der plan | Der Dienstag dichtet

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Da ich kaum Gedichte schreibe, habe ich den Dienstag zum Gedichte-Tag erklärt und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt.
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La parole a été donnée à l’homme
Gedankenweberei

Ich bin wieder da! Leider weniger erholt als gehofft. Bis Dienstag liefs noch gut und dann mussten wir wieder bei den Umzugsvorbereitungen helfen etc.. Spätestens nach der Rückfahrt war ich vollkommen ausgelaugt und merke, dass ich nicht immer alles, was ich mir an Stress anhäufe mit einem Urlaub „ausbaden“ kann. Ein Plan muss her, irgendwann demnächst.

der plan

unruhe, die
ideen schwirren wie bienenschwärme,
zyklone in meinen gehirnwindungen.
früher konnte ich nicht, heute zu viel.

stress, der
der zeitwind lässt meine alltagshaare
fliegen. die erholungsperücke liegt im
schrank der vergangenheit. ganz hinten.

plan, der
auf meinem tisch, neben meinen kopf
liegen weiße zettel mit weißer farbe
beschriftet. ich nenne sie kopfkissen.

Urlaubselfchen | Der Dienstag dichtet

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Sehr entspannte Grüße aus dem Norden. 😊

Gähnmarathon
wir vermessen
unsere langen Trägheitsbeine
unter den Müdigkeitssocken liegen
Urlaubsgrüße

zwischen dem fluss | Der Dienstag dichtet

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Ich bin seit Ewigkeiten fasziniert von Serienmördern, weil sie so außerhalb dem Denken agieren, das wir als normal empfinden. Daher habe ich mich versucht hineinzuversetzen und dazu den Green River Mörder/Gary Ridgway gewählt. Faszinierend finde ich ihn, weil er sich selbst in seinem Denken und Handeln widersprochen hat. Er hat Idealen nachgeeifert, die er nie erreichen konnte und sich eine ganz eigene Realität geschaffen, in der er gefangen ist. Es ist irgendwie auch das einzig wirklich Menschliche an ihm.

Zufrieden bin ich noch nicht, aber ich arbeite bereits vier Wochen dran und besser wird es nicht.

 

zwischen dem fluss

weil der gesamte flussboden von abfall
bedeckt ist. mein wasser fließt in schichten.
auf wogen werde ich von göttlichem licht
geblendet. sonne wärmt meine haare und
ich schwimme dazwischen. bin nicht wo,
sondern da. mit phallischen bedingungen
zieht der boden an meinen seilen. ich suche
nicht. strampele mich los und stoße mich an
mir. doch sie. diese schleichen sich von vorne
an. von hinten stehe ich bereit. lass. los. atme
ekel. wut. meine hände verdecken das bett.
ich wühle im dreck. finde perlen und bringe
sie nach oben. nimm. auch in diesem leben
schwimmt müll. man sagt, er hat namen. 71,
mit 48 gesichtern. die zahlen sind größer als
ihre zähne. so werde ich für eure sünden an
das kreuz genagelt.  hier oben lebe ich in ihren
kalten körpern. ich bin groß. ich bin wasser.

die kunst zu googlen| Der Dienstag dichtet

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Die Regeln: Ich habe „ich gehe“, „du gehst“ und „sie gehen“ bei Google eingegeben und die Treffer hinterinander geschrieben. Das Ergebnis habe ich dann nur mit Zeilenumbrüchen und Zeichensetzung bearbeitet. Ich finds witzig, aber etwas schwierig zu lesen.

die kunst zu googlen

ich gehe italienisch davon aus,
dass schlafen einkaufen. mit
meiner laterne nach hause
spazieren. jetzt schlafen. weg.

du gehst mir ab, mir nicht mehr
aus dem kopf. fort zu frauen !
vergiss die peitsche nicht nicht.
allein mir auf die nerven, auf den
keks mir unter die haut. mir! ab

bedeutung

sie gehen französisch/spanisch in
deutschland zum arbeitsgericht. bei
auf englisch mir alle. auf den sack.
recht. in der annahme italienisch.
vor uns vorbei. englisch nach hause.

nach außen | Der Dienstag dichtet

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nach außen

bis sich das innere ganz und gar nach außen
stülpt. ich will meine organe offen tragen. das
gehirn soll vom wind gekitzelt werden, die
niere wird vom regen nass. ich trage schleifen
um beide eierstöcke und ohrringe an meiner
gebärmutter. wer mich ansieht, erkennt. wer
ich bin. wäre. sein wollen würde. ehrlichkeit
ist schwierig. wie ist mir egal, was du über die
hohlräume zwischen meinen rippen denkst?
ein fremder blick tastet sich meinen dünndarm
entlang. abschätzig mustert er die ungleichen
windungen. unrund, zu wenig oberfläche. ich
rutsche auf dem cervixschleim der erwartungen
aus. deiner. ich will meine organe offen tragen.
mein herz soll in dem blitzlicht strahlen. meine
emotionen verursachen den donner dazu.

vermisstenmeldung | Der Dienstag dichtet

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Was macht man, wenn man 0 Inspiration hat und ein Gedicht schreiben will? Genau darüber schreiben. 😉

vermisstenmeldung

mit dem leeren raum beschrieben. ich
sitze vor einer weißen fläche. absolute
leere in einem luftleeren raum, seitdem
du mich verlassen hast. den duft deiner
kreativen fußabdrücke rieche ich noch
auf den tasten. tip tip tip. die melodie
deines kunstvollen gesangs hängt in den
vorhängen. ich habe sie zurückgezogen.
das vakuum geöffnet. um spur, stück,
funke, bohne, silben und einen deut zu
finden. nichts, nada, niente. überhaupt
kein bisschen. null. wo bist du nur?

druckluft-sein | Der Dienstag dichtet

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Ich hatte mal wieder Lust auf ein Elfchen.

druckluft-sein
unwissender atem
rasselt durch lungengänge
nervös wippt der pleuraspalt
mussgewarte

game.life | Der Dienstag dichtet

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Irgendwann musste meine Liebe für Videospiele es ja mal in eines meiner Gedichte schaffen…

game.life

wir leben zusammen im rl. unsere
nonlinearen herzen kennen sich,
tanzen im asymmetrischen takt. a
series of  interesting choices? start.
künstlerisch wippt jedes byte. im
8-bit. wir rennen durch die level.
stoßen uns an barrieren, tanzen
durch die shut downs und restarts.
ready. wenn wir auf eckigen wolken
surfen und unsere synapsen nach
schwertern greifen, darf ich dann
den letzten speicherpunkt wählen?

synapsenparty | Der Dienstag dichtet

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Gibt die Woche doch was Neues und nicht das verpennte Gedicht von letzter Woche. Dieses Gedicht hat sich irgendwie so aufgedrängt und wollte aufs Blatt.

synapsenparty
als würde jemand absichtlich regentropfen in
die gedankenwolken säen. als wäre der wind
eines ventilators stärker als jeder sturm. der
innere gaul gallopiert über blühenden mohn.
ein schwarzes erwarten, errötende neugierde,
grünleuchtende ungeduld. mit einem klecks
gelber hoffnungspatina. färbend tragen sie
die vibration ins erdinnere. der kern schwankt.
atmet. breitet sich aus. auch in den untiefen der
erdkruste spürt man das nervöse hufgetrappel.
hört kleine steine, körnchen staub sich in die
luft erheben. die erde bebt. rumort. gerölllawinen
agieren losgelöst. frei. tummeln sich mit solchen
aus schnee und sand. tanzen mit den erdbeben,
fluten, mit orkanen. die wahre welt. dort. bleibt
ungerührt, wenn die synapsen eine party feiern.

shit | Der Dienstag dichtet

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Ein Dienstagsgedicht am Donnerstag??? Das passiert, wenn man seine Beitragseinstellungen nicht kontrolliert. Nun ja, gibt es das Gedicht von diesem Dienstag eben nächsten Dienstag (darf ich nur nicht vergessen, den Einleitungstext zu ändern) und heute ein spontanes Elfchen.
Und natürlich bin ich wieder da, nach tagelangem Schleppen und Ausmisten UND einem Tag an der Ostssee – passenderweise an diesem Dienstag und damit Schuld an der Misere.

zuspätzuspätzuspät
mein Wunderlandhase
stolpert übers Techniklabyrinth,
über Faulheitsstrände und Meeresblumen
shit