
Da ich kaum Gedichte schreibe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.
Habe es erfolgreich geschafft mich mit Corona zu infizieren. Ist wohl ander Arbeit passiert, weil ich sonst nirgendwo war und sich dort die Fälle stapeln. Mir geht’s ok. Das schlimmste war die Angst, dass mein Baby das nicht gut wegsteckt. Er ist bisher aber zum Glück topfit. Und dann ist da die Angst jemand angesteckt zu haben, der nicht geimpft ist bzw es nicht gut wegsteckt. Ich finde den Gedanken ganz furchtbar jemanden infiziert zu haben.
2 striche
zwischen zwei roten strichen. ich bin
gefangen. streife mit meinen händen
an papierkanten entlang. gegen vier
graue wände. lasse meine gedanken
mit kristallinen tropfen an türschwellen
entlanglaufen. im takt des betonmischers
schließen wir alle lücken. doch was,
wenn meine zelle dich einsperrt? was,
wenn mein atmezug dein letzter ist?
