Aus Taschen | Der Dienstag dichtet

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Da ich kaum Gedichte schreibe, habe ich den Dienstag zum Gedichte-Tag erklärt und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt.
Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben.
Mit von der Partie sind bisher
Stachelbeermond
Mutigerleben
Wortgeflumselkritzelkrams
Werner Kastens

und diesmal gibt es einen inspirierten Beitrag bei Writing Chills.

Bin derzeit etwas frustriert mit der Politik und mit Menschen überhaupt. Guter Grund ein Gedicht darüber zu schreiben. (wenn ihr in der App lest, einmal Bild drehen, sonst gibts komische Umbrüche)

Aus Taschen

Sie spüren kalten Wind in ihren leeren
Taschen. Ein westerner Staubballen rollt
über das weiche Nappa. Plastik. Blut.
Schweiß. Goldene Leere entsteht. Sie
riechen die heiße Luft auf ihrer untersten
Haut. Verkochte Tropfen. Andere sagen es
sind die Zwiebeln. Doch sie wissen, um die
Tränen, die fruchtbare Gärten weinen. Sie
sind realer als der Wind. Doch sie glauben es
sind nur Träume auf berechneten Seiten.

Die Schweine quieken. Die Bäume seufzen.
Die Luft brennt. In dem weichen Leder
spürt man keine Tränen, hört kein lautes
Hufgetrappel. Aber sie kommen. Die vier
auf der einen Seite und die taschenlosen
auf der anderen. In Leder lässt sich nicht
leben. Auf Schnellstraßen auch nicht.

Tick | Der Dienstag dichtet

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Da ich kaum Gedichte schreibe, habe ich den Dienstag zum Gedichte-Tag erklärt und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt.
Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben.
Mit von der Partie sind bisher
Stachelbeermond
Mutigerleben
Wortgeflumselkritzelkram
Schaut doch auch bei ihnen vorbei!

 

Tick

Es ist fünf vor Mitternacht. Ich liege
im stählernen Bett. Ohnmacht macht
sich breit. Ohne Macht. Macht Komma
ohne. Nur in Uhren können Sekunden
an Minuten hängen bleiben. Alle anderen
rechnen in Jahrzehnten. Tick tick. Nie
tock und doch greife ich nicht zu dem
Zeiger und werfe ihn in deine Augen.

Ich bin wie du.

Unsere Rädchen knirschen leise. Die
Federn springen aus dem Stahlrahmen.
Das Bett hält. Hier. Dort. Wo sie Betten
aus Glas bauen, hört man es klirren. Ich
und du. Es gibt so viel zu sagen, soviel
Stahl zu schmelzen. Ich stehe auf und
repariere die Uhr. Vielleicht wollen die
anderen die wahre Zeit lesen. Tick

Tock.

Die haben sicher recht | Writing Friday

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Dies ist ein Text zu der Aktion „Writing Friday“ von Elizzy. Jeden Freitag wird zu einem der vorgegebenen Themen veröffentlicht. Die aktuellen Themen und eine Liste aller Teilnehmer findet ihr auf Elizzy’s Seite.

Heute etwas spät, aber dafür zum Wetter passend, und zu unserer Zeit.

Thema: Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz: “Der Regen brannte auf ihrer Haut, weil…” beginnt.

Der Regen brannte auf ihrer Haut, weil sie vergessen hatte die Rain Protection Cream aufzutragen. Suse fluchte. Wenn sie noch länger dem Regen ausgesetzt blieb, würde sie Narben kassieren oder schlimmeres. Sie zog die Jacke über ihren Kopf, um ihr Gesicht zu schützen, aber so war ihr Bauch frei. Panisch sah sie sich um. Sie stand in einem alten Industriegebiet, mit blockartigen Häusern ohne Schutz für sie.

Sie drehte sich ein paar Mal im Kreis bevor sie ihre Rettung in Form von überdimensional großen Rohren sah. Suse rannte los und hechtete in eines der Rohre. Keine Sekunde zu früh, denn nun begann es richtig zu regnen. Ein spritzender Tropfen traf sie an der Hand.

„Au.“ Schnell wischt Suse ihn weg. Eine kleine rote Stelle blieb zurück. Nachher würde sie ins Krankenhaus müssen, um eine Spritze zu bekommen. Wer wusste schon, woher der Regen kam und was er mitbrachte?Weiterlesen »