, dein herzschlag neben mir leiser. wenn die rote marmelade getrocknet ist und der honig nicht mehr klebt. einzelne krümel erzählen noch von diesen morgen. auf plastikstühlen. schwarz waren sie. die auf denen ich heute sitze sind weiß. haben andere flecken.
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Mein heutiger später Beitrag und die Hektik des Tages habe ich gleich mal als Inspiration genommen.
zuspätzuspät das gesellschaftskaninchen läuft hektisch davon wir müssen alle irgendwo sein?
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in netzen
in netzen. ich bin gefangen von worten. wie kleine spinnen jagen ihre stimmen fäden entlang. das muster wurde schon vor hundert jahren entworfen. buchstaben wie kleine fliegen. der staub legt sich und die vorstellungen sind verrostet. lass uns pusten. lass die streben einreißen. wenn nur die netze halten.