mein atem | Der Dienstag dichtet

Banner_der dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte schreibe, habe ich den Dienstag zum Gedichte-Tag erklärt und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt.
Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben.
Mit von der Partie sind bisher
Stachelbeermond
Mutigerleben
Wortgeflumselkritzelkrams
Werner Kastens
Findevogel
Wortverzauberte
Ein Blog von einem Freund
Lyrikfeder
Nachtwandlerin


mein atem

mein atem fließt tidenartig meine
wirbelsäule hinab. die pars thoracia
knirschen. krachen. es hallt durch
meinen unterbauch. prallt ab von
illium, os pubis. schlucken. entgegen.
säuseln weiche sychondrosen über
hohen zeiten. singen durch die costae
in ein heben. ihr pfeifen entweicht aus
meinem mund. irgendwann steigt der
mond über den horizont. ich weiß nur
nicht. wann.

Entlassung eines Sträflings | Writing Friday

writing-friday-2020

Dies ist ein Text zu der Aktion „Writing Friday“ von Elizzy. Jeden Freitag wird zu einem der vorgegebenen Themen veröffentlicht. Die aktuellen Themen und eine Liste aller Teilnehmer findet ihr auf Elizzy’s Seite.

Thema: David wird aus dem Gefängnis entlassen. Berichte in Rapport Form, was seine Straftat war.

„20.04.2020: Entlassung des Sträflings David

Zeitraum, in dem er eingesperrt war: 5 Stunden

Begangene Straftaten:

  • Gewalttat: Körperliche Schmerzen zugefügt durch Zwicken, weil er nicht beachtet wurde
  • In die Ecke Pullern statt ins Klo. Immer wieder auf dieselbe Stelle. Da ist der Teppich schon ganz gelb und
  • Pullern über den Klorand an die Wand.
  • Wiederholtes Annagen der Schulbücher. Besonders das Biologiebuch scheint ihm zu schmecken, dabei sind die Früchte da drinnen nur gemalt.
  • Verweigerung des guten Möhrenkrauts, das extra für ihn aus dem Mülleimer im Supermarkt gesammelt wurde.
  • Verweigerung bei der Festnahme.

Weiterlesen „Entlassung eines Sträflings | Writing Friday“ →

Gespräche mit Rüdiger – Ursache/Wirkung | abc.etüden

2020_1718_1_300

Dies ist ein Text zu den abc.etüden von Christiane. Ziel ist es 3 Worte in 300 Zeichen unterzubringen. Die Schreibeinladung für die Wochen 17+18 beinhaltet die Worte „Teppich“, „gläsern“ und „flattern“, gesponsert von Myriade.

Gespräche mit Rüdiger

Genervt sprühte ich Oxiclean auf den Teppich „Sag mal, musst du denn immer auf den Teppich kotzen?“

„Wohin den sonst?“ Rüdiger rollte sich mit kätzischer Eleganz auf dem Küchenstuhl ein und beobachtete mich.

„Auf die Fliesen zum Beispiel, wo ich es einfacher wegwischen kann oder gleich ins Waschbecken. Ist es so schwierig sein eigenes Nest sauber zu halten? Du musst doch auch hier leben.“

„Ich benutze schon das Katzenklo und wenn ich kotzen muss, habe ich keine Lust noch rumzurennen. Plus, auf dem Teppich spritzt es weniger.“ Weiterlesen „Gespräche mit Rüdiger – Ursache/Wirkung | abc.etüden“ →

wenn ich mich entscheiden soll | Der Dienstag dichtet

Banner_der dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte schreibe, habe ich den Dienstag zum Gedichte-Tag erklärt und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt.
Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben.
Mit von der Partie sind bisher
Stachelbeermond
Mutigerleben
Wortgeflumselkritzelkrams
Werner Kastens
Findevogel
Wortverzauberte
Ein Blog von einem Freund
Lyrikfeder
Nachtwandlerin


wenn ich mich entscheiden soll

wenn ich mich entscheiden soll. auf dem
blatt steht tautropfengroß ein einzelnes
wort. du bist ungesagt, unaussprechbar,
unbedingbar, unbedingt. meine natur
steht auf der oberen seite. ich unten bei
den adern. wie soll ich wenden, was ich
nicht drehen kann? kein wind weht, alles
steht still. infinitesimal klein. ich horche
in die gegenwärtige ferne. sag mir, wie
katalogisiert man das leben?

Am See | Schreibarena

IMG_20200420_100257

Dies ist ein Beitrag für die Schreibarena von Lyrikfeder.
Hier findet ihr alles zu der Aktion: *Klick*
Mein Beitragssatz stammt aus Neil Gaiman’s American Gods, das ich gerade zum dritten Mal lese.

Am See

Er fragte sich, ob es in Wisconsin noch die Todesstrafe gab. In EU-Ländern wurde das Töten eines Menschen nicht als humane Bestrafung angesehen, aber die USA waren da anders. Er selbst verstand, warum man Mörder töten sollte. Es war eine einfache Art sich gefährlichen Menschen zu entledigen und es war kostengünstig. Im Gefängnis konnte man immer noch andere töten oder entkommen. Die paar Unschuldigen, die fälschlicherweise hingerichtet wurden, fand er vernachlässigbar. Zum einen war niemand wirklich unschuldig, zum anderen interessierte die Menschen das Überleben anderer sonst auch nicht, sonst würde sich niemand betrunken hinters Steuer setzen oder sein Kind nicht impfen lassen. Weiterlesen „Am See | Schreibarena“ →

Ihr bestes Werk | Writing Friday

writing-friday-2020

Dies ist ein Text zu der Aktion „Writing Friday“ von Elizzy. Jeden Freitag wird zu einem der vorgegebenen Themen veröffentlicht. Die aktuellen Themen und eine Liste aller Teilnehmer findet ihr auf Elizzy’s Seite.

Ich experimentiere gerade mit Acrylfarbe rum. Das ist irgendwas zwischen spannend und frustrierend. Hier eine davon inspirierte vielleicht etwas makabre Geschichte.

Thema: Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz “Klara schmiss das Bild an die Wand, es war nun Zeit für…” beginnt.

Ihr bestes Werk

Klara schmiss das Bild an die Wand. Es war nun Zeit für etwas Neues. Diese ewig gleichen Aufträge nervten sie. Als sie angefangen hatte zu malen, wünschte sie sich nichts sehnlicher, als einen eigenen unverkennbaren Stil zu entwickeln. Heute hatte sie das Gefühl, ihr Stil sei eine Sackgasse und umkehren war nicht möglich. Schließlich bezahlten die Kunden gut für ihre furchtbaren Bilder und sie lebte davon. Sie hatte noch acht Aufträge abzuarbeiten, aber heute konnte sie nicht mehr. Heute würde sie mal wieder Künstlerin sein, nicht Auftragsmalerin. Angeekelt betrachtetes sie die ewig gleichen Linien der fertigen Bilder, die aufgereiht wie eine uniformierte Armee  an der Wand ihres Ateliers standen. Weiterlesen „Ihr bestes Werk | Writing Friday“ →

Von Rumpelkammern | abc.etüden

2020_1516_2_300

Dies ist ein Text zu den abc.etüden von Christiane. Ziel ist es 3 Worte in 300 Zeichen unterzubringen. Die Schreibeinladung für die Wochen 15+16 beinhaltet die Worte „Rumpelkammer“, „mutvoll“ und „zehren“, gesponsert von Ludwig Zeidler.

Ich habe die Geschichte „Von Rumpelkammern“ überarbeitet. Ihr könnt sie nun unter dem Titel „In Rumpelkammern“ in meinem Buch „andernorts“ lesen:

ANDERNORTS

auf der letzten seite | Der Dienstag dichtet

Banner_der dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte schreibe, habe ich den Dienstag zum Gedichte-Tag erklärt und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt.
Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben.
Mit von der Partie sind bisher
Stachelbeermond
Mutigerleben
Wortgeflumselkritzelkrams
Werner Kastens
Findevogel
Wortverzauberte
Ein Blog von einem Freund
Lyrikfeder
Nachtwandlerin

Religiöse Feste sind so eine Sache für mich. Ich fühle mich immer gedrängt etwas zuzustimmen, bei dem ich mich unwohl fühle. Ich schreibe „Frohe Ostern“ und meine „Habt schöne Tage, egal wie ihr sie nennt“. Wenn man mich zwingen will, werde ich sauer. Das Gedicht ist nach einem Gespräch entstanden. Ich will niemanden auf die Füße treten, aber ich war wütend, dass das andersherum nicht gilt.

auf der letzten seite

aus der schule weiß ich, glauben ist wichtiger. als das, was am ende steht. schlage ich die letzte seite auf, stehe da nicht ich. da steht du oder er oder sie. ihr. she. him. they. them. schlägt die letzte uhr, ist nicht wichtig, wer danach spricht. ich schweige auch in die leere.
will das mein weißes hemd befleckt ist. von der erfahrung, liebe, wut, mitfreude, erfahrung, sex, fluchen, lachen, weinen, stillen momenten und
lauten stunden. leben.
ich will fehler machen und falsch sein. werde mich nicht entschuldigen und nie schämen. will akzeptieren, verstehen, für jeden
kämpfen.
mein denken ist offen. ich umarme wut, hass, grausamkeit. in gehirnen ist manchmal alles anders. ich weiß. aber hier in diesem großen kalten
haus, in dem glauben wichtig ist,
bin ich nur wut.
will wie ein trotziges kind die wände einreißen und die letzten seiten befreien. ich. wir. du. she. him.
they. them. neben euch sitzen. ich möchte keinen glauben. ich will nur unter freien wolken liegen. in die sterne schauen. leben. wir sind zusammen
besonders. nur einmal.