unter der bettdecke | Der Dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte schreibe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

Ich habe durch die hormonellen Schwankungen durchs Stillen ab und an Schlafstörungen. Gestern war wieder so eine doofe Nacht.

unter der bettdecke
unter der bettdecke schlägt mein
herz. im takt mit meinem atem. ich
zähle mit. bis drei. schweife ab. mein
herz tanzt auf synaptischen bahnen.
meine drehungen geben den takt dazu.
dunkel ist sie. die zeit schleicht und
stolpert. prallt am wecker ab. ich höre.
draußen gibt es viel zu erleben. tik tok.
und die minuten versinken zwischen
federn. während mein kopf auf ihrer
oberfläche treibt. rechts. links. licht an.

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und sie steigt | Der Dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte schreibe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

und sie steigt

und sie steigt. bei dir weht wind
im stübchen. die fenster hast du
absichtlich offen gelassen. die
klinken sind kaputt. sagst du. die
tür ist geschlossen. ein schild
besagt. ich glaube. wenn dich
jemand besuchen kommt gibt es
nur krümeligen kuchen, wässrigen
kaffee. ohne sahne. und sie steigt.

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zwischen zwei wimpernschlägen | Der Dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte schreibe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

zwischen zwei wimpernschlägen

zwischen zwei wimpernschlägen
verweilt dein atemzug. ich gehe
über brücken, durch wälder, tore
in tunneln. auf der anderen seite
wippe ich mit den füßen und warte
auf momente. zwischen zwei
wimpernschlägen wartet meine
sehnsucht.

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stunden überholen minuten | Der Dienstag dichtet

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Heute endet meine Elternzeit und mien Freund übernimmt. Irgendwie war ich Gestern doch noch schwanger, oder? Wo ist die Zeit hin?

stunden überholen minuten
stunden überholen minuten. im
sekundentakt schlägt mein herz
langsamer und meine synapsen
stolpern über die uhrzeiger. heute
war gestern. ist morgen. ich habe
im kalender nachgelesen, was ich
keine zeit zu erleben hatte. und
der sturm weht die seiten fort.

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wenn das kissen | Der Dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte schreibe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

Ich habe versucht ein Gefühl einzufangen.

wenn das kissen

wenn das kissen nicht mehr aus
zement ist. ich boxe in weiche
kiesel. zerbeiße mich in weich
gewordenem brot. doch. die
wellen schlagen hoch. ich koche
unter der erde. wenn ich wieder
auftauche, ist die welt ein noch.
lasse ich mich in federn fallen.
koste den geruch von süßer
marmelade und wiege meine
vernunft.

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sie meinen | Der Dienstag dichtet

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Inspiriert von einem Interview. Lässt sich aber auf viele anwenden.

sie meinen

doch. sie meinen, was sie sagen. und
sagen. was sie denken. über dem ich.
spricht bei ihnen keine furcht. wissen
glauben sie. glauben wissen sie. immer.
manchmal steht der mund offen. und
töne kommen raus. einige sind lieder.
ab und an hört man pfeifen. nur weil
sie etwas zu reden haben. nur weil sie
da sind. wir hören. und an einigen tagen
sogar zu. dann verstehen wir nur meinen.

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und der morgen trauert | Der Dienstag dichtet

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Meine Elternzeit endet bald und ich musste daran denken, wie häufig man von einzelnen Lebensabschnitten Abschied nehmen muss. Ich habe einen als Symbol dafür genommen.

und der morgen trauert

und der morgen trauert um seine neblige
einfachheit. wir tanzen auf den senkrechten
uhrzeigern und wagen einen tiefen zug
durch den kaffeesee. ich reiche dir milch
und du mir süße. die ofenheißen brötchen
brutzeln in meinen eiskalten händen. jetzt.
seufzt der mond und verliert sich im licht.
die schritte im flur werden lauter, dein
herzschlag neben mir leiser. wenn die rote
marmelade getrocknet ist und der honig
nicht mehr klebt. einzelne krümel erzählen
noch von diesen morgen. auf plastikstühlen.
schwarz waren sie. die auf denen ich heute
sitze sind weiß. haben andere flecken.

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zuspätzuspät | Der Dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte schreibe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

Mein heutiger später Beitrag und die Hektik des Tages habe ich gleich mal als Inspiration genommen.

zuspätzuspät
das gesellschaftskaninchen
läuft hektisch davon
wir müssen alle irgendwo
sein?

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in netzen | Der Dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte schreibe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

in netzen

in netzen. ich bin gefangen von
worten. wie kleine spinnen jagen
ihre stimmen fäden entlang. das
muster wurde schon vor hundert
jahren entworfen. buchstaben wie
kleine fliegen. der staub legt sich
und die vorstellungen sind verrostet.
lass uns pusten. lass die streben
einreißen. wenn nur die netze halten.

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in wolkenreigen | Der Dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte schreibe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

in wolkenreigen

in wolkenreigen. heut tanzen wir zu den
regentrommeln. windbongos geben den
tackt vor. wir folgen nicht jedem, aber
einigen. das flattern des regenschirms
gegen unsere durchnässten häute. deine
ist dicker als meine, weil die meine deine
schützt. ich umarme dich mit wärmenden
momenten. wenn die wolken ziehen,
lachen wir uns durch pfützen. suchen
einen neuen tackt im plätschernden laub.
nicht jeder tag braucht sonnenklingeln.

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