dennoch suche ich einen halt | Der Dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte geschrieben habe, habe ich den Dienstag zum Gedichtetag erklärt und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben.
Mit von der Partie sind bisher:

Stachelbeermond
Mutigerleben
Wortgeflumselkritzelkrams
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Gedankenweberei
Emma Escamila
Wortverdreher
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Vienna BliaBlaBlub
Heidimarias kleine Welt
Traumspruch

Japp, neues Banner. Eigentlich wollte ich fürs zweijährige Bestehen eines basteln, aber ich war eh gerade dabei mein Website-Banner zu machen. 😉 As always dürft ihr es verwenden, wie ihr wollt, könnte aber auch beim alten Banner bleiben. Und passend dazu das Gedicht diese Woche:

Selbstzweifel sind in Kunst und Schriftstellerei normal und auch ein Produkt dieser Kritiker, die ich letztes Mal angeprangert habe, zumindest in meinem Fall. Andere gehen damit besser um.

dennoch suche ich einen halt

dennoch suche ich einen halt. wir
rutschen über kristallene flächen,
weiden uns an ihrem glanz. ich
frage dich, ob du weißt, was du
tust. impro baby! deine antwort.
vielleicht brauchen wir nur mehr
vertrauen in uns, als in glasklare
leben. das eis singt, der schnee
klirrt. hörst du den donner? ich
bin unruhig. so lang ist schon der
zurückgelegt weg, so wenig spuren
hinterlassen. nachgeben geht
nicht. wir brechen ein. hey, sagst
du, müssen wir halt schwimmen.

deine haare fallen aus | Der Dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte geschrieben habe, habe ich den Dienstag zum Gedichtetag erklärt und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben.
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Heute auch dabei Red Skies over paradise


deine haare fallen aus

deine haare fallen aus. kleben wie
spinnweben an dem kopfkissen. ich
sehen durch deine federn den alten
kämpfer schimmern. sein schwert
zittert vor wut und enttäuschung.
warum du. warum ich. das schild
ist gehoben. die kanten stoßen an
den reißverschluss. in deinem bett
herrscht krieg. der gegner sitzt in
der matratze. gestern. wenn ich
meine stimme hebe kommen doch
nur decken heraus. ich möchte das
laken wechseln, und werfe dabei
die lampe um.

wo wohnt mein gemäuer? | Der Dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte geschrieben habe, habe ich den Dienstag zum Gedichtetag erklärt und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt.
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INFO: „Myna Kaltschnee“ ist jetzt mit ihrem Blog „Emma Escamila“ dabei. Liste sollte jetzt aktuell sein, außer es hat noch jemand eine Änderung.

wo wohnt mein gemäuer?

gestern haben wir unbequeme geister
aus altem gemäuer verscheucht. ich
sage. du hast dich selbst in die erste
kiste gepackt. küche steht da. bad und
wohnzimmer, schlafzimmer, flur und
für gäste. du wohnst überall. das herz
pocht unter den dielen. und wenn wir
wieder umziehen. tok tok tok. du wirst
es hören. dein herz wohnt in allen
dielen, alten, neuen, zur miete, zu
besuch. du bist immer dein eigener
gast und aus der ersten kiste ruft es.
wo wohnt mein gemäuer?

weil freiheit | Der Dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte schreibe, habe ich den Dienstag zum Gedichte-Tag erklärt und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt.
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Ich wünsche euch schonmal einen guten Rutsch ins neue Jahr. Auch wenn mein Gedicht diese Woche negativ ist, meine Gefühle für die Dienstagdichter*innen sind es so gar nicht. Danke für ein Jahr voller fantastischer Poesie!

weil freiheit

weil freiheit. deine haut klebt an der
wand. ihre haare liegen über dem, was
mal ihr ohr war. sein körper liegt zur
seite gesunken. du riechst verbranntes
fleisch. weil tradition. sie sitzt unter
dem bett und maunzt. er unter einem
busch. morgen wird er nicht für dich
singen. weil es spaß macht. überall
liegen ihre plastikkörper. das holz ist
wie unsere wälder bereits verbrannt.
glas knirscht, als du mit deinem auto
drüber fährst. nur einzelne idioten.
weil freiheit. deine geht dort weiter,
wo die der anderen endet. weil

leise rieselt der puderzucker | Der Dienstag dichtet

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INFO: Ich habe Lyrikfeder und Wortverzauberte aus der Liste geworfen, weil die Links nicht mehr funktionieren. Wenn ihr weiter mitmachen wollt, schickt mir doch mal bitte die Links zu euren aktuellen Sites.

Dieses Gedicht habe ich nach einem Impuls von lyrimo geschrieben. Mehr als 2 Weihnachtsgedichte pro Jahr sind nicht drinnen, also verbinde ich frecherweise die beiden Aktionen (plus wir haben entsprechenden Zuwachs bekommen. 😉 ).

leise rieselt der puderzucker

leise rieselt der puderzucker. fein,
flockig, zärtlich bedeckt er die
küchenlandschaft. nur in den
tiefsten tälern liegen schichten
aus mehl. lass uns mit den füßen
schneemänner bauen. nasen aus
marzipan, augen wie streusel. in
stürmen aus nelken, zimt und
spekulatius. lass uns tanzen. hier
im schein der backofensonne die
ganze welt vergessen.

an meinen feind | Der Dienstag dichtet

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Ich bin das diskutieren derzeit etwas leid und habe das Gefühl mit einem Prinzip zu reden, nicht mit Menschen. Hier also einfach mal wirrer Frustabbau.

an meinen feind
ich bin hier. ich bin nur hier. ich bin. und
in einigen momenten bin ich alle. wenn
du wüsstest, wie ich fühle, würdest du
vielleicht anders denken. sage ich. doch
ich weiß, dass du du bist. du bist. wenn
mein mitgefühl dein scheinbar kaltes
herz berührt. du liest es anders. hier.
manchmal, wenn ich versuche du zu
sein, will ich dich schlagen, will dir mein
mitgefühl einprügeln. es dir deine kehle
hinunterzwängen. zeigen, was wichtig ist.
ich bin hier. du bist da. ich bin. du bist.
wir ist. nicht. und du bleibst mein feind.

momente | Der Dienstag dichtet

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EDIT: Timer falsch gesetzt. Hier also ein montägliches Dienstagsgedicht. 😇 Hab es ge-retimed. Nicht wundern.

Manchmal schreibe ich Gedanken/poetische Zeilen einfach irgendwo auf. Früher oder später landen sie in einem Gedicht oder ich lösche sie. Hier mal ein Gedicht, das nur aus solchen Gedanken besteht, die in den letzten 2 Jahren entstanden sind. Erst gestern fiel mir auf, wie ähnlich sie sind.

momente

dein schnurrbarthaaratem fließt meinen
arm hinunter. wogen von fellmomenten
ergießen sich in mein feierabendtief.

meine augen verfangen sich in ihren
fließmomenten. wie ein netz spannt sich
ruhe über meine aquariumsmeditation.

mein einundausatem ergießt sich in die
muskelfasern, in bewegungsmomenten
auf der matte unter den ganzbeimirfüßen.

die winterliche kaltluft streichelt meine
morgenbeine. klangmomente steuern
schritt um schritt weg vom alltagstrott.

Lyrimo 29 und 30

Ich nehme dieses Jahr am lyrimo = Lyric Month teil. alles Wissenswerte dazu findet ihr auf diesem Blog: https://lyrimo.wordpress.com/

Die letzten beiden Gedichte vom Lyrimo. Mir hat der Monat wahnsinnig viel Spaß gemacht. Ich habe viel rumprobiert und extrem viele tolle Gedichte gelesen. Das war eine wirklich inspirierende Zeit. Danke an die liebe Organisatorin. 🙂

Tag 29 – Blinde Begegnung
bis zur dunkelheit. wir sehen
uns nachts. die räume sind
unbeleuchtet. diastole.
systole. dein atem riecht
nach knoblauch. sind wir
dann fishermans friends? du
lachst höflich. sonnenklang.

Tag 30 – Kaffeesatz
der kaffee ist getrunken. die bohnen leer. nur noch der kaffeesatz erzählt von einer schönen zeit.

blumenmeer | Der Dienstag dichtet

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Gedanken von meinem morgendlichen Arbeitsweg.

Haiku: blumenmeer

durch ein blumenmeer
der wind trägt kältewellen
die kristallwand wächst

Lyrimo Tag 22 bis 28

Ich nehme dieses Jahr am lyrimo = Lyric Month teil. alles Wissenswerte dazu findet ihr auf diesem Blog: https://lyrimo.wordpress.com/

Tag 22 – Quersumme

wenn ich uns beide addiere, sind wir keine summe mehr. unsere windschiefen geraden schneiden sich niemals und unsere binome können sich nicht verformeln. vielleicht sollte unsere querrsumme ein negatives vorzeichen bekommen.

Tag 23 – Schrödingers Box

wenn ich dich mit einem messer
öffne, sehe ich dein herz schlagen.
lunge, leber, niere, magen. blut,
muskeln. innerstes. innen. du
stirbst so offen. wenn ich dich
nicht öffne, weiß ich nichts. du
bist mehr als die summe deiner
organe. innen außen. und alles
zusammen.

Tag 24 – Ich sollte ein Buch schreiben

ich sollte gedanken an gedanken
knüpfen. wörter mit einander
verweben. sätze wie ein puzzle
zusammenbauen. sollte absätze
wie skulpturen formen und
kapitel wie ausstellungskonzepte
sorgfältig planen. stattdessen
sitze ich hier und schreibe nur
ein schnödes gedicht.

Tag 25 – Mundart

do rinn. meine klangwellen
fliegen in deine ohren. do
russ. und verlassen sie. bass
uff. sag ich. doch du verstehst
mich nicht. sprache ist krieg.

Tag 26 – Erasure von Schillers Bürgschaft

von den bergen. bäche, ufer,
strand. meere. ich kann die
stadt nicht erreichen. wie
rieselndes rauschen. stille.
und die sonne geht unter.

Tag 27 – klein und eckig

2 zieh nicht weiter. 4 ab ins
gefängnis. 6 eine karte. 3 du
gehst zurück auf start. 7 du
hörst auf zu spielen. die augen
zahlen, dein leben würfelt.

Tag 28 – Netzwerken

verbunden durch. gefangen
mit. wir sliden durch bytes
und seelenlose zeilen. aber
du bist mein freund. an
gestubbst. geliked durch.
und ich kenne dich nicht.