
Da ich kaum Gedichte schreibe, habe ich den Dienstag zum Gedichte-Tag erklärt und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt.
Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben.
Mit von der Partie sind bisher
Stachelbeermond
Mutigerleben
Wortgeflumselkritzelkrams
Werner Kastens
Findevogel
Wortverzauberte
Ein Blog von einem Freund
Lyrikfeder
Nachtwandlerin
Lindas x Stories
La parole a été donnée à l’homme
Gedankenweberei
und Myna Kaltschnee.
Da das Thema Abtreibung die Tage mal wieder hochgeschwemmt wurde, verarbeite ich meine Gedanken in einem Gedicht. Dabei beziehe ich keine Meinung, weil ich keine feste Meinung zu Abtreibung an sich habe. Ich glaube nicht mal, dass man pauschal Urteilen sollte, aber ich finde man sollte bei dem Thema endlich mal zuhören.
in den himmel hören
im bytefarbenen stimmenwind treibt
eine stumme wolke. regengrau, blass,
gewitterlos. ich möchte sie mit einem
lasso vom himmel holen und baue ein
wolkenfangnetz. stundenlang suche ich
im blutleeren erkalteten raum. wenn
ich sie gefangen habe, lege ich sie in die
auslage meiner eisdiele. auf dem schild
steht, was niemand hören will. gelten
lässt. in geschwungener schrift wird sie
vom weiten blau erzählen, von großen
gewitterwolken, von vögeln, flugzeugen
stürmen und flauten. von höhen und
tiefen. zu meinem wolkeneis biete ich
verständnisstreusel an und eine große
portion empathie. manchmal muss man
in den himmel hören, um zu verstehen.

