weil freiheit | Der Dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte schreibe, habe ich den Dienstag zum Gedichte-Tag erklärt und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt.
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Traumspruch

Ich wünsche euch schonmal einen guten Rutsch ins neue Jahr. Auch wenn mein Gedicht diese Woche negativ ist, meine Gefühle für die Dienstagdichter*innen sind es so gar nicht. Danke für ein Jahr voller fantastischer Poesie!

weil freiheit

weil freiheit. deine haut klebt an der
wand. ihre haare liegen über dem, was
mal ihr ohr war. sein körper liegt zur
seite gesunken. du riechst verbranntes
fleisch. weil tradition. sie sitzt unter
dem bett und maunzt. er unter einem
busch. morgen wird er nicht für dich
singen. weil es spaß macht. überall
liegen ihre plastikkörper. das holz ist
wie unsere wälder bereits verbrannt.
glas knirscht, als du mit deinem auto
drüber fährst. nur einzelne idioten.
weil freiheit. deine geht dort weiter,
wo die der anderen endet. weil

leise rieselt der puderzucker | Der Dienstag dichtet

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INFO: Ich habe Lyrikfeder und Wortverzauberte aus der Liste geworfen, weil die Links nicht mehr funktionieren. Wenn ihr weiter mitmachen wollt, schickt mir doch mal bitte die Links zu euren aktuellen Sites.

Dieses Gedicht habe ich nach einem Impuls von lyrimo geschrieben. Mehr als 2 Weihnachtsgedichte pro Jahr sind nicht drinnen, also verbinde ich frecherweise die beiden Aktionen (plus wir haben entsprechenden Zuwachs bekommen. 😉 ).

leise rieselt der puderzucker

leise rieselt der puderzucker. fein,
flockig, zärtlich bedeckt er die
küchenlandschaft. nur in den
tiefsten tälern liegen schichten
aus mehl. lass uns mit den füßen
schneemänner bauen. nasen aus
marzipan, augen wie streusel. in
stürmen aus nelken, zimt und
spekulatius. lass uns tanzen. hier
im schein der backofensonne die
ganze welt vergessen.

an meinen feind | Der Dienstag dichtet

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Ich bin das diskutieren derzeit etwas leid und habe das Gefühl mit einem Prinzip zu reden, nicht mit Menschen. Hier also einfach mal wirrer Frustabbau.

an meinen feind
ich bin hier. ich bin nur hier. ich bin. und
in einigen momenten bin ich alle. wenn
du wüsstest, wie ich fühle, würdest du
vielleicht anders denken. sage ich. doch
ich weiß, dass du du bist. du bist. wenn
mein mitgefühl dein scheinbar kaltes
herz berührt. du liest es anders. hier.
manchmal, wenn ich versuche du zu
sein, will ich dich schlagen, will dir mein
mitgefühl einprügeln. es dir deine kehle
hinunterzwängen. zeigen, was wichtig ist.
ich bin hier. du bist da. ich bin. du bist.
wir ist. nicht. und du bleibst mein feind.

momente | Der Dienstag dichtet

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EDIT: Timer falsch gesetzt. Hier also ein montägliches Dienstagsgedicht. 😇 Hab es ge-retimed. Nicht wundern.

Manchmal schreibe ich Gedanken/poetische Zeilen einfach irgendwo auf. Früher oder später landen sie in einem Gedicht oder ich lösche sie. Hier mal ein Gedicht, das nur aus solchen Gedanken besteht, die in den letzten 2 Jahren entstanden sind. Erst gestern fiel mir auf, wie ähnlich sie sind.

momente

dein schnurrbarthaaratem fließt meinen
arm hinunter. wogen von fellmomenten
ergießen sich in mein feierabendtief.

meine augen verfangen sich in ihren
fließmomenten. wie ein netz spannt sich
ruhe über meine aquariumsmeditation.

mein einundausatem ergießt sich in die
muskelfasern, in bewegungsmomenten
auf der matte unter den ganzbeimirfüßen.

die winterliche kaltluft streichelt meine
morgenbeine. klangmomente steuern
schritt um schritt weg vom alltagstrott.

blumenmeer | Der Dienstag dichtet

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Gedanken von meinem morgendlichen Arbeitsweg.

Haiku: blumenmeer

durch ein blumenmeer
der wind trägt kältewellen
die kristallwand wächst

als es noch ging | Der Dienstag dichtet

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als es noch ging

als es noch ging. als ein niemand mehr
wert war, als ein jemand. damals,
früher. als. ist heute. deine gefühle
reiten auf einer zeitmaschine. denken
synapsenbahnen entlang. voraus und
zurück. stolperst du über deine eigenen
windungen. heute reist du in dasselbe
als, wie gestern und heute ist es anders.
du fragst dich. wie sie gefühlt haben. sie
selbst können es nicht erfassen. nur die
dunklen buchstaben auf der haut singen
ein lied davon. als es noch ging.

dass | Der Dienstag dichtet

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Ich bin kürzlich über einen Text über den idealen Staat gestolpert. Das Gedicht ist ein Gedankenschnipsel dazu.

dass

dass nichts zwischen die wolken fällt,
was in den himmel gehört. dass alles
auf der erde haften bleibt, was unter
den teppich gekehrt werden soll.

dass nichts zwischen den zeilen
verschwindet, was bedeutend ist.
dass alles gewusst wird, was nicht
geglaubt und gemeint werden sollte.

dass nichts von wenigen besessen
wird, was allen gehört, dass alles in
allen händen liegt und wenn es nur
die hände vom gegenüber sind.

ohne grenzen | Der Dienstag dichtet

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und
Vienna BliaBlaBlub

ohne grenzen
und ich träume davon, grenzenlos. nur das
wasser trennt uns. wir bauen ein schiff zur
verständigung und leben alle unter einem
dach. ich du er sie he him her she it them
sind ein wir. sagst du. denn du fällst das
beschriebene holz für die planken, streichst
den kahn bunt und schwarz. doch die segel
folgen nur dem wind, reißen im sturm, der
von zu viel atem stammt. wir sind eins. sind
zusammen, weil die arche unter unseren
füßen deinen  wellen folgt. die wogen die
regeln machen. nur in uns leben grenzen,
die nach außen sichtbar sind. ein schiff ist
ein schiff ist ein schiff. wir teilen es in bug,
rumpf, unten, oben, kajüten, kombüse. wir
sind uns nicht eins, sind verschrankt ohne
schranken. nur begrenzt grenzenlos frei.

der wert eines lebens ist | Der Dienstag dichtet

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der wert eines lebens ist

der wert eines lebens ist. wir rechnen
in euro. jahren. gesundheit. reichtum.
seine wertpapiere sind schwach, ihre
stark.  zwischen blätterstapeln. grau,
weiß, schwarz. roter filzstift. spielen
kinder. der wert eines lebens ist. ich
höre lachen. weinen. jauchzen. klagen.
ich höre zweifeln. verzweifeln. die
blätter rascheln wie blätter rascheln
wie scheine. der wert eines lebens
ist. die mauer ist hoch. nur auf dieser
seite. auf der anderen sehe ich nur
haufen. der wert eines lebens ist

@x | Der Dienstag dichtet

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@x

ich bin ein x und du ein z. unter
diesem blauen bytehimmel. zählen
herzen mehr als sprechblasen. ich
rede in den äther. du bist ein g und
ich ein b. vielleicht bist du auch ein
p. ich rufe dir zu, aber du liest nur.
meine zahlen. fallen und steigen wie
ebbe und flut. der mond hat damit
nichts zu tun. die erde auch nicht.
die tiden schwappen in unsere
wassergläser. wenn ich das licht
ausschalten sehen wir nicht mal
unterschiede. warum also sammle
ich herzen und keine wahre liebe.