Die gehen auch zum Scheißen aufs Klo | abc.etüden

Dies ist ein Text zu den abc.etüden von Christiane. Ziel ist es 3 Worte in 300 Zeichen unterzubringen. Die Schreibeinladung für die Wochen 12 + 13 beinhaltet die Worte „Birke, blumig, entgiften“, gesponsert von Ich lache mich gesund.

Die gehen auch zum Scheißen aufs Klo

„Das ist also dieses Internet?“, fragte Doris.

„Ja, Oma,“ antwortete ihre Enkelin Sarah und grinste dabei. Doris ließ sich nicht irritieren. Sie wusste, dass sie keine Ahnung von der neuen Technik hatte. Man konnte eben nicht alles wissen, aber man konnte alles lernen.

„Was gibt es noch? Was siehst du dir an, wenn du stundenlang auf dein Handy starrst?“

Sarah grinste. „Am liebsten bin ich auf Insta. Da kann man Bilder hochladen. Das ist so einen Art Fotoalbum.“

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Hexenfreunde für immer | Impulswerkstatt

Dies ist ein Text zu der Impulswerkstatt von Myriade. Ziel ist es etwas Kreatives zu einem oder beiden vorgeschlagenen Bildern zu erstellen. Hier könnt ihr alles darüber lesen: *KLICK*
Die aktuellen Bilder zur aktuellen Impulswerkstatt findet ihr hier: *KLICK*

Ich habe eine Geschichte aus den vier Bildern in „richtiger“ Reihenfolge gewoben. War spannend sich durch Bilder leiten zu lassen.

Hexenfreunde für immer

Rowena, die eigentlich Mira hieß, und Aradia, die eigentlich Judith hieß, schritten hocherhobenen Hauptes den Waldweg entlang. Das mussten sie auch, denn die Roben, die die beiden Mädchen trugen, waren ihnen zu groß. Eigentlich gehörten sie Rowenas Mutter, die sich an Halloween mit ihrer Freundin als irgendwas Traditionelles verkleidet hatten, doch Rowena und Aradia waren sich sicher, dass es in Wirklichkeit Hexenkleider waren. Rowenas Mutter wusste das nur nicht. Immer wieder verfingen sich ihre Roben in dem Geäst und sie mussten sich gegenseitig befreien, aber keine der beiden sah es ein, die Gewandung abzulegen. Sie waren auf einer gefährlichen Mission, denn nur sie konnten die Hexenwelt noch retten. Als sie nach einer Viertelstunde endlich ihr Ziel erreicht hatten, waren beide durchgeschwitzt.

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aprilwetter | Der Dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte schreibe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

aprilwetter

durch frühlingsstürme im feucht
fröhlichen aprilwetter. wir betrinken
uns an sonnensichtungen. nehmen
eine nase schneeglöckchen. noch
einmal an der osterglocke lecken.
dann ist sommerzeit. zumindest
hier. woanders liegt winterwetter
zwischen häuserfluchten versteckt.
man spürt wie zeitweise ein newstief
flockenhaft auf gedanken liegt.

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hummeln im popo | Writing Friday

Dies ist ein Text zu der Aktion „Writing Friday“ von Elizzy. Jeden Freitag wird zu einem der vorgegebenen Themen veröffentlicht. Die aktuellen Themen und eine Liste aller Teilnehmer findet ihr auf Elizzy’s Seite.

hummeln im popo

weil es surrt, und flattert und fliegt.
schwarz, gelb, plüschig. sitze ich da
drauf, auf diesen unruhegeistern.
komme selbst nicht zu ruhe. wenn
mein popo vibriert und meine beine
nervös tanzen. machen. will ich. tun.
mein schreibtisch ist meine couch,
meine couch ein arbeitsplatz. mein
kopf liegt auf aufgefluffter tastatur.
manchmal wünschte ich, ich könnte
die kleinen biester einfach in einen
sack stecken. zugezogen mit einer
kordel aus ruhe. und bringe es doch
nicht übers herz. also so surren sie
vor sich hin. und in mich hinein.

windwärts | Der Dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte schreibe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

Hab wieder zu viel über Krieg nachgedacht.

windwärts

und ihre haare hängen im sturm.
windwärts kann man den regen
riechen. im sturm hinauf das
frühlingshafte gewitter. die zeit
wird bald verdreht, nur nicht weit
genug, um was zu ändern. ich will
ihnen sonnenschein reichen, aber
um die jahreszeiten steht es schlecht.

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Tassenfreunde | abc.etüden

Dies ist ein Text zu den abc.etüden von Christiane. Ziel ist es 3 Worte in 300 Zeichen unterzubringen. Die Schreibeinladung für die Wochen 10 + 11 beinhaltet die Worte „Zylinder, rau, blühen“, gesponsert von MakeAChoiceAlice.

Mist. Ich habe den Beitrag auf nächsten und nicht diesen Samstag getimed und es erst eben gemerkt. Also hier meine viel zu späte Etüde.

Tassenfreunde

Die ersten Osterblumen schießen aus dem Boden, während die Veilchen bereits blühen. Der Frühling ist auf dem Vormarsch. Frau Varga holt ihren Klappstuhl aus dem kleinen Gartenhäuschen, setzt sich auf die Terrasse und breitet eine Decke über ihren Beinen aus. Die Sonne scheint zwar, aber das Wetter ist noch etwas rau. Nachts wird es kalt, bis unter null Grad, und tagsüber weht ein kalter Wind. Trotzdem will Frau Varga, wie jedes Jahr, den Frühling gebührend begrüßen. Aus ihrem Tragekorb packt sie eine Thermoskanne aus und füllt sich Tee in ihre „Die beste Oma der Welt“-Tasse ein. Der Duft von Hagebuttentee vermischt sich mit der wohlriechenden Frühlingsluft. Gerade will sie sich entspannen, als Herr Kiekenbusch von nebenan seinen Motor aufheulen lässt. Frau Varga zuckt zusammen, so sehr das etwas Tee auf den Boden tropft. Nun wird der Motor wieder leise, dafür ertönt ein Staubsauger und laute Musik. Genervt rollt sie mit den Augen. Wird sicher bald vorbei sein, denkt sie sich. Wie lange kann es dauern ein Auto zu reinigen?

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Das Phasenjahr oder Irgendwas ist ja immer | Mama Gedanken

Da es mir in meiner Reihe „Schwangere Gedanken“ so viel Spaß gemacht hat, mich über Klischees und Erwartungen an Schwangere aufzuregen, habe ich mir überlegt fortzufahren, denn auch an Mütter gibt es eine Reihe von unsinnigen Erwartungen.
Hier findet ihr alle Texte zu dem Thema: *Klick*

So, ihr kennt das: Macht euch einen Tee, holt euch einen Keks und los geht’s.

Gefühlt 90% der Neueltern kennen das Thema „Entwicklungsschübe“, dass durch einen Ratgeber populär gemacht wurde. Es scheint vielen Eltern zu helfen, wenn das Baby gerade „schwierig“ ist, aber gleichzeitig habe ich das Gefühl, es macht Babys schwieriger als sie sind.

Die Entwicklungsschub-Theorie

Letztendlich geht es bei der Theorie nur darum, dass das Baby im ersten Jahr getaktet mehrere Entwicklungsschübe durchläuft, bei dem es bestimmt Dinge lernt. In der Zeit sollen Babys schlechter schlafen, schlechter gelaunt sein, mehr oder weniger trinken und nun ja irgendwelche Anzeichen haben. Beobachtet haben das die Autoren, in dem sie ein paar Handvoll Pärchen und ihre Babys ein Jahr beobachtet haben.

Passt nicht so ganz

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Veröffentlichungen | Kritzelnews

Kleine Hefte mit der Aufschrift "Poesie unterwegs NVV" auf dem Boden verteilt. In der Mitte ein aufgeschlagenes Heft.

Ich habe in letzter Zeit einiges an Unwesen getrieben und fast vergessen zu teilen. Eines meiner Gedichte ist in einem Heftchen des Nordhessischen Verkehrsvebundes abgedruckt worden, sodass gelangweilte Tram-Fahrer, was zu tun haben.

Eine meiner Kurzgeschichten wurde in der neusten Anthologie vom Geisterspiegel abgedruckt, inkl. gemaltem Bildchen.

Und ich habe angefangen neben Podcasts auch Interviews zu machen, mit Wrestlern. Vielleicht nicht so relevant auf meinem Kritzelblog, aber ich bin stolz drauf. Das mit LuFisto ist mein Lieblingsinterview. Weitere findet ihr in der Playliste des Kanals Wrestling-Infos.de.

ein versprechen | Der Dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte schreibe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

Ich war auf Familienbesuch im Norden und könnte kurz Ostseeluft riechen.

ein versprechen

leise tritt an meine wange. eine
woge. wellenartig breitet sich
salziger atem auf mir aus. ein
und aus und ein und aus. ich
meditiere muscheln und zähle
körnchen. bald komme ich
wieder. flüstere ich. und dann
bleibe ich eine ganze weile.

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nicht warm genug | Der Dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte schreibe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

Derzeit ist Nachrichten lesen, nie eine gute Idee, aber wegschauen hilft auch nicht. Hier ist, wie ich mich beim Zeitunglesen derzeit fühle.

nicht warm genug

ich habe feuer im kopf. meine füße
stampfen unrhytmisch auf, zur musik
von zerspringendem teegeschirr und
knarzenden knochen. die nur fingernägel erreichen. tief im fleisch. rosa. reißt die
haut und zerrauft sich in haaren. meine
strähnen flattern zu boden. ich nehme
organe wie blätter und werfe sie hoch.
wenn das blut kocht, ist es immer noch
nicht warm genug.

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