Es ist wieder lyrimo = Lyric Month!! Alles Wissenswerte dazu findet ihr auf diesem Blog: https://lyrimo.wordpress.com/
Tag 8 – Beziehungsweise wie eine parabel oder doch eine schiefe gleichung. deine gerade ist rund, dein sinus eckig. gestern noch hatte dein tangens leichte schlagseite. manchmal wünschte ich, ich könnte unsere formel lösen.
Tag 9 – Alltagsgegenstand blau rollt er daher. leicht und leise. zaubert buchstaben, worte, häckchen, und freitags langeweilezeichnungen.
Da ich kaum Gedichte schreibe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihram Ende.
es drückt das wetter
es drückt das wetter. ein zucken geht über den himmel und die wolken fallen zu boden. manchmal, sagst du, sehe ich donner und rieche sonnenschein. ich kann dir deinen frosch nicht nehmen, aber seine grüne farbe in den wind halten. ach, weißt du. ich werde einfach auf hagelkörnern surfen und gefrorenen boden zum grillen nutzen. wenn sich unsere wetterfronten kreuzen, gebe ich dir meine hand. vielleicht nimmst du sie. vielleicht hälst du sie einen moment.
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Tag 1 – Zuversicht ich male lächeln mit worten in den flüchtigen wind. wenn die samen ankommen, wächst nicht immer eine blume, aber manchmal ein tragender baum.
Tag 2 – es klingelt an der Tür leise. ein gebimmel, dann ein klopfen. lauter. langsam wird die klinke hinuntergedrückt und kinderlachen strahlt wie sonnenlicht in herzensgänge.
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käfig
ein leises knistern geht durch das holz. sie haben den gartenzaun wie einen käfig angestrichen. es gibt vier ecken und eine wasserschale in der die vögel in freiheit baden. nach kleinstadtleben riecht es und dunklen geheimnissen. manchmal mischt sich eine note lüge dazu. ich bin schon vor einer weile gegangen. den käfig habe ich als foto gerahmt in meiner küche stehen.
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Es wollte mir mal wieder jemand sagen, was ich als Frau zu mögen und zu machen habe. Statt zu explodieren, habe ich das Gedicht geschrieben.
feminin
wie ein im wind abknickender stengel. ein schlecht befestigtes partyzelt im sturm. der regen prasselt auf neue blätter. sanftgrün sind sie und weich. die ecken von den blüten sind rund. zart. verbrennen in der sonne am mittag. wenn sie nicht schon von einem vorbeigehenden wanderer abgerissen wurden. ich nehme meine papierene form. und falte mich einhundert mal. trotzdem siehst du nur meinen faserigen ursprung und versuchst mich mit tränenwasser zu gießen. weißt du? du kannst mich mal. sage ich und werde das glas zu deinem stein. versuch es doch.
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orkane
deine gedanken kreisen wie tausende orkane. hohe wellen schlagen an dein synapsenschiff. während die mannschaft noch das wasser abschöpft, putzt du das deck. die segel müssen gebügelt werden.
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Gerade läuft bei meinen kreativen Projekten alles in eine Sackgasse, was wiederum meine Kreativität hemmt. Mache ich also das Einzige, was mir einfällt und verwurste den Frust kreativ.
ein tiger
vor den stählernen vorhang. mein zahnloser tiger streift durch die gitterstäbe. das rohe fleisch von gestern ist heute schon abgehangen. hat morgen schimmel angesetzt. in meinem kopf leben spinnweben. während es in leeren gängen brüllt. faucht es in stillen ecken. selbst wenn der tiger scheißt, stinkt es nicht.
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Nachdem Baby 3 Tage über 39 Grad Fieber hatte, dachte es, es sei ne super Idee auch die Eltern anzustecken. Hier alles was heute an Kreativität in mir steckt:
rotziges elfchen
törööö erschallt liebliches jammern, schnaufen, stöhnen das letzte taschentuch fällt rotnasenkonzert
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Ich bin seit Gestern entsetzt. Erst fallen Beschränkungen, dann Masken, jetzt die Quarantäne. Das Morden hat begonnen. Ich bin so desillusioniert gerade…
taschenklingeln
bei jeden schritt klingelt es. in ihren taschen liegen gold, silber, wertvolles papier, ein paar diamanten und der rest ihres verstandes. ein paar fusseln halten das taschengemisch zusammen. wie war das noch, als wir damals echte menschen waren? als wie wussten, wie es in langen weißen gängen aussieht? während sich zu dem taschenklingeln das leise geräusch von zertretenen gehirnen und herzen mischt. war da was? denken sie noch. dann streifen sie ihre blutigen schuhe an der seidenen füßmatte ab. das ist ja echt ekelhaft.
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aprilwetter
durch frühlingsstürme im feucht fröhlichen aprilwetter. wir betrinken uns an sonnensichtungen. nehmen eine nase schneeglöckchen. noch einmal an der osterglocke lecken. dann ist sommerzeit. zumindest hier. woanders liegt winterwetter zwischen häuserfluchten versteckt. man spürt wie zeitweise ein newstief flockenhaft auf gedanken liegt.