
Da ich kaum Gedichte schreibe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.
Ich habe einen Artikel in der Zeit gelesen, in der Gesundheitspersonal zum Zustand in den Intensivstationen befragt wurde. War dein ein bisschen sauer und habe das in Zeile fließen lassen.
es ist nicht deine angst
es ist nicht deine angst, die mich abfuckt.
sondern dein hass. der über weiße gänge
kriecht. blut besudelt ist dein roter zorn,
schwarz umrandet dein gewissen. ich
will dich schütteln, wie man kleine babys
nicht schütteln soll. will mit einer feder
und trockner tinte deine gehirnwindungen
überschreiben. der vorhang fällt. nicht nur
für dich. für andere. es ist nicht deine angst,
die mir angst macht, sondern die vehemenz
mit der du deine ohren tonlos machst.
