Aus Taschen | Der Dienstag dichtet

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Da ich kaum Gedichte schreibe, habe ich den Dienstag zum Gedichte-Tag erklärt und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt.
Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben.
Mit von der Partie sind bisher
Stachelbeermond
Mutigerleben
Wortgeflumselkritzelkrams
Werner Kastens

und diesmal gibt es einen inspirierten Beitrag bei Writing Chills.

Bin derzeit etwas frustriert mit der Politik und mit Menschen überhaupt. Guter Grund ein Gedicht darüber zu schreiben. (wenn ihr in der App lest, einmal Bild drehen, sonst gibts komische Umbrüche)

Aus Taschen

Sie spüren kalten Wind in ihren leeren
Taschen. Ein westerner Staubballen rollt
über das weiche Nappa. Plastik. Blut.
Schweiß. Goldene Leere entsteht. Sie
riechen die heiße Luft auf ihrer untersten
Haut. Verkochte Tropfen. Andere sagen es
sind die Zwiebeln. Doch sie wissen, um die
Tränen, die fruchtbare Gärten weinen. Sie
sind realer als der Wind. Doch sie glauben es
sind nur Träume auf berechneten Seiten.

Die Schweine quieken. Die Bäume seufzen.
Die Luft brennt. In dem weichen Leder
spürt man keine Tränen, hört kein lautes
Hufgetrappel. Aber sie kommen. Die vier
auf der einen Seite und die taschenlosen
auf der anderen. In Leder lässt sich nicht
leben. Auf Schnellstraßen auch nicht.

15 Gedanken zu “Aus Taschen | Der Dienstag dichtet

  1. Liebe Kathi, jeden Dienstag ist es eine große Herausforderung, in Deinen lyrisch verschlüsselten Gedanken zu lesen. Sie fallen einem nicht so einfach in den Schoss. Ich will es mal wieder versuchen:
    Ja, unsere Politik hier in Deutschland hat im Grunde in Bezug auf Klimaschutz, Flüchtlingsfrage nur leere Taschen präsentiert. Die Staubwolken, die sich aus den letzten Sommern zusammenballen spüren auch sie nun auf der Haut. Blut und Schweiß haben sie zugelassen, die Riesengeschäfte mit Plastikmüll und Tierhaltung. Aber die goldenen Götzen aus dem Gewinn zeichnen sich langsam als heiße Luft ab, auch wenn die Proteste dagegen nur als berechnend und von anderer Hand gesteuert hingestellt werden.
    Alles geht langsam den Bach runter: Flora und Fauna, und der Mensch hat keine Luft mehr zum Atmen. Doch eingelullt in ihre Lügen in auf ihren bequemen Chef-Sesseln hören sie nicht das Aufkommen der in der Offenbarung des Johannes vorausgesagten vier apokalyptischen Reiter …..

    Sehr stark!

    Mein Beitrag ist nicht für diese Woche ist nicht so bedeutungsvoll verschlüsselt:

    https://wkastens.wordpress.com/der-dienstag-dichtet-08-10-19-ueber-die-unsterblichkeit/

    Liebe Grüße
    Werner

    Gefällt 2 Personen

    • Meine Gedichte kann man auch von vielen Seiten lesen, weil ich auch bei. Schreiben mehrere Dinge meine und manchmal meine Meinung ändere. Danke, dass du dir so viel Zeit für meine Zeilen nimmst.
      Aha, ich verlinke gleich mal deine Seite, dass Leser deinen Vers gleich finden.

      Liken

  2. Liebe Katharina,
    ja, puh…
    Ich habe es jetzt schon zwei, drei Mal gelesen und sicher brauche ich da noch einen Lesegang oder so.
    Bei mir sind Bilder aus dem Film „High Noon“ aufgetaucht – ich glaube, dafür war der „westerne Strohballen“ verantwortlich.
    Liebe Grüße
    Judith

    Gefällt 1 Person

  3. Ganz viel Tiefgang und ein Grund, auch mehrmals zu lesen. Deinen Frust teile ich und es fällt mir zunehmend schwer, auch noch bei Dauerregen positiv gestimmt zu sein.
    Aber das Schreiben ist immer ein gutes Ventil, auch wenn vieles nicht in unserer Macht steht.

    Liebe Grüße,
    Anna-Lena

    Gefällt 1 Person

  4. Hmmm… das ist nicht einfach zu verstehen… ich nehme lieber den Gesamteindruck mit, der zwar ziemlich frustrierend ist, aber leider sehr realistisch. Veränderungen sind so schwer umzusetzen, und sie erfordern so viele einzelne Schritte, und dabei ist man schon mit einem leicht überfordert. Sagt diejenige, die Obstnetze gekauft hat, um Plastik zu vermeiden und sie jetzt regelmäßig zuhause vergisst.

    Gefällt 1 Person

    • Ich glaube das Komplexität manchmal ne Faule Ausrede ist. Für den Einzelnen ok, aber die Politik müsste genau das managen können.
      Ich hab das Obstnetztproblem auch. Ich bin dann immer die mit den einzelnen Möhren und Wrintrauben auf dem Band über die sich alle aufregen. 😅

      Gefällt 1 Person

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