Da ich kaum Gedichte schreibe, habe ich den Dienstag zum Gedichte-Tag erklärt und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Mit von der Partie sind bisher
Ich nehme dieses Jahr am lyrimo = Lyric Month teil. alles Wissenswerte dazu findet ihr auf diesem Blog: https://lyrimo.wordpress.com/
Tag 22 – Quersumme
wenn ich uns beide addiere, sind wir keine summe mehr. unsere windschiefen geraden schneiden sich niemals und unsere binome können sich nicht verformeln. vielleicht sollte unsere querrsumme ein negatives vorzeichen bekommen.
Tag 23 – Schrödingers Box
wenn ich dich mit einem messer öffne, sehe ich dein herz schlagen. lunge, leber, niere, magen. blut, muskeln. innerstes. innen. du stirbst so offen. wenn ich dich nicht öffne, weiß ich nichts. du bist mehr als die summe deiner organe. innen außen. und alles zusammen.
Tag 24 – Ich sollte ein Buch schreiben
ich sollte gedanken an gedanken knüpfen. wörter mit einander verweben. sätze wie ein puzzle zusammenbauen. sollte absätze wie skulpturen formen und kapitel wie ausstellungskonzepte sorgfältig planen. stattdessen sitze ich hier und schreibe nur ein schnödes gedicht.
Tag 25 – Mundart
do rinn. meine klangwellen fliegen in deine ohren. do russ. und verlassen sie. bass uff. sag ich. doch du verstehst mich nicht. sprache ist krieg.
Tag 26 – Erasure von Schillers Bürgschaft
von den bergen. bäche, ufer, strand. meere. ich kann die stadt nicht erreichen. wie rieselndes rauschen. stille. und die sonne geht unter.
Tag 27 – klein und eckig
2 zieh nicht weiter. 4 ab ins gefängnis. 6 eine karte. 3 du gehst zurück auf start. 7 du hörst auf zu spielen. die augen zahlen, dein leben würfelt.
Tag 28 – Netzwerken
verbunden durch. gefangen mit. wir sliden durch bytes und seelenlose zeilen. aber du bist mein freund. an gestubbst. geliked durch. und ich kenne dich nicht.
Da ich kaum Gedichte schreibe, habe ich den Dienstag zum Gedichte-Tag erklärt und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Mit von der Partie sind bisher
als es noch ging. als ein niemand mehr wert war, als ein jemand. damals, früher. als. ist heute. deine gefühle reiten auf einer zeitmaschine. denken synapsenbahnen entlang. voraus und zurück. stolperst du über deine eigenen windungen. heute reist du in dasselbe als, wie gestern und heute ist es anders. du fragst dich. wie sie gefühlt haben. sie selbst können es nicht erfassen. nur die dunklen buchstaben auf der haut singen ein lied davon. als es noch ging.
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Tag 15 – Phraseologismus in der kraft liegt die ruhe. sagst du. und ich erwidere. ohje, da ist hoffnung und schmalz verloren, denn schließlich müssen wir alle am selben boot ziehen. zum glück brauchen wir keine arche.
Tag 16 – Medientransfer wenn wir ausgedient haben, hängen wir einfach so rum. oll, unbrauchbar, nutzlos. da um da zu sein. wenn wir ausgedient haben, chillen wir einfach so rum. vielleicht können wir ja etwas festhalten. anderes olles zum beispiel.
Tag 17 – Dienstag/Akristichon dicht dichter ich schreibe ein gedicht. zeile nach zeile, wort, silbe, fragmente. punkt. trennstrich, komma. ende, aus. das gedicht ist leer.
Tag 18 – Radwege ritter der poolnudel, erhebt euch! schwingt den langen gummispeer und räumt die radwege frei. auf die rösser ihr mannen. wir werden sie und ihre blechhöllen richten.
Tag 19 -Triolett meine herbstkruste hart und aus stein so fest und robuste meine herbstkruste was ich nicht wusste lässt niemand rein meine herbstkruste hart und aus stein
Tag 20 – Einsilbig es ist da. schwarz, kalt. still und leis. es lebt. ein und aus und ein und. was fragst du dich. frag ich mich. der hass. ruft das tor und schluckt all das, was noch gut ist. es schmatzt. laut. das buch schreibt über alt das neu.
Tag 21 – Pantun ich träume, meine seele fliegt mit von kirschblüten in rot und in weiß von gärten, von bergen, ein schritt auf weite felder aus wind und aus reis
im norden die kälte, im süden ist heiß auf berge, zwischen stränden lauf ich halte mit dem shinkansen an jedem gleis zwei wochentickets für mich und für dich
für eine reise, nur wir zwei, du und ich ein abenteuer, eine erfahrung, ein ritt wir erleben, sind ausgelassen, fröhlich ich träume, meine seele fliegt mit
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Tag 8 – Hotel in den klappen wohnen die tagesgäste. die zaungäste für die wochen und monate in den herzkammern. nur die gäste auf lebzeit kommen und gehen, wie sie wollen. auch ohne zimmer sind sie zuhause.
Tag 9 – DiesDas idee, samen, das versprechen einer blume. eines baumes, wald, wiese, erde, leben. wir sähen heute gedankengut, das in wenigen jahren über die straßen rennt. es ruft. ich sehe samen und rieche blüten.
Tag 10 – Zettelkasten eine kanne mut. will über unsagbares reden. reif ist die zeit. will ich sagen. toribu. sag ich. habgobe. ich will dir blumen geben und es sind nur saure beeren. garibi. ich gebe auf. vielleicht morgen. wahrscheinlich nie. ich trinke mut. mit nachsicht.
Tag 11 – „Hinter dem Festner wartet…“ rollladenlider verschlossen. meine geheimnisse hütet ein dünnes häutchen. adern und gargoyles. feine haare wie stacheldraht. ich blinzle. hinter dem fenster wartet ein ich. und das du spiegelt sich.
Tag 12 – Lied von Reinhard Mey du stiftest brand. worte löschen keine fuer. namen erschaffen keine häuser. unruhiger schlaf und brennendes abendrot. ein käuzchen singt arschloch.
Tag 13 – Zwischen Menschen zwischenmensch. du surfst an meinem leben vorbei. vielleicht streift dein kometenmoment einmal meinen. dein allwissen könnte meine meere ebben. dein horizont meinen überfluten.
Tag 14 – 280 Zeichen/Twitter worte wie flügelschläge. dein atem weht über eine verspiegelte fläche. das nirvana geöffnet. ein weißes feld aus zahlen und namen. wind und silben. und blauen eiskristallen. du sprichst worte wie speere. keiner verfehlt die leere. keiner fliegt am nichts vorbei. es bricht anonym.
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ohne grenzen und ich träume davon, grenzenlos. nur das wasser trennt uns. wir bauen ein schiff zur verständigung und leben alle unter einem dach. ich du er sie he him her she it them sind ein wir. sagst du. denn du fällst das beschriebene holz für die planken, streichst den kahn bunt und schwarz. doch die segel folgen nur dem wind, reißen im sturm, der von zu viel atem stammt. wir sind eins. sind zusammen, weil die arche unter unseren füßen deinen wellen folgt. die wogen die regeln machen. nur in uns leben grenzen, die nach außen sichtbar sind. ein schiff ist ein schiff ist ein schiff. wir teilen es in bug, rumpf, unten, oben, kajüten, kombüse. wir sind uns nicht eins, sind verschrankt ohne schranken. nur begrenzt grenzenlos frei.
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Tag 1: November ein bunter strom fließt ins dunkle meer.freude verschwindet in haufen. haufen verschwinden im lachen. das plätschern der kälte lädt zum nachdenen ein. bunt. strom.
Tag 2: Elfchen marshmallowwolken wie schafherden treibt der herbstwind himmelswatte vor sich her fensterchillmomente
Tag 3: Märchen und Sagen gestern glauben morgen wissen. wir ziehen spinnfäden durch geschichten. aschenputtel webt rapunzels tränen. ich kenne heimdalls namen. und eine virus zerstört den olymp. heute
Tag 4: Einen Gegenstand zum Leben erwecken wie ein fleischiges herz. in meiner hand schlagen schaltkreise im rhythmus. ungezählte leben gefangen hinterm touchscreen. free me. ruft das herzblut. follow me. ruft die social aorta. nun liegt es da und pulsiert. noch ein blick.
Tag 5: Es ist Frost angesagt… es ist frost angesagt. sagte er eisüberzogen als ihm bereits die knie zusammenfroren. das klirren. ein zu spät. das krachen. die zerbrochene erde.
Tag 6 – Meditationsgedicht ein und aus und ein und…aus ein aus und einauseinau… shit. die gedanken flattern. das omm nervt. ungeduld fließt vom gehirn in die beine. ich. trinke tee und streichle die katze. innere ruhe hat keinen atem. nur hier und auch jetzt.
Tag 7 – Rondell eine wand baut sich auf meine sprache wie spachtel meine stimme ein stein eine wand baut sich auf faktendatenzahlen empathielogik eine wand baut sich auf der vorderzahn fehlt
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der wert eines lebens ist. wir rechnen in euro. jahren. gesundheit. reichtum. seine wertpapiere sind schwach, ihre stark. zwischen blätterstapeln. grau, weiß, schwarz. roter filzstift. spielen kinder. der wert eines lebens ist. ich höre lachen. weinen. jauchzen. klagen. ich höre zweifeln. verzweifeln. die blätter rascheln wie blätter rascheln wie scheine. der wert eines lebens ist. die mauer ist hoch. nur auf dieser seite. auf der anderen sehe ich nur haufen. der wert eines lebens ist
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ich bin ein x und du ein z. unter diesem blauen bytehimmel. zählen herzen mehr als sprechblasen. ich rede in den äther. du bist ein g und ich ein b. vielleicht bist du auch ein p. ich rufe dir zu, aber du liest nur. meine zahlen. fallen und steigen wie ebbe und flut. der mond hat damit nichts zu tun. die erde auch nicht. die tiden schwappen in unsere wassergläser. wenn ich das licht ausschalten sehen wir nicht mal unterschiede. warum also sammle ich herzen und keine wahre liebe.