Tortentraum | Der Dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte schreibe, habe ich den Dienstag zum Gedichte-Tag erklärt und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt.
Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben.
Mit von der Partie sind bisher
Stachelbeermond
Mutigerleben
Wortgeflumselkritzelkrams
Werner Kastens
Findevogel
Wortverzauberte
Ein Blog von einem Freund

 

Tortentraum

ihr messer dreht sich in seinem
kopf. herum. das rechte ohr wird
angeschnitten. sahne tropft aus
seiner nase. der innenguss bröselt
auf den boden. unschuldscreme
und gutmütigstreusel. der boden
ist glatt. die schädelplatte eine
rutschpartie. sie dreht weiter. bis
zum butterherz. da. die schichten
verschwimmen. es splittert. löst
sich die marzipanschnittstelle auf.
er wird überleben. wenn er flieht.
wenn sie das messer einstecken
kann. morgen. ja. morgen.

Kopfstürme | Der Dienstag dichtet

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Da ich kaum Gedichte schreibe, habe ich den Dienstag zum Gedichte-Tag erklärt und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt.
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Ein Blog von einem Freund

Selbstverfreilich ein Sturmgedicht, wobei nur halb, der andere Teil behandelt eine kleine Schreibblockade, die ich habe.
Mal gespannt wieviele aus unserer illustren Runde auch das Sturmthema aufgreifen. 😉

Kopfstürme
tragen Gedankenwolken
blitzschnell und donnerklar
Regenworte verfangen sich im
Papierleerraum

wie es war | Der Dienstag dichtet

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und Ein Blog von einem Freund

wie es war

an einem montagfrühmorgen im
langen februargrau verfärbt sich
das froschgrün gelbkaroblau und
hüpft davon. quakend. bleibt mein
malkasten farbenfroh. nur anders.
verkehrtherum. ich drehe mich im
kreis. links. senkrecht. quer. kreuz
waagerecht. rechts. ich strauchle.

das flamingopink wirkt als würde
das schwarz bluten. zinnoberrot.
meine zeit dreht sich, meine welt
steht kopf. läuft. an mir vorbei. das
orange aufmerksam ins blaue. es
spannt die segel. holt den anker
ein. mit einem taschentuch stehe
ich neben einem unentschlossenen
gelb und winke. geh doch. geh. ich
betrachte das ruhige farbenmeer.
warum kann nicht alles bleiben
wie es war?

大嵐 | Der Dienstag dichtet

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Ich lerne gerade Japanisch und wollte es mal mit einem „echten“ Haiku probieren. Der Haiku ist im originalen Rhythmus (5/7/5) und in Hiragana geschriebe, darunter die Laute und darunter die Bedeutung. Der Titel ist Kanji für das, was in Hiragana in der ersten Zeile steht (Taifun, heftiger Sturm) . Keine Ahnung, ob das erlaubt ist, aber es sieht cool aus. 😅

大嵐 / Taifun

おおあらしあめがこみ なみのおと
[ō arashi・ame ga komi iru・nami no oto]

wirbelsturm
es regnet herein
der klang von wellen

alltagsleeren| Der Dienstag dichtet

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Das Gedicht beschreibt mehrere Gefühle. Irgendwie geht es um neue Wochen und Montage und vor allem den ersten Montag nach einem Urlaub.

alltagsleeren

orangen. sagt das raumschiff und fliegt
davon. in ein weltall voller ungenutzer
möglichkeiten. die sterne blicken durch
ihre milchigen augen. ein quasar blinzelt
in das sonnenviolett eines weißen riese.
sein mund ist riesig, alles verschlingend,
alles vernichtend. ein happen und alles
ist das millionste eines milliarstels. wie
unheimlich. faszinierend unvorstellbar.
die nacht ist farblos. ey los. sage ich und
schnappe mir meinen satelliten. graue
schärfe polstert meinen steinigen flug in
die ungewissheit der neuen alltagsleeren.

im schneefall | Der Dienstag dichtet

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und neu dabei die Wortverzauberte

Ein Hallo vom fast-Ende der Welt. Nordlichter gab es noch keine, aber jede Menge Schnee. Daher hier, wie versprochen, ein Schnee-/Norwegen-/Urlaubsgedicht.

im schneefall

flocken singen über mir. die landschaft
tanzt. tanzt. tanzt. im abendrot und im
morgengrau spinnt eine zwischenwelt
ihre bühnenstücke. ich schwebe in den
kristallen. riesele über wellenberge und
schneeverwindungen. hier. da. draußen
ist mein herz lebendig. frei. die spuren
im weiß liegen über einer brennenden
erde. vergessen. verschwindend. klein
sind sie. und. wann kommt? nicht jetzt.

Erkältungsblues II | Der Dienstag dichtet

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und neu dabei die Wortverzauberte

Mein Jahr fängt gut an. Ich habe eine richtig böse Erkältung, schön mit Fieber und allem, seit 7 Tagen und jetzt auch noch eine bakterielle Bindehautentzündung. Daher gibts jetzt Teil 2 zu meinem Erkältungsblues-Elfchen.

Erkältungsblues
allmorgendliches Abendhusten
das Fieberthermometer piepst
ein zerzaustes Rotnasauge stöhnt
„Frohsneues“

ich sende sterne | Der Dienstag dichtet

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Wortgeflumselkritzelkrams
Werner Kastens
Findevogel

Natürlich gibt es heute ein weihnachtliches Gedicht. Ich hätte gerne ein festliches Elfchen oder so geschrieben, aber das hat sich falsch angefühlt. Also gibt es von mir wieder etwas verwirrend Zweideutiges mit guten Absichten.

Habt schöne Feiertage – egal wie, mit wem und unter welchem Namen!

 

IMG_20191224_095441_143

ich sende sterne

stille. leise rieseln nette worte aus
feiertagswolken. meine stimme
ist schwarz und weiß und golden.
glänzend. meine haut überzogen
von gepanzerter wolle. wandernd
seh ich rastlose, ratlose, weise und
solche, die nur lächeln wollen. hier.
jetzt. damals. und ich dazwischen.
ich kann nur schenken. worte aus
wolken. gewünschtes kommt aus
dem unisversum. ich sende sterne.

 

Oh du | Der Dienstag dichtet

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Findevogel
und als Special ein Berlinerick vom Rene

Ich bin manchmal etwas wie der Grinch, wenn es um Weihnachten geht. Ich hasse Weihnachten aber nicht. Ich finde nur gewisse Aspekte ganz fürchterlich, vor allem die, die eigentlich gar nichts mit Weihanchten zu tun haben sollten.

oh du

vielzackige weihnachtssterne verglühen feuerrot
am horizont. blutentleert kriechen die onkelhaften
weihnachtsmänner über den pissgelben schnee.
alle jahre wieder. einmal. immer länger und immer
mehr. ich surfe. große konsumwellen rollen über
bescheinten strände. muschelglöckchen und viele
tote fische. ich gehe spazieren. sand knirscht unter
den giftgrünen moonboots. die socken sind  klebrig.
schokoladenfarben. vereinzelt rollt ein kinderlachen
heran. morgen wird es weggespült. alles schwindet.
wenn blinkende lichter am himmelszelt die luft zum
atmen rauben. ich schaue in dunkelheit. vielleicht
landet nicht alles in den fangnetzen. vielleicht finden
sich reingebliebene augen. es riecht nach keksen.

 

Felis silvestris | Der Dienstag dichtet

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Wortgeflumselkritzelkrams
Werner Kastens
Findevogel

Ich glaube, ich habe noch nie ein Gedicht über Katzen geschrieben. Dieses ist entstanden, als ich dank unruhiger Findelkatze nicht schlafen konnte. Der Findelkatze geht es btw. fantastisch. Das ungeeignete Frauchen (7 Monate alte Freigängerkatze mitten in der Stadt an 3!!! Hauptstraßen) ließ sich überzeugen ihn abzugeben und jetzt lebt er bei einem Freund auf dem Dorf.
Ps.: Das ist ein Akristichon.


Felis silvestris
Ein Sprung. Ein weicher Blick
Liegt zwischen uns und in der
Luft vibriert dein Atem. Deine
Niemandstiefen meeresschweren
Augen senken ihre Lider. Wie ein
Schiff bin ich gefangen. Ein Sog.
Ein Sirenengesang. Ich versinke im
Nichts. Meine Füße schlafen ein.