„Klaras Reise“ | Writing Friday – KW3

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* Dies ist ein Text zu der Aktion „Writing Friday“ von Elizzy. Jeden Freitag wird zu einem der vorgegeben Themen veröffentlicht. Die Liste aller Teilnehmer findet ihr auf Elizzy’s Seite.*

Inspiriert durch ein Buch von Elisabeth Tova Bailey. Der Titel spoilert, weil mein Hauptcharakter im Buchtitel auftaucht.

Thema: Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz „Endlich schien es für Klara wieder bergauf zu gehen, nachdem sie…“ beginnt.

Endlich schien es für Klara wieder bergauf zu gehen, nachdem sie nun bereits zwei Stunden bergab unterwegs war. Was für ein eigenartiges Gelände sie umgab.
Der Boden war ganz rau und hell. Unterbrochen wurde diese Fläche nur durch einzelne Tonfeldern in unterschiedlichen Abstufungen. Der Abrieb war enorm und Klara musste ab und an anhalten um die Partikel von ihrem Fuß zu entfernen.

Eigentlich hätte sie schon längst aufgegeben und wäre ihren eigenen Spuren folgend wieder zurückgekehrt, doch es lockte sie etwas. Eine andere Spur. Sie erzählte von Abenteuerlust, von der Sehnsucht nach Ferne und unbekannten Welten. Klara musste ihr folgen, denn sie langweilte sich. Tag ein Tag aus, bewegte sie sich durch das immer gleiche Terrain, auf der Suche nach Nahrung und Erfahrung, doch fand sie nie etwas Besonderes. Die Welt bestand immer nur aus Gleichem, sich ewig Wiederholendem. Ein Kleeblatt, ob vier oder drei Blätter, war doch immer nur ein Kleeblatt.

Vielleicht verbarg sich hinter dieser Einöde irgendwo etwas Neues, etwas das mehr war, als nur ein Kleeblatt. Also war Klara vor vier Stunden losgezogen. Auch wenn der Zweifel an ihre nagte, wusste sie, sie musste es wenigstens probieren. Die Sonne brannte, aber die Spur war ausgeprägt und noch nicht verbrannt. Sie lebte von dem enthusiastischen Geruch, von der Aufbruchsstimmung. Es ging noch drei Mal bergab und bergauf. Die Spur wurde zweifelnder, ängstlicher, doch Klara konnte schon lange nicht mehr umkehren.

Es wurde gerade Dunkel, da fand sie den Ursprung der Spur. Eine junge Weinbergschnecke lag überfahren vor ihr. Klara betrauerte kurz ihren Artgenossen, dann nahm sie allen Mut auf und beschloss die Reise für ihn und sich selbst weiterzuführen, auch wenn sie nun nicht mehr die Spur ihres Vorreiters benutzen und eigenen Schleim produzieren musste.

Es ging noch eine Weile bergauf, dann begann Gras und Klara war erleichtert. Ob es hier anders war, als hinter dieser Einöde? Sie war hungrig und biss in ein dreiblättriges Kleeblatt. Es schmeckte wie alle Kleeblätter.

Klara zuckte mit ihren Fühlern. Naja, ein Versuch war es wert gewesen. So eine Einöde würde sie auf jeden Fall nicht mehr überqueren. Vielleicht sollte sie wie viele großen Abenteurer das Paradies namens Garten suchen. Da schmeckte der Klee zwar bestimmt auch gleich, aber es gab Salatblätter. Die sollten besonders gut schmecken.

11 Gedanken zu “„Klaras Reise“ | Writing Friday – KW3

  1. Da – von dir kommt sie also, die salatfressende Schnecke….
    Ja – eigentlich schmeckt Klee doch überall gleich – Trotzdem sollte man tatsächlich mal den Versuch starten – und dann entdeckt man wirklich etwas viel besseres.

    Gefällt 1 Person

  2. Hallo Katha,
    sehr schöne Schilderung aus Sicht – dass es sich um ein kleineres Tier handeln musste, habe ich geahnt, als der Klee zum ersten Mal erwähnt wurde, doch dachte ich zuerst noch an ein fliegendes.

    Dass es sich dann um eine Schnecke handelte, war eine schöne Überraschung; und deren Sicht auch konsequent durchgezogen!

    Liebe Grüße Norbert

    Gefällt 1 Person

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